Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 9 (1911)
- Issue
- Heft 38 (22.9.1911)
- Date
- 1911-09-22
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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W r t, - t Seite 1Ö Warckßnrtzx KrsrWWS FarnWmklaS. Air. 38. Aus der Lehrerwett. Frankfurt a.M. Vakanzen. — Michelstadt, Religionslehrer, Kantor und Schächter. 2600 Jk Einkommen; Celle (Hannover)', Borbeter . und Schächetr. Berlin. In der Repräsentantenversammlung entstand eine längere Debatte infolge der Mitteilungen des Vorstandes über die Engagementsverhandlunge» mit Rabb. Dr. Rosenthal-Köln. Aus diesen Mitteilungen ergab sich nämlich, daß Herrn Dr. R. in der ersten Unterredung ausdrücklich mitgeteilt wurde, daß die Voraussetzung für die Verhandlungen sei, daß er auch wirklich die ernste Absicht habe, einem Ruse der Berliner Gemeinde zu folgen, und daß er nicht etwa in Köln bleiben wolle, wenn ihm die dortige Gemeinde gleiche oder bessere Bedingungen bieten würde. Dr. R. stimmte dem vorbehaltlos zu. Erst daraufhin wurden die Verhandlungen weitcrgeführt und. über alle wesentlichen Bestimmungen des Vertrages bindende Abmachungen getroffen. Dr: N. erklärte, dann, daß er dem ehrenvollen Ruse unter den gestellten Bedingungen Folge leisten wolle. Nur über einige untergeordnete Punkte sollte noch in mündlicher Verhandlung eine Vereinbarung herbeigeführt werden. Als Termin des Amtsantritts war bereits, der 1. Januar 1912 bestimmt. Allerdings wurde Dr. R. darauf aufmerkmam gemacht, daß bis zur Erledigung dieser Punkte der Anstellnngsvertrag noch nicht zustande gekommen sei. In diesem Stadium der Verhandlungen erfolgte dann unerwartet die Absage Dr. R.'s. In der Debatte, die sich an diese Mitteilung des Vorstandes knüpfte, wurde von konservativer wie liberaler Seite das Verhalten Dr. R.'s scharf verurteilt. Dresden. Am 21. Sept. feiert Dr. I. Winter sein 25jährjges Jubiläum als Rabbiner der hiesigen Gemeinde. Robb. Dr. Winter erfreut sich wegen seiner hervorragenden persönlichen Eigenschaften und wegen seiner wissenschaftlichen Leistungen allgemeinen Ansehens. Von ihm sind erschienen: „Die Stellung der Sklaven bei den Juden", „Die jüdische Literatur seit Abschluß des Kanons" (gemeinsam mit Professor Wünsche), die Übersetzung der „Mechilta" (gleichfalls gemeinsam mit Wünsche) und Lazarus „Die Ethik des Judentums", 2. Band. Emde«. Eine Konferenz aller Vorsteher der Gemeinden des hiesigen Landesrabbinats beschloß mit großer Stimmenmehrheit, das Landesrabbinat wieder mit einem streng gesetzes'treuen.Kandidaten zu besetzem — Der israel. Landesgemeinderatvon Oldenburg bewilligte Landrabbiner Dr. M annheimer eine Gehaltszulage, um zu verhindern, daß er einer Berufung nach hier folge. Trotzdem dürste Dr. Mannheimer eine etwaige Berufung nach hier annehmen. Bllöapeft. An einer hiesigen städtischen Mädchenschule wollte der neue Rektor die Anordnung treffen, die katholischen und die jüdischen Schüler in separaten Klassen cinzuteilen, infolge des Widerstands des Lehrerpersonals mußte er es aber beim alten belassen. Rew-Nork. Die hiesige „Adaß Jisrocl"-Gemeinde wählte Rabb. M arg „lies - Boston zu ihrem Rabbiner. Es. ist hier das erste Mal in Newyork, daß eine orthodoxe Gemeinde einen Rabbiner mit anständigem Gehalte anstellt. Hoffentlich reizt das gute Beispiel zur Nachahmung, denn die gegenseitige Konkurrenz, zu der bisher die Rabbiner gezwungen waren, hat die ideellen jüdischen Interessen schwer geschädigt. Aus Ve« Vereinen. Frankfurt a. M. Für einen monatlichen Mitgliedsbeitrag von 50 Pfg. ist hier in Frankfurt den jungen Mädchen die Gelegenheit geboten, ihre Allgemeinbildung und ihre technischen Kenntnisse in den U u t e r r j ch t s k u r s e n des Mädchenklub z» heben. Der Stundenplan umfaßt solgegndc Fächer: Deutsch, Französisch, Englisch, Rechnen, Stenographie, Maschinenschreiben, Schneidern, Putz. Für den Winter sind außerdem ein Tanzkursus und ein Hygienekursns vorgesehen. Bei genügender Beteiligung können ferner Anfängerkurse in Englisch, Italienisch, Literatur und Deklamation eingerichtet werden. Frankfnrt a. M. Der Verein zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina hat sein Waisenhaus von Jerusalem nach Fedsche bei Pethach Tikwah verlegt, wo er seine Zöglinge zur Landwirtschaft erziehen wird. Direktor Dr. Grün Hut weilt gegenwärtig in Deutschland und ist bemüht, für seine Anstalt neue Freunde und Förderer zu gewinnen. e. Berlin. In einer öffentlichen Versammlung des Jüd. Jugendbnnds sprachen die Rechtsanwälte Dr. Apfel, Dr. Klee und Dr. Walter über Jugend und Judentum. «öl». Das „Israel. Kind erheim" wendet sich in vorliegender Nummer unserer Zeitung an weitere Kreise der Judenheit mit der Bitte^ um Unterstützung. Die Anstalt, wohl die bedeutendste ihrer Art in Deutschland, widmet sich den verschiedensten Humanitären, sozialen charitativen Zwecken. Nach der uns vorliegenden „Denkschrift", die anläßlich der Einweihung des Neubaues in der Lützowstraße am 22. Juni 1909 erschienen ist, umfaßt die Anstalt folgende Einrichtungen: 1. Kindergarten (seit 1890). Es find ca. 140 Kinder, die noch! nicht schulpflichtig sind, ängemeldet. Er Wird täglich, von ca. 60 bis 70 Kinder besucht 2. Suppenanstalt für schulpflichtige Kinder (seit 1891). Täglich, erhalten durchschnittlich 70 bis 80 Kinder ein nahrhaftes Mittagessen, 3. Haushaltungssch ule (seit 1892), §n der Mädchen, der Schule entlassen, zu Dienstmädchen, Köchiimen rc. herangebildet werden. 4. Kochschule für Schülerinnen der Obcrklasse der israel. Volksschule. Sie wurde 1897 auf Wunsch der städtischen Schulbehörde eingerichtet. 5. Eine Kinderbewahrschule, in der ungefähr 70 bis' 80 Knaben und Mädchen untergebracht sind.(seit 1900). 6.. Volksküche (seit 1902). Mr 20 Pfg. erhält man ein schmackhaftes und reichhaltiges Mittagessen. 7. K i n der h o r t (seit 1905), zur Aufeuthaüsstätte der Schulkinder während der schulfreien Zeit bestimmt.' Unter Aufsicht fertigen die Schüler ihre Schularbeiten. 8. Säuglingsheim. Auf Grund solcher umfassender Leistungen dürste die Anstalt tvohl berechtigt sein, an alle Schicksten iinserer Glanbeiisgcmeinschaft mit der Bitte um Mitarbeit an dem großen Werke sozialer Fürsorge heranzutreten. Dies umsonlehr, als das Betätigungsfeld der Anstalt nicht mir die hiesige Stadtsondern ganz Deutschland. umfaßt. Indem wir uns de», Aufruf der Aiistalt anschlicßcn, dürfen wir uns der wohlberechtigten Hoffnung verleihen, daß die Spenden im Hinblick auf die he ran n a h c n den Feiertage recht zahlreich eingchcn. < ,• Philadelphi» (Amerika!. Der unabhängige Orden A h'a w a s I i s r o e l hielt hier bei Anwesenheit von 258 Delegierten seine 19. G en eralversa m m l u n g ab. An Gratnlationsablösunge« anläßlich Rausch-haschonoh gingen beim Frankfurter Jsr. Familienblatt ein: Wir den Nätionalfonds, Frau.Caroline Hamburger, Sandweg 16, Jk 3.—, David Hamburger, Sandweg 16, Jk 1.—, Familie Isidor Rothschild Grünestr. 12, Jt. 3.—, Familie Isidor Lilienstein, Bäckerweg 28, Jk 3.—, Frau Johanna Stern-Bergs, Zeit 92, Jk 1.—, Dr. David u. Frau, Fichardstr. 43, Jk 1.—, Familie Hetz, Scheffelstr. 1, Jk 1—, Familie Martin Levigard, Seilcrstr. 17, Jk 5.—, Familie Joseph Nußbaum, Zeil 43, Jk 3.—, Familie Rvsenheimer, Feststr. 2, Jk 2.~, Fritz Selka, Uhlaubstr. 31, Jk 2.—, Familie Jakob Strauß, Leerbachstx., Jk 3.—, Familie A. Levisohn, Taunusstr. 13, Jk 3—, Familie Bernhard Cohn, Uhlandstr. 59, Jk 1.—, Familie Oppenheim, Offenbach, Jk 1.—-, Familie Maurice Rosenhcimer, Äntlverpen, Jk 3.—, .Familie S. H. Goldmann, Jk 2.—. Für die Tachkemonischulc: Familie Dr. Würzburger, Rappenau, Jk 3.—, Familie A. Geis, Magdeburg, Jk 10.— Für Palästina: Isaak Lehmann u. Frau, Darmstadt, Jk 5.—, Carl Lehmann u. Frau, - Darmstadt, Landwehrstr. 12 IT, Jk 5.—, Hermann Lehmann u. Frau, Lengfeld 10, Jk 3.—. Spenden. Bei den, Franks. Jsr. Familienbl. gingen für den Nationalfonds ein: - NechtSanwalt Dr. Siegfried Schwarzschild und Frau, 1 Oelbaum auf den Namen Jakob Levigard, Seilcrstr. 17 6,— Jk Durch Herrn A. Lelvisohn, Büchse Hotel Adler, Orb 3,50 „ Materialien von Dr. Goldberg, Heddernheim. Brieflasten.' K. L. Dcmitri Grigorjewitsch Bagrow, der Mörder Stolhpins, ist ein . geborener Christ. Dagegen sind Vater — ein bekannter Zuckerfabrikant in Kiew — und Großvater getaufte Inden. Sein Großvater hatte das Romanwerk „Schriften eines Juden" verfaßt, das bereits zeigte, wie sremd er den, Judentum gegenüber stand. Israelitische Gemeinde. Gottesdienst am Neujahrsfeste. Haaptsynagoge: Freitag, den 23. September: Vorabend 6 Uhr, Predigt Rabb. Dr. Salzberger. Samstag,-den 23. September: Morgens 8 Uhr 30 Min., Predigt Rabb. Dr. Seligmann. Nachmittags 4 Uhr. AbendB 7 Uhr. Sonntag, den 24. September: Morgens 8 Uhr 30 Min., Predigt Rabbiner Dr. Lazarns. Nachmittags 4 Uhr. Festesansgang 7 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 7 Uhr 30 Min. Nachmittags 4 Uhr. - Synagoge am BBrnÖpIatZ: Freitag, den 22. September: Vorabend 5 Uhr 50 Hin. Samstag, den 23. September:. Morgens 5 Uhr 55 Min. Nachmittags 5 Uhr. Abends 7 Uhr 05 Min. Sonntag, den 24. September: Morgens 5 Uhr 55 Min. Predigt Rabb. Dr. Nobel. Nachmittags 5 Uhr. Festesansgang 7 Uhr 05 . Min. Wochengottesdienst: Morgens 5 Uhr 15 Min. Nachmittags 5 Uhr 30 Min. Synagoge an dar KBnlgstelner Strasse: Freitag, den 22. September: Vorabend 6 Uhr 30 Min. Predigt Rabb. Dr. Seligmann. Samstag, den 23. September: Morgens 9 Uhr 30 Min. Predigt. Rabb. ^Dr. Lazarus. Abends 7 Uhr. Predigt Rabb. Dr. Salzberger. Sonntag, den 24. September: Morgens 9 Uhr 30 Min. . Predigt Rabb. Dr. Seligmann. Festesansgang 7 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 7 Uhr. 30 Min. Abends 7 Uhr. Frankfurt-Logo, Eschershelmer Landstf. 27: Freitag den 22. September: Vorabend 5 Uhr 50. San&tag, den' 23. September: Morgens 7 Uhr. ' Predigt. Abends 7 Uhr 05 Min. Sonntag, 24. September : Morgens 7 Uhr. Rochnal-Saal, .Langostrasse 29: Freitag, den 22. September : Vorabend 5 Uhr 50 Min. Samstag, den 23/September: Morgens 7 Uhr -Predigt Nachmittags 4 Uhr 30 Min. Abends 7 .Uhr 05, Min. Sonntag, den 24. September: Morgens 7 Uhr. Nachmittags 4 Uhr 30 Min. 4444444444444444 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 Im Hinblick auf die bevorstehenden Rosch-Haschonohfeiertage wendet sich der „Verein zur Unterhaltung einer Israel. Kinderbewahraustaltundder damitverbundenen Wohltätigkeitsauftalten" an den altbekannten Wohltätigkeitsstnn unserer Brüder mit der Bitte, ihm zur Ablösung der Rosch-Haschonohkarten und Besuche gütige Spenden freundlichst zu übermitteln. Wir arbeiten an einem großen sozialen Werk. Unsere Tättgkeit erstreckt sich'über die Grenzm unserer Stadt hinaus auf das gesamte Deutschland. Wir bedürfen daher auch den Beistand Aller. .; Wir werden die Liste der güttgen Geber gerne in der vorliegenden Zeitung zum Abdruck bringen, mit dem Hinweise, daß die Gaben zur Ablösung der Rosch-Haschonohkarten und Besuche eingegangen sind. Cöln, im September 1911. Der Vorstand des „Verein zur Unterhaltung einer israel. Kinderbewahraustalt rc." Die Borsitzende: (gez.:) Frau Rabbiner Dr. Plato. 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 "W ertlielm - 353"älxmasolilxiezi für Familie und Gewerbe Kostenfreier Unterricht in. Sticke« und Stopfen. Stern, 2SelX 47. Alleinverkauf fttr Frankfurt und Umgegend.