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Neue jüdische Presse · 1911-03-17 · Heft 11 (17.3.1911) · p. Seite 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
9 (1911)
Issue
Heft 11 (17.3.1911)
Date
1911-03-17
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite 10. ZanÄieMM. Rr. 11. gearbeitete Vorhang erntete bei sämtlichen Synagogenbesuchern Anerkennung. Heute, Donnerstag, am ersten Jahrzeitstage hätten sich die Famäie und ein Kreis Freunde des großen Verschiedenen — darunter Justizrat Dr. Blau, der Präsident der Gemeinde — ans dem Fried ho sc zur Weihe des Dcnksteiues versammelt. Rabbiner Dr. Jakob Hör ob iß entwarf — gradezn , klassisch in Form und Inhalt —: ein Bild dessen, was sein Vater dem engeren Familienkreise und der ganzen Jndenheit gewesen ist, und was er beiden bleiben wird. Die Einheit seiner Persönlichkeit, die während ihres ganzen Lebens.nach bcnr einheitlich erfaßten Judentum lebte und wirkte, die Menschen- und Friedensliebe, die sein Wahrhaft jüdisch empfindendes Herz beseelten, und sein nie rastender Forscherdrang haben ihn zu einem Weisen gcniacht und die Summe seiner Tätigkeit für das Wohl der jüdischen Gesamtheit ihn mit ehernen Griffel in die Geschichte des jüdischen Volkes für einige Zeiten cingezeichnct. Aus ver zionistischen Bewegung. Frankfurt a. M. Wir machen nochmals auf die große O e f f e n t l i ch e Versammlung der Zionistischen. Jugend gruppe aufmerksam, die D o n n e r s t a g Leu 23. ds. im großen Saale des ehemaligen Kaufm. Dereius, Langestraßc 26, stattfinden wird, und in welcher Fräulein N an nt) Auerbach aus Köln über „Freies junges Judentum," sowie ein auswärtiger zionistischer Redner .sprechen werden. Offeuvach a. M. Die Zion. Ortsgruppe hielt ihre erste Generalversammlung ab, bei welcher ein Vertreter des Gruppenvcrbaudes für Hessen und Hessen-Nassau zugegen war. Den Jahrcsbcricht erstattete Lehrer Siam ant. Die Ortsgruppe hat sich gut entwickelt und zählt heute öl Mitglieder. Es fanden 3 Versammlungen statt, abgesehen von kleineren Zusammenkünften. Herr Petaschnik und Herr Wodowsky erteilen Kassen- und Nativnalföndsbericht. Der Etat belief sich aus über .300 Jk, für den Nationalfonds wurden rund 130 Jk gesammelt nsw. Dem Vorstände wurde Dechargc erteilt. Dr. mcd. Wo ls wurde als erster Vorsitzender nominiert, der übrige Vorstand wiedergewählt. Es wurde beschlossen, den Beitrag auf 6.—, Jk zu erhöhen und zwanglose Kurse über zionistische Fragen einznrichten. Berlin. Nachdem es sich bei verschiedenen Anlässen gezeigt hat, daß nur die persönliche Agitation Früchte trägt, hat die Leitung der Palästina Laub D e v c l o p m c u t - C p. beschlossen, den gleiche» Weg cinzuschlagen und ersucht alle Gesimiiingsgenossci, und Vereine, sie darin zu unterstützen. Ein Anfang ist bereits durch eine kleine Reise von Gesinnnugsgenossen Adolf Böhm, Präsidenten deS Zentralkomitees für Westösterreich, nach Galizien gemacht worden. Derselbe sprach am 4. ds. Mts. ’i» Lemberg, am f>. in Stani sl au und am 6. ds. Mts. in R c z c c z o w. In seinen Vorträgen skizzierte der Redner die Aufgaben der zionistischen Palästinaarbeit, die hauptsächlich darin bestünden, die Juden zum vorherrschenden Faktor im Lande zu machen, was nicht ans dem Gebiet der gering entwickelten Handel- und Gewcrbcbcnisc, sondern nur auf jenem der Landwirtschaft möglich sei. Das Instrument der Ausiedlnug sowohl besitzender als besitzloser Juden in Palästina sei die P. L. D.-C., deren Aktien abznsctzcn, momentan die wichtigste Aufgabe der Organisation sei. Nach de» massenhaft besuchten Versammlungen wurden an den .einzelnen Orten Aktien in größerer Anzahl gezeichnet. Aus Ser Lehrerwett. Berlin. Die Generalversammlung des deutschen R abb i n erv c rb an d es ist auf den 7. und 3. Juni angesctzt worden. ' Budapest. Im Rabbtnerfemmar sind Dr. Enten, Dr. Kan dl, Dr. Schwarz und Tr. Steiner zu Rabbinern promoviert worden. Budapest. Im Alter von 65 Jahren verschied in C s e j t e bei Vagnjhely, einer früher berühmten Gemeinde, Rabbiner Adolf L i p P Der sehr geschätzte Verblichene, bei dessen Leichenbegängnis der Pfarrer die Glocken läuten ließ, hinterließ einige tausend Kronen für Wohltätigkcitszwecke. Kopenhagen. Der Prozeß Oberrabbiners Dr. Lewen steins gegen die Gemeinde ist zu Ungnnsten des erstcren entschieden worden. Das Urteil des Obergerichts lautet, daß die königliche Sanktion mlr als eine Bestätigung der Gemcindewahl zu betrachten ist, um seinen Amtshandlungen die staatlichen Rechte zu sichern; der Gemeinde jedoch steht wie die Anstellung so auch die Entlassung zn. Trotz dieser Entscheidung stehen das moralische Recht und die Sympathien ans der Seite des charakterfesten Dr. L c w c n st e i » s, der sich sträubte, ein Mischehenjiideiitui» zu sanktionieren. Kunst und Literatur. Engen T s ch i r i k o w s Schauspiel „Die Juden." Hcrman» Bahr, Eugen Tschirikow, — zn gleicher Zeit zirei lebenswahre Urteile über die Juden der Jetztzeit. Es ist das nicht wunderbar: der Christ, so er mit offenem Auge dem jüdische» Lebe» »ähertritt, muß das Unwahre, das Unausgeglichene, das Zwiespältige in der Seele desheutigen Juden erkennen, —. und von da zu einem die Ursachen begreifenden Urteil ist für den eine einheitliche Persönlichkeit seienden Beobachter nicht schwer. So konnte Bahr jüngst in einem in Prag gehaltenen Vortrage die Typen unserer Äsfimilatioiisjuden treffend zeichnen und den Weg zur Befreiung dieses heutige» Dnrchschnittsjuden aus seinem verächtlichen nnkonsequenten Sein angeben. Und so stellt Tschirikow in dem Schauspiele, das gegenwärtig im Frankfurter Ko m öd ien ha u s über die Bretter geht, Juden auf die Bühne, an denen jeder Strich echt ist. ■ ■■■■■■■■■■■■■■■■■■ IE I Dskhi im A All Glas-, PorzeI[an> und ■ ■it L« Demi lUXCIf Cuxusroaren. ■ | Porzellan-Tafelservice 39 Kaiserstrasse 39 =SteinsiitWasihBarnitüreH ■ W» Porzellan-Kaffeeservice zwischen Kristall - TrlnKserolce ■ in jeder Zusammenstellung und Preislage. Weserstr. und Gallusanlage in grosser Auswahl zu civilen Preisen. ■■■ m - Telephon 309. - Frankfurt a. M. Gegründet 1845. ■ ■■■■■■■■■■■■■■■■■■ Kchw (Stiftung zur Unterstützung hilfsbedürftiger jüdischer junger Leute beiderlei Geschlechts uach ihrer Schulzeit, behufs ihrer weiteren Ausbildung). Das Kuratorium wird Mitte Mai Stipendien vergeben. Gesuche von Eltern bezw. Vormündern sind beizufügen und zwar im Original oder in beglaubigter Abschrift: 1. Geburtsschein, 2. Abgangszeugnis aus der Schule, 3. Gesundheitsattest, 4. Leumundszeugnis, 5. Nähere Angaben über den Beruf, 6. Aufgabe von Referenzen. Gesuche sind bis zum 10. April an das Kuratorium zu Händen des Schriftführers Herrn Fritz Soudheimer, Frankfurt a. M., Zeil 114, zu richten. Frankfurt a. M., 15. März 1911. Das Kuratorium der Arthur Soudheimer-Stiftuug. Nathan Soudheimer. Vorsitzender. Spezial-Atelier für Scbeitel and Perrücken I^iedrich Schiefer, Frankfurt a. M., Königstr. 85 Scbeitel nnd Perrflcken ln allen Preislagen. Ständig Neuheiten. Zöpfe nnd Locken in grosser Auswahl. Flicke mit Hitze! Ein vorzüglich. Mittel, zerrissene Stoffe aller Art ohne Nadel und Faden zn reparieren. Za haben in Drogerien, Manufaktur-, Eurzwaren-Geschäften und Warenhäusern. Wo nicht erhältlich, wende man sich wegen Bezugsquellen an die Cosaco-8ese((sc6aft m. b. X., Frankfurt a. 31, Sc&ifatr. 30. Emil Koch, Franklart a.M. Mainzcrlandstrasse 65. Telephon 1099. Zentralheizungen für alle Systeme und Gesnndheitstechmsche Einrichtungen. mv

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