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Neue jüdische Presse · 1912-08-30 · Heft 34 (30.8.1912) · p. Seite 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
10 (1912)
Issue
Heft 34 (30.8.1912)
Date
1912-08-30
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Nr 34. Geite 10. nintg, Resignation und Begeisterung, Kampf und Frieden, die Hatiknuch! Leise, ins Endlose,- verfallen die letzten Töne des Refrains, den wir alle mitsangen. Dann wird's still. Doch was ist dies? Kehrt er nochmals zurück, ist es das Echo, das sichj an den Felsabhüngen brach? Uns klingt der Mfrain nochmals entgegen, in vielen Stimmen, dann die ganze erste Strophe, nutz als wir die zweite anstinfnten, da sind wir nicht nrchr allein - da ist es ein ganzer Chor, der sie ntächtig in die dunkle Najchjt hinausklingen läßt, mie Fanfaren zur Errettung aus jahrelanger Schmach, und als wir stehend mit der Hoffnung Wietzen, heimzukehren in unsere Davidsbürg, erschallt uns dort unten aus vielen, dielen jugendlichen Kehlen ein jauchzendes Hedad entgegen, in das wir begeistert einstimnren. j Es waren jugendliche Gleichgesinnte, die sich unten versammelt Chatten. Aber nicht nur, wie die Jungen „sangen", sondern auch, wie die Alten „Avitschern", suchten wir uns zu orientieren. Darüber das nächste Mal! Die Ablösung der Glücktvunschkarteu zum Roschhaschouoh-Feste. ist ein Mittel, idealen jüdischen Zwecken große SmnNrcn Wzufiihren. Einen der idealsten jüdischen Zwecke stellt gegenwärtig die jüdische Kolonisation'in Palästinatzar. Dreißig jüdische Dörfer mü 8000 Seelen zeugen von einem neuen Geiste im jüdischen Wille». Dochi die Zahl dieser Brüder, die wieder glückliche, froh arbeitende und eine jüdische' Zukunft verbürgende Menschjen sind, kann sich noch um viele Tausende vermehren, Wenn Materielle Förderung die Ansiedlung weiterer Emigrantenscharen aus dem' Osten ermöglicht. Hierzu kann gelegentlich des Jahresanfanges, der uns'neue Hoffnungen gibt, ein jeder .mit einer Mlösungsspende beittagen. Wel wenig gehen ein viel. Jüdffche NationalfondskomMission, Frankfurt a. M. Bisher ginge» zwecks Ablösung ein: Martin Feist, Obermainanlage 30 (6.—) — Saly Geis u. Frau (5.—) — Familie S. H. Goldmaim, Baumweg 57 (3.—) — Hch. Gutmann, Zeit 7 (1.—) — Karoline Hamburger, Sandweg 16 (3.—) — David Hamburger, Sandweg 16 (2.—) — A. Lewisohn, Taunusstr. 13 (2.—) — Martin Levigard, Seilerstr. 17 (5.—) — Apotheker Lewinsohn, Hermesweg 1 (l.—) — N. N. (2.—) — Joseph Nutzbanm, Zeit 43 (3.—) — Selignr. Oppenheimer u. Familie, Schützenbrunnen 13 (3.—) — Leopold Oppenheimer, Hanaucrlandstr. 2 (3.—) — Joseph L. Oppenheimer, Hanauerlandstr. 2 (3.—) — Ernst Rothschild, Hanauerlandskr. 36 (1.—) — Rechtsanw. Dr. Siegfried Schwarzschild, Palmstr. 11 (5.—) — Fritz Selka, Uhlandstraße 31 (2.—) — Josef Springut ~u. Frau, Waldschmidtstr. 29 (1.—). . Die vollständige Liste erscheint in der Roschhaschonoh-Nummer dieser Zeitung. Weitere Ablösungsspcnden wolle man gefl. entweder unter Postscheckkonto 4864 an das Frankfurter Israelit. Familienblatt einsenden oder in der Geschäftsstelle dieser Zeitung, Langestraße 7, einzahlen. Auch nimmt Herr David Hamburger, Sandweg 16, Spenden entgegen. Frankfurter Berichte. Bier leiderfüllte Frauenhdrzen trauern in erster Linie um den unvermittelt aus dieser Welt des Scheins und der Vergänglichkeit in die Well der Wcchrhell und der Ewigkeit abgerufenen Arvu Wolf s. A.: das einer alten eH^vürdigen Mutter, einer in allen Stürmen getreuen Gattin und zweier sich? an dem Vorbild ihrer Eltern stets aufrankenden Töchter. Eine feine, stllle Persönlichkeit ist nrit dem Heimgegangenen entschlafe». Abhold jedem Gepränge, Feind jedem lauten, leeren Wort, schrill er dimchs Leben, unbeachtet schier und kaum bemerkbar und doch goldene Kreise ziehend mit der Demut seines Wesens, die sich mitleidsvoll niederbeugte zu den Kranken und Armen, mit der gereisten Klugheit seines Mistes, die in allem Tand und in allen Wirrnissen das Rechte zu erkennen und zur Geltung zu bringen verstand, schritt er dahin in dm: schlichten und machtvollen Gradhell seines Sinns, die nichts von Ansehen der Person wußte, die nur hwzhast und unbeirrt der reinen Sache diente und mit .Wö)Nichem Wagemut "ihr den Sieg verschaffte. - begütigend, bald weise schlichtend, Huld' kräftig , anfeuernd, davon wissen zu erzKhlln, dies«Wnei:zvijllön Krankenstuben, darin er so oft 'H«iiüAW-,;Artzß»Rd.r!HewHst, i und: -die: ernsten Ratszjmmer .der Schule, der:,..sein. S.innen .und,;.Sorgen unpMsftg 'zügetäi; war, ^.der-Bereimhüng,^ die" et mll begeisteW: jüdischer'Hinljäbe'-üinfatzK. Ftüb,^ aMÄlzufrüh hat ausgestrahlt und ausgehäiniinört/niiis»- in -ihm Mchlte und hämmerte. Aber—seine—Taten werden rede» und Fttviffürker RrwcküWrS FauWeMaÜ. Ni zeugen von der Art, wie er ' seine Laufbahn durchmessen hat, vor dem, der . da sprach! und es ward die Welt. Der -M o n t e f i o r e" - B e r e i n beabsichtigt für feine Mitglieder und Freunde eine unter Leitung des Herrn D r. G u st. Löffler stattfindende Führung durch die Darmstädter Ausstellung „Der Mensch", zu dem Herr Dr. Löffler am Mittwoch, de» 4. September, das einleitende Referat übernommen hat, zu veranstalten. Anmeldungen werden frühzeitig in schriftlicher Form an das Büro erbeten, um eine Ermäßigung der Eintrittspreise und Fahrkarten zu erzielen. — Näheres wird noch bekaiintgcgeben. Seit langem hatte die hiesige Zion. Vereintg>u ng keine so interessante Mitgliederversammlung als die, die sie diesen Dienstag Abend-gemeinsam mll der O sse nbacher Zion. Ortsgruppe veranstaltet hat. Nahum Goldmann würdigte die bedeutendsten jüdischen Ereignisse der letzten Zeit. Zur „Agudas Jisroel"-Frage faßte er sein Urteil dahin zusammen, daß der Zionismus einen Weltverband der jüdischen Gesamtorthodoxie als eine Stärkung des positiven Judentums nur begrüßen könne. Seine Ausführungen über den Achad- Haamismus riefen zwischen ihm und D. Tachauer ein lebhaftes Wortgefecht hervor. Sodann wurde in eine Debatte über zionistische Agitation eingetreten, und nach dieser gab Saly Geis ein umfassendes Referat über die Situation der jüdischen Ausländer in Deutschland. In der Diskussion sprachen u. a. die Herren Klauber, Diamant, Wodowski und Erbisfeld. Es war 12 Uhr, als die Versammlung geschlossen wurde. Die Aerzte Dr. Albert Ettlinger, Dr. Siegmünd En lau und Dr. Beruh. Fürst erhielten den Titel Sanitätsrat. - m In dem Heim der Frauenkrankenkassc feierte Frau Therese Stern, eine durch ihre stete Hilfsbereitschaft allgemein beliebte Dame, den 80. Geburtstag. Aus der Lehrerwett. Bollweiler in Ober-Elsaß. Rabbiner I. H. Schüler tritt am 1. Oktober in den Ruhestands Bamberp. Unter starker Beteiligung — es waren an 100 Kollegen — tagte heute die 33. Generalversammlung des Israelitischen Lehrer-Vereins für das Königreich Bayern". Rach der Begrüßung durch den Vorsitzenden, Hauptlehrer Goldstein-Heidingsfeld, folgte die Rechnungsablage. Das Vereinsvermögen stieg auf 144 000 Jk Ein Legat der verstorbenen Gärtner'schen Eheleute in Unsleben in der Höhe von 8000 Jk wurde als erfreuliche Tatsache und als Muster und Ansporn, für andere begrüßt. Aber auch die Anforderungen an den Verein sind gestiegen. Man sah sich genötigt, um die Unterstützungsquoten nicht sinken zu lassen, die Jahresbeiträge der ordentlichen Mitglieder von 10 Jk auf .20 Jk z u erhöhen. Nicht ohne Erbitterung wurde darauf hingewiesen, wie jüdische Lehrer sich selbst höher besteuern müssen, um Pensionisten, Witwen und Waisen zu helfen, während reiche Glaubensgenosse» für nichtjüdische Zwecke Tausende und Abertausende übrig haben, dafür aber oft Höhn und Undank ernten. Gleiche Töne klangen oft aus den beiden Referaten der Kollegen Rosen Wald - Steinbach a. 'Glan und Ehrenreich - Forchheim. Es war wie ein Aufschrei vor der nahe bevorstehenden Revision des Judenedikts von 1813, durch die Bayerns jüdische Lehrer endlich eine standeswürdige Stellung und Entlohnung zu erhalten hoffen. Die Referenten verstanden es, die Bedeutung des jüdischen Lehrerstandes für die Eamilic, die Gemeinde, den Staat, für Judentum und udenheit ins rechte Licht zu setzen, um daran den Ruf zu knüpfen: Wir fordern Recht und Gerechtigkeit! Statistische Zahlen zeigten bedenkliche Erscheinungen innerhalb der deutschen Judenheit. Umsomehr müßte auf den jüdischen Lehrerstand die wohlwollende Sorge aller Weiterdenkenden sich richten, öl. Zürich. Rabbiner Dr. L e w e n st e i n, der tapfere ehemalige Koppenhagener Oberrabbiner, ist feierlichst in sein Amt als Rabbiner der hiesigen Religionsgesellschast eingeführt worden. Seine Antrittspredigt zeigte, daß er ein ganz, hervorragender Redner ist. Sotzn»» (Ungarn). Oberrabbiner Emanuel Grünwald feiert sein 40jähriges Amtsjubiläum. vnnte Chronik. Die Inden in der Diplomatie. Ueber dieses Thema entnehmen wir einem englischen Blatte: Der einzige englische Jude,, der iin britischen diplomatischen Dienste gestanden, hat, scheint George Samuel, ein Onkel des Lord Pirbrigh't und ein Neffe der Lady Mvntefiore, gewesen zu sein, der nacheinander der britischen Botschaft in Konstantinopel und Wien attachiert war. Abraham Hoffnung, ein englischer Jude, der vor nicht langer Zeit starb, war einige Zeit hindurch der Charge d'affaire der Havai- Jnseln in England- und gegenwärtig ist Baron Albert v. Gold schm idt-Rothschild aus Frankfurt Attache der deutschen Gesandtschaft in Lyndon. Bor ungefähr einem Biertcljahrhundert gehörte Dr. Wilhelm Kahn der deutschen Gesandtschaft in Paris an, Johann Hermann-Detmold, der von 1849 bis 1851 der Vertreter von Hannover in Frankfurt war, war wohl geborener Jude, hatte sich jedoch noch vor dieser Mission getauft. Bon den modernen europäischen Staaten hat Italien die meisten Juden in seinem diplomatischen Korps. Von den italienisch-jüdischen Diplomaten ist der bekannteste 'JsaacArtom, dessen diplomatische Karriere in seiner Ernennung juitt bevollmächtigten Minister sür Dänemark in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts den Höhepunkt erreichte. Noch viel früher wurde Graf Salomo n Henry D'Avigdor» der später von Napoleon III. in den Fürstenstjand erhoben wurde, von der Piemvnteser Regierung als Gesandter nach Frankreich geschickt. Bon den anderen italienisch-jüdischen Diplomaten seien erwähnt Scvwazzo, bevollmächtigter.Minister beim Sultan von Marokko im Jahre 1886, Barzilai, der gegenwärtig Italien in Peking vertritt, G i a c o m o Malvano, der in verschiedenen diplomatischen Missionen nach' Paris, Wien, Berlin und Bern entsendet wurde, Luigi Luzatti, der wiederholt Minister in Italien war unddessen diplomatischer Intervention der Abschluß des italienisch-französischen Handelsvertrages zu danken ist. Ferner Graf Hirsch el de Min er fe, der Italien in London und anderen europäischen , Hauptstädten vertreten hatte, und schließlich Ugv Pisa, der in China, Japan, England und Deutschland gedient halle. - '" Die marokkanis che Regierung hat sich wiederholt der Juden in diplomatischen Diensten bedient. In vier Fällen wurden von Marokko jüdische Gesandte nach London entsendet, nnh zwar Jakob Jbn Abraham Bert der im Jahre 1780, dann 14 Jahre später einen gewissen Sumbal, ferner im Jahre 1820 Samuel Anlx, der sich später in England niederließ, und vor ungefähr einem Jahrhundert M e i r Cohen Macnin. Zu Beginn des siebzehnten Jahrhunderts war Samuel Belias der marokkanische .Gesandte beim Generalgouverneur der Niederlande. Ben Durand wurde im Jahre 1839 von Abd'-el-Kader in Algier mit den Unterhandlungen bei der französischen Regierung betraut. Samuel Pa lache wurde am Ende des sechzehnten Jahrhunderts von der marokkanischen Regierung an den niederländischen Hof entsendet. Der marokkanische Prinz Ben Buber entsendete Rabbi I a k o b S a s p o r t a s, der später Chacham in London war, in diplomatischer Mission nach Spanien. Andere orientalische Mächte, welche jüdische Diplomaten in ihren Diensten hatten, sind: Zanzibar, das vor einem Vierteljahrhnndert den Inden d' Arbella nach Italien und Marokko entsandte, ferner das Tartarenland, dessen diplomatischer Vertreter Meier Aschkenasy auf seiner Reise nach Polen von Räubern gefangen genommen und ermordet wurde. Algier entsandte im siebzehnten Jahrhundert D a v i d Salon Azevedo nach den Niederlanden. Moses Ben Judah Berbi und sein Sohn J.udah Berbi waren nacheinander türkische Gesandte in Amsterdam. Spende«. Beim Frkf. Israel. Fmbl.. gingen sür den J üd. Nativnalsonds ein: Sammlung Bereinsabend 27. Aug. 5,32.Jk Frau Mendel Wertheim-Fnlda (Büchse 0 601) l1,52 „ Vereins-Kalender. Samstag. Verein „Mekor Chajim", 4 Uhr, Langestr, 18: Mikro-Vortrag (Schachnowitz). — „Montefiore"-Vcrein, 11*4 Uhr, Bleichstr. 70: Schiur (Dr. May); 5r/z Uhr: Gesellige Zusammenkunft. Sonntag. Verein „Mekör Chajim", 7 Uhr, Langestr. 18: Piutim l'Roschhaschonoh (Dr. Joseph Breuer). Montag. Centralverein israelitischer Gemeindemitglieder, 8»/i Uhr, Kauft». Verein Eschenh. Anlage: Unsere Stellung zur Agudaß Jisroel (Dr. I. Heinemann). Dienstag. Zion. Jugend gruppe, ~8S/Z Uhr, Kürsaal Milani: Die Assimilation der Juden (sind. Phil. Max Fischer). Mittwoch. „Montefiore"-Berein, 9 Uhr, Bleichstr. 70: Die Dannstädter Ausstellung „Der Mensch" (Dr. G. Löffler). SCHMIDT & SCHIEFER« Telephon 13430. Im Trutz 38. Telephon 13430. Si Gag-, Wasserand Heizungs-Anlagen. — Moderne A BSder und Closets. 2 Reparaturen prompt bei zivilen Preisen. lewSj owie 3 itrt ( )um 1 U m i tt li I E 1 i n E b n a fiel mi

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