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Neue jüdische Presse · 1912-04-12 · Heft 14 (12.4.1912) · p. Seite 11

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
10 (1912)
Issue
Heft 14 (12.4.1912)
Date
1912-04-12
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 14 Frwnlsmter UrAMWes FomÄieuökaÄ. Seite 11 Wiewohl oder vielleicht weil er sich jeder Einmischung in Gemeindeangelegenheiten fernhält, besitzt er vermöge der Autorität seiner Persöönlichkeit einen großen Einfluß auf alle Kreise der Bevölkerung, den er stets nur im Interesse des Friedens, der Vereinigung und Aussöhnung ausniitzt. Das Bereinigen und Versöhnen, die Scheu vor jedem Streit, gehört zu den hervorstechendsten Charäkterzügen Direktor Cohns, Eigenschaften, welche auch das Wirken seines verstorbenen Freundes, des Oberrabbiners Samuel Salant kennzeichnen. Dieser hatte schon für den begabten 13 jährigen Schüler der Jeschiwa „Ez-Chaim" eine große Anhänglichkeit an den Tag gelegt, die später auch dem Schulmann ,und Schulbegründer ungeschmälert bewahrt blieb. Rabbiner Samuel Salant nahm oft Gelegenheit, dieses auch der Oesfentlichkeit zu zeigen. Anläßlich des Todes der Königin Bictoriä von England mußte Direktor Cohn auf Veranlassung Rabb. Salants die Trauerrede in der Hauptsynagoge halten. Bei dem Empfange des Deutschen Kaisers war Direktor Cohn als Hauptvertreter und Sprecher der Gemeinde zugegen. In schwierigen Fällen ließ Rabb. Salant häufig den Rat Direktor Cohns einholen. . Wenn wir noch den Anteil des Direktor Cohn bei der Gründung der Bnei-Brith-Kolonie „Motza" bei Jerusalem und der „Salvendi-Musterfärm" bei Petach-Tikwah erwähnen, seine Verdienste um die „Jüdische Nationalbibliothek", deren Vorsitzender er seit ihrer Begründung vor ca. 20 Jahren ist, unb — last not least — sein Mühen für das „Jüdische Mädchenheim", die Erziehungsanstalt Jerusalems par excellence, von ihm und seiner Frau ins. Leben gerufen und von letzterer mit solcher Hingebung ehrenamtlich geleitet,, so ist damit das Verzeichnis der 25 jährigen Arbeit Direktor Cohns noch lange nicht erschöpft. Das. Geheimnis seiner Erfolge liegt in der Klarheit seines Urteils, seiner seltenen Kunst, mit den Menschen fertig zu werden, seiner außerordentlichen Fähigkeit, die realen Bedürfnisse zu erkennen und ihnen Rechnung zu trägen; nicht zuletzt aber auch in seinem Charakter und seiner Energie. Bunte" Chronik. Beim ersten Rothschild. Der französische Historiker Jules Michelet machte während eines Aufenthaltes in Frankfurt folgende Auf- - zeichnungen: „Heute morgen habe ich Herrn v. Rothschild gesehen, den ich allein angetrofsen habe, ohne Sekretär, seine Arbeit verrichtend, ganz demokratisch auf einer kunstvollen Gartenbank von weißem Holze sitzend. Dieselbe Schlichtheit im Tode. Jeder Rothschild hat auf dem Friedhof eine Steinplatte, weiter nichts. Herr Anselm, der Begründer des deutschen Bankhauses, bewohnt einen Pavillon, der drei Straßen beherrscht, das Haus von Jacques Couer in Bourges (reicher französischer Bankier, gestorben 1456). Die alte dreiundneunzigjährige Mutter lebt immer noch in dem schwarzen Hause der Judengasse, in welchem ihr Sohn den Grund zu seinem Vermögen gelegt hat. Es ist das bei ihnen eine Art rührenden Aberglaubens: Vater und Mutter müssen ihrem ersten Herde treu bleiben, das bringt der Familie Glück. Alles würde verloren gehen, wenn sie ihren Wohnsitz änderten. Man sagte mir noch, daß die Hauptsorge Rothschilds die sei, daß nach ihm seine Söhne das Vermögen, das er ihnen hinterlajse, nicht teilten, sondern sortführen, es gemeinschaftlich Weiterarbeiten zu lassen. Das Haus des großen Finanziers wimmelt von Menschen und Talern, und dennoch kein Geräusch, kein Wirrwarr, dank der bedauernswerten. Präzision der Einfachheit der Mittel. Mein Empfang bei Anselm Rothschild war schlicht und herzlich. Wir plauderten von Paris, von dem traurigen Ereignis (der Julirevolution), von tausenderlei Dingen, und ich suchte dieses erstaunliche Gehirn zu begreifen. Die Augen, das Antlitz haben etwas von der Beweglichkeit des Affen, aber diese Beweglichkeft ist hier nur Tätigkeit; nichts ohne Zweck. Augenscheinlich heftige Leidenschast. Fürs Geld? Ich weiß davon nichts, aber sicherlich für die Tätigkeit. Schließlich reizt die CHQCOLADEN&CACAO Fabrik in Biessenhafen. Bayer.Allgäu. .AUSGESUCHTESTE QUA LI TRETEN... Unter streng ritueller 'Aufsicht der Ritual-Kommission der Isr. Gemeinde zu Frankfurt a. M. hergestellt und in Bezug auf religionsgesetzliche Zuverlässigkeit demnach allen Anforderungen entsprechend. General-Depot für Frankfurt a. M. und Umgegend: Joh. Gg. Walther'& Cie., Schäfergasse 18, Tel. Amt I Nr. 7129. Ernst Hilbing' Uhrmacher nnd Juwelier, Frankfurt a. M. Schillerst!*. 4j neben Caf6 Bauer. Grosses Lager in Uhren u. Goldwaren Trauringe, fugenlos, das Paar von Mk. 10.— an. Eigene Werkstätte fQr alle Reparaturen. Umarbeiten ▼. Juwelen u.Neuarbeiten. — Uhren aufzlehen im Abonnement billigst. 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