Mannheim
Compact Memory

Neue jüdische Presse · 1912-06-07 · Heft 22 (7.6.1912) · p. Seite 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue jüdische Presse
Volume
10 (1912)
Issue
Heft 22 (7.6.1912)
Date
1912-06-07
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2692297-2692768-2692790--07001-2702044
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite M. Frankfurtrr Israelitisches AamüieMalL. Nr. 22. eine frohe Erinnerung bleDenwiÄ. Toaste brachten aus Herr Perlmutter, -er in launiger Weise sein Glas bei jüdischen Irgend im altzcmeineü und den drei der-:, einigten jüd. Jngendvereinen im besonderen widmete. Herr Referendar Nenmann/der die Grüße des Mainzer Jugeirdvereins überbrachte, ein Vorstandsmitglied des Wiesbadener Vereins sowie Herr Bergenthal namens des Montrsiore-Frankfurt. Tanz beschloß die Abschiedsstunden, in 'denen man sich vornahm, sich beim Sommerfest des Montefiore wiederzusehen. A»S der zio«istischeu Bewegung. WleStaden. In der Zion. Ortsgruppe sprach Parteisekretär Curt Rosenbaum über das Thema ,i®ex Untergang der deutschen Juden." Depr interessanter Vortrage schloß sich eine gleichfalls interessante Debatte an. . . Herr Vorsänger, der erst jüngst, ein gegen das Hebräische im Religionsunterricht gerichtetes Zirkular (die Äfsimilanten sind auch bei uns eifrig mit dem Niederreihen beschäftigt) mit unterzeichnet hatte, kam, um — auch hier gegen das Hebräisches zu spachen. Man müsse Las Hebräische in der Synagoge auf ein Mindestmaß beschränken, und man werde dann wieder religiöses Interesse fördern. ' Ein weiteres Mittel zur Erhaltung des deutschen Judentums sei die energisch Lurchgeführte Assimilation. Auch Lehrer Cä pell, der zweite DisKlssionsred.ner,. schlickt allein in der Religion das einigende Moment im Judentum, wenngleich! er nicht befreiten kann, daß die jüdische Religion. von nationalen Ideen durchsetzt ist, er erhofft die Lösung der Judenfrage von einem »geistigen Zion." . Beiden antwortete. Curt Ro send au m. Erfühlte ihnen den Berliner. Reformtempel mit seiner gähnenden Leere — trotz gut stilisierter deutscher Gebete — recht drastisch vor Augen, zeigte, daß grade die radikale Reform die Hauptschuld an der Auflösung des deutschen Judentums trifft, und wie das Hebräische grade jetzt seine Auferstehung zu einer lebenden Sprache feiert. Er betonte ferner, daß doch auch „die anderen" - bei der Assimilation . mitzureden hätten. ., Die Ausführungen ernteten lebhaften Beifall. Der erste Diskussionsredner erklärte offen, daß er sich gegen einen solch' gewandten Redner nicht behaupten könne. und -er zweite Diskussionsredner war von den begeisterten Ausführungen so hingerissen, daß er sich veranlaßt sah, dem Redner den Dank aller Anwesenden für seine von warmer Liebe zum Judentum zeugenden Ausführungen auszüsprechcn. Pose«. Dem Bericht über den Delegiertentag ist noch nachzutragen. Begrüßungsansprachen hielten N. Svkolow für das E. .A.-K., Rabbiner Dr. Feilcheufeld für die Synagogengemeinde Posen, Rabbiner Dr. Friedmann- Troppau für die zion. Organisation West-OcsherrcühL Dr. Jeremias-Posen für den Misrachi und Dr. Köllen sch er-Posen für die zion. Vereine der Stadt unb der Provinz Posen. 'Das Referat Lev Motzkins überdie zion. Pa last in «Politik stellte fest, daß das wichtigste/ hauptsächligste Ziel der zion. Organisation sei, die Judenfrage durch ein großzügiges Kvlonisationswerk zu lösen. Das Referat Cürt Blumenfeld über Erziehung zum Zionismus betonte die Bedeutung des positiven Inhalts der zion. Bewegung im Gegensatz zu dem Inhalt der anderen jüdischen Organisationen. Die Antwort dc-s Kaisers auf das Huldiaungstelegramm lautet: „Seine Majestät der Kaiser und 'önig lassen den dort versammelten Vertretern der deutschen Zionisten für ihren Huldigungsgruß danken." Der neue geschäftsführende Ausschuß bctht aus folgenden Herren: Dr. Hantke, Curt lumenfeld, Dr. H. G. Heymanu, Dr. Klee und Lev Motzkin. _' 8 Schweizer Stickereien g X F. €. Strubberg «fcCo. X Q 25 Nene Mainzerstrasse 25. . 0 Eivgefan-t. Zur Aufklärung. Etwas verspätet habe ich die Nummer 19 dieses Blattes zu Gesicht bekommen, die eine Aeußerung des Herrn Prof. Sombart über mich mitteilt. Vorausgesetzt, -aß die Aeußerung richtig wiedergegcben ist, enthält sie einen Irrtum, über den ich-die Leser auf« Hären möchte. Es ist wahr, daß Herr Prof. Sombart die Bekaunt- K mit mir zu dem Zwecke gesucht hat, von mir rial zu seinem Buch« zu erhalten, und daß ich ihm auch Einiges gegeben habe. lieber den Plan dieses Buches haben wir oft und eingehend gesprochen, aber nur in allgemeinen Umrissen. Ich mache daraus gar kein Hehl, und ich habe es auch einigen von meinen Bekannten damals gesagt, daß mir ein solches Buch, von Sombart geschrieben, große Freude gemacht hätte. Eines Tages.hat mir Herr Prof. Sombart aus seinem Buche, etwa eine halbe oder höchstens eine ganze Stunde vorgelesen. Ich erinnere mich genau, daß ich ihn bei dieser Gelegenheit auf einen-tatsächlichen'Irrtum aufmerksam machte, da er die Behauptung aufstellte, daß die Juden auch in Palästina in alter Zeit hauptsächlich ein Handelsvolk gewesen wären. Ich) verwies ihn auf die gegenteilige Aussage des Jvsephus (Contra ap. I, 12), an deren Richtigkeit gar nicht zu zweifeln ist. Prof. Sombart konnte auf' diesen Einwurf nichts erwidern. Allerdings hat er später in seinem Buche die Worte des Josephus als unglaubwürdig bezeichnet — mir gegenüber hat er dies jedoch! nicht getan. Prof. Sombart stand damals unter dem Eindruck einer Arbeit von Max Weber, der den englischen Puritanismus mit dem Aufschwung des englischen Handels in »Verbindung zu bringen sucht. Als mir Prof. Sombart den Gedanken äußerte, diese Methode auch in Bezug auf die Geschichte des jüdischen Wirtschaftslebens anzuweuden, erklärte üh! ihm gleich daß dies durchaus falsch ist. Für die Erscheinung, daß die Juden im Wirtschaftlichen Leben trotz aller Hindernisse von außen mit nngewöhulichlem Erfolge tätig sein konnten, gab ich ihm eine bessere, und wie. ich glaube, die allein richtige Erklärung. Mir kam cs' damals vor, daß damit die mir nebensächlich erscheinende Episode erledigt War. Ich war daher erstaunt und wurde bedenklich, als Prof. Sombart in seinen bekannten. Borträgen das Judentum und die jüdische Rasseneigentümlichkeit zur Erklärung dieser Erscheinung heranzog. Auf eine weitere brieftiche Anfrage, die er später an mich richtete, gab ich keine Antwort mehr. Als das Buch erschienen war, las ich, die erste Hälfte, mit Vergnügen, und ich glaubte schon, mit meine,» jtaraizet zu Llückwüusckreu lelegraram-Äblösungsformulare dev Hebräischen Mittelschule Tachhemouie in Jaffa. ' 'Stttck h Mk. 0.50- Blocks zu 10 Stück ä Mk. 5.— in allen hebräischen Buchhandlungen sowie in der Redaktion zu haben. ' Die übernimmt die Verwahrung und vollständige Verwaltung von Wertpapieren (auch Hypotheken u. dergl.) in und besorgt alle mit der Verwaltung von Kapitalien verbundenen Geschäfte (Anu. Verkaufs sowie Beleihung von Wertpapieren, Ausstellung von Kreditbriefen ete.) — Sie verzinst •und eröffnet provisionsfreie verzinsliche Die Erankfurter Bank ist durch Ministerialerlass als .bestimmt. Die Bedingungen werden kostenlos verabfolgt. lnstitntliireclitorleiit.Jogiirt-Bereitimg. Frankfurt a.Scheffelstr. 1. Telephon I, 6619. JOgiirt ZarOS) täglich frisch bereitet. Dlnfnnlinnin gar.reinn. echt! „Unser Orangenblüten- JjlU ICllllUlliy s hpnig ist wirklich etwas Grossartiges.“ Frnchtsäfte r6’ne Beerensäfte, ohne Sirup, Färbe- und Konservierungsmittel. läoenndhniiabwnto Eisenkraftbrot, Nussschrotbrot, IVOOUliUllCUSDlÜIG, Bananenbrot, Früchtebrot! 9IH der hetssen Jahreszeit -besonders empfehlenswert ist der Bezug von Pflanzen-Butter-Margarine Artol 120 da Fabrik am Platze und jeder Wiederverkäufer täglich mit frischer Ware bedient wird. jSinger-'Werke G.m.b.Jl. Tel. II, 1149,1152. PflanZBnbUttBPfabriii. Tel. Ilf 1149/1152. Ein Versuch überzeugt Sie von der Güte! Ernsl HiIbIng Uhrmacher nnd Juwelier, Frankfurt a. M. Schillerstr. 4y neben Cafö Bauer. Grosses Lager in Uhren ü. Goldwaren Tnaurtnge, fugenlos, das Paar von Mk. 10.— an. Eigene Werkstätte für alle Reparaturen. Umarbeiten v. Juwelen u.Neuarbeiten.— Uhren anMehen im Abonnement billigst. Braupingfl Gebäude» und Gla$°Reinigungs-*Iti$tittit Pliliipp Weinrioli Telephon 8331. Oaussstrasse 12. Telephon 5331. Abwaschen u. Reinigen vonFa^aden, Glas-Hallen, Dächern, Schau«,Flor', Wohnungsnnd Etagen-Fenstern, Spiegelscheiben, Kronlenchtern, Firmen-Schlldern, Jalousien. — Reellste Bedienung bei billigsten Preisen. ■w Rasieren - ohne Messer Atrichol mit ges. gesell Bestes, unerreichtes, wohlriechendes Rasiermittel. Die Haut nicht angreifend. Ein Versoeb fahrt zu dauorndem Bezug. Preis pro Originaldose Mk. 1.—. Begutachtet durch den beeidigten Gerichtsu. Handelschemiker Dr. Warmbrunn, Frankfurt a. M. Ad. Linder, Frankfurt a. M.(10) Toigesgasse 46. Petri &I<elur, Offeobacb a. 1.22. SpexUUabr. f.lnnlldtiirlder (Selbstfahrer) KrukenfMmt&Mt für Strasse and Zimmer. Oloset-Zimmerrollstühle, Enhemöbel. Katalog 1913 mit über 135 Abbildungen wird gratis versohlokt. __. ua CNJ OtaJ ■ e S i . «0- - qj CO 03 60 oa CQ SS9 > ä 2 g§ 1l jaD ge - u 1 h «? “s 55 «cq « CB . l ä|B ' 09 03 J oa "5 03 ' jsj CO ca. 5 - _ . «SO s ° s - m s ■a II M L § © I s II v n W eso O > 1 Russland Auskünfte, Forderungen, Pro- _ ' , zeese, Nachrrankreicn18886 koaten N. Ehrlich, Louis-le-Grand. 1 frei.. Pari*, 20, Rne

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.