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Neue jüdische Presse · 1911-04-07 · Heft 14 (7.4.1911) · p. Seite 12

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
9 (1911)
Issue
Heft 14 (7.4.1911)
Date
1911-04-07
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Heite 12. gratis. Dies war im Berichtsjahre 14mat erfordert lich. 'Mitunter bedurfte cs nur einer Äneijerung,' um die Frauen zu sorgfältigerem Reiiimachen zu veraukissen. Oft waren aber auch die Frauen, zumal in kinderreichen Familien, zu schwach, die ganze Hausarbeit allein zu leisten. In 5 dieser Fälle stellten wir von Zeit zu Zeit eine Putzfrau. Auf besonders Peinlicher Reinlichkeit bestanden wir in den Familien, die..Lungenkranke anpvieseii. In Würdigung der Gefahren, die von der Wäsche solcher Krauten -ausgehen tönnen, verteilten wir in einer ganzen Anzahl von Fällen Wäschcsäcke unentgeltlich. Kurz erwähne» wir noch, das; lvir Wohnungen, in denen Pflegekinder untergebracht sind, unsere besondere Ausmerrsamteit zuwcndcn, und Laß wir dort, wo Heimarbeit getrieben wird, auf Trennung von Arbei.s- und Schlafzimmer, dringen." Köln a. Rh. Die Jüürsche Lei eh at te ist in ihrem .soeben beendeten zweiten Berrinsjahre von 814« Pers o neu besucht worden. Hoheuialza. Der Wvytlärigkeits bazar des Israel. Franenverein zu Gunsten eines Ferienheims ergab einige tausend Mari Reingewinn.. kÄlrir. Am 26. Märi. fand unter Mitwst kung Dr. Franz Oppenheimers, Hermann Bahrs, des Hofburgschauspiclers Heine und des Mitgliedes des Deutschen Boikstt^atcrs Frau llllernch «in vom- Vereine „Chcirnth" veranstalteter Bibelabend statt.. - Dr. OPPenhc im e r leitete den Abend durch emeu Vortrag über die Agrarreform in dev mo.saischen Gesetzgebung ein. Die Staaten des Altertums, führte der Redner aus, gingen infolge der Latifundienwirtschast zugrunde. Die. Gesetzgeber Athens, Spartas und Roms versuchten durch Agrargesetze der Landflucht und Entvölkerung zu steuern,. doch traf keiner von ihnen Maßnahmen, den Bauernstand für immer an die Scholle zu fesseln; ihr Bestreben richtete sich darauf, neue Bauern zu schaffen. Nur die mosaische, Agrarreform erkannte das. richtige Prinzip: sie/vernichtete das' Grundeigentum, ol.ne jedoch, den Privat besitz, (in Z-orm der Erbschaft) unmöglich zu machen. Auf demselben Prinzip: basiert die' Siedluugsgenvssenschast, die in diesen Tagenin. -dem - uralten Erez Israel die Grundsteine zu ihren Mirtschastgebäuden legt. Hoffentlich wird der Versuch gelinge», und dieses moderne und doch so uralte Wirtschaftsprinzip wird gleich dem--Monotheismus vor - 3000 Jahren den Weg durch die Welt antreteii. Palästina aber wird wieder die Geburtsstätte menschlichen Heiles werden. Dr. Oppenheimers Ausführungen wurden von stürmischen Be'.sallslundgcbungen unterbrochen. Aehnliche Begeisterung löste die nachfolgende unter dem Eiiidrucke von Oppenheimers Vortrage improvisierte ' Ansprache Her m.a u u Vahrs aus. Hran^urter Israelitisches ^amÜienölatt. welcher als hervorragendste Eigenschaft des'jüdischcn Volkes die beispiellos dastehende Lebenskraft bczeichnetc. Hierauf las er einige Abschnitte aus dem Buche „Kohelcth." . Den ausschließlich rezitative» Teil .des Abends besorgten Herr Heine und Frau Ullcr.ich, welche einige Kapitel aus den Richtern, das Lied der Lieder und Ruth laseir. - - Innsbruck. Ai» 24. o. Mts. kam die Reihe der Vorträge im Freidcnkcrheim über das Thema: „Thcol o g i sche u. wissen sch ast l ich c W e lta n s ch a u u n g" an den hiccortigen Rabbiner -Dr. Sag her. In einem zweistündigem Vorträge wllßtc der Vortragende die Spannung der vornehmen Zuhörerschaft) aufs höchste zu steigern. Der Redner ging von vem Siandpunkte aus; daß cs jeder Berechtigung einer Scheidung zwischen Theologie /und Wissenschaft an Boden mangelt, da die heil. Schrift durch die Kanonisieruiig' des ..Kohelcth" dem weitgehendsten Freisinn und Skeptizismus das Stigma der Berechtigung verlieh, während andererseits das Resultat dieses großen Grüblers rmd Zweiflers doch dahin anslief: „Fürchte Gott und halte, seine Gebote", denn das gehöret, allen Menschen zu. Kunst rmd Literatur. Indische Dorfgeschichten von Arthur Kahn. 172 Seite», drosch. 2.— geb. 2,50 Mark. Berlin, M. Poppelancr. Ä ch t u n d v i e r z i g! Tragische Erlebnisse einer kleinen Stadt, erzählt von Leo Löwcuthal. 270 Seiten, drosch. 1,50 . geb. 2.— . /£. Berlin, M. Poppelancr. Zwei die gleiche - Zeit und das gleiche Milieu behandelnde Erzählungen, — und doch recht verschiedenartig. Während Kahn einen verklärte» Schimmer über die Zeit, da unsere Väter noch jung waren, ausbreitet, sie uns, den abgehetzten Söhnen einer raschlebigen Gegenwart, in -ihrer gemütlichen Ruhe lieb macht und besonders ein 'Sehnen nach der Poesie und der Prosa des damaligen jüdischen Lebens eriveckt, — erzielt Löwcnthal die gegenteiligen Wirkungen; in-seiner Erzählung atlnet die muffige Luft der vormärzlichcn Zeit, wir ersticken fast in der Enge der Gassen seines Gröbzigs, wir amüsieren wis wohl über jene patriarchalischen Zustand: und jene unmündigen Menschen, aber wir danken Gott, der uns jene Zeiten' nicht »rchr hat erleben lassen. Und die Jilden Gröbzigs sind der Belveis, warum die neue Zeit mit ihren, ganz' neuen Verhältnissen und Fordcrnngcn . so verheerend in der deutschen Judenheit wirken mußten — es war nur noch die Firnis jüdisch gewesen. Kahn ist ein gemütvoller, Lölventhal ein flotter Erzähler. Bei Löwenthal fehlt — im Bestreben, realistisch zu schildern — mitunter die Finesse; 9tc. 14. auch scheint er, der die Megillah am Paanii Esther vvrlesen läßt, als Jude selbst ein. Opfer der neuen Zeit geworden zn sein. Eine » c n e h e b r ä i s ch e P a l ä st i n a z e i t» sch r ist. Soeben ist in'Jaffa unter der Redaktioii. des bekannten Pädagogen und hebräische» Schrift-, stctlers Israel B c l k i n d das erste Hest einer populärwissenschaftlichen Monatsschrift für die Kunde .Palästinas mit. besonderer Berücksichtigung der praktischen Kolonisätionsfragen erschienen. Die neue hebräische Monatsschrift führt den - Rainen „H a in m e i r." Die erste Nummer enthält n. a. interessante Erinnerungen aus, der Zeit der Gründung von Rischon le Zion, einen Aussatz über die Kolonie Chederah, einen Brief von Rabbi Hirsch Kalischcr ans dem Jahre 1868 usw. Spenden. . Bei dem Franks. Israel. Familieiiblatt gingen für ' den J ü d. N a ti o u a l so »d s ein: Dr. med. I. Wolf, Obertshausen und L. P. Frantsurt a. Pi. 1 Orlbanm auf den Namen des Brautpaares I. Wodowski), Offenbach a. M. 6.— .11. L. P. statt Telegramm zur Hochzeit Erlangcr/Färntrog 0,50 „ Fritz Selka gratuliert Familie Landsbergcr-Heilbronn zur neuen Wohnung . 1.—i „ Fritz Selka statt Telegramm zur Hochzeit Wodowsky-Offenbach 0,50 „ Chaim Gilwan ans den Namen seiner lieben Pensivnseltern S. H. Goldmann und Fron 2 Oelbäumc 12.— Staniol: Rost Feist, Elsa und Josef Levigard. Marken: Hedwig Levita, Henriette Auerbach. Ferner für die Notleidenden in Jerusalem: Sammlung ans dem Bankett zu Ehren des 25 jährigen Jubiläums des Chordirigenten L. Seckbach _ 38.— Allgemeine Mitteilungen. Kunst ausstell u,l g im HauseWron ker. Die schöne Ausgabe, die Kunst zu popularisieren, hat sich die Firnia Wronker nunmehr zu eigen gemacht. Ihre heute eröffnet: Kunstausstellung ist vielversprechend. Fritz Overbeck, Westcnd o r p und Cst a r c n b a ch sind bekannte Namen. Vor allem natürlich der verstorbene Overbeck, der auch den größten Teil des. Raunies ausfüllt mit seinen koloristisch hervorragenden Bildern des Frühlings und den Winters. Die Sammlung Overbeck ist reichlich und gut. Mau braucht nur Bilder ^n iieimiieu wie „blühende Kastanienbänme" oder ,chlühcndc Kirschbäiime." Auch Plastik. Radierungen, Kuustgewerbc und Reproduktion sind in der Ausstellung in reicher Auswahl vertreten: ‘Fertige Anzüge in eleganter Form, aus neuesten Stoffen. --------------- " Ffir Herren ..zu Mk. 37, 30, 33. 35, 38. 40, 43, 45, 50—85 FürJiiuglinge . ..... . zu Mk. 33, 35, 38, 30, 33, 35 38, 40, 45—50 Ffir Knaben zu Mk. 16, 18 30, 33, 35, 38 30 33 35—45 Fertige Anzüge ■ ln einfacher Ausführung, aus soliden Stoffen. Für Herrfn . . *u Mk. 14. IO, 18, 20, 33, 35 :: Ffir Jünglinge . . zu Mk. 10, 13, 14, 16, 18, 30 ■;-Ffir Knaben . . ... zu Mk. 3, 4, 5, 6, 7, 15 Wisfestlgea äiaAsaige sm giBsstinf *S1# gilbst ra «vL snKvdsv so s!ss ss&baiiraiaaa IdlstBBgifäMgkeit. — AtevaU ist himnagigä. - liagaBg na ^«skiiiia tägUah. Verkauf zu billigen, festen Preisen, welche mitdeutlichen Zahlen auf jedem Kleidungsstücke yermerkt sind. . '3* Spezialhaus ffir Herren- und Knaben-KIeidung. liiebfranenstrasse 8—10 ui Neue Kräme 27. TOala ia Höchst a. ML, SSalg&teiaststift&Bs S.

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