Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 9 (1911)
- Issue
- Heft 49 (15.12.1911)
- Date
- 1911-12-15
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2692297-2692716-2692765--06628-2701646- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite Io. Frankfurter Israelitisches FamilieMatt. Nr. 49. Paris. In Chaumont wurde das Denkmal Emil Gugenheims, der sich als Bürgermeister hervorragende Verdienste ltm Chaumont erwarb, enthüllt. Amsterdam. Tobias Asser, der bekannte Völkerrechtslehrer und Mitglied des Haager Tribunals erhielt zur Hälfte den Nobel-Friedenspreis. London. Im 79. Lebensjahre verschied Sir George Henry Lewis, infolge seiner außerordentlichen Fähigkeiten und seines hervorragenden Charakters eine Zierde des Ad v o taten stau d es. . Stockholm Smatsrat Asser-Amsterdam und Mdakteur Alfred Herm. Fried-Wien, die beiden Preisträger des Friedens-Nobelpreises, sind vom König in Audienz empfangen werden. Beide sind Juden. New-Nork. Ja Corning (Oaio) wurde Samuel Eichenbaum, der einzige dortige Jude, zum 'fünften Male zum Bürgermeister gewählt. Im Chicagoer Hospital verschied — 75 Jahre alt — Samuel Tannhouser aus Milwaukee, ein. Freund des Präsidenten Lincoln, einstiger Konsul in Mexiko rc. — Ein musikalisches Wunderkind ist das Gesprächsthema unserer Kunstwelt. Der 7 jährige Israel Wichnin, Sohn des vor 8 Jahren aus Rußland eingewanderten Journalisten Hillel Wichnin, spielt auf dem Klavier mit Meisterschaft die schwersten Kompositionen. A«S den Vereinen. Frankfurt a. SB., 14. Dez. Eine vollwertige Sturme ward nns gestern Abend im Verein für jüd. Geschichte und Literatur. Vollwertig in ihrem geistigen und ästhetischen Genüsse. Kapellmeister Artur Holde sprach über die Juden in der modernen Musik und gab so Gelegenheft in ihm, dem begabten Musiker, auch einen begabten, überaus sympathisch berührenden Redner und in seiner jüdischen Auffassung charaktervoll und vernünftig denkenden Menschen kennen zu lernen. Hierzu kam der ästhetische Genuß, den sein Pianospiel und Fräulein Schusters Gesang gaben. Der Raum verbietet es leider, den Vortrag gebührend zu würdigen. Redner ging von der Kritik Richard Wagners, des Sohnes des Juden Geyer, Chamberlains u. a. aus, die uns Juden jede Fähigkeit und Originalität auf dem Gebiete absprechen. Er zeigte, daß das Gegenteft der Fall ist. Von den modernen hervorragenden Komponisten jüdischer Geburt, die er erwähnte, seien hier wiedergegeben: Robert Kahn, Max Bruch, Friedrich Gernsheim, Gustav Mahler, Leo Blech, Oskar Fried, Wolfs-Ferrari, Oskar Strauß, Bogumil Zepler, Viktor Holländer. Zum Schluß untersuchte er die Frage, ob man eine besondere jüdische Note konstatieren könne und verneinte sie. Frankfurt a. M. Donnerstag, den 7. Dez. hielt im „Nachlaß Z wi" Herr Oberlehrer Dr. Schüler einen interessanten Vortrag über das Thema: „Von jüdischen Schulen vergangener Zciten". In einem einstündigen Referate entwarf der Redner auf Grund eines reichhaltigen Materials ein klares, anschauliches Bild vom jüdischen Schulwesen zur Zeit des Talmud, sowie im Mittelalter; für das letztere benutzte er ein Manuskript eines jüd. Lehrers um das Jahr 1660, das sich in Oxford befindet und von Dr. Güdemann herausgegeben worden ist. Zum Schlüsse wies der Redner auf das Wirken S. R. Hirsch's auf diesem Gebiete hin, der das jüd. Schulwesen wieder regeneriert hat und auch da nur Ziele verfolgt hat, die schon seit jeher die jüd. Weisen in ihrem pädagogischen Wirken geleitet haben. Der lehrreiche und inhaltsreiche Vortrag wurde mit vielem Beifall aufgenoinmen. Frankfurt a. M. Vor gedrängt besetztem Sacle fand am 10. ,ds. Mts. im Verein „Ti f er es B a ch n r i m" der zweite Diskussionsabend über den Antisemitismus statt. N a h u m G o l d m a n n hielt das einleitende Referat. Wilhelm Rosen, der Vorsitzende, hielt ein zweites Referat, und zwar sprach er über die K r i t i k des Judentums in den letzten Jahrzehnten. Er beleuchtete besonders die Minierarbeit der liberalen christlichen Theologen gegen das Judentum, die tells das Judentum als von der babylonischen Kultur abhängig und teils es als vom Christentum aügelöst hinzustellen suchen und ging des ferneren auf die Rassenfragc des näheren ein. In der Diskussion sprachen Rabb. Dr. H o r ovitz, Wechsler, Diamant, Mainz und G o l d m a n n. Frankfurt a. M. Jüd. Frauenvereinigung. In der Chanukawochc fallen die Veranstaltungen aus. Frankfurt a M. Verein „Mekor Chajim" Die Frcftag-Abend-Veranstaltung (81/2 Uhr, Langestraße 18) wird diesmal anläßlich des Chanukafestes einen besonders festlichen Anstrich erhalten. Frau kfurt a. M. „T a l m u d . T h 0 r a"- V er ein. — Der Tehillim-Vortrag am Sonntag- Nachmittag fällt aus. «. Berlin. Der von der Monatsschrift „Ost und West" veranstaltete Jüd. Volkslied-Abend hatte Hunderte von Menschen herbeigelockt. Nach jeder Piece überschüttete das Publikum die Künstler — Gottfried Skolzny, Arno Nadel, Le0 G0lla.nin und Bella Falk — mit lebhaftestem Beifall. Poien Das LokalkomiteedeS Hilfsvereins der deutschen Juden hielt eine so zahlreich besuchte Versammlung ab, daß der Saal, nachdem etwa 1500 Männer und Frauen Zutritt gefunden hatten, auf polizeiliche Anordnung geschlossen werden mußte. ' Dr. James Simon - Berlin referierte über: „Die Lage der osteuropäischen Juden und die Tätigkeit des H ilfs v er e i ns", während'Dr. Paul Nathan-Berlin über: „Der Orient und die Juden" sprach. Beide Borträge fanden lebhaften Beifall. Aus der zionistischen Bewegung. Frankfurt a. M. Die Zi 0 n. Iugondgruppe teilt uns mit: Die Makkabäcrfeier, die wir am Donnerstag, abends 81/2 Uhr, im Saale der Liederhalle veranstalten, bringt ein sorgfältig zusammengestelltes Programm, das sich besonders durch seine jüdische Tendenz auszeichnet. Köln a. Rh. Bor einer geschloffenen Versammlung die sich aus verschiedenen Kreisen der Kölner Bürgerschaft und namentlich aus Interessenten am Orienthandel und an der jüdischen Besiedelung Syriens und Palästinas zusammensetzte, hielt Direktor Hubert Auhagen in den Konserenzräumen des Hauptburcaus des Jüdischen Nationalfonds einen Vortrag über „Alte und neue Kulturbilder aus Syrien". Die Ausführungen des Vortragenden wurden durch Lichtbilder erläutert. An Hand dieser Lichtbilder zeigte Herr Auhagen, daß der größte Teil Syriens heute ein Steppen- und Wüstengebiet bildet. Das brauchte aber nicht so zn sein, denn aus Ruinen, die man iin ganzen Lande, namentlich im Ostjordanlande antrifft, und die vorwiegend aus dem ersten und zweiten nachchristlichen Jahrhundert datieren, geht mit Klarheit hervor, daß einst das ganze Land dicht besiedelt war und zweifellos eine Bevölkerung von vielen Millionen mühelos ernähren konnte. Man hat öfter die Angaben des Flavins Josephus und anderer Geschichtsschreiber über die dichte Bevölkerung Palästinas angezweifelt; i Gehrock-, Frack-, Smoking-, Jackett-Anzüge. Ersatz für Ittassarbeit bieten unsere nach bewährten Modellen selbstgeiertigten Gehrock-Anzüge aus Kammgarn, Cheviot, Melton . Mk. 38— 60 Gehrock-Anzüge aus Ia. Drapd, Kammgarn,Cheviot, Melton m. Seidenspiegel . . „ 48—100 Frack-Anzüge aus Drape . ..„ 45— 58 Frack-Anzüge aus Drape in vornehmer Ausführung mit Seidenspiegel . „ 55—100 Sinoking-Anzüge aus Drape.. 40— 50 Smoking-Anzüge aus Drape in vornehmer Ausführung mit Seidenshawl . . „ 55— 90 Jackett-Anzüge aus Cheviot, Melton, Kammgarn . „ 33— 95 frack-Westen ans Piqn6 , Wolland Seidenstoffen Mk. 4 7*—16... (5ehroGk~Xosen dunkelgestreifte Dessins Mk. 12—26^ Peste, billige Preise. CARSCH Isiebiranenstr. 8/10 und Xene Krame 27. In Höchst a. M.: Königsteinerstr. 5.