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Neue jüdische Presse · 1911-02-10 · Heft 6 (10.2.1911) · p. Seite 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
9 (1911)
Issue
Heft 6 (10.2.1911)
Date
1911-02-10
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite IC Nr. 6. i-'i St»*cltttfc^ei K»nlre»blatt. « auf. Die Turnermärsche werden auch weiter gepflegt. Unter dem Protektorat deS Vereins trat im Oktober eine Schülerriege zusammen. An dem allgemeinen Sportfest, das auf Anregung des Herrn Oberbürgermeisters Dr. Willms hier stattfand, beteiligte sich auch der Posener Turnerbund. Die Zahl der männlichen Mitglieder betrug 365, einschließlich der 110 Mitglieder der Damenriege weist der Turnerbund eine Gesamtmitgliederzahl von 475 aus. — Zürich Der Jüd. Turnverein bat der gangene Woche einen bedeutenden Fortschritt erlebt. Mit 151 gegen 24 Stimmen beschloß die Abgeordnetenversammlung des Zürich'schen Kantonal-Turnvereins ti Aufnahme des jüdischen Turnvereins in die offizielle Organisation der schweizerischen Turnvereine. Die Behandlung des Traktandums nahm eine ^ständige Debatte in Anspruch. Der Referent der gegnerischen Minorität bekämpfte die Aufnahme aus folgendem Grunde: Der jüdische Turnverein sei ein konfessioneller Verein, es sei daher zu befürchten, daß andere konfessionelle Vereine, speziell der katholische, daraufhin ihre Aufnahme ebenfalls.beanspruchen werden. Es erhob sich jetzt der Referent des Vorstandes und wieder- -legte diesen Angriff folgendermaßen: Der jüdische Turnverein stehe durchaus nicht auf religiöser, sondern seinem Tendenzparagraphen gemäß auf rein jüdisch-nationaler Basis; ähnlich wie die in Zürich bestehende „Deutsche Turnerschaft" auf deutsch nationaler Grundlage organisiert ist. Daraufhin wurde die Aufnahme mit der obenerwähnten Stimmen-Mehrheit proklamiert. Aus der zioutttt,meu Bewegung. Frankfurt a M Zion. Verei'ninuna und Misrachi-Ortsgruppe. — Einen wirklich genußreichen Abend bot Fräulein Auerbach, Beamtin der zion. Zentrale in Köln, - mit ihrem inhaltlich, wie rhetorisch formvollendeten Vortrage :,Die Jüdin als Tochter ihres Volkes", mit dem sie im letzten Augenblicke für die plötzlich verhinderte . Frau Mclzer-Pomeranz eingesprungen war, dem sehr zahlreich erschienenen Publikum. . Rednerin entwarf ein Bild von. den Leistungen der jüdischen Frau von den Urzeiten ab (Mirjam, Deborah, Ruth, Hannah), behandelte sodann die jüdische Frau des Mittelalters, die das jüdische Volk in dieser Zeit des Martyriums durch ihr Wirken innerhalb des'Hauses vor Verzweiflung und Untergang rettete und ging nunmehr zur Neuzeit über, die durch die Emanzipation und die dadurch entstandene Assimilationssucht die jüdische Frau von dem festen Boden, auf dem sie seit Urzeiten stand, entrückte. Die lichtvolle Erscheinung der früheren jüdischen Frau machte in der Emanzipationszeit einem durch seine Zwiespältigkeit unwahren, gradezu karikaturartig wirkenden inneren Menschen Platz; alles Jüdische, Eigene wurde verachtet, alles Christliche, Fremde dagegen vergöttert. Erst mit dem Beginne der Frauenbewegung/ die iviedcr die selbstständig denkende, freie Frau schuf, besann sich auch die jüdische Frau auf ihr Judentum und auf ihr Selbst, erkannte ihre Aufgabe im Judentum und schloß sich der Regeneration des jüdischen Volkes, die ihren sichtbarsten Ausdruck im Zionismus findet, an. Rednern, richtete zum Schluffe einen Appell an die anwesenden Frauen und Mädchen, .sich der Pflege der jüdische Geschichte und hebräischen Sprache anzunehmen, damit sie sich der großen Aufgaben, die ihnen innerhalb ihres Volkes obliege», gewach. sen zeige» und so wieder den großen Frauen der jüdischen Geschichte gleich werden. Frankfurt a. SB. Der 2. zwanglose Diskussionsabend der Zion. Jugendgruvpe über „Zionismus und Deutschtum" erfreute sich eines starken Besuchs. Dr. jirr. I. Gott lieb hatte es übernommen, die Begriffe, die de» Gegenstand der Diskussion bilden sollte», nochmals klar zu definieren. Er gab in einem fast einstündigen Referat die wissenschaftlichen Resultate in Bezug auf „Volk", „Nation", „Staat" usw. wieder und zeigte, wie sehr die Voraussetzungen für die Wiederbelebung der jüdischen Volkes sich wissenschaftlich Nachweisen lassen. Nachdem der Vorsitzende, L. Perlmutter, die Ergebnisse des letzten Diskussionsabends zusammengefaßt hatte, entwickelte sich eine sehr lebhafte Diskussion, an der die Herren Spiero, Levigard, Sohlberg, Perlmutter, Haas und der Referent teilnahmen, und in.welcher besonders darauf Hingcwieseu ward, daß es im Wesen der jüdischnationalen Eigenart liege, daß ihre Erkenntnis eine Stärkung des patriotischen Gefühls erzeugen müsse. Lffenvach a. M. Der Zionist Grupp enverband für Hessen und Hessen-Nassau (Sitz Frankfurt a. M.), veranstaltet Sonntag im großen Saale des Kaiser Friedrich- Hotels eine Oeffentliche Versammlung, zu welcher auch Damen eingeladen sind und in der folgende Referate gehalten werden: „Zur Judenfrage in Ost und West" (Dr. jur. I. Gottlieb), „DerZionismus, eine Lösungder Judensrage" (Martin Levigard), „Emanzipation und Autoemanzipation" (Leopold Perlmutter). München. Die Z > o n O r r s g r u p p e hat im diese» Winter eine Anzahl Vorträge über P a l ä st i n a arrangiert. Es wurden bisher an verschiedenen Abenden die Themata: „Palästina als Land," „Bevölkerung und Siedlungsstätten Palästinas," „Landwirtschaft und Industrie Palästinas," „Kulturprobleine in Palästina" und „Jüdische Geistesheroen in Palästina" von Mitgliedern der Ortsgruppe behandelt. Die Borträge erfreuten sich eines recht guten Besuchs, ein' Beweis, daß das Interesse für das heil. Land immer reger ivird. Für den 6. Februar hatte die Ortsgruppe zu einem Vortrag von Frau Melzer-Pomcranz a.is Lemberg eingeladen. Der Raine der Vortragenden war so zugkräftig, daß mehr als 300 Zuhörer im Saal anwesend waren, als die Mitteilung erfolgte, daß die Rcferentin wegen Unwohlseins nicht erscheinen konnte und an ihrer Stelle Frau D r. med. Rahel Straus von hier über das Thema „Tie Erziehung zum Judentum" sprechen würde. Die Zuhörer hatten die Personal- Aenderung nicht zu bereuen, .denn Frau Dr. Straus wußte in ihren vortrefflichen Ausführungen das Auditorium so zu enthusiasmieren, daß langanhaltende Beifallsbezeichnungen dem Referat folgten. Nach einer eingehenden Diskussion konnte der Vorsitzende die prächtig ' verlaufene Versammlung schließen; eine Spende von 7 Oelbäumen auf - den Namen der Frau Dr. Straus war der äußere Erfolg des Abends. Aus der veyrerwett. t. Stratzbura i. <kls. .Victor H e y in a n n seierrc sein 25 jähriges Jubiläum als Oberkantor der hiesigen Synagoge. . Wien. Dr. noolt Scy.. iedl, R bbiner am Leopoldstätter Tempel, feierte seinen 00. Gehn r t s ta g. Die Frische seines .Geistes bekundet Dr. Schmied! in seinem öffentlichen Wirken, und auch' im persönlichen Verkehr läßt sie wohltätig empfinden, wenn er mit dem Feuer eines Jünglings, aber auch zugleich mit Gedankenreichtum und mit der Weisheit des geläuterten Alters spricht. Doktor Schmiedl versieht sein Amt seit dem Jahre 1846. Er ist ein hervorragender Redner und Gelehrter mit profunder Kenntnis der orientalischen Sprachen und ihrer Literatur auf philosophischem und religicnsphilosophischem Gebiete. Neben der hebräische Sprache ist insbesondere die arabische, der er eingehendes Studium zugewcndet hat. Er hat eine Anzahl Werke herausgegeben, die mir großer Anerkennung ausgenommen wurden. Eines derselben wird von Jhering in seinem berühmten Buche „Der Kamps ums Recht" in ehrenvoller Weise erwähnt. Jhering sagte darüber in der Vorrede einer späteren Auslage: „Einen interessanten Beitrag zu meiner Schrift hat geliefert Dr. A. Schmiedls „Die Lehre vom Kampf ums Recht im Verhältnis zu dem Judentum und ältesten Christentum, Wien, 1875". Der Ausspruch der jüdischen Rechtslehrer, den er- Seite 15 anführt: „Ob das Rechtsobjeki ein Pfennig ist oder hundert Gulden, das sei gleich in deinen Augen", stimmt mit dem, was ich Seite 18 entwickelt habe, völlig überein." Petersburg. Dieser Tage ist Dr. Krebs in Gegenwart des' hiesigen Kronrabbiners und eines Beamten des Departements für geistliche Angelegenheiten als Haupt-Kronrabbiner der Chersoner jüdischen Kolonien vereidigt worden. Spenden. Bei dein Franks. Jsr. Familienblatt gingen für den Jüd. N ationalfonds ein: Gemütlicher Abend bei Familie Goldmann 4,20 M. Elijah Goldberg 1 Oelbaum aus den Namen seiner Eltern B. Goldberg-Wilna ' 6,— „ Leo und Felix Horovitz gratulieren Herrn u. Frau Wilh. Schames zur Silberhochzeit' 0,50 „ S. H. Goldmann, desgleichen 0,50 „ _11,20 M. Allgemeine Mitteilungen. Ein ausverkauftes Haus sah die meist aus jüdischen jungen Leuten des Ostends bestehende V e r - einig»ng zur Pflege von Literatur und Geselligkeit an ihrem Modernen Abend in der Frankfurt-Loge bei sich, und reicher. Beifall lohnte die Leistungen, von denen das schauspielerische Können der Herren Fritz Lehr, Edwin Frank und Sally Rosenheimer weit über das Maß des Dilettantenmäßigen hinäusreichte und die Rezitationen der Damen Cilly Rapp, Marianne Rödelheimer, Else Adler, Rellh Bamberger und Erelyn Auerbach gleichfalls Künstlerisch-Vollendetes gaben. SCHMIDTaSCHIEFER Telephon 13430. Im Trntz 88 Telephon 18480. ttas», Wasser» und Heizangs-Anlagen. — Moderne Bäder und Closets. Reparaturen prompt bei zivilen Preisen. Verrrns-ttazenoer. Freitag. Verein „Mekor Chajint," nach Schluß des Abendgottesdienstes im Hörsaal Friedberger Anlage: Mikrovortrag Walter Wohlsarth); 81/» Uhr, Langestr. 18: Zwanglose Zusammenkunft. — „M ontefiore"-Verein, 8% Uhr, Seilerstraße 22: Zwanglose Zusammenkunft. — „Talmud Thora" - Verein, nach Schluß des Abendgottesdienstes im Hörsaal Börneplatz: Dortrag. Samstag. „Montefiore"- Verein, liy* Uhr, Seilerstr. 22: Mischleh-Vortrag (Dr. B. May). — R. P. Beis-H amidrasch, 41/2 Uhr, Hinter der Schönen Aussicht 111: Vortrag (Rabb. Gerson Bermann aus Tels). Sonntag. Verein „Tifres Bachur i m", 81/- Uhr, Kausm. Vereinshaus, Eschersheimer Anlage: Geselliger Abend (Eintritt frei). — Israel: F r a u e n - K r a n k e n k a s s e F 11 Uhr, Frankfurt- Loge: Akademische Feier aus Anlaß des 150jühvigen Bestehens. — „Talmud-Thor a" - Verein, 6 Uhr, Hörsaal Börneplatz: Tehillim - Vortrag (Rabb. Dr. Nobel), Dienstag. Jüd. Frauenvereinigung, 5 Uhr, Hörsaal Friedberger Anlage: - Ausgewählte Psalmen (Dr. I. H. Bondi). Mittwoch. „Montefiore"- Verein, g Uhr, Seilerstraße 22: Die Prärephaeliten, 2. Teil (Dr. Jul. Hülsen). ' ' ' . . Donnerstag. I ü d. F r a u e n v e r e i n i g u n g, 83A Uhr, Hörsaal Friedberger Anlage: lieber.den Geist der jüdischen Gesetze. (Rabb. Dr. Breuer). — Berc in „N achlaß Zw i", b3h Uhr, Langest:. 18: Lektüre - Abend. _____ Briefkasten. Kolozsvar. „Jung Israel", Berlin 81V. 68,. Abonnement 1.— JL vierteljährlich. „Jung Juda", Prag II., Stephansgasse 630, 2,50 Kr. halbjährlich. — - Sie müssen sich bei einer „Bnei Brith"-Loge selbst erkundigen; in Budapest wird es wohl eine geben. ABSOLUT BESTE MILCH CHOCOLADE GRÖSSTER VERKAUF WELT. SCH El ZER GHOCOLADE L*;; . k~-:&':• Ay?~.v;::?■

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