Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 9 (1911)
- Issue
- Heft 36 (8.9.1911)
- Date
- 1911-09-08
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 1h. 36. frankfurter Uraelitisches fanMenbkatk. sind. Die Mutterschutzgenossenschast hingegen ist eine von Gemeinde, Staat nnd den Vätern versorgte, auf Grund von Selbsthilfe oder eines sozialen Gesetzes absichtlich gegründete genossenschaftliche Vereinigung von Müttern. Vielleicht lasten sich Mutterschutzgenossenschaften und Landerziehungsheime in den Rahmen der Siedlungsgenoffenschaft hineinbringen. Die L ö - sungliler sexuellen Frage, die natürliche Versorgung der jüdischen Mädchen ist fürdas Fortbestehen der Juden eine unumgängliche Bedingung. Aus der zionistischen Bewegung. Frankfurt a. M. Von autoritativer orchodoxer Seite wird uns geschrieben: . Der offizielle Misrachi steht vor einer folgenschweren Entscheidung. Nächsten Sonntag will er sich in einer Ko n f e r e n z, die in Berlin stattfindct, darüber schlüssig werden, ob er weiter der zionistischen Organisation angehören werde. Der Grund, der Veranlassung zu diesein Schritte war, ist bekannt. Der jüngste Basler Kongreß nahm eine Resolution an, die besagt, daß die zionistische Organisation in der 'Türkei bestehende Schulen subventionieren darf. Es wurde ausdrücklich bestimmt, daß seitens der Organisation nur Schulen auf traditioneller Grundlage gegründet werden dürfen; die gleiche Bestinrmung konnte aber hinsichtlich der Subventionierung bestehender Schulen nicht ausgesprochen werden. Wenn nun der Kongreß in seiner -überwiegenden Majorität — und darunter eine große- Anzahl bewußt traditionell-gesetzestreu gesinnter Laien und Rabbiner — einen derartigen Beschluß faßte, so verdient dieser es, aufs gewissenhafteste in seinen Gründen und in den Folgen seiner praktischen Durchführung untersucht zu werden. Selbst der schärfste Gegner des Beschlusses muß anerkennen, daß die Gründe für den Beschluß zwingender Natur sind. Die Judenheit in den türkischen Ländern steht dem Zionismus gleichgültig gegenüber, da sie in den Schulen der -Alliance Jsraelite Universelle erzogen worden ist. Es ist nun geradezu eine Lebensfrage für die zionistische' Organisation, diese Judenheit für sich zu gewinnen, und das geht nur durch Einfluß auf die Schulen. Der offizielle Misrachi hatte unseres Erachtens keine Veranlassung, diesen prinzipiellen Beschluß nicht zu akzeptieren; der Augenblick, eventuell die Kabinettssrage zu stellen, wäre erst bei der Ausführung des Beschlusses eingctreten. Denn es handelt sich doch nur um die Frage, welche jüdischen Mindestforderungen die zionistische Organisation an die zu subventionierenden Schulen st eile «soll. Hätte der Misrachi hieraus das Schwergewicht gelegt, so hätte er sicherlich mehr im traditionell-gesetzestreuen Interesse.gehandelt, — und so hat er nur den Rat derjenigen befolgt, die von jeher keine Gelegenheit versäumten, ihm Steine in den Weg zu legen. Das Lob der Gegner hätte ihn mißtrauisch machen müssen. EsdrehtsichalsoallesumdasWesen der von der zionistischen Organisation zu stellenden Mindestforderungen. So schwer da auf dem Boden des Assimilationsjudentums eine befriedigende Plattform möglich ist — und die Orthodoxie in den Gemeinden hat sich unter Beobachtung gewisser Kautelen trotzdem mit den Institutionen dieses Judentums abgefunden —, so leicht sollte es, glaube ich> sein, auf dem Boden des nationalen Judentums rin Resultat zu erreichen. . Es wäre nie zu der gegenwärtigen Situation im Misrachi gekommen, wenn es nicht eine Anzahl Misrachisten gäbe, die sich fortwährend von den Vertretern des Trennungspriuzipes, die eine vereinigende Bewegung wie die zionistische als eine Gefahr betrachten müssen, beeinflussen lassen. Eine Misrachi außerhalb der zionistischen Organisation, wie ihm von dieser Seite das größte Lob gesungen nnd die größte Zukunft prophezeit wird, wäre ein Unding; liegt doch eben die Bedeutung der zionistischen Bewegung darin, baß sic die verschiedenartigsten jüdischen Elemente aus einer Grundlage vereinigt, die eine jüdische ist. Fraukfurt a. M. Eine von der Zion Vereinigung nach dem Kaufm. Vereinshanse eiuberufene Versammlung beschäftigte sich mit denr X. Zionistenkongreß. Das Referat erstattete in erschöpfender Weise und klarer Form der Delegierte Rechtsanwalt Dr. S i e g f r. S ch w a r z - schild. In der Diskussion, in der Dr. Kl atz - kin, Redakteur der Welt, N. Gold mann, L. Perlmutter und I. Bamberger sprachen, platzten hinsichtlich der Kulturfragc wieder die Meinungen heftig auf einander. ßersoualien tt. Kleine Mitteilungen. Frankfurt a. M. Nathan Levi, Begründer der Schuhwaren-Engros-Firma Nathan Levi, feierte am 4. September in körperlicher und geistiger Frische seinen 90. Geburtstag. Ktsfingeu. Me Israel Kinderheilstätte erhielt von Baronin Edmund von Rothschild- Paris eine Spende von 4000 Fr cs. Manie Hemi-Iüeiiluii Unser Lager bietet eine hervorragende Auswahl deutscher und englischer Stoffe, fQr deren Solidität wir volle Qarantie Aber nehmen. 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