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Neue jüdische Presse · 1912-11-22 · Heft 46 (22.11.1912) · p. Seite 4

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
10 (1912)
Issue
Heft 46 (22.11.1912)
Date
1912-11-22
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Frankfurter.Israelitisches Familienblatt. WM? Nr. 46. 5046 Personen aus dem Judentum ausgetreten. Kzervowitz. Mojor^Bernhard Dattner wurde durch Gelobende Anerkennung des Kv rpkomni amdes im Namen des Allerhöchsten Dienste ausg^eichnet. jptttg. Die Befreiung niisners in Aussicht! — In Polna ist der Schuhmacher Smejkal wegen Verdachtes des Mordes an Agnes Ruza verhaftet worden. Bekanntlich ist dieser Fall als Ritualmord ausgebeutet worden und sitzt der Jude Hilsner, der stets seine Unschuld beteuert hat, seit Jahren. Brüssel Die »Snigl. Akademie hol e ncn Preis von 600 Ircs. sür die beste ErlÄigung der folgenden Aufgabe aus geschrieben: „Welche wirtschaftliche Rolle hatten die Juden in Belgien von den Anfängen des Mittelalters bis zum Ende des alten Regimes." Wmcschau (Rußland). Hier ist bei den Wahlen zur Duma infolge der Abstimmung der jüdischen Wahlmänuer der antisemitische Pole Kncharzewski hnrchgesall e n und der Sozialdemokrat I a g e l l o gewählt worden. SaaBmt. Bei den hiesigen Stadttoliegiums- Wahlen wurden 42 Juden gewählt, darunter auch eine Frau, Frau Jda Samuel. — Norman Bentwish, Sohn des bekannten Zionistenführers, ist in das ägyptische Justizministerium berufen worden. Belgrad «Serbien) Barkier B enzion Bully ist als erster Jude in das Abgeordnetenhaus eingezogen. Sofia. Hauptmann Dad'char iit in Anerkennung seiner Bravour bei der Erstürmung von Mustapha Pascha zum Major ernannt worden. Aoffa (Paläilinal. N^ben einer wissenschaftlichen Zeitschrift für Pädagogik (./Hachinach") und einer landwirtschaftlichen Monatsschrift (,/Hachallai") werden wir in Kürze auch eine medizinische Zeitschrift in hebräischer Sprache erhalten. New-Aark. Ter vor einigen Monaten verstorbene Zeitungsbesitzer Joseph Politzer hat ein Vermögen von 20 Millionen Dollar hinterlassem. — Raynor - Maryland, das einzige jüdische Mitglied des Senats, ist wiedergewählt worden, ebenso sind die vier Juden des Repräsentantenhauses — Goldfogle und Jeverson Levi-Rcwyork, Cohn- California und Adolf I. Sabalh-Chicago— wiedergewählt worden. Unter den neugewühlton Mitglieder«« des Repräsentantenhauses dürften noch ein oder zivei Juden sein. — In die Staatslegislatnr des Staates Rewyork sind zehn Inden gewählt worden, in den Staatssenat jedoch, kein Jude. — Jakob Moses Bär, „der blinde Chason", einer der besten Chasonim Newyorks, ist im Alter von 66 Jahren verschieden. New-Vork. Samuel Echlmann ist zum amerikanischen Bizckonjul in Jerusalem ernannt worden. Montreal (Kanada). Hier ist unter L-iluna Radb ncrs Meldola de Sola ein Verein zur Wahrung der Sabbatbeobachtnng, gegründet worden. Jacob Lee Samuel, früher Präsident der Spanischen und Portugiesischen JAd. Gemeinde, ist verschieden. Samuel, der einen wundervollen Tenor hatte, sang 4860 vor dem späteren König Eduard, der damals Montreal besuchte. Montreal «Kanada! Hier bat sich rin Damenkonritec — Frau Mortimer Davis, Frau B. Groner, Frau Dr. Levi, Frau I. Goldstein usw. — gebildet, um die Errichtung eines Heims sür jüdische Arbeiterinnen in die Wege zu leiten. Normal School Bovano I jfeserstr.7. SMMll-IIMNMllMII. Ttl. 12428. - Piwitt-Zirkeland Klasseminterricht. Besondere Zirkel Ifir Barnen besserer Kreise. " Oe&ntL Prohestunden: Mittwochs nm 11, 5,7 a. 9 Uhr. Bor Äe« Toren Prags. Historische Erzählung von A. E. Brachvogel. Fortsetzung.) „Last Dich nicht stören, Sara," sprach Esther, „ich wollte Dich nur bitten, daß Du dem Markus sagst, ich hätte es vergeben. Möge . er mir nichts nachtragen." „Bist Du wohl zu der Ansicht erst gestern gekommen?" entgegnetc Sara, ihr starr ins Gesicht sehend. „Nicht seit gestern etwa, «vo sich Markus zum Kampfe gerüstet hat, sondern vorgestern, nachdem ich mich vor Dir verschworen habe." „Wie soll ich Dir das glaube««, und daß -Dein Herz keinen Groll mehr hegt?" „Well ich ein wahres Wort gelesen habe, nämlich, Laß der Dünkel ein Weib nur zur Närrin macht." Sara erhob staunend die Hände. „Esther! Mädchen, ich erkenne Dich nicht wieder! — Wo steht das weise Wort denn geschrieben?" „In der geheimnisvollen Rolle meiner Väter. Dein Sohn hat sich geändert, ich habe mich auch geändert!" „Wenn Du Dich geändert und Stolz und Hoffart abgelegt hast, Esther," entgegnetc Sara mit zitternder Stimme, „so zeige es, denn es ist Zeit. Wir nähen Binden und Tücher für die wunden Männer, denn bald wird es Blut geben, Tränen und des Todes ge-, nug in Prag." „Gib mir Deine Hand, Mutter Sara! Du bist besser als ich, denn Du hast die — Weisheit der Liebe! Ich will Deinem Beispiel folgen. — Ich habe unter den Weibern ein Mann sein wollen und war nur eine Närrin, — jetzt will ich unter den streithasten Männern das Weib sein, das bei ihnen hilfreich im Kampfe steht. Ich will ihre Wunden verbinden und pflegen, mid ihre Toten^will ich begraben! Lebe wohl, Sara!" * * * Es schien wirklich, als ob die Schweden sich nach dem Operationsplane richten «rollten, den der Verräter Odowalsky den beiden Kundschaftern gegeben hatte, denn der Juni war vergangen und des Juli zweite Hälfte war schon da, die Schweden aber waren noch nicht vor Prag gekommen. Die Herren vom Hradschin und der Kleinsette lachten den zwecklosen Kampfeseifer der Alt- und Neustadt weidlich aus, und Graf Colloredo —. wie Kinsky und Czernin und die meisten übrigen — fingen jetzt selbst an, im Wachdienst zu erlahmen und die Wahrscheinlichkeit eines Angriffs "in Frage zu stellen. Die kaiserlichen Offiziere glaubten, Markus habe sich durch ein falsches Gerücht verblenden lassen, zuinal die Schweden wirklich von Buchau aus einen Marsch iwrdwärts nach Kaaden gemacht hatten, der auf ihre bevorstehende Vereinigung mit. dem Korps des Pfalzgrafen Karl Gustav schließen ließ. Der Kricgsrat unter Colloredo setzte bald genug Markus Spira zur Rede. Dieser blieb jedoch unerschütterlich bei der Behauptung: die Schweden würden kommen. Er erklärte, daß ihr Zögern nur darauf berechnet sei, Prag zu täuschen, und wenn sie jetzt auch gute sechs Metten nördlicher ständen als bisher, so ständen sic doch für ihr Vorhaben günstiger. Er schlug vor, man möge den Altstädter Turm und dessen nächste Umgebung den reisigen Juden anvertrauen, ftir jedes Versäumen ihrer Pflicht möge die ganze Judenschast haftbar sein. Das Benehmen Markus Spiras «var bei diesen Behauptungen so sicher, er zeigte sich des Kriegsdienstes, namentlich bei der Behandlung der Geschütze, so kundig, die Judenschast «var auch so eifrig in Erfüllung ihres Dienstes, daß die Oberofsiziere ihnen wirklich den entscheidensten Punkt der Verteidigung, den Brückenturin, anvertrauten. Hierbei gab die große Opferwilligkeit der Juden, namentlich Simon Spiras und seines Sohnes Markus, der für sein Vieh keinen Kreuzer nahm, wesentlich den Ausschlag. Ein leicht begreiflicher, ebenso militärischer «vie christlicher Stolz aber verbot cs Colloredo und seinen Unterbefchlshabern, «venigcr patriotisch zu fühlen und leichtfertiger über Prags Sicherheit zu wachen als die Judenschast. Am 24. Juli, abends 11 Uhr, saß Herr von Odo- «valsky mit Baron Hartick beim Weine, und sie hatten bereits stark gebechert; Harticks Zunge lallte schwer. Kein Wunder, denn der Melneker war gestern endlich eingetroffcn, «vas schon als sonnenklarster Beweis galt, daß von den Schiveden keine Spur auf der Prager Wcstscttc vorhanden sein könne; wie hätten sie sonst wohl den Fuhrmann die alte Straße über Raudnitz, Budin und Kralup nach Prag so ruhig mit dem Göttertrank der Mönche ziehen lassen? Der Melneker schmeckte auch so süß, daß Hartick gar kein Bacchusbruder hätte sein müssen, um nicht so viel von ihm zu trinke««, als nur irgend hinunter «volltc. War feine Zunge zur Unterhaltung bereits untauglich gcivordcn, so «varen seine übrigen Sinne, besonders sein Gehör, auch stumpfer als geivöhnlich, sonst hätte er bereits wahrnchmen müssen, daß der Weingarten seines Freundes und bald darauf die nächste Umgegend des Hauses höchst belebt zu tverden begann. Jetzt wurde die Tür aufgerissen. Ein schwedischer General trat ein, hinter sich Oberst Trigvason mit einer Schar Musketiere. „Be — verr — verrat! Verrat!" schrie der unglückliche Hartick. „Schlagt ihm d.cn Schädel ein!!" befahl Graf Königsmarck. Ein Kolbenschlag machte augenblicklich dem Leben des trunkenen Barons ein Ende. „Haha, ich sehe, der Melneker, den wir durchließen, tat seine Pflicht. Jetzt' vorlvärts, Rittmeister! Führen Sie u««s zur Brücke bei den Pallisaden!!! Ihr Regiment folgt, Oberst! — Wer einen Laut von den Leuten ausstößt, ein Wort spricht, bevor das Angriffszcichen ertönt, der hängt morgen! — Zur Sache also!" Der schlvedische Obergeneral verließ das Haus, gefolgt von Odolvalsky u««d dem Obersten. Draußen standen in« Garten die Schiveden, Glied an Glied. — Leise führte Odowalsky Graf Königsmarck zu der kleinen Brücke,' die aus dem Pallisadcniverk der Kleinseite über den Graben in den Weinberg führte. Man fand sie, wie erwartet worden war, herabgelassen und unbewacht. Rasch eilten die Feinde, immer drei Mann hoch, dem Obersten vorauf, hinüber, und Fähnlein um Fähnlein rückte nach. Um ein Uhr nachts eilte der letzte Mann hinüber. Ein Alarmschuß tönte jetzt, Geschrei erfolgte, etliche Häuser gingen alsbald in Flammen auf. Die Schweden hatten mit einem Handstreich die Prager Kleinseite genommen! (Fortsetzung folgt.) LedlakLlmmer-LlnrietilullAen KetteoradrjlLation.kett-WLsLde. Bleidenstrasse 10 2 Schweizer Stickereien 2 q F. C. Strubberg d Co q o 25 Neue Mainzerstrasse 25. o Kunst und Literatur. Ag««dath Jisroel. Rede gehalten am ztveiten Tage des Sukkothsestes 5673 von Rabbiner Dr, I. H o r o v i tz, Franlfurt a. M. 16 Seiten. 50 Pfg. Die Rede gipselt in folgendem Passus: „Keine Frage, unermeßlich wäre die Wirkung, welche die Befestigung und zugleich die Verkiesung und Verinnerlichung der Frömmigkeit crsahren müßte, «venu viele Nichtjuden, die allzusehr in die Sackgasse des Parteiwesens geraten sind, sich verbinden mit so n«anchen Führern des Östjudentums, dem Frömmigkeit sich unversehrt und unberührt erhalten hat, frei von alle» Stacheln, die aus dem Kampfe geboren sind, in ihrer gottentstammten sausten Milde. Wollte er aber die andere fern halten nicht nur von jenem engeren Bunde, sondern von der großen Gesamtheit Israels, «vollte er die andern, die nicht auf feinem Standpunkte stehen, nicht mehr anerkeiinen als Israeliten, wollte er jede Gemeinschaft «nid Gemeinsamkeit mit ihnen ableugnen, dann widerspreche er eben demselben überlieferten Judentum, für das er eintreten will." Redner sicht also die Organisierung der Orthodoxie als sehr segensreich an, ivenn Vorsorge getroffen «vird, daß dabei das Gemciilschaftsbewußtsein mit ganz Israel bewahrt bleibt. Mit jenen, die, auf dem Boden der Trennung stehend, v ihre Trenimiigstendeiizen in der Aguda zum Durchbruch bringen «vollen, setzt sich dann Redner in dem ziveiten Teile seiner eindrucksvollen Rede auseinander. Spende«. Bei der Geschäftsstelle des „Frankfurter Israelit. Fainilienblattcs" gingen ein: Für Jtzininitcnhäuscr:. I. B. in Ich . . . 20.— Jf Erber 1.— R. N. 1.— Martin Feist 50— „ Für die Tachkcmoiii-Schulc: Leopold Perlmutter. 5.-i J/. Für den Nationalfoiids: Frau Rosalie Goldschmidt Flechtheim zum Andenken an einen teuren Verstorbenen 10.05 Jf. (Z. H. Goldman««, Saly Geis gratulieren' Julius Leivin zur Vermählung 1- „ Frau Dr. Rainer, Wiesbaden stiftet aus den Zinsen einer Sammlung zum Andenken von Wulf Reiz aus Moskau auf dessen Namen 3 Oelbäume 18— „ Bei der O f f e n b a ch e r I ü d. Nationalfonds - k o m m i s s i o n (I. Wodolvski, Mittelseesttaße 6) gingen aus Büchsen-Leerungei« ein: I. ' Erbesfeld. 2,50 Jf. S. Opvenheim Livarek 1,- G. Szirazki 1,30 „ W. Mydlor - 1,50 „ I. Moschidloive 1,70 „ I. Weismann 1,- Schulmann 1,50 tt A. Getreide i,- I. L. -Diamant 0,70 „ I. Wodolvski . 5,50 „ A. Rnbinstein 1,50 „ 20,20 Jf aufgl der <! Nap« «verd re«r' drin Tem zunä faßte ihnei Zum war der 1 RaV stim« Bet-' zur San' Star daß setzui —. c innii batnd Nass und Still sei, Kum bera Aüjch den den, erstei Md, leoni Han« Mi merk lang ande Weif Kauf die könn gewc Lunc Sün diese auf Post duricl lang eine« das den es f Herr« falls es t San heim ivnri hMl (Äuljerv das hoch« nicht u. i der Schje wir Ungi die 9 ihre der,! bewe San

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