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Neue jüdische Presse · 1911-03-24 · Heft 12 (24.3.1911) · p. Seite 11

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
9 (1911)
Issue
Heft 12 (24.3.1911)
Date
1911-03-24
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 12. i ' Frankfurter Israelitisches Fannlienbtatt. Seite 11. ich mir die kleine Mühe nicht verdrießen lassen und die Argumente für meine Behauptung znsammenstcllem Bevor ich an.die Beweise herangehe, will ich einige Sätze aus der Abhandlung „Das Okapi" .zitiere». Seite 465 heißt es: . . . ihre (der Eingeborenen) Berichte und dürftigen Erzählungen beschränken sich aber im allgemeinen darauf, das; das Okapi ein zebraähnlichcs Geschöpf mit dunkelbraunem Oberteil sei, und daß es mehr als einen Huf habe.". Ferner, Seite Miß: „Da stellte sich nun klar heraus, daß das Okapi kein Pferd, sondern ein Wiederkäuer ist." Und Seite -167: „Das Interessanteste am Okapischädel bleibt, jedoch die Stiernpartic. Hier lassen sich drei deutliche Erhöhungen wahriiehmen; zwei an jener Stelle, wo bei andern Tieren die Hörner zu sitzen pflegen und eine zwischen den Augen, mitten.ans der Nasenwurzel." Ich will nun meine Argumente bringe», das; dieses Tier dasselbe ist, das in der Bibel (Exod 25, 5 und 35, 7) den -Namen „Thachasch" trägt, und daß die Talmudisten, wahrscheinlich durch Tradition, mehr oder .weniger eine Ahnung^ über die Beschaffenheit. und die Eigenheiten dieses Tieres hatten. Es heißt (Exod. 25): „Nehmet von Euch eine Hebe dem Ewigen ans, jeglicher, den sein Herz treibt, bringe die Hebe des Ewigen, Gold . . und Thachaschselle nnd Schittimholz." Lntber, und mit ihm. alle christlichen Bibclübcrsetzer, übersetzen: „Thachasch" mit „Dachs" (siehe Anmerkungen za Kitto's „Jllnstrated Family Bible": siehe auch, James - Jnglis „Bible Text Cyclopedia" nnd John Eadic „Dictionary.of the Hob, Bible). Dagegen haben die-ineisten jüdischen Bibelübersetzer das Wort nnübersetzt gelassen, weil sie mit Recht ans die Zweifel' des. Talmuds, was eigentlich „Thachasch" war, Rücksicht genommen haben. .Der berühmte Bibelkommentator „Raschi" hat an genannten Stellen sich aller Erklärungen enthalte» nnd begnügt sich 'damit, den Talmud zu zitieren. „Eshatte dieses Tier nur zu jener Zeit, richtiger nur für jene Zeit und für jenen Zweck (Bau des Tabernakels) existiert." Wir finden. das Tier „Thachasch" nochmals in Ezekiel 16, 10 erwähnt und dort lautet die Uebersctznng von Raschi-- „Calzaite Taisson". Man darf aber annehmen, daß diese Uebersetzung nicht von „Raschi" herrührt, sondern sich aus dem Golnth Jehndah (Bcnetia 1612) des italienischen Gelehrten Leon Modena durch eine Randbemerkung verirrt hat; „Raschi" widerspricht sich sonst niemals und bleibt immer seinen einmal als richtig angenommenen Uebcrsetzungen treu. Gesenius bringt drei Uebcrsetzungen: 1. ..delphinfarbig", 2. „sasfianartig" und 3. — mit welcher Uebersctznng er sich einverstanden erklärt — „Dachs" oder „Delphinart". Die Encyclopaedia Biblica gibt außer diesen von Gesenius gebrachten Uebcrsetzungen noch andere an und zwar' unter 1, das; mit Thachasch „Tajisch" (Bock gemeint sein kann, was.aber als „weniger wahrscheinlich" bezeichnet ist, weil dieses Fell rotgefärbt separat unter den Namen „Elim" im selben Vers erwähnt ist. Unter 5, und als „sehr wahrscheinlich" bezeichnet, ivird Thachasch mit „EgyPtisches Leder" übersetzt. Mir ist die Wahrscheinlichkeit dieser Uebersetzung nicht einleuchtend. Wohl könnte diese Uebersetzung in Ezekiel 16, 10 in Berbindung mit „Waenahlcch", d.. h. „Ich werde Dir aus „Thachasch" Fußbekleidung machen", angebracht sein, keineswegs aber in Exodus in Berbindung mit „Orath", d. h. „Felle", was dahin bedeutet, daß Thachasch der Name des Tieres ist, dessen Fell genommen werden soll, analog zu „Oroth-Elim", womit das Fell des Ziegcnbockcs gemeint ist. Die „Jewish Encyclopaedia" neigt der Ansicht zu, es mit „Widderfelle" zu übersetzen, ich muß aber da der Encyclopaedia Biblica bcistimmen, die diese Uebersetzung ans aizgeführtcn Gründen als „sehr unwahrscheinlich" bezeichnet. (Schluß folgt.) Vereins-Kalender. Freitag. Verein „Mekor Cyajim," 8Ve Uhr, Langestr. 18: Zwanglose Zusammenknnst. — „M o n t e f i o r e" - B e r e i n, 8»/- Uhr, Seilerstraße 22: Zwanglose Zusammenkunft. — „Tal- 1111t d Thora" - Berein, nach Schluß des Abendgottcsdienstes im Hörsaal Börneplatz: Vortrag. Samstag. Verein „M e k o r C h a j i m", 3U> Uhr, Hörsaal Friedberger Anlage: Mikro-Vortrag (stud. Phil. Philipp Feist). Sonntag. Verein „Tis eres Bachurim", S(,2 Uhr, Hermesweg 27: Jjob-Schinr (Rabb. Dr. Horovitz). Mittwoch. ,.M o n t e f i o r e" - B e r e i n, 9 Uhr, Seilerstr. 22: Hauptversammlung._,_ Schweizer Stickereien JF. C. Strnbberg Co. nur 25 Nene Mainzerstrasse 25. gingen für den ein: Namen 1 Oel- 6 - Jk 12- Spenden. Beim Franks. Jsr. Familienbl. Jüdischen N a t i o n a 1 f o n d s Lehrer Brilling spendet auf den „Knltnsgcmeindc Ballenstedt" bäum Ans den Namen Kantor G. Winter und Frau gesammelt bei deren Hochzeit durch Frau Lea Bamberger 2 Oelbäume Frl. Jda Rosenheimer-Antwerpen pflanzt ans den Namen ihrer lieben Großmama Frau Bertha Rosenheimer 1 Oelbaum Frl. Jda Rosenheimer-Antwerpen pflanzt auf den Namen ihres seligen Großvaters Raphael Rosenheimer 1 Oelbaum Benzion Bamberger und Fran, Telegrammablösung Hochzeit Meyer/May Hirsch, Hermesweg 24, gratuliert Fingerhut Staniol: Erna Böttigheimer, Hegelstr. 7. Ferner für die Siedlnngsgenossen schuft in Palästina: Lewisohn 5,— Jk Bei I. Wodowski, Offenbach, gingen fiir den I ii d. N a t i o n a l f o n d s ein: Sammlung Staschnik im Hause Weismann 3,40 Jk Sammlung bei der Generalversammlung 3,40 „ 6.— 6.- 0»50 0,50 Allgemeine Mitteilungen. Seit einiger Zeit hat Frankfurt auch, im Mittelpunkt der Stadt und nahe vom Westend eine jüdische Konditorei, nämlich dieKonditonciLoeser, Gr. 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