Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 10 (1912)
- Issue
- Heft 7 (16.2.1912)
- Date
- 1912-02-16
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2692297-2692768-2692775--06760-2701788- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 10. Frankfurter JsraLtisches ZamAieMatk. Nr. 7. Palästina aiisicdclii. Nach meiner festen Uebcrzengung muß die Türkei zum Bewußtsein kommen, daß eine jüd. Ansiedlung in Palästina geradezu eine Nottvendigkeit ist. Die verjüngte Türkei kann für sich selbst noch nicht viel tun, und umsoweniger war sie in der Lage, sich mit uns näher zu beschäftigen. Ich bin aber überzeugt, daß sobald einmal in der Türkei eine gute Ordnung -Platz gegriffen haben wird, und die richtigen Männer an die Spitze kommen, die Erkenntnis sich Bahn brechen wird, daß Palästina mit einer großen jüd. Bevölkerung bedeutende Vorteile der gesamten Türkei bringen wird. Aber die Frage, die an uns oft gestellt wird, ob es die Türken wollen, muß ich doch mit einer Gegenfrage beantworten. Wollen die Juden schon? Zuerst müssen jdie Juden selbst wollen, dann werden auch die Türken wollen. Dann wird der herrliche Traum, den Moses Heß und vor und nach! chm so viele unserer Besten geträumt haben, ein glückliches jüdisches Volk ans, dem Boden unserer Väter zu sehen, in Erfüllung gehen. Mit der Vorlesung einiger Partien aus „Rom und Jerusalem", schloß gegen Mitternacht die würdevoll verlaufene Gedenkfeier, die eine» großen Eindruck aus die Versammelten machte. Frankfurter Berichte. . „Montefio re"-Verein. — Bei dem nächsten Mittwoch, in der „Frankfurt-Loge" stattfindenden Musikalisch-Deklamatorischen Abend (den letzten in dieser Wintersaison) liegt dem Programme das Thema „Alte und neue Liebeslieder in Wort und Ton," zn Grunde. Eine Reihe vorzüglicher Kräfte haben die Durchführung des Programms übernommen. Jur Verein „Tiferes Bach nri 11t" sprach vorige Woche Dr. M. Mainzer über „Dic Sklaverei bei den alten Juden." Den überaus lehrreichen Ausführungen des Redners seien folgende Einzelheiten entnommen: Die Einrichtung der Sklaverei, die gewissermaßen das Fundament des alten Staatswesens bildete, enthielt bei den alten Juden naturgemäß weit humanere Bestimmungen als bei den Heiden. Es gab keine jüdischen Sklaven im eigentlichen Sinne, da diese in ihrem Persönlichkcits- und Eigentumsrecht durch das Gesetz derart geschützt waren, daß man unter ihrer Bezeichnung „Awodim" keine Sklaven sondern Diener verstehen muß. Vielmehr wurden heidnische Sklaven auf den Märkten von Sklavenhändlern gekauft. Der Kauf geschah durch Kaufvertrag. Der Sklave mußte zuni Judentum übertreten und stand unter dem Schutze des jüdischen Gesetzes. Obwohl er absolutes Eigentum seines Herrn war, so durfte ihn dieser doch durch keinerlei körpcrlichen Zwang antreiben noch durch besonders grausame Strafen züchtigen, wie das bei anderen Völkern der Fall war. Schwere Körperverletzungen konnten die Befreiung des Sklaven nach! sich ziehen. Der entflohene Sklave durfte nicht ausgeliesert werden. Der Verkauf des Sklaven an einen Heiden war nicht gestattet. Der sreigelassene Sklave wurde —. im Gegensatz zu anderen Völkern — privatrechtlich den übrigen Einwohnern gleichgestellt. Redner erwähnte ferner, daß die Frage, warum das jüdische Gesetz die Sklaverei, die doch den Ausfluß der Aristotelischen Weltanschauung bildete, daß eine Menschenklassc zum Herrschen und eine andere zum Dienen geschaffen sei, nicht verbietet, sich mit der damaligen kulturellen Notwendigkeit der Sklaverei als Handel beantworten lasse. Ans der ziorristische« Bewegung. Berlin. Erfreulicherweise hat sich in den letzten Jahren I auch in Deutschland immer mehr der Brauch ansgebildet,! jeden Tag, der die Juden an ihre glorreiche Vergangenheit erinnert, zur Agitation für den I ü d i s ch e» Nationalfonds zn benutzen. Das P n r i m f e st als I das jüdische Freudenfest hat von jeher am meisten auj! die Kinder geivirkt, und so ist es auch die beste Ge-1 kcgenhcit, sie zur Mitarbeit heranzuziehen. Die Resultate waren dort, wo die Agitation zweckmäßig betrieben | wurde, sehr befriedigend. Insbesondere sei an die besonders erfolgreichen Sammlungen des vorigen Jahres in Breslau erinnert. Es ist jetzt Zeit, die Ktnder-Agitation für das Purimfest vorzubereiten. Das Hauptbüro des Jüd. Nationalfouds (Berlin \V. 15, Sächsischeste. 8) hat zu | diesem Zwecke ein sehr geeignetes Flugblatt herausgegeben, das in beliebiger Anzahl bezogen werden kann. Ferner wird denjenigcn Kindern, welche mindestens einen! Betrag von 10.— Jk gesammelt haben, als Belohnung eine schöne Denkmünze überreicht. Berlin. Das Große Aktionskomitee veranstaltet vom 17. bis 10. März eine Sitzung. Siehe«. Am 11. Febr. sprach hier Herr Nach um G o l d m a n n - Frankfurt a. M. über das Thema „W a s i st und was will der Z i o n i s m u s." ' Herr G. gab eingangs seines vorzüglichen Referats eine packende Schilderung des seelischen und ökonomischen Zustands der heutigen Judenheit und stellte. da»» mit echt jüdischem Temperament und in formvollendeter Weise vom sozialen, psychologische», kulturellen und gefühlsmäßigen Standpunkt aus eine unangreifbare Be-! Conditorei Seligmann Inh. Max Frolmark unter Aufsicht der Israel. Religionsgesellschaft. Telephon 3451. Frankfurt a. M., Baumweg 1, Ecke Sandweg. fM-um VnwiiM empfehle besonders Makronen-, Ananas- MAta JTItrUU Lorten und Au&atz. Sorgfältiger Bedienung halber erbitte Aufträge für Parim frühzeitig. 1. Fahrräder 2. Nähmaschinen 3. Waschmaschinen 4. Gaslüster 5. Grammophone Fuhrrad- Seip ZeU 15 Iltes Haus v. d. Breiteeasse.. Gegründet 1894 — Tel. Beparaturwerkstätte für Fahrräder sowie Neuherrichten von Lüster u. s. w. Vernickelung und Emaillierung. 6. Strickmaschinen 7. Mangeln 8. Wringmaschinen 9. Gasherde 10. Fahrradzubehör. 3258. und Nähmaschinen, -1E0 Pflanzenbutter - Margarine, vollkommenster koscherer - -—- Ersatz für feinste Molkerei-Tafelbutter. - IPflanzenbntter-Indnstrie EDUARD BOAS, Hambnrg, Tegetthoifstr. 9. Wir empfehlen iür diese Woche: Allerfeinste Seehechte, Cabliauu. Heilbutt im Ausschnitt, feinste Holl. Angelschellfische, Halbsohles, Schollen, Merlans n. Zander. Feinste Spiegelkarpfen per Pfd. 1— Mk. Ferner feinste leb. Bresems, Barben, Hechte, Schleien, Forellen, Aale etc. Fiscbbaus Olestend BrMnrgng 19 GSlV.5intl6l tnrtielisfr. i( Telephon 12763 Amt I. ML Emanuel Engl. Berrenscbneiderei Zeil 26. Frankfurt a. M. Telephon 10963. . Ogarrcnhaus Peter Rftmens, Sekt Allttkillipll. Laagtstr. empfiehlt sein reichhaltiges Lager in OSaapPBn Um Oluarotton in allen Qualitäten und Preislagen. (5. Mühlfelder, Tapezierer und Dekorateur, Frankfurt a. M.a H. d. sohönen Aussicht 13, Telephon 9368 empfiehlt sich für alle in das Fach einschlagenden Arbeiten. Beeile, prompte Bedienung. — Prima Beferenzen. 1V2 Kernseife, Schmierseife, Seifensand der Seifenfabrik MaxWolf I & Co. in Langen liefert billigst ] los. Hess, 'Mt Telephon 3262. Hawdolobkerzen. Eine Annonce in dieser Grösse kostet Mk. 2.50. Bilder-Rahmen “i“1 Spiegelglas. billig. — ' " Vllbelerstr. 27 Telephon 2483. Splegelg Carl Link, Vorbildung z. Einjähr.- u. Reife- Examen, vormittags, nachmittags oder abends. Letztes Jahr bestanden 8 meiner Schfiler das Examen. Schnieder, akad. Lehrer, Steinweg Nr. 5, 3. Stock. Glänzende Existenz schaffen Sie sich durch Uebernahme einer Vertretung für eine erstklassige deutsche Lebensversicherungsgesellscfiaft, für welche infolge ihrer epochemachenden,konkurrenzlosen N e ue inrlchtungen spielend zu acquirieren ist. Hohe Provision und Nebenbezüge zugesichert. Off. unter 1171 an die Exped. d. Blattes. Intelligente Lehrlinge mit Einjähr. - Berechtigung finden zu Ostern Aufnahme in Rrankfurter Exporthaus (Samstags geschlossen). Offerten unter 1196 an die Expedition des Blattes. Wir suchen für die Sommer-Saison 1912 tüchtige, zuverlässige, streng religiöse AnfSlehlS* damen. Gefl. Offerten mit Zeugnissen u. Beferenzen einzureichen beim Verein zur Forderung ritueller Speisehäuser E. V. Hamburg, Bit berstrasse 4. Für meine LederHandl. suche per April oder früher einen mit guter Schulbildung. Freie Station. Günstige Bedingung. M. Löwemlein, «Hans i. Wests. Mrgerlekrlinz. Suche einen fräst. Jungen aus achtbar, r Familie in die Lehre. Samstags u. Feiertage geschl. Kost und Wohnung im Hause A. Riehhelmer Jr. Metzgerei und Wurstfabrik Karlsruhe in Bad., Lidellplatz Lehiling-Gesuch, Ich suche für mein Eisen-, Holz- und Baumaterialien-Geschäst auf 1. März, evtl, auch später, einen Lehrltng aus gut. Familie. Kost und LogiS im Hause. Jsak Heiusheimer, Epp Ingen in Baden. Kochlehrjunge per sofort gesucht. Hotel Ulmann Frankfurt a. M Gasucht Stütze, die gut kochen kann, gegen hohen Gehalt zu alleinstehender Dame. Hausmädchen vorhanden. Off. u. 1862 an die Exped. d. Blattes. Religiöses M 8 d ch e tt, welches gut bürgerl. kochen kann, gesucht. R. Steinberger, Frankfurta.M.,Schützenstr. 7 Gesucht für den Sommer 1912 eine perMe Xöelnn. Pens. Goldschmidt, Thale a. H. Offerten an J. Goldschsnidt Quedlinburg a. H , Klink 11. istin gesucht. Suche per sofort eine zweite Arbeiterin, angenehmeStellg., bei Familienanschluß u. freier Station. Off nebst Zeugnisabschriften und Photographie erbeten an Kaufhaus P. Nathan, Algringen, Lothr. Vom 1. März ab empfiehlt fich eine geprüfte " ' ,!U. Gefällige Anfragen bitte zu richten unter Chiffre J. 8.1190 an die Exped. d. Blattes. Kindergäctneiin mit guten Zeugnissen sucht Stellung in streng religiösem Hause. Offert, unt. 1200 «r die Exp. d. Bl. erbeten. Einfaches, geb. Fräulein,im Haush. erfahr., sucht Stell, als Stütze zum IS. Februar oder später bei einzelner Dame od. Herrn, wo Dienstmädchen Vorhand, ist. M. Mayer, Oberhausen, Rheinland, Ellenbogenstraße 51. Vabrkeii? Für meine Tochter, 23 Jahre, schöne Erschein., streng relig. und Häusl, erzog-, aus feiner Familie, Mitgift Mk. 4000.—, luche' einen jungen Mann, streng relig. u. gut. Charakter. Diskretion Ehrensache. Gefl. Offert, unt. L. C. 1527 an Rudolf Masse, Leipzig, erbet. Fräul. aus gut. Familie, anfangs 40er, im Geschäft u.Haus tüchtig, angenehmes Aeußere, 5 Mille «.schöne Aussteuer,sucht Heirat. Offert, unt. 1203 an die Expedition d. Blattes. Grotz. schön möbl. Zimmer in nur gut. Hause v. Kaufm. gesucht. Off. m. Preisangabe unt. 1201 a. d. Exp d. Bl. Anst. Frläu gesucht, w. schön möbl Zimmer teilen möchte. Off u. 62 a. d. Exped. d. Bl. 4 Damen suchen isr. Pension, je 1 Zimmer m. 2 Betten. Off. m.Hreis u 1204 a. d. Exp.d.Bl. 09628971