Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 10 (1912)
- Issue
- Heft 5 (2.2.1912)
- Date
- 1912-02-02
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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fet Seite 10. ft _' £; h f* % Franffurter Israelitisches Familienblatk. Nr. 5. stellungen des weiten unendlichen Meeres und anderer, die Seele des Menschen ergreifender Naturerscheinungen sprechen eine tiefernste Sprache zu dem verständnisvollen Beschauer, die der Referent in vollendeter Form an Hand seiner Lichtbilder zu vermitteln wußte. Verein selbständiger israelit. Handwerker. — Ans der 5. ordentlichen Generalversammlung, die <uit 28. Januar stattfand, wurden die neu ausgearbeitctcn Statuten genehmigt, der Name des Vereins in herein selbständiger is-raelit. H andwerker und Gewerbetreibender" geändert und die Eintragung des Vereins ins Vcreinsregister beschlossen. Die Vorstandswahl ergab folgendes Resultat: Schneidermeister I. Weis Haupt (1. Bors.), Photograph Fritz Frank (2. Vors.), Leopold Rothschild (1. Kassierer), .Tapezierer Leopold Halberstadt (2. Kassierer), Schreinermeister Karl Rosenthal und Malermeister Josef Meier (Schriftführer), Rudolf Schloß und Schuhmacher Simon David (Beisitzer), Moritz Herz (Archivar). Außerdem wurden mehrere Ausschüsse zur Entlastung des Vorstandes gewählt. — Als Unterabteilung wurde außer der bereits bestehenden „Abteilung Wohltätigkeit," welche den Mitgliedern des Vereins bei Trauersällen Mnjan und Schiwohgeld gewährt, noch eine Darlehenskasse gegründet.. Die Versammlungen des Vereins finden jeden Montag Abend im. Cafe Goldschmidt statt. Jüd. Bibliothek und Lesehalle. — Am 15. Janr. fand die Generalversammlung statt, bei welcher Gelegenhrtt der frühere Verwaltungsausschuß aufs neue ge- - Wählt wurde. Dem Verwältungsu. Kassenbericht entnehmen wir einige Angaben, indem wir den vom Vorsitzenden Rabbiner Dr. Lazarus und dem Schatzmeister I. L. Goiteiu gemachten Ausführungen, folgen. Die Einnahmen und Ausgaben balanzieren in der Weise, daß ttotz einer von der Israelitischen Gemeinde und einer von der Frankfurt Loge geleisteten Subvention nur die Mittel zur Deckung der notwendigsten Erfordernisse, wie Lokalmiete, Gehälter und Zeitungsabonnements, zur Verfügung standen. Die Bücheranschäffungen sind darum leider durchaus unbeträchtlich, und nur der Munifizenz einiger Spender ist es zu verdanken, daß der Bücherei 99 Bände im abgelaufenen Jahre einverleibt werden konnten. Der Gesamtbestand beträgt jetzt 2105 Bände. Die Benutzung der Bibliothek hat infolge der ungenügenden Vennehrung derselben gegenüber dem Vorjahr ein wenig nachgelassen, indem nur 920 Entleihungen stattgefunden haben. Hingegen ist die sehr erfreuliche Tatsache zu vermelden, daß die Zahl der Besuche in der Lesehalle um ein beträchtliches gesttrgen ist. Waren cs im Gründungsjahre 5500, im Vorjahr 10288, so sind in diesem Jahr 12 083 zu verzeichnen. Der Lektüre standen zur Verfügung im Ganzen 42 jüd. Zeitungen, darunter 29 deutsche, 5 hebräische, 3 englische, 2 Jargon, 2 ungarische, 1 russische. Es wäre recht wünschenswert, wenn durch Vermehrung der Mitgliederzahl und größere Beiträge bez. Spenden auch die Bibliothek den vorhandenen Bedürfnissen besser Rechnung tragen und damit die große Knltnraufgabe des Judentums wirksamste fördern könnte. Vor einem großen Auditorium fand Dienstag im Saale der Frankfurt-Loge der Prüfungsabend der Schüler und Schülerinnen des in weiten Kreisen unserer Gemeinde gut akkreditierten Musiklehrers u. Kantors I. N e um a n n statt. Es wa!r ein Vergnügen, den großen und kleinen Künstlern, die ihre Sache insgesamt gut machten, znzuhören. Alle waren mit Begeisterung.und Hingebung am Werke und machten ihrem Lehrer viel Ehre. Das Programm war geschmackvoll zusammen gesellt, entsprechend den Altersstufen der jugendlichen Pianisten. Besondere Anerkennung für tteffliche Wiedergabe und plastische Gestaltung der vorgettagenen Piecen verdienen Frl. Martha und Hedwig Feist, die in der Sonate G.-moll von Beethoven und in der Fantasie von Mendelssohn vornehme Auffassung und hübsche Technik erkennen ließen. Besonders Tüchtiges leistete auch Max Scheidt, der von den verschiedenen Stücken, die er vortrug, überaus reichen Beifall mit den: Ls-äur Nocturno von Chopin erntete. Vornehmes Spiel, geläufige Technik und gutes Verständnis dokumentierte Erich Fromm mit dem Vorträge der Sonatine op. 36 von Clemcnti. Auch ihur ward lauter wohlverdicuter Beifall zu teil. Nicht unerwähnt lassen wollen wir noch Hermann Hirsch, der das Nocturno aus dem Sommernachtstraum von Mendelssohn ganz allerliebst zu Gehör brachte, Hedwig und Franziska Feist, die mit ihrer Sonate von Bohm wohlverdienten Beifall fanden, Ra Hel Lobe n s k y und Bruno Scheidt. Bon den jüngeren Schülern und Schülerinnen verdienen besonderes Lob noch Käthe Wertheim, Ellh Frankel, Minna Friedmann, Else Bloch, Bettina Hirsch und Berta Hirschberger. Alles in allem, ein Abend, aus den Herr R e u - m a n n und seine 'Schüler mit Zufriedenheit zurückblicken können. Bunte Chronik. Die jüdische Presse Frankreichs. Pierre Gros veröffentlicht im „Bulletin de l'llnion Scolaere" eine Studie über die jüdische Presse Frankreichs. Danach war das älteste Blatt der „Jsraölite Fran^ais" (1817—18), dann folgten 1823 „les Annales israSlites". 1840 „les Archives israölites," 1844 „l'Univcrs israslite". 1846 „la Pure Berits." 1846 erschien „La Paris" von Ben Baruch Crehange als ein unabhängiges Organ, das von dem Zentralkonsistorium verklagt und 1847 durch die von dem „Demokratischen Klub der Gläubigen" gegründete „Union isr." ersetzt wurde. Nach 1848 vermehren sich die Organe der Juden Frankreichs. Bon allen diesen Blättern existieren nur noch „les Archives" und „l'Univcrs," beide in Paris erscheinend. Drei Blätter, die nicht mehr erscheinen, seien hier noch erwähnt „la Revue israelite" (1870—73), herausgegeben von dem gelehrten Rabbiner Maurice Liberi, „Tribüne philosophique" — gegründet 1883 von Gaston Roselli —, die von Nichtjuden redigiert wurde und hauptsächlich gegen den Antisemitismus agitierte, und „Braie Parole," die sich gegen die antisemitische „Libre Parole" wandte und zu ihren Mitarbeiter» u. a. Manuel Leven, Salomon Reinach, Bernard Lazare und die Nichtjuden Hyppolytc Carnot, Hyacinthc Loyson, Leroy - Beaulieu, Severnc nnd Zola zählte. Auch einige zionistische Blätter existierten in Frankreich. 1898 während sieben Monaten die studentische „Cadimah," 1899 „le Flambeau," eine sozialistische und zionistische Revue, deren Chefredakteur Jacques Bähar war, und 1899 bis 1905 „Echo sioniste." Seit dem 1. Januar d. I. erscheint „Echo sioniste" wieder. M. Emanuel Engl, ßerrenscbneidtrei Zeil 26. Frankfurt a. M. Telephon 10963. BST*«'. wam,. 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