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Neue jüdische Presse · 1911-07-28 · Heft 30 (28.7.1911) · p. Seite 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
9 (1911)
Issue
Heft 30 (28.7.1911)
Date
1911-07-28
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 24. April: Julius Blumenthal, Kaufmann, Hermann» stratze 1a. 27. Mai: Dr. Phil. Fritz Hallgarten, Bockenheimer Landstraße 100. - Aus der zionistischen Bewegung. Frankfurt a.M. Leopold Perlmutter veröffentlicht einen Ausruf zur Gründung einer zionistischen Jugendorganisation für alle Länder. Die hervorragende Bedeutung einer solchen Organisation für die Förderung der zionistischen Bestrebungen liegt auf der Hand. Gelegentluh des Baseler Kongresses wird eine Konferenz über die Frage der zionistischen Jugendbewegung beraten und hoffentlich, den Vorschlag des Herrn Perlmutter verwirklichen. Lffenbach. In der gut besuchten Herzl-Feier der hiesige Zionistischen Ortsgruppe referierte der Vorsitzende D r. Wolf über H e r z l, indem er speziell den Werdegang des großen Toten zum Zionismus schilderte. Lehrer Dramamt sprach über „Herzl als.Persönlichkeit" und 8- Perlmutter- Frankfurt a. M. über „Zurück zu Herzl". In der folgenden Aussprache wurde die Anregung des Herrn Perlmutter, eine zionistische Jugendorganisation zu gründen, freudig begrüßt und beschlossen,-auch in Offenbach eine zionistische Jugendgruppe ins Leben zu rufen. Köl« a. Rv Die Adresse des Zionist Centralbureaus ist vom 1. August bis nach dem Kongreß: Bureau des Zehnten Zionistcnkongrcsses, Stadtkasino, Basel. An dieselbe Adresse sind vom 4. August bis nach dem Kongreß alle Zuschriften an die Redaktion imd Expedition der ,Melt", dem Jüdischen Verlag, das Hauptbureau des Jüdischen Rationalsonds und die Siedlungs-Gesellschaft „Erez Israel" zu richten. Köln a. RH. In der eisten Hülste dieses Jabres sind 223 000 Jk für Zwecke des Nationalfonds gespendet worden, 45 000 Jk mehr als in dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Bafel. Das Büro des X. Zionistenkongresses beehrt sich folgendes mstzutcilen: Es werden keine Bestellungen auf Tribünen karten mehr angenommen. Die Ausgabe der Tribüncnkarten erfolgt am Sonntag, den 6., Montag, den 7. und Dienstag, den 8. August vormittags von 10—12 und nachmittags von 2—6 Uhr, sowie am Mittwoch, den 0. August vormittags von 8—9 Uhr gegen Vorzeigung der entsprechenden Gutscheine am Schalter des Kvngreßbüros im Stadtkasino. Die Schalter werden ferner an jedem Weiteren Kongreßtage vormittags von 9—12 Uhr geöffnet sein. Kiew (Rußland). Auf Veranlassung Kronrabbiners Aronsohn spendete Fabrikant Hepner 20000 Frcs. für zionistische Zwecke. Rew-Aork. Dem vwwöchentiichen Berichte über den Kongreß der Föderation der amerikanischen Zionisten sei noch einiges nachgetragen. Der Kongreß unterschied sich besonders dadurch von den vorhergehenden, daß er eine große Anzahl junger Delegierten amerikanischer Geburt aufwics, eine hoffnungsvolle Prognose 'für den Zionismus in Amerika. Die Verhandlungen und Meetings waren von einer gehobenen, begeisterten, das Gemeinsame und Hohe der zionisttschen Aufgaben zur Schau tragenden Sttmmung beherrscht und. wurden nicht durch die kleinste Differenz getrübt. In die Exekutive wurde zum ersten Male je ein Vertreter der Orden „Bnei Zijaun" und „Jung Juda" gewählt, bannt enge Beziehungen zwischen der Föderation und anderen zionisttschen Organisattonen herstellend. Interessant ist der Beschluß, eine Konferenz all' der jüdischen Organisationen Amerikas, die in Palästina plastisch, arbeiten, zusammenzuberufen. Personalien u. Kleine Mitteilungen. Berlin. Der 2g jährige Schmuckal, zweiter Aufseher der israclit. Erziehungsanstalt zu Repzin, ertrank beim Baden. BreSla«. I« der im 88. Lebensjahre, der. schiedene Frau.Sanitätsrat Clara Reißer verlor die Frauenbewegung eine ihrer Vorkämpferinnen. Sie lettete den Verein Frauenwohl und gründete zwei Mädchenhorte. — In Bad Warmbrunn verschieden an einem Tage infolge Herzschlags die" Eheleute Adolf Schlesinger und Frau Martha, geb. Kempner, wohnhaft in Berlin, früher in Breslau. Ctzliuae«. Das Gebäud-e des isräel. Waisenhauses ist um den Preis von 50000 Mark in den Besitz der Stadt übergegangen. Dafür hat die Stadt einen Bauplatz in der Nähe der Burg abgetteten. Frankfurter Israelitisches Farmlienblatk. Cassel. Der dieler Tage verstorbene Kommerzienrat Salomon Fröhlich war lange Zeit jüdischer Gemeinbeältester und Vorstandsmitglied der Humanität". Aus Veranlassung Landrabbiners Dr. Prager s. A. gab er von seinem große,: Einkonnnen den „Zehnten!' (Maaßer). München. Großhändler Emil Zeckendorf erhielt das Ritterkreuz des österr. Franz Joseph-Ordens. Leipzig. Georg Schreiber, Generalkonsul, Rittmeister a. D., Handelsrichter, Stadtverordneter, Vorsteher der israelit. Religionsgemcinde usw. feierte sein 25jähriges Jubiläum als Teilhaber der Bankfirina H. C. Plaut. Hamburg. L. Urias. Vorstandsmitglied des Repräsentantcnkollegiiims der Deutsch-Israelit. Gemeinde, Repräsentant des Tempelvcrbandes, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Handwerke unter den Juden usw., ist — 60 Jahre alt — verschieden. ll-.) Posen Moritz Goldring, früher hier, jetzt in Breslau wohnend, stiftete dem hiesigen jüdischen Krankcnhause die neueste» elektrodiagnotischen und clektrotherapeutischen Apparate. E. Aus dem Rodgau. Bei dem Kreisfeuerwehrsestc in Dudenhofeu i. R. wurde die Festrede Herrn Adolf Reinhardt übertrage», der sich dieser Aufgabe gut entledigte. Roch sei bemerkt, daß Herr R. Vizepräsident bei dem.Kampfgenossenverein und ebenso auch Vorsitzender beim Hess. Dragoner- Verein ist. In Weiskirch en ist Herr Carl Ai eher Mitglied des Gcmeinderats-Kollegiums. Die Synagoge daselbst ist nach größeren Kosten für die Renovationen wieder hergerichtet, sodatz der Gottesdienst wieder regelmäßig stattfindcn kann. Bei der Grundsteinlegung der kath. Kirche in Obertshausen wurde Dr. Wolf in das Ehren- Komitee gewählt und von Pfarrer Eich selbst hierzu vorgeschlagen. Wien. In Krakau wurde Hofrat Joses Sare zum Vizxpaäsidenten der Stadtgemeinde gewühlt, «ine Wahl die umso bedeutungsvoller ist, da Bürgermeister Dr. Leo infolge seiner Wahl zun, Reichsrats ab geordneten einen großen Teil des Jahres auswärts sein wird. —, Ein seltsames Testament hinterließ der in Großwardein gestorbene Simoit Grünwald, indem er je 100 000 Kronen der orthodoxen jüdischen Gemeinde und der protestantischen Kirchengemeinde hinterließ. Czernowitz (Bukowina). Ein tragischer Todesfall bildet hier das Tagesgespräch. Der 13jährige Realschüler Markus Kinsbrunner, ein gewandter und kräftiger Junge, versuchte einen dem Ertrinken nahen jungen Mann zu retten, wurde aber dabei von diesem derart umklammert, daß er mit in die Tiefe gezogen wurde. Marienbad. Zu der nach „Blechs Oesterr. Wochenschrift" mitgeteilten Liste der hiesigen Hotel- und Villenbesitzer, die sich in hervorragender Weise für den antisemitischen Reichsratskandidaten cinsetzten, schreiben die Herren Otto und E r n st L u ch a, Besitzer des G r a n d - E t a b l i s s e in c n t s Panorama: „In der letzten Zeit kursieren über unsere angebliche Tätigkeit bei den letzten Reichsratswahlcu alle möglichen Gerüchte und machen daher aufmerksam auf folgende Berichtigung: Es ist absolut unwahr, daß wir uns in irgend einer antisemitischen Weise betätigt hätten und erklären hiermit auch öffentlich, daß wir nns bei der Wahl, sowie bei den Stichwahlen weder in Marienbad noch in unserer Gemeinde Auschowitz mit unseren Stimmen für irgend eine» Kandidaten beteiligt haben, d. h. der Wahl gänzlich fern geblieben sind." Krakau «Galizien). Der getaufte Sobn des einen Tag vor seinem Tote getauften früheren jüdischen Kultuspräsidcnlcu Meudelsburg wollte der Kultusgemeinde 500 Kronen zur Verteilung an jüdische Arme übergeben; die Annahme dieser Gabe wurde selbstredend verweigert. Karlsbad. Selbstmord verübte in feiner hiesigen Billa der bekannte Arzt Dr. Sieskind aus Krakau. Als Grund für diesen Schrill des hoch angesehenen Mannes wird Verzweiflung infolge schwerer Krankheit seiner Tochter angesehen. Budapest. Heinrich Bau mg arten, Direktor der Danubius Schiffsbau-Aktiengesellschaft, einer der hervorragendsten Ingenieure Ungarns, wurde zum H o f r a t ernannt. Petersburg. Aul Eingabe des Organisationskomitees des Dentistenkongrcsses in Charkow hat der Minister des Innen, die Beteiligung j L d i s ch e r D e n t i st e n an diesem Kongresse nunmehr erlaubt. Loudo«. Der bekannte Lustflieger P e s a ch Gamsu stieß auf seinem Rade mit einem Slutomobil zusammen und wurde getötet. Gamsu stammte aus Kurland und war noch sehr jung. London. Sir Matthew Nathan, Sek-etär der PostveNvaltung, wurde zum Vorsitzenden der Fiskus Verwaltung ernannt. Sir M- Nathan ist der einzige Jude, der zu verschiedenen Malen das Amt eines Gouverneurs in einigen britischen Kolonien bgsteidete. Nr. 30. Jerusalem. Am 12. Juli ereignete sich etwas Ungewöhnliches in der heil. Stadt. In der Jaffastraße explodierte in der Drogerie „Schocher n. Comp." eine medizinische Flasche, die alels in Brand steckte. Da wir hier noch immer keine Feuerwehr haben, brannte der größte Teil des Geschäftes nieder. Rur wenig konnte gerettet werden. Der Zusammenlauf der Menschen und militärischer Eingriss brachten den Verkehr in Stockung. Benan schel Hoamitti. New-Uork. Lewis Einstein, Legationssekretär in Peking, ist zum bevollmächtigten Gesandten in Costa Rica ernannt worden. Etwa 50 orthodoxe jüdische Familien werden von Chicago nach dem Norden von Minnesota gehen, wo sic 10000 Acres Land zur Errichtung einer landwirtschaftlichen Kolonie erworben haben. Rew-Aork. Jacob H Schiff eiwarb die große hebräische Bibliothek des Prof. Kautsch für das hiesige Rabbi ne r sein in ar. Aus de« Vereinen. Frankfurt a. M Der 1904 gegründete Verein I ,' r a li t. Fr a ue n he i m i n B ad Nauhci >»", der unbemittelte weibliche Personen unentgeltlich oder gegen Ersatz eines Teils der Selbstkosten in seinem Nanheimer Heime auftiimint, hielt dieser Tage seine G e n e r a l v e r s a in in l n n g ab. Die von Rechtsanwalt A. Horovitz verfaßte,, neue» Statuen wurden gcnchmigt. Die Vorstandswahl ergab folgendes Resultat: Dr. F. 5k a u ff manu (Vorsitzender), M i ch a e l M. M a i n z, r t h u r Oppenheimer, Max Schott, David H e r r m a „ „, Rcchtsantv. A. Horovitz und Frl. Recha Ettling er. Aus der Lehrerwett. Tunis. 104 jährig verschied hier Rabbiner I e h u d a Jermauii, der hervorragendste Talmudgelehrtc Nord-Afrikas und seit Fahren als Heiliger verehrt. Allgemeine Mitteilungen. Das 28. B „ „ d e s f c st des Deutsche» Radfahrer-Bundes (4.—13. August) Irürd seine sämtlichen Vorgänger weit übertreffen. Der Festzug wird an Größe und Ausdehnung de», Turnerznge vom Jahre 1908 wohl nicht nachstchen, ihn aber an Vielfältigkeit übertresfen. Zum Konkurrenz - 5korso haben nicht weniger wie 72 Vereine gemeldet. -120 Vereine sind durch Bannergruppen zu Rad vertreten, wahrend ca. 50 weitere Banner in Zwei- und Vierspännern mitgeführt werde». Der 1. Teil des Zuges besteht ausschließlich ans Radfahrern und dürfte allein eine Ausdehnung von mehr als 3 Kitometeri, haben. Der fortwährende Wechsel in der ganzen Beschaffenheit der teilnehmenden Vereine. aus Nord und Süd, Ost uiid West, der Blumenschmuck mrd die Verschicdenartigkeit der Kostt'nniernng werden zweifellos ein außergewöhnlich lebhaftes Bild abgeben. Briefkasten. L. Offiziell liegt über das Ergebnis der Alliance-Wahlen auch heute noch nichts vor. Offiziös hat die Pariser Leitung verkünden lassen, daß die Pariser Liste mit 6000 Stimmen Mehrheit gesiegt habe. Daß die Pariser Herrn nicht offiziell, das Wahlrcsultat mitteilen, zeigt, daß diese Herren sich bei ihrem Siege garnicht wohl fühlen. Sie haben die Wahlproteste zurückgewiesen, viele „och nicht stimmberechtigte „eiw Mitglieder, die i», Orient noch in letzter Zeit „geworben" wurden, haben an der Wahl teilgeuommeu usw. Ein korrektes Wahlresultat hätte - allem Anscheine nach andere Zahlen ergeben. An eine Anzahl Leser. Wir geben ihnen hier aus dem Artikel in dem sogenannten Zentralorgan für das orthodoxe Judentum, der unseren vorwöchentlichen Leitartikel veranlaßte, einige Stellen wieder. Schon das Motto des „Neutralisiertes Jndeiitum" betitelten Artikels „Ist der Baal Gott,, so folget ihm nach. Zst's aber Gott, so folget ihm nach", war ein unerhörtes Stückchen. Und dann in dem Artikel Stellen wir folgende: „. . . in seinen Spalten so feierlich der sinaitischen Wahrheit den Fehdehandschuh hinwerfen . . oder: „Freilich — unsere bis auf die Knochen national Gesinnte», auch wenn sie sich aus Gewohnheit traditionell nennen, fragen „ach Tradition und Thora — nichts." Diese Pröbchen dürften genügen. Sic lassen zu kraß eine ganz bestimmte Absicht herausfühlen. Für eine sachlich gehaltene Erwiderung hätte es eine andere Form gegeben. Bereins-Kalender. Samstag. Verein „Me kor C h a j i in", 41/4 Uhr, Friedberger Anlage: Mikro-Vortrag (Moses Goldstein). . ' . .

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