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Neue jüdische Presse · 1911-03-24 · Heft 12 (24.3.1911) · p. Seite 4

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
9 (1911)
Issue
Heft 12 (24.3.1911)
Date
1911-03-24
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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«eite 4. jfeanfffltfct FsrEWS Nr. 12. Der Rabbiner verspracht und . Herr Meier entfernte sich. „Auch das noch!" — flüsterte er in sich hinein, indem er den Hut tiefer in die Stirn drückte. Als er nach Hause kam, traf er Emmi allein im Wohnzimmer. „Sind sie noch nicht vom Standesamt zurück?" ,/b doch! Es wird ja schon bald Zeit, daß wir mit Lili'S Toilette beginnen." „Egon ist doch nicht bei ihr?" „Nein! Es ist nicht üblich, daß Braut und Bräutigam so kurz vor der Trauung zusammen sind." Herr Meier atmete tief auf, fuhr sich, wie sinnmrd, mit der Hand über die Stirn, trat dann zum Schreibtisch, schloß ein Scitenfach auf und entnahm demselben einige Papiere und einen kleinen in Papier gehüllten Gegenstand. Dann nickte er Emmi grüßend zu und griff abermals nach seinem Hute. - ' „Du gehst wieder fort, Papa?" „Nur zu Hoffmanns, ich habe Egon noch etwas mitzuteilen." „Muß das denn grade jetzt sein? Du siehst so müde aus." „Einen Augenblick, Papa, bitt, nimm wenigstens ein Gläschen Scherri oder Bordeau." „Wenn * Dir damit ein Gefallen geschieht, gib mir, was Dir zunächst zur Hand ist." Er ließ sich überreden, nicht nur ein Glas, sondern einige Gläschen Scherri zu trinken, — und für den Augenblick änderte sich in Wirklichkeit die fahle Farbe seines Angesichts. Doch nur für den Augenblick. Als er gleich darauf in das Hösfmannsche Wohnzimmer trat, machte Frau Doktor Hoffmann nach der ersten Begrüßung dieselbe Bemerkung wie seine Tochter. /Sie sehen, so müde aus, Herr Meier, fühlen Sie sich nicht ganz wohl?" doch — ich bin allerdings in jüngster Zeit einigermaßen heruntergekommen —" „Sie müssen etwas für sich tun." „Das beabsichtige ich auch, lassen Sie nur den heutigen Tag vorüber sein. — Wo ist Egon?" „Oben in seinem Zimmer, ich glaube, mein Mann ist bei ihm." „Da gestatten Sie wohl, daß ich auch hinaufgehe, ich habe noch etwas Wichtiges mit ihm zu besprechen." „Wer nein. Sie sollen sich nicht hinaufbemühen, er kann herunterkommen." Sie drückte auf den Schellenknopf und befahl dein gleich darauf eintretenden Mädchen, ihrem Sohne mitzuteilen, daß Herr Meier ihn erwarte. Es währte auch nicht lange, da trat Egon mit seinem Vater in das Zimmer. „Guten Tag, Papa!" rief er heiter, „Du kommst gewiß, mich als jungen Ehemann zu begrüßen, denn als solchen habe ich mich schon unterschrieben. Sehe ich nicht schon sehr ehrbar aus?" „Gewiß," erwiderte der Angeredete, ein Lächeln erzwingend, „aber das ist nicht der alleinige Zweck meines Kommens." „Du warst schon bei dem Rabbiner? ist er bereit, uns zusammenzuschmieden für Zeit und Ewigkeit?". „Ich komme soeben von ihm und habe Dir auf seine Veranlassung eine Mitteilung zu machen." „Eine Mitteilung auf Veranlassung des Herrn Rabbiners, — da bin ich in der Tat gespannt." Er schob einen Sessel näher und ließ sich auf demselben seinem präsumtiven Schwiegervater gegenüber nieder. „Ich bin ganz Ohr, Papa." Herr Meier räusperte sich, es schien ihm nicht ganz leicht zu werden, vorzubringcn, was er vorzubringen hatte. Endlich begann er:. „Meine Mitteilung wird Dich interessieren, aber ich glaube nicht, daß sie Dich aufregen wird, — dazu fehlt jede Veranlassung." „Du spannst meine Neugierde mehr und mehr." „Wie gesagt, — ich glaube nicht, daß Du behindern Wert darauf legen wirst, — aber der Rabbiner sagte, es wäre unumgänglich notwendig, daß Dir die hebräischen Namen Deiner Braut und deren Eltern genau bekannt sind, sonst könnte möglicherweise die Trauung ungiltig sein." „Niui, ich denke, eure- Namen sind mir bekannt, Lili heißt Leah und —" „Du bist im Irrtum, Lili heißt allerdings Leah, aber die Nanien ihrer Eltern sind Dir nicht bekannt, denn — denn — sie ist meine wirkliche Tochter nicht, als Kind von tvenigen Tagen haben wir sie adoptiert." „Ich danke Dir für die Mitteilung," sagte Egon, ihm die Hand reichend, „Du hast in jeder Beziehung recht, die Sache interessiert mich allerdings, doch ich lege nicht den geringsten Wert darauf. Und wenn Lili die Tochter eines Bettlers lväre oder selbst eines Schurken, sie würde mir. nicht weniger teuer sein, als sie mir ist." „Nein, nein, in dieser.Beziehung kannst Dü unbesorgt sein, ihre Abstammung ist makellos, denn sie entstammt einer berühinten Gelehrtenfamilie in Rußland. Daher hat sie auch vermutlich ihre seltenen Geistesgaben, die wir so oft angestaunt haben." „Nun, dann ist ja alles gut. Aber wenn ich die Namen kennen muß. Du hast. sie . mir' noch nicht genannt. — Dürfte ich also bitten —" „Gewiß, das ist doch der Zweck meines Hierseins." Er griff bei diesen Worten in die Brusttasche, zog einige Papiere hervor und einen kleinen in Papier gehüllten Gegenstand. „Hier in diesen Briefen findest Du die Bestätigung meiner Angaben über die Familie Deiner Braut, die betreffenden Namen sind hier angegeben." Er entnahm der Papierhülle einen kleinen, goldglänzenden. Gegenstand. Ein Laut des Staunens entfuhr den Lippen der Frau Doktor Hoffmann. „Was ist das?" fragte sie hastig, „woher haben Sie das?" „Ein Medaillon," erwiderte er. „Das sehe ich — aber ich meine — woher haben Sic das?" - „Das. hat meine Frau in den Kleider des Kindes gefunden, das wir'adoptiert haben." (Fortsetzung folgt.) „Zu Geschenken eignen sich meine Operngläser, Feldstecher,Lorgnons, Barometer. Thermometer, Brillen, Pincenez; Spezialwerkstätte für Opm, Mechanik, Elektrotechnik. Physikalische Lehrmittel." „I. W. Albert, Inh. Paul Wanderey, Haus Neptun. Ecke Neue Mainzerstr. und Weißfrauenstr. 11. Tel. 7254, Amt I." M Gustav Schwarz ■ pnnirnD ^butivntstrass«^ I KUMILIIK nächst dem Schauspielhaus. Kvlu Lacken. Tel. 18479. Deutsches Frankfurt a. M. Zell 53. 1. Tel. 11381. Beobachtungen pr. St. I Mk. Ermit- - telongen, Recherchen u. Auskünfte v. 5 Mk. an. Gewissenhafte Ausführung u. strengste Diskretion als mehrjähriger Polizeiu. Kriminalbeamte gesichert. J. EMMEL & SOHN Schillerstrasse 26. Spezial-GesebSR für Hai-Q Zeleben-Utensillen. Holzbrand-, KerbsehnlM',Tarso-u.Batik-Arllbe]. Wocheu-Kalender. (Zeitangaben nach dem Luach.) Samstag, den 25. März (= 25 Adar): Sabbat-Anfang in Frankfurt a. M. 6 Uhr 15 Min. Sabbat-Ausgang in Frankfurt a. M. 7 Uhr 35 Min., in Berlin 7 Uhr 10 Min. Wöchenabschnitt: Wajakhcl und Pekudei. Inhaltlich erinnert Wajakhcl an die Sidra Terumoh. Wiederholt hören wir, wie Moses das, Volk zum Spenden von Rohstoffen für die Stiftshütte aufscrderte und wie reichlich die Gaben flössen. Mau mußte ausrnfcn, es sei iuehr als genügend gesmnmelt. Es werden in der wiederholten Zusammenfassung die Künstlcrhandwerker Bezalel und Oholiab genannt und von den Teppichen, Brettern, von der goldnen Lade, dem goldnen Tisch für die Schaubrote, dem kunstvoll getriebenen Leuchter, dem Räuchere und Ganzopferaltar erzählt. Den Schluß des Wochenabschuittes bildet die Beschreibung des „Umhofes", auch dies als Wiederholung. Bemerkenswert ist die Einleitung der Sidra mit, dem Gebot der Sabbatheiliguug mitten in der Geschichte des Stiftshüttenbaues. Die Tradition leitet daraus die Lehre ab, daß am Sabbat eben jene Arbeiten verboten sind, die beim Bau der Stiftshütte vorkamen. — In Pekudei hören wir von der Summe der eingehobene» Silberschekel, von den Priestergewändern, denr-Esodmantel, Brustschild, Oberrock, Gürtel und Stirnschild, von der inneren Einrichtung der Stiftshütte, von deren Einweihnng und der Priesterweihe. — Die Aufstellung der Stiftshütte fand im Monat Nissan statt, Vvin Rausch Chaudesch an beginnend. Die Priester wurden jedoch schon zuvor — in den letzten. Tage» des Monats Adar — geweiht. Lehre daraus: das Heiligtum ist an sich nicht Hauptsache, erst die Priester geben ihm Wert und Weihe, wie auch der prunkvollste Synagogenbau wertlos erscheint ohne die frommen andächtigen- Beter. Schabbos „Parschas'-Hachaudesch." — Es wird eine zweite Thorarolle ausgehoben und darin 2. Bch. M., Kap. 12, Vers 1—20 verlesen. Inhalt: Bereitung des Pesachlammes. Jeder Hausvater für sich und seine, Familie; gebraten am Feuer mit Bittern Kräutern und ungesäuerten Broten soll es genossen werden. Genuß- und Besitzverbot von Gesäuertem auf die Dauer-des ganzen Pesachfestes. —Jauzer-Einschaltung, auch bei Mussav! Einsegnung des Monats Nis.sau. Nausch-chaudesch: Donnerstag, 30. März. Stets nur 1 Tag. Mit Nissan Beginn des Festjahrcs. (Also Pesach als erstes F-est.) Nissan — 1. Monat. Das eigentliche, d. h. bürgerliche Jahr, beginnt im 7. Monat (Tischri). Nissan ganz der Freude gewidmet. (Vom 1.—12. Nissan war die Einweihung Marmektuues JaLeukteld! mit blauem Foulardbesatz auf Kragen und Klappen . . .. . . 33—51.— Heidi ptaiecfe Mvmrze Hiuftett* lincftlmO OTssergewöhnlich starke eftUSlUllltj Figuren passend, aus den besten schwarzen Stoffen . . 85.— ilofaiß IrnftenKostüme aus einfarbigen Stoffen, besonders marineblau, empireartig garnierte Fagons . 29.— 39.— 45.— 59.— KdmurzM. 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