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Neue jüdische Presse · 1911-07-14 · Heft 28 (14.7.1911) · p. Seite 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
9 (1911)
Issue
Heft 28 (14.7.1911)
Date
1911-07-14
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite 10. Nr. 28. Frankfurter Israelitisches Famrlienblatt. Handwerks behilflich sind, und die Fürsorge für jüdische Soldaten durch Soldatenheime. An den Vortrag knüpfte sich eine eingehende Diskussion. Berlin. Rabbiner Dr. Rosenthal-Köln wurde zum Rabbiner an den hiesigen orgelfreien Synagogen gewählt. Pforzheim. Hauptlehrer Sommer, der Kantor unserer Gemeinde, ist zum Stadtverordneten gewählt worden. Fürth. Zum ersten Male ist in Bayern an einem humanistischen Gymnasium ein Jude angestcllt worden. Es ist das Dr. Abraham T ach au er- Günzenhausen, der nach hier berufen wurde. Wien. Oberrabbiner Dr. Löw bleibt also in Szegedin! — Trotzdem dürfte es interessant sein, den Schluß eines Artikels der ..Jüd. Ztg." hier wiederzugeüen. Dieser Artikel, der sich mit der Person des Dr. Löw eingehend beschäftigt, schließt: „Es muß aber festgenagelt werden, daß der Wiener Kultnsvorstand .einen Löw als Gelehrten zum Rabbiner bestellt hat. Eines steht jedoch fest: er hätte zu den Herren Stern und Güdemann als Dritter gepaßt. Aber nicht diesen Dritten suchen die Wiener Juden, nicht einen Rabbiner, dessen ganze Befähigung aus aramäischen Pflänzennamen und Anmaßung, aus Plagiaten und dem Verdienste seines Vaters besteht! Jeder aufrechte Jude, welcher Partei oder religiöser Richtung er auch angehören mag, wird mit Befremdung, ja mit Entrüstung die Tat Löws verurteilen, der unsere alten, erhabenen Gebete jn denen die Leiden und Hoffnungen, die Denkweise und Gefühlsart unseres Volkes zum Ausdruck kommen, gegen christliche, uns wildfremde Gebete zu verschachern suchte. Diese Tat wirft ein grelles Licht auf Dr. Löw. Sie zeigt ihn als einen fanatischen, magyarischen Fokos-Assimilantcn, dem alle Mittel gut sind, um seine verheerenden Ideen in die Tat umzusetzcn. Sie wirft ein grelles Licht auf 'seine „jüdische" Gefühlsart, mit det die Leopoldstädter Juden nichts gemein haben wollen." SmoleuSk lRußlandl. Rabbiner Abraham Baruch Solowietschik ist plötzlich von der Stätte seines irdischen Wirkens abberusen worden. Mit chm ist ein Mann glänzender Talmudgelehrsamkeit und ungewöhnlich großer Lebcnsllugheit dahingegangen. Er war ein Sohn des berühmten Brisker Raws Rabbi Josef Bär s. A. und ein Bruder des jetzigen Brisker Raws Rabbi Chajim. In Smolensk war er länger als 20 Jahre der Führer der Gemeinde. Aus de« Vereine«. Berlin. Die Sport-Abteilung des Jüd. Turnvereins Bar Kochba beteiligte sich am Sonntag an der großen Berliner leichtathletischen Konkurrenz, dem Stafettenlauf Potsdam- Berlin. Der Bar Kochba kann mit dem Erfolge zufrieden sein. Unter 38 Mannschaften von Sportsleuten, Turnern und Soldaten plazierten sich seine Mitglieder als 22. — Im Sonderwettbewerb der 13 erstmalig teilnehmenden Vereine endeten sie au 6. Stelle. Unter den 4 erstmalig teilnehmenden Turnermannschaftcn war die des Bar Kochba die zweite. Bei den umfassenden und schwierigen organisatorischen Vorbereitungen, die gerade diese Konkurrenz erforderte, ist der Vorteil einer mehrmaligen Praxis ein so großer, daß, ein Vergleich des rein sporllichen Könnens billigerweise nur unter den im .Sonderbewerbe zusanlnicntreffcndcn Mannschaften möglich ist. Hamburg. Der Beretn zur Gesundheitspflege schwacher israelit. Kinder, der 1900 für Ferienkolonien usw. 6094 Mk. verausgabte, wendete 1910 hierfür 27 296 Mk. auf. In seinem Hospiz zu Duhnen bei Cuxhaven hat er int1 vergangenen Jahre 195 Knaben und 116 Mädchen verpflegt. Hamburg. Der Israelit, humanitäre ,F rauenverein (Vorsitzende: Frl. Sidonic Äöisuer) erösfnete jüngst in Sc gebe rg sein Ferienheim, bestehend aus einem Hause mit 14 prächtigen Zimmern, Veranda, Terrassen nnd Garten. In verschiedenen Abteilungen sollen hier jeden Sommermonat je 25 Jugendliche streng rituell verpflegt und mit Soolbäbern versorgt werden. Zuerst kommeir die schulentlasseiten jungen Mädchen an die Reihe, dann die Kleinsten, und i»r Ferienmonate ziehen die Schulmädchen ein. Köln a. Rh. Dte Jüd. Arbeitsstätte u. B r o ck e n s a m m l u n g „P e a h" kann mit Genugtuung auf das von ihr in ihrem zweijährigen Bestehen Erreichte blicken. Durchschnittlich 7—8 Leute stehen bei ihr im festen Arbeitsverh'ältniL: 2 Arbeiter zum Abholen der Zuwendungen, 2 zum Sortieren, 1 Schuhmacher, 1 Schneider, 1 Näherin und eilt Verwalter. Außer diesen Leuteit Werden noch arUle Leute beschäftigt, die Köln passieren nnd die Gelegenheit benutzen, statt zu betteln, sich; durch Arbeit in der Peah einige Mark zu verdienen. Die Peah verausgabte att Arbeitslöhnen in den zwei Jahren ihres Bestehens fast 10000 Mk. Köln a. Rh. Der Verein „Israelit. Lehrlingsheim (Vorsitzender: Dr. Ä. Auerbach) versorgte in seinem abgelaufeiien Geschäftsjahre 26 Zöglinge in seinem Lehrlingshcint, 3 auswärts und 5 bei ihrett Eltern in Köln. Sode« i. Taunus. Die Kuranstalt für arme Israeliten verpflegte 1910 im Sommer- Halbjahr 213 Personen mit 8922 Tagen. Auch; die Winterkur hat dank der Ertveiterung des Anstaltsgebäudes — auf Kosten der Freifrau W. C. voit Rothschild — stark zugenonunen. Größere Beiträge spendeten Baronin Salömon voit Rothschild (Francs 15 000) und die Kiitder des verewigten Ehepaares Wolf Stern und Frau Esther gcb. Bender-Hanau {JL 5000). Rew-Aork. Der Föderation der rumänischen I »den Amerikas nnd die A l l i a n z rumänischer Inden haben sich verschmölze». Dr. Siegel stein ist zum Präsidenten, Dr. Julius Weis; zum Vizepräsidenten nnd Dr. Joseph-Braunstein zum Sekretär der neuen Organisation gewählt lvordcir. f. €. jStrubberg & Co. 25 Neue BTainzerstrasse 25. Spezial-Geschäft für elegante Damen- Wäsche. Vereins-Kalender. Samstag. Verein „Mekor Chajim" 4 Uhr, Friedbergcr Anlage: Mikro-Vortrag (Joseph Bambcrger). — „Montcfiore"-Bercin 6 Uhr, Seilerstraße 22: Gesellige Znsainmenknnst. Mittwoch. „Moutefio re"« Verein 9 Uhr, Seilerstraße - 22: Josef Israels und seine Kunst (I. Kornns). Briefkasten. R. Sch., B. 13. Februar 1900 14. Abar 5660. AUFRUF! lieber Drobobhcz in Galizien ist eine entsetzliche Katastrophe bereingebrochen. Während der eben abgeschloffenen ReichSrarswahl sind 25 Menschenleben zum Opfer gefallen; weitere 25 ringen schwer verletzt mit dem Tode. Frauen haben ihre Gatten verloren, mehr als 80 Kinder sind zu Waisen geworden. Die Familien sind der Rot, der Verzweiflung preisgegeben. Wir appellieren an Me, welche die Fähigkeit, den Schmerz anderer mitzufühlen, nicht verloren haben, sich mit uns zu vereinigen. Wir können die Toten nicht mehr lebendig machen, aber wir können, durch rasche Hllfe die Bezweiflung mildem, die Not lindem. Wer rasch gibt, gibt doppelt. „Galiziseher Hilfsverein“ Wien« IX., Berggasse 4. Wasch- und Bleichanslalt „Tamms1, Inhaber: Ebh. Adrian Telephon 116. Oberursel i. 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