Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 10 (1912)
- Issue
- Heft 1 (5.1.1912)
- Date
- 1912-01-05
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Seite 5 Eben zittert ein junges, weinerliches Stiminchen durch das Dunkel. Der sechsjährige Chaykelc ist erwacht. „Mama!" ruft erkläglich, „Mama, Mama! Ist der Papa immer noch nicht da?!— Ach! ich bin so hungrig! . . - Und cs ist mir. so kalt ... so kalt! O, Mama! waruiu ist es so kalt? warum ist es Winter?! — Lag mir doch, liebe Mama! Und — Mama! ist's bei allen Juden so kalt, wie bei uns? . ..." „Ja, mein Chaykelc. Bei allen armen Juden ist es kalt," - erwidert die Mama mit tränencrstickter Stiinme. „Und ivaruni ist es int Chcdcr so warm? Der „Rcbbe" ist doch auch arnr!" „Nicht so arm. wie wir," erklärte die „süße Liebele", und die Tränen rinnen ihr über die bleichen . Wangen. „Und warum sind wir, gerade >vir, so — so — - arm? — Und, Mama, weiß es der liebe Gott, daß -wir so — so — arm! sind?"! „Gewiß, mein - liebes Kind! der liebe Gott iveiß alles!" ' „Und weiß er auch, daß wir so — so — hungrig sind und den ganzen Tag noch nichts gegessen haben?!" „Auch das iveiß er."" Es kommt dies nur noch wie ein Hauch von den welken Lippen der armen Liebelt, und ein konvulsivisches Schluchzen schüttelt ihren schwachen Körper. „Und warum gibt er uns kein Brot?"" fragt nun Chaykelc weiter. „Der liebe Gott ist hoch so gut! — O, Mama, Du weinst! weine nicht, Mama, weine nicht! Ich kann Dich nicht weinen sehen, liebe Mama, ichkann nicht, ich muß sonst auch weinen. .'. O . . . O . . . warum . . . der liebe Gott . . . warum gibt ec . . . gibt er uns . . . kein Brot ... Brot . . ."" „Schweig, schweig, mein Herz; beruhige Dich. Wirst sehen, bald gibt uns der liebe Gott viel Brot' ‘ . . Der Papa . . . er kommt gleich und bringt . . . alles . . . alles! . . ." „Wird er auch Chanukah-Lichtleiw bringen, der Papa?! O. die schönen Chaunkah-Lich klein!"" ruft Chaykele plötzlich ftcudig erregt. „Gewiß! Gewiß, mein Gold! Auch Chanukah-Lichtlein wich er bringen und alles, alles! Du mußt nur schön still halten und geduldig warten und gar nicht mehr ftagcn. Versprichst Du mir's, Chaykele?"" „Ja, ja, ich werde gar nicht mehr fragen! O . . . o o . . . die schönen Ehanukah-Lichtlein!" (Schluß folgt.) OPTIK J. W. Heit, loh. P. Ecke Neue Mainzerstr. u. Welssfrauenstr. II. Elektr. Kleinbeleuchtung, Taschenlampen. Pfattfuss Seren6 Fusssclimerzen verschwinden in unseren patentamll» gesell» -AngulusstLefel (individuelle Anfertigung). Eberhard Möller 8 Söhne, Betxe»n™*p 48 Wocheu-Kaleuder. (Zeitangaben nach dem Luacb.) Samstag, den 6. Januar i= 16. Tewest Sabbat-Anfang in Frankfurt a. M. 4 Uhr 10 Min. Sabbat-Ausgang in Frankfurt a. M. 5 Uhr 30 Min. in Berlin 5 Uhr — Min. Wochenabschnitt: Wajechi. — Jakob will nach dem Lande Kanaan begraben werden. Josef muß dies dem Vater eidlich versprechen. Jakob segnet seine Enkel Esraim und Menasche, die Söhne Josefs. (Dabei der bekaimte Satz: Hamalach Hagauel usw.) Jakob segnet vor dem Tode seine sämtlichen. Söhne. Es sind poetische und prophetische Worte, deren tiefe Bedeutung ohne näheren Kommentar unverständlich bleibt. Hier sei nur soviel bemerkt, daß Vergangenheit und Zukunft der 12 Stämme sich darin wie in einem Spiegel zeigen. — Jakob stirbt, 147 Jahre alt, und wird in großen Ehren nach Kanaan begraben. Er hatte 17 Jahre in Egypten gelebt. Am Leicheirbegängnisse beteiligt sich auch das Land und die königliche Familie. Unterwegs wird in der Tenne Atad eine' Trauerfeier veranstaltet. In der Höhle Machpela wird Jakob beigesetzt. — Die Brüder argwöhnen bei Josef Rachegelüste, da der Vater nicht mehr lebt. Sie bitten um Verzeihung ihrer Schuld. Josef weint und weist die Befürchtting als grundlos zurück. Das Ganze sei Gottes Fügung gewesen. Josef verpflichtet seine Brüder, dereinst seine toten Gebeine mitnehmen zu wollen, wenn sie aus Egypten ziehen. Er sttrbt, 110 Jahre alt, wird einbalsamiert und in einem Sarge aufbewahrt. i&afser Friedrich Quelle -- Offenbach a. X. - Gegen Gicht and Bhenmathmuui bewährt» Alleiniger General-Vertreter: Friedrich Stahl, Frankfurt a. M..- Stallhnrgstr. 9. Tel. 2S9 n. 714. Offen baeher Druckluft - Anln< Telefon 123. QlfanbaCh a. H. Telefon 123. Väfi Unübertroffene bewährteste TspplChrsinlpunB - M. Frankfurter Familiennachrichten. M Geboren. E. Sohn, Martin Loeb (Meyer), SchiHH ■ mannstraße 10. Barinizwo h. Wilhelm, Sohn von Victoria WokW geh. Seeligmann, Theobaldstr. 8, in der Synagoge Frieh-H berger Anlage. .’Jd Aufgebote n. Julius Liebmann, Essen, mit Rechts Katz, Baninweg 23. — Georg Wilkowsky, Zeil 4, nag^* Laura Löbenslein, Wanfried- — David Karl Rothschilds Grünestr. 12, mit Alice Berta Klein, Mainz. — Moritz Simon, Hegelstr. 25, mit Klara Faber, Battonstr. V^e r l o b t e. Marguerite Levy, Hoppstädten, mit BeW thold Stichel, Weserstr. 65. — Ra Hel csimoit, Uhlandstr. 4fl’s mit Salomon Gittler, Stuttgart. — Berta Frank, ML' selb, mit Moritz Distelburger, Hanauerlandstr. 22. — Steinlauf mit Abraham' Wolfsthal. - Sterbefäll e. William Rosenburg, 55 I-., Schch mannstraße 36. — Karoliue Goldfchmidt geb. Zacharias 74 I-, Jahnstr. 5. — Moses Katz, 53 I., Eschenheiine "Anlage 3. — Leopold Neumond, 76 I., Königsteinerstr, — Pauline Mayer geb. Bing, 72 I-., Jahnstr. 41. Ruth Landsbcrg, 4 Monate, Weserstr. .I. — ZiporD Nenmann geb. Adler, 40 I-., Königswärterstr. 26. - Bele Magewski geb. Oppenheim, 82 I., Albusgasse A — Jeanette Lewisohn geb. Becker, 52 I., Betttnastr. H Auswärtige Familiennachrichteu. Geboren. E. Tochter, Albert Levy, Pirmasens.' E. Sohn, Mansr. Fröhlich (Rothschild), Mainz. — E. Soh Wolf Cohen (Emden), Altona--Ottensen. — E. Sohn, Beim Josef, Köln. — E. Tochter, 'Albert Rüben, Köln. Verlobte. Liefet David, Coblenz mit Emil Benedr Metz, Lina Siegel, Halle, mit Moritz Heymann, Berlin — Ella Kuhn, Hof i. B. mit Max Heymann, WieSbadch — Elfe Trnstein, Karlsruhe i. B. mit Julius Wertheirn« Amsterdam. — Auguste Ochs, Simmern mit Hugo Kronen berger, Dudweiler. — Marta Gosch, Bingen mit AlbÄ Mann, Mainz. — Akartha Herzberg, Bückeburg mit M« Weinberg, Fulda. — Ella Schlachte rer, Stuttgart n« Jsbert Semmel, Berlin. — Betty Salomon, Worms n|r Max Hanau, Beaumareis.' — Jeny Rosengart, Münchs mit Oskar Schohl, Pirmasens. Verehelicht. Felix Braunschweig mit Johann Pintus, Düsseldorf. — Hirsch Kahn mit Lilly Bich München, Bayerstt. 27. — Jules Steinberger mit Grep Schloß, Brüssel. Sterbefälle. Jda Levi geb. Kocherthaler, Craik heim. — Paula Köster geb. Lion, 48 I., Saarbrücken — Rebecka Böttigheimer geb. Löwenstein, 75 I., Klei" Eicholzheim. — David Falk, 65 I., Köln. — M Bendix, 67 I., Köln. In. Soennecken, Jahnatrasse 56. TeL 11190. -® OB Carl Grebenau, Juwelen. Uhren. Goldu. 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