Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 9 (1911)
- Issue
- Heft 50 (22.12.1911)
- Date
- 1911-12-22
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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5tr 50. ZuMkfLrter ZsraEtischeS Zamllienblatt. «vs der zionistischen Vewegrmg. Offeabach. Sonntag feierte die Zion. Ortsgruppe ihre Makkabäer-Feier, die von 300 Personen besucht war. Nach einer Begrüßungsansprache des Vorsitzenden, Dr. I. Wolfs, ergriff Herr M. Aebigard das Wort zur Festrede.^ Er schilderte die Kämpfe der Makkabäer, den Befreiungskampf des jüdischen Volkes, ging zur Betrachtung der heutigen Lage des jüdische» Volkes über und schloß mit einem zündenden Appell zur Mitarbeit an den Idealen des Zionismus. Aus den nun folgenden künstlerischen Darbietungen sei vor allem die äußerst ausdrucksreiche und eindrucksvolle Rezitation de^ Frl. Cilly R a p p - Frankfurt hcrvorgehobcn, die rauschenden Beifall fand, sowie die wirkungsvollen, lebhaften, humoristischen Jargonvorträge des Herrn F i u l u ck. Genannt seien auch die Rezitationen der Gedichte von Herrn Jakob.Diamant durch die Knaben H. G n t r a d und M. O st r o w k a. Ter zweite Teil bot eine-.gediegene Ausführung des Dramas von H. Hetzer maus: „D e r ewige Jude". An die Feier schloß sich ein Ball an, der bis in die späte Nachtstunde währte. Mainz. Die hiesige zionistische Ortsgruppe ist aus ihrem Sommerschlaf erwacht! Dienstag, den 10. Dezember, schlug sie, um bei dem vorhin gebrauchten Bilde zu bleiben, zur „Feier des C h a u u k a f e st e s" die Augen auf und entdeckte viele, die - nicht da waren. Nachdem der 2. Vorsitzende, Herr Lazarus, -dem Andenken Justizrats Dr. L o c b, dessen verdienstvolles. Wirken für die Judenheit den weitesten Kreisen bekannt sein dürste — die Frankfurter seien bei dieser Gelegenheit an seine eindrucksvolle Rede anläßlich des hier stattfindendcn „Verbandstag der deutschen Juden" erinnert — einige Worte gewidmet hatte, hielt der 1. Vorsitzende, Herr Bloch, eilt Referat über den letzten Basler K o n g r e ß. Reicher Beifall lohnte seine interessanten und klaren Ansführnngen. Darauf gedachte man des Channkasestes durch gemeinsames Singen von „Moans zur Jeschnosi". Gesangsvorträgc von Herrn London, deklamatorische Darbietungen von Frl. L o ch a t und Klaviervorträge von Frl. Lazarus trugen zur Belebung des Abends bei. Leider gab .die sehr geringe Beteiligung wieder ein Zeugnis von der Jndisscrenz der hiesigen Juden! Aus der Lehrerwett. Frankfurt a. M. Die hiesige Verwaltung der H ebr äischeü M it t elsch nle T ach kemo ui in Jaffa übergiebt der Oesfentlichkeit zum ersten Male Rechenschaftsirnd Kassenbericht. Das Ziel der Schule ist die Erziehung für Palästina. Als Mittel zur Erreichung dieses Zieles erstrebt sie einerseits -innige Bekanntschaft mit der jüdischen Literatur und Geschichte, Erfassen des Geistes der jüdischen Gesetze und Einleben in deren Pflichtenkreis und andererseits gründliche Allgemeinbildung, die befähigt, die im Lande gegebenen Erwerbsmöglichkeiien auszunutzen und sich eine selbständige Existenz zu gründen. Die Schule befindet sich in fortschreitender Entwicklung, jedoch sind noch große Mittel notwendig, um sie auszubauen und rationell sicherzustellen. Jahresbeiträge und Spenden wolle mau an Herrn Fritz Sondheimer, Zeit 114 (Postscheckkonto 5024) senden. Frankfurt a. M. Vakanzen. — Nidda, Religionslehrer- und Kantor, 1200 Jk und Nebeneinkommen. Cassel Am 1. Januar findet hier im Hotel Meyer die I a h r e s v e r s a nr m l n u g der Freien Bereinigung israclit. Lehrer im Reg.-Bez. Cassel statt. Germersheim. Nach langem schweren, Leiden verschied — erst 45 Jahre alt — Lehrer Heinrich Feibclmann, der Gründer des Vereins israelit. Lehrer und Kanorent der Pfalz. Homburg lPfalz). Haupilehrer Holland erhielt anläßlich seines 50jährigen Amtsjnbiläums den L u d w i g -O r d e n. Stettin. Für den hiesigen Rabbinerposten stehen die folgenden Herren zur engeren Wahl: Caro-Köln, K älter-Danzig, Silberstein- Stargard, Weyl-Konitz und Wiener-Düsseldorf. Petach - Tikwah (Palästina). Das „Frauen- Komitec zur Errichtung jüd. Mädchenschulen in Palästina" hat hier eine Schule begründet. Als Leiterin wurde die geprüfte Lehrerin Frl. Martha L i p st a d t aus Hamburg, berufen. Die Bevölkerung begrüßt diese Neugründung aufrichtig, da die Mädchenerziehung auf orthodoxer Seite bisher viel zu wünschen übrig ließ. Eingesandt. Gefördert und unterstützt von allen Richtungen der Berliner Judenheit wurde der Jüdische I u g e n d b u n d Berlin am 0. April 1009 gegründet. Die erste Epoche seiner Tätigkeit brachte ihm große Erfolge, der Ausblick in die Zukunft war ein guter. Das Schicksal, oder besser gesagt, persönliche Differenzen einzelner Vorstandsmitglieder drängten die Entwicklung der Berliner Jugendbewegung in andere, ungünstige Bahnen. Schätzenswerte und wertvolle Kräfte liberaler Anschauungen gaben es auf, mit ihren Gesinnungsgenossen im I. J.-B. zu verbleiben und gründeten einen liberalen I u g e n d b u n d, einen Gegenverein. Es sollan dieser Stelle nicht erörtert werden, ob das Aufgeben der Tätigkeit im I. J.-B. notwendig war. Tie nackte Tatsache bleibt bestehen, daß in Berlin zwei jüdische Jugendvereine existieren, welche ohne gegenseitige Fühlung der Jugendbundsidec dienen wollen, dabei es aber nicht unterlassen, sich gegenseitig zu befehden. Die geplante straffe Organisation ist zunichte, halbe Arbeit wird geleistet. Die zurzeit begeistert aufgenommene Idee einer großen Berliner Inge n dbewegung hat zwei Vereine gezeitigt. Die Metropole Deutschlands, Berlin, müßte mit 10 000 organisierten jungen Juden dem Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands voranmarschieren; — doch beide Berliner Vereine weisen zusammen einen Mitgliederbestand von nur ca. 700 Personen (incl. außerordentlicher Mitglieder und Damen) ans. Wir leben im Zeitalter der Statistik, auf Grund dieser Feststellung ist es fraglich, ob es beiden Vereinen gelingen wird, ihren Aufgaben gerecht zu werden. Der Gedanke eines Zusammengehens beider Vereine unter geänderter Firmierung wurde in kleinen Kreisen ständig angeregt und scheint in neuester Zeit in immer größeren Kreisen Sympathie zu finden. Sollte es uns jungen Juden nicht möglich sein, einen neuen „Jüdischen Jugendbund" zu schaffen, in welchem alle wertvollen Kräfte beider Vereine geeint und verbunden die großen Aufgaben zu lösen versuchen, aus deren Notwendigkeit heraus der Jüdische Jugendbund seinerzeit gegründet wurde? Möge diese neue Anregung, aus der Feder eines treuen Anhängers der Jngendbundsidee, den Versuch machen, sich in den Kreisen der Gönner und Förderer der Jugendbunde ein geneigtes Ohr zu verschaffen. Die jiidische Jugend aller Richtungen wird treu Gefolgschaft leisten. Mit 'der Devise: „Das Ganze soll cs sein". A r t h n r F r ä n k e l, Berlin A. 54, Lothringerstraße 16. Keüe 11. Pap8terie H. Oppenheim Inh.: Bernhard Rubinstein Frankfurt am Main 1 Börsenplatz 1 Ecke Schillerstr. vls-ä-via der Börse Tel. 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Freitag. „M o n te f io r e" - B er ein, 9 llhr» Seilerstr. 22: Gesellige Zusammenkunft. — Verein „M ekor C h a j i m" nach Schluß des Mendgottesdienstes im Hörsaal: Mikrovortrag (Julius Lewin); SVa Uhr, Langestraße 18: Gesellige Zusammenkunst. — „Talmud Thora"--Verein, nach Schluß des Zlbendgottesdienstes im Hörsaal Börneplatz: Vortrag (Dr. Braun). Samstag. Verein „Mckor Chajim", 12 Uhr, Hörsaal Friedberger Anlage: Vorlesung aus Sefer Schemuel (Prof. A. Wcyl). Wir bitten unsere Leser, ihren Bedarf unter Bezugnahme ans unser Blatt bi unseren Inserenten zn decken. Frankfurter Israel. Famttienvlatt Carl Grebenau, Telephon * Juwelen. Uhren. Gold-u.Silberw;ren. 6069. 4 Auswahlsendunsen gerne zu Diensten. Erstklassige OlZ Konfektion Cubaeus-Nitsche Nachf. Inh. Carl Besch >r 7 Biebergasse 7 -w nächst dem Schillerplatz. 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