Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 10 (1912)
- Issue
- Heft 2 (12.1.1912)
- Date
- 1912-01-12
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 2 ■ Seile 4 , Frankfurter Jsroelitischcs Fäinilienblatl. da sah er es aufleuchten in den Augen seiner Tochter. Er nickte ihr zu. „Es scheint Dir angenehm zu sein, daß ich den Burschen weggeschickt habe." „Es freut mich, das; man ihn nicht mehr den ganzen Tag dorr unten im Garten sieht." Die Mutter schüttelte staunend und zugleich mißbilligend den Kopf. „Ich begreife nicht, was Tn gegen den braven, fleißigen Menschen hast? Sieh' Dir doch nur den Garten an, wo findest Du in ganz Jerusalem einen Garten in gleicher Pracht? Ter Vater wird Mühe haben, Ersatz zu finden." Das junge Mädchen erwiderte nichts, senkte nur , errötend den Blick, während das sonnige Lächeln nicht ans ihren: Angesicht wich. Kalba Sabua aber schob die Hauskappe wiede.- cholt von dem einen Ohr zum anderen. „Ta hast . Du recht, schwer wird es sein, Ersatz für ihn zu ' finden Das ist es ja, weshalb mich die Geschichte so ärgert." „Er hat sich doch erboten, nachts alle Arbeit im "Garten zu verrichten. Warum bist Du denn darauf nicht cingegangen?" Er blickte sic betroffen Mi. „Ich dachte. Du - freutest Dich, ihn nicht mehr im Garten zn sehen." „Wenn er nur nachts dort gearbeitet hätte, so i hätte ich ihn doch auch dort nicht gescheit." „Das ist von Deinem Standpunkt aus allerdings richtig. Aber mir liegt mein Garten allzusehr am Herzen, ich überlasse die Pflege desselben nicht einzig und allein dem Gärtner, ich -überlege gern mit ihm, was hier und dort und heute und morgen zu geschehen hat, — und soll ich mir wegen der Marotte des Gärtners meine Nachtruhe stören lassen?" „Tu hättest ihn wenigstens vorläufig, solange Du keinen andern hast, den Versuch machen lassen können," bemerkte seine Frau. „Ich rvill aber nicht?" schrie Kalba Sabua, mit ' den: Fuße stampfend, „von cineoi solchen hungcrleircr lasse ich mir keilte Vorschriften machen." Er war aufgestanden uitd verließ das Zimmer. Rahe! war zum Fenster getreten. „Tort geht der Vater," sagte sie, „zum Rosenboskett hin. — Ich glaube, er wird cs noch bereuen, auf Akiba's Vorschlag nicht eingegangen zn sein." „Ter Vater ist zu rasch im Aerger, da beschließt er nicht selten, was ihn später gereut. Das ist mir nichts Neues. — Aber Tu, Rahel, bist mir ein Rätsel! Immer habe ich gelauüt, daß Du den wackeren Akiba gern hättest, und tum mit einem Mal freust Tn Dich, daß Du ihn nicht mehr sehen wirst. — Wie reimt sich das zusammen?" Das junge Mädchen untschlang die Mutter mit beiden Armen uitd. barg das glühende Angesicht an ihrem Halse. „Wie sich das zusannnenreimt?" flüsterte sic, „das begreifst Tu nicht, Mutterlieb? — 'iiuB Du hast doch sonst ein so scharfes Auge." „Es gehörte nicht gerade ein scharfes Auge dazu, um zu sehen, das; Du den Akiba gern gehabt hast. Schon als ganz kleines Kino hat er Dich hernmgctragen und immer mit Dir gespielt, als ob Tu fein Schwesterchen gewesen wärest, und Du schienst ihn lieber zu haben als uns, — mw nun mit einem Nial —" „Aber, Mutterlieb, ich habe doch nicht gesagt, ich sei froh, baß ich ihn überhaupt nicht mehr sehe, sondern nur, dich ich ihn nicht mehr den ganzen- Tag im Garten sehen werde. — Tenn schon lange schmerzt es mich, daß Akiba seine reichen Gaben zu nich's anderem verwenden sollte, als prächtige Rosen zu zichen, herrliche Früchte zur Reise zu bringen." Die Mutter schüttelte noch immer verständnislos den''Kops. „Ich begreife trotzdem noch immer nicht - " „Aber, Mutterlieb, — ich sage Dir doch, daß ich Akiba schr, schr gern habe, und daß es mich immer geschmerzt hat, daß seine Beschäftigung so weit unter dem steht, tvas er leisten könnte." „Tu bist im Irrtum, Kino. Alle Welt staunt über Akibas Leistungen, über die herrlichen Blumen, die köstlichen Früchte —" „Ach, was sind das für Lcistunge» für einen Akiba!" „Ich verstehe noch iiniucr nicht. — Was glaubst Tu denn, daß er leisten könnte?" „Alles könnte er leiste», alles Große, a'lcs Herrliche. — Uns Du wirst es sehen, er wird Großartiges leisten. — Morgen wird er das Studium des Gesetzes beginnen, uni) nach der Vorschrift wird er in dem Gesetze forschen Tag uitd Nacht. — Und — ich weiß wohl, daß Jahre und Jahre darüber vergehe» werde». Aber Akiba wird ein Großer werden in Israel, seinem hellen, scharfen Geist werden sich die Geheimnisse des Himmels und der Erde erschließen, über seine Leistungen wird noch die Nachwelt staunen bis in das späteste Geschlecht." „Kind, Kind, wer wird so übertreiben!" (Fortsetzung folgt.) flBTIK J- W. IHM, Inh. P. WaDderey, U ar I I IT Ecke Nun Mainzers», u. Weisslrauenstr. tl. Elektr. Kleinbeleuchtung. Taschenlampen. Schlafzimmer-Einrichtungen Bettenfabrikation, Bett-Wäsche. Georg Amendt, Nachf. " ftleirienstrasst» 10 Plattfuss “deren Fussschmerzen verschwinden in unseren patentamtl. gesell. ~.: Ansulnastlefel (individuelle; Anfertigung). Eberhard «Oller 8 Söhne, Be,5"Xr'48 Eingesandt. Sehr geehrte Redaktion! Auf meinen Schreibtisch ist das beiliegende R n n d - schreiben,*) das der A u s s ch u ß des D eutsch- Israelitischen Gemeinde-Bundes an seine Delegierten versandt hat. geflogen. Wenn es noch irgend eines Beweises bedurft hätte, das; der Ausschuß des D. - I. G. - B. von der festen Absicht beseelt ist, die Mittel- und K I e i n - Gern e i n d c n zu e n t r c ch t c n , so iväre dieses Schriftstück allein genügender Beweis dafür. Derjenige Delegierte, dem ich das .Rundschreiben verdanke, hat fick) nach meinem Erachten, das von einer großen 'Anzahl bester Männer geteilt wird, nicht, ivie der Ausschuß dcS D. - I. G. - B. erklärt, eines BertranensbrucheS schuldig gemacht, sondern sich ein großes Verdienst mn die vitalsten Interessen der deutschen Iudenheit erworben. Gerade so wenig, wie jemand verpflichtet oder auch nur berechtigt ist, ivenn ihm die Absicht, ein Verbrechen zu begehen, als Geheimnis mitgeteilt ivird, dieses Geheimnis zu wahren, sondern verdienstlich und ehrenhaft handelt, wenn er durch Mitteilung an die zuständigen amtlichen Stellen die Ansführung des Unrechtes verhindert, so ist es nicinandes Verpslichtung, sich vom Ausschüsse des D.-I. G. -B. zum Mittwisser der Absicht eines Gewaltaktes machen zu lassen und darüber Stillschiveigen zu bewahren. Der Ausschuß des D. - I. G. - B. stellt seinen Lestrcbungen selbst das schlechteste Zeugnis aus, wen» er nur glaubt, durch Geheimniskrämerei auf Schleichwegen die Majorität auf dem nächsten Gemeinde-Tage zu erhellen. Nack, dem Rundschreiben steht ein solcher dicht bccct, während der gesamten jüdisch-en Presse, die wnst von dem Ausschüsse des D.-I. G.-B. mit Nachrichten- Material in mehr als ausgibigem Maße versorgt ivird. bisher keinerlei Nachricht über das Bevorstehcn eines Genicindi - Tages ziigegangkii ist Die eilige Einberufung eines a u ß e r o r d e u t I i ch, e n Gemeinde-Tages und die geheime Werbung um Blanko-Mandate seitens des Ausschusses zeigen den Ä l e i n g c m c i n d c n am besten, woher i h n c n G e f a h r d r o h t. Derselbe Ausschuß, der angibt, daß der Gemeinde- Bund für die Zwecke der Versicherung der Gemeinde- Beamten keine weiteren Geldmittel mehr zur Verfügung hat und die Gründung einer eigenen jüdischen Ersatzkasse, bis cs zu spät war, verabsäumt hat, hat nun genügend Geld, um mit den Mitteln der Allgemeinheit allenthalben Wahlagitation zu treiben, die weiter nichts bezweckt, als seine eigene Macht zn befestigen und zu vergrößern. Das ist auch der ganze Kern und Sinn der geplanten Statute» -Aendernng. Die beabsichtigte Aufhebung des unbeschränkten passiven Wahlrechtes bedeutet nichts anderes als eine Vergewaltigung und Verhöhnung der Klein-Gemeinden. Während dieselben bisher in der Lage waren, wem auch immer, dem sie ihr Vertrauen schenkten, mit ihrer Vertretung ans dem Gemciiidc-Tage zu beauftragen, soll ihnen dies in Zukunft unmöglich gemacht werden. Mandate sollen zukünftig nur noch Ausschußmitglieder selbst und die Delegierten des Gemeinde-Bundes, d. h. ihre intimsten Freunde, erhalten können. Wenn diese unselige Bestimmung angenommen werden sollte, . dann ist die Gewaltherrschaft des Ausschusses für iwmer stabilisiert, und schon auf dem darauf folgenden Gcnicinde-Tagc ivürdc zweifellos ein Iuden-Organisatioiis-Gesetz-Entwurf zur Annahme gelangen, der der Freiheit der Einzel-Gemeinden das Grab graben und Vorsteher, Rabbiner und Lehrer der Kleiugeineinden in absolute Abhängigkeit von den Berliner Gewaltigen bringen würde. Darum geht an alle Mittel- und Klein-Gemeinden der Warnruf, den Anhängern dieser verurteilungswerten Statutcn-Acnderuiig Mandate für den Xlll. außerordentlichen Gemeinde - Tag zu übertragen. Wie wir hören, wird ein Komitee zur Wahrung der Rechte *) Das Rundschreiben bringen wir infolge Raummangels erst in der nächsten'Nummer. D. Redakt. der Einzel-Gemeinden sich demnächst an alle Gemeinden nnt Aufklärungen wenden. Es ist daher durchaus rätlich, vor der Vergebung der Mandate die Mitteilungen dieses Komitees, die noch manche neue Illustration zur Geschäftsführung des Ausschusses des D.-I. G.-B. bringen dürfte, abznwarten. x. Wir sandten eine Abschrift des vor st e h e n d e » Eingesandts a n den Deutsch-Israel. Gemeinde b u n d, lim diesem Gelegenheit z n geben, in gleicher Nu in in er zu antworten. Der Tcutsch-Isrgel. Gemeindebniid erwiderte uns folgendes: ,,!. Die Opfer, die der D.-I. G.-B. für die Versicherungskasse gebracht hat, sind aus dem Kajscntag? von den Vertretern der Bcamtcnkasseii dankbar anerkannt worden. Versämiit ist von dem D.-I. G.-B. nichts worden, sondern er hat nur in Gemäßheit der ihm von dem Vertreter der Lehrerschaft vorgcschlageneii Maßregeln gehandelt und sich der Mitwirkung eines vorzüglichen Sachverständigen bedient. Das demnächst zu veröffentlichende Protokoll des Kassentages erweist das zur Genüge und ttit dar, daß das Zustandekommen einer Ersatzkasse für die jüdischen Kultusbeamten sehr wahrscheinlich ist. 2. Dir Geldmittel zu der 'Agitation sind von privater Seite dem D.-I. G.-B. gewährt, also seine Fonds nicht in Anspruch genommen worden. 3. Vom Organisationsentwurf ist keineswegs die Rede: dies ist wiederholt erklärt worden, zuletzt in der Sitzung der gemischten Kommission (vergl. die fett gedruckten Ausführungen des Ausschnßmitglicdes Herrn Emil Cohn auf S. 1 des Stenogr. Protokolls). Auf die Betrachtungen des Verfassers einziigehen, unterlassen wir, da wir das Urteil über seine gegen den D.-I. G.-B. gerichteten Angriffe getrost der Einsicht unserer Glaubensgenossen anheimgebcii können." fitaiser Frletlrlcli Quelle » Offenbach a. M. ■■■■ " Gegen Gicht and Btaenmatismns bewährt. Alleiniger General-Vertreter: Friedrich Stahlt Frankfurt a. M., Stallbnrgatr. 9. Tel. 259 n. 714, Wochen-Kalender. (Zeitangaben nach dem Loacb.) Samstag, den 13. Januar (=23. Tewes): Sabbat-Anfang in Frankfurt a. M. 4 Uhr 20 Min. Sabbat-Ausgang in Frankfurt a. Dt. 5 Uhr 40 Min. in Berlin 5 Uhr IO Min. Wvchenabschnitt: Schc m a u s. — Zni» ersten Male hören wir von dem „Volke" Israel. JakobS Nachkommen hatten sich in Egypten stark vermehrt, sic waren ein Volk geworden. Ein neuer Pharao (König) suchte sie zu knechten und zn vermindern: sie vermehren sich aber dennoch stark. Da ergeht der Befehl, alle Männlichen bei der Geburt zu töten oder sie in den Fluß zn werfen. — MoseS wird im Stamm Lcvi . geboren. Seine Mutter setzt ihn in einem Binscnkörbchen ans. Tic Königstvchler findet, das ttinb beim Baden und nimmt es an sich. Sie läßt cs der eigenen Mutter zur Pflege übergeben. An Pharaos Hof wird Moses erzogen. Er besucht aber oft seine geknechteten Brüder. In gerecktem Zorn erschlägt Moses einen Egyptcr, der einen Israeliten mißhandelte, und muß sliehen. Er weilt in Midjan, hütet bei Iitro die Schafe und bekommt Zitprra, eine von Iitros Töchtern, zur Frau. Sie gebärt ihm zwei Löhne. — Am Berge Horeb offenöart sich Gott Moses in einem brennenden Dornbusch. Moses soll nach Egypten zurück und das Volk herausführ:». Viermal weigert sich MoseS, da er sich zu schwach für die Aufgabe hält. Gott, verspricht ihm schließlich die Unterstützung durch Ahron, seinen Bruder. Auch drei Wunder zeichen soll er vor dem Volke verrichten zum Beweis seiner göttlichen Sendung. — Moses zieht nach Egypten. Unterwegs trifft er seinen Bruder Ahron. Beide reden zum Volke, verrichten die Wnnderzcichen und gehen zn Pharao und bitten um Befreiung des Volkes. Es erfolgt noch härterer Druck. Sie erhalten auch kein Stroh mehr zum Zicgclbreniien. Dennoch muß die Tagesleisttnig dieselbe bleiben wie früher. Das Volk seufzt und macht Moses und Ahron Vorwürfe: Gott aber verheißt anfs neue baldige Hilfe und Rettung. Man segnet den Mvnat Sckwat ein (Rausch-Chandesch: Samstag, 20. Januar). Offenbacber Druckluft - Anlage Telefon 123. Offanbach a. H. Telefon 123. Unfibert*nffene bewährtest* TaDDlChrelnlQeilO. Spende«. Bei I. W o d o w s k i, Offenbach (Mittefseestr. (!) ginge» rin für den I ü d. N a t i o n a l f o n d s: Zion. Ortsgruppe Offcnbach je l Oelbanm jür Fräulein Cilly Rapp und Herrn Marttn Lcvigard-Frankfurt als Zeichen des Dankes für gütige Mitwirkung bei der Makkabäerfeicr 12,—JL Sammlung bei Intellegator 5,90 Sammlung beim Vortrag Goldmann 5,58 „ .Beim Franks. Isr. Familienblatt gingen ein für dir T a ch k e m o n i s ch u l c: Hedwig Halle, Gelnhaiisen, gratuliert Gini Erlanger zur Vermählung 2,— Ji Nathan Bainbcrger, Trenrfvntcin (Transvaal) für verlorene Wette v 1,— „ Materialien: Flori, Anni, Elsa und Franz Mainz.! Sandweg 3: Katz, Banmweg 23.