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Neue jüdische Presse · 1911-02-10 · Heft 6 (10.2.1911) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
9 (1911)
Issue
Heft 6 (10.2.1911)
Date
1911-02-10
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 6. Seite i Aegukativ ßüttefftivb die Zulassung frhmder F>raefiUft in Hamburg erlassen. Durch die Ver,ässungsiämpfe irr Hamburg wurde die Angelegenheit wiederum verzögert. Es wurde jedoch die völlige Gleichberechtigung der Juden festgelegt durch die Artikel 3, 23, 110 der hamburgischen Staatsversassung vom 28. September 1860, welche inhaltlich mit den Artikeln 3, 5, 23 und 96 der neuen Verfassung vom 13. Oktober 1879 übereinstimmen. Auf Grund dieser Verfassungsbestimmungen kam dann das Gesetz betr. die Verhältnisse der israelitischen Gemeinde vom 7. November 1864 zustande, durch welches einerseits die Kontinuität der Gemeinde gesichert, andererseits aber das Prinzip einer freiwilligen Religionsgenossenschaft, in welche man jederzeit nach Belieben einnnd äustreten kann, aufgestellt war. Dieses Gesetz ist noch heute in Kraft. Bon den späteren Gesetzen ist Nur Noch das Gesetz vom 12. Dezember 1888 betr. den Austritt aus einer staatlich anerkannten religiösen Gemeinschaft zu erwähnen. Auf Grund des Gesetzes von 1864 wurden Ende 1867 die Statuten der Deutsch-israelitischen Gemeinde festgestellt, Ivelche im Jahre 1908 durch ein neues Statut ersetzt worden sind. Auf Grundlage dieser Statuten gab der Referent noch eine genaue Schilderung von der Verwaltung der Gemeinde, wobei er besonders aus das nur in Hamburg geltende Prinzip der Trennung von Kultus und sonstiger Gemeindeverwaltung hinwies. Köln a. Rtz. Am i. b*. DI. ,»ni> hier eine Sitzung des E. A.«K. statt. Es wurde beschlossen, das Große Aktions-Komitee auf den 28. März nach Berlin und den 10. Zio - Nisteukongreß aus den 9. bis 15. August nach Basel einzUberüfen. Rw Ä»rk. „Tue J-wilh Gazette" hebt die große Bedeutung einer Filiale der Jüdischen Kolonialbank in Newhork hervor. Bereits verschiedentlich hätten zionistische Versammlungen und Zeitungen Amerikas den Wunsch nach Gründung dieser Filiale ausgesprochen. Man möge eine Subskription auf Zeichnung von 200009 Dollar Shares eröffnen, und die Sache sei gemacht. G Feuilleton. 0 Aus der Zukunft. Don Friedrich Rott. lJortietzung.) „Bedauere sehr, aber ich nruß jetzt gehen. Meine Mama würde es mir nicht verzeihen, wenn ich anderwärts als in ihrer Gesellschaft das erste Frühstück einnehmen tvürde. Und dann muß ich noch zu meiner Braut, ihr die Freudenbotschaft Mitzuteilen. Denn Sie müssen wissen, Herr Dotto. der ausgezeichnete Rat, Viitor solle in seine Heimat reisen, um dort vielleicht von Bekannten seines Vaters als dessen Sohn erkannt zu werden, der stammt von Meiner Braut." - „Wirklich? Von einer jungen Dame? — Das hätte ich nicht geglaubt, hätte im Gegenteil geglaubt, daß viel Erfahrung daraus spricht." „Viel Erfahrung hat meine Braut noch Nicht," versetzte Egon lachend, „dafür aber Lebensweis heit. O — doch wenn ich auf dieses Kapitel komme, bann werde ich Nicht so rasch fertig. Leben Sie wohl, Herr Doktor, und bestellen Sie, bitte, Ihrem Fräulein Tochter meinen herzlichsten Glückwunsch zu ihrer doch nun sofortigen Verlobung mit meinem Freunde." „Ich danke Ihnen für alles, Herr Hoffmann und werde meiner Tochter alles genauestens bestellen, und wenn Sie zwischen heute und morgen vielleicht ein Stündchen für uns erübrigen könnten, so würden Sie uns sehr verpflichten." .Kommen Sie mit Fräulein Irma heute Abend zum Schweizerhaus, dort würden Sie höchst wahrscheinlich meine Braut und mich treffen. Doch nun mutz ich fort. Adieu!" Er rannte davon, der Doktor begleitete ihn bis zur Tür, dann nahm er nochmals die Depesche und las sie Mit glücklichem Lächeln. —. Ob Irma schon wach war? — Sie litt in jüngster Zeit häufig an Schlaflosigkeit,. blieb daher auf ausdrücklichen Wunsch ihres Vaters länger im Bette als ehedem. Doch jetzt hatte er sie husten gehört, er klopfte leicht an ihre Tür und öffnete dieselbe gleichzeitig. „Guten Morgen, liebes Kind! wie geht's? Darf Man näherkommen?", „Guten Morgen, lieber Papa! Wenn Du ein Auge zudrücken und die Unordnung hier nicht sehen willst, dann wird mir Dein lieber Besuch willkommen sein. Du bist heute zeitig geweckt worden, Lisette hat es mir gesagt, eine Zudringlichkeit ohne gleichen." „Ist nicht sd gefährlich, Kind, sch war längst auf, hatte schon gebetet. Aber wenn ich auch geweckt worden wäre, ich wäre ihm dennoch dankbar,' wer eine so freudige Nachricht bringt, der ist jederzeit willkommen." . „Eine freudige .Aachricht hat,er-Dir gebrac.... Ah, das ist ekwkis''Anderes. Willst Du Mir die freudige' Nachricht nicht- Mitteilen, lieber Papa? Krankfurter AftiEWS FamMeaRatt. „Hiewitz, denn deshalb bin ich hier. — Zuerst mußt Du aber die Milch trinken, die hier auf dem Nachttisch« steht." Sie nahm das Glas und führte es zum Munde. .So, jetzt trinke ich Und werde dabei zuhören, was Du mir mitteilen wirst." Er schüttelte lächelnd den Kopf. „Erst mußt Du die Milch getrunken haben, früher erfährst Du nichts." „Ich bin überaus gespannt," sagte sie, indem ie die warme Milch langsam schlürfte. Aber es geht nicht so rasch, das Glas ist groß." „Uebereile Dich nicht, Kind, >oir haben Zeit. Aber der junge Mann hatte kein«. Er muß rechtzeitig im. Kontor sein, wollte vorher seine Braut in Kenntnis setzen und hatte noch nicht Kaffee getrunken." „Du reizest meine Neugierde mehr und mehr," sagte sie, indem sie den letzten Rest der Milch an die Lippen brachte. „Also jetzt bin ich fertig. Also Papa —" „Vor allem habe ich Dir einen Gruß von Herrn Jakobson zu übermitteln." Sie fuhr sich mit der Hand nach dem Herzen, es pochte plötzlich überlaut, während ihr bleiches Angesicht sich mit Purpurglut überzog. „Nicht aufregen, Kindchen," sagte der Doktor, indem er ihr liebkosend die Wangen streichelte, mußt vernünftig sein." „Aber bin ich denn unvernünftig?" fragte sie flüsternd, ein Lächeln erzwingend. „Das kommt darauf an, das wird sich ja zeigen. Also —" „Verzeihe, Papa, daß ich Dich unterbreche, wo ist Herr Jakobson? Drinnen oder —" „Was fällt Dir ein, der ist in seiner Heimat, in Rußland." „In Rußland?" fragte sie gedehnt, während das Blut wieder ans ihren Wangen wich und sie noch bleicher erschien als vorher. „Hast Du Brief von ihm gehabt?" „Ich nicht, aber sein Freund, der junge Hoffmann, hat heute Morgen die telegraphische Nachricht von ihm erhalten, daß er seine Mutter gefunden habe. Denke Dir, nach einundzwanzig Jahren." „Das scheint kaum glaublich," stammelte sie. „Und ist doch Tatsache. Und da Herr Hoffmann weiß, daß wir uns für seinen Freund interessieren, und da er in der Depesche ausdrücklich aüfgefordert, uns in Kenntnis zu setzen —' ,Last Du die Depesche?" fragte sie leise. „Hier ist sie." Sie nahm das Blatt, konnte es jedoch nicht sogleich lesen, denn ihre Augen waren tränenumflort. „Wie heißt das Hebäische?" fragte sie endlich. „Das ist doch der Anfang von jenem herrlichen Gebet, das wir am Sabbat sprechen. Nisch mas, die Seele alles Lebenden segne deinen Namen. — Es zeigt, wie das Herz des jungen Mannes von Dankgefühl gegen Gott gradezu überwältigt war." „Ja, er ist brav," sagte Irma tief auf. atmend. „Nun, betrachtest Du es noch als Zudringlichkeit des jungen Hoffmanns, daß er so frühe gekommen?" „Nein, gewiß nicht, wir sind Herrn Jakobson doch so vielen Dank schuldig." „Na, deshalb wäre er wohl nicht so frühe gekommen, aber — lass' uns nicht versteckspielen. Kind, schenken Ivir einander klaren Wein ein. Ich weiß es ja doch, daß Du den Jakobson liebst." „Papa!" flüsterte sie bittend, indem sie das wiederum erglühende Antlitz in den Händen barg, „ich beschwöre Dich, sprich nicht davon!" „Närrchen, Närrchen, Du brauchst Dich Deiner Neigung nicht' zu schämen, sie wird erwidert." „Nein, ach Nein." Sie schüttelte schmerzlich seufzend den Kopf. „Ich habe es ja auch ge. glaubt, aber wir haben uns geirrt, — wie hätte er sonst äbreisen können, ohne mir auch nur Adieu zu sagen?" „Weil ich es ihm verboten habe —" „Du, Papa?" „Ich habe es ihm ausdrücklich verboten, weil ich gewußt habe, wie sehr er Dich liebt, und damals nicht zugeben durfte, daß er es Dir gestehe." Sie schüttelte schmerzlich staunend den Kopf. „O mein Gott! mein Gott! — Wenn ich das gewußt —" „Du hast es damals; nicht wissen dürfen, Kind — glaube mir, es hat mir wehe genug getan. Dich leiden zu sehen, aber ich konnte es nicht ändern." „Und heute sagst Du selbst es mir?" „Weil heute Eurer Vereinigung kein Hindernis mehr im Wege steht. Er hat feine Mutter gesunden. Nun ist alles gut. Ob sie reich ist oder arm, darauf lege ich keinen Wert, eine anständige Frau wird sie sicherlich sein. Aber einem namenlosen Findling habe ich mein- Kind nicht geben können." Jrma Atmete tief auf. „Also das wär's, — wenn ich däS gewußt hätte! — Doch nun ist-ja Stft» giß. VottseiDank!" . Egon war rechtzeitig nach Hause gekommen, hatte mit den Eltern den Morgenkaffee getrunken und war dann hinunter in den Garten geeilt, um durchdenselben in den Meierschen Garten zu gelangen, wo er vom Fenster die alte Minna erblickt hatte. „Guten Morgen, Minna!" rief er ihr entgegen, „ist Fräulein Lili schon auf?" „Gewiß, Herr Hoffmann, Fräulein Lili ist keine Langschläferin." „Wenn Sie so freundlich sein wollen, ihr zu lagen, daß ich sie bitten lasse, auf einen Moment herauszukommen." „Sagen will ich ihr's, aber ob sie kommen kann, weiß ich nicht, sie ist drinnen bei der gnädigen Frau." „Rur auf einen Augenblick, ich lasse sehr bitten, ich habe ihr etwas mitzuteilen, was sie sehr freuen wird." Sie begab sich in das Haus, und gleich darauf erschien Lili auf der Veranda. Sie war in einfacher Morgentoilette, wie er sie noch nie gesehen hatte, aber sie deuchte ihm noch liebreizender als gewöhnlich. Er eilte ihr entgegen und küßte sie. Sie entwand sich ihm lachend. „Ungestümer, das ist gegen unsere Abrede." „Das weiß ich, aber ich habe keine Schuld: wenn Du Dich nur selbst sehen wolltest, würdest Dn einsehen, daß ich Dich küssen mußte. Und überdies, ich habe Dir doch Gutes mitzuteilen. Denke Dir, Viktor hat seine Mutter gefunden." „Jst's möglich! Woher weißt Du 's?" „Durch eine Depesche, die ich heute Morgen erhalten habe. Ich war auch schon bei Doktor Blau, der hat beinahe geweint vor Freude; nun kann er doch hoffen, daß seine Tochter wieder gesund wird und glücklich. Und das haben alle nur Dir zu danken, meiner süßen einzigen Lili!" Und ehe sie sich dessen versah, hatte er sie nochmals umarmt und geküßt und rannte nun lachend davon. (Fortsetzung folgt.)_ ~ .Lu Geschenken eignen sich meine Ovrrnglüser, Feldstecher Lo-gnonS,Barometer The,m-meter.Brillen, Pincenez; Tprzialw-ikstätte >ür Opu^ Mechanik, Elektrotechnik Pt ysikalische L h-mittel " „I. SB. Albert. Inh. Paul WanSereh. 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Durch einen starken Ostwind teilt es sich während der Nacht in zwei Hälften. Rechts und links stand das-Wasser .gleich einer Mauer.' Israel' jMt trockenen Fußes hindurch, die Eghpter nach. Da»

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