Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 9 (1911)
- Issue
- Heft 4 (27.1.1911)
- Date
- 1911-01-27
- Page
- Seite 10 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 Aeaichsrkr UrMMMs Ü>!r. 4 nennen su Jaifen. Unter diesen soll sich, jvie mitgeteilt wird, mich der Chachamboschi H a i m N a h n 11t besinbe». A«S den Vereinen. Frankfurt a. M. Am 22. d. Mts. fand die Generalversamiuluiig des T a l m n d - T h o r a-V er - eins statt. E nt. £ c 1} m a n u erössnete die Versantinlnitg nnd gab zunächst seinen: lebhaften Bedanern Ausdruck, das; das bisherige Vorstandsmitglied des Vereins Verwalter M e y e r wegen augenblicklichen Unwohlseins der Sitzung fern bleiben mnstte, andererseits aber auch brieflich den Verein unt Entlastung von seinem bisherigen Amte gebeten habe. In zu Herzen gehettden Worten wies Herr Lehmann ans den großen Verlust hin, den der Verein durch das Ausscheiden dieses trefflichen Mannes erfahre. Er hätte de:: Verein auf eine solche Höhe gebracht, das; durch sein Ausscheiden die Wahl dreier neuer Vorstaudsmitglieder nötig ' sei,. um seine Tätigkeit zu ersetzen. Die Wahl wurde alsdann vorgenommen, und cs wurden per Akklamation einftimmig gewählt: Willy Mainz, Heinrich Rvischild und Jakob Hamburger. Nachdem die Wahl vollzogen und die übrigen Punkte der Tagesordnung erledigt waren, glaubte das bisherige und auch künftige Vorstandsmitglied Dr. Heine m a n n die Neugewählte:: nicht besser mit ihrer neuen Pflicht vertraut machen zu können, als indem er ihnen die Tätigkeit des ansscheidenden Herrn Martin Meyer noch einmal entfaltete, sie darauf hinwies, daß der Verein, der bereits über 160 Mitglieder habe und dabei bei seinen regelmäßigen Kursen, Vorträgen, Sinms nsw. noch ein außergewöhnlich großes Publikmu bei sich sehe, das gerne seine Leistungen und Lehrvorträge sich zu Stutzen mache, beim Eintritt Herrn Meyers in den Vorstand kaum Minjan in seinem offiziellen Vortragsranme znsammenbriugeu konnte. Wir müssen uns viel Mühe geben, so schloß er seine allen Anwesenden ans dem Herzen gesprochene Rede, diesen einen Manu zu ersetzen, wir können ihm nicht besser danken, als wenn wir den Verein in dem Wachstum, in dem er jetzt wie noch nie begriffen ist, sördern. Frankfurt a. M. Ein glänzender Bottiag wurde Mittwoch Abend dem Publikum im alten Hörsaal geboten. Im Aufträge der I ü d i s ch e:: Franenvereiuigung und des Vereins „Nachlaß Zwi" sprach dort Nabb. Dr. Klein- Nürnberg über das Thema „I u d e n t lt m und Weltkultur in Krieg und Frieden." Es kam: int Rahmen dieses Berichtes nur das Gerippe des groß entworfenen Gedaukeubanes wiedergegeben werden. Judentum und Kultur können keine Gegensätze sein, denn bereits die ersten Seiten des Buches der Bücher lehren, daß sich die Kräfte der Menschen frei entfalten sollen. Es scheint aber, als ob sich das Judentum nur im Ghetto erhalten könne und bei der Berührung mit anderen Kulturen zugrunde gehen müsse. Dem ist, wie die Geschichte lehrt, nicht so. Mit zwei großen Weltkultnren kam das Judentum in Berührung: mit der griechischen und mit der arabischen. Der Zeutralpunkt der griechischen Kultur, die Sinnlichkeit, war dem Judentum entgegengesetzt; doch es siegte, weil das jüdische Leben die festeste Tchutzmauer gegen diesen verheerenden Einfluß griechischer Weltanschauung bildete. Die Grundlage der arabischen Kultur, der monotheistische Mohammedanismus, war mit dem Judentum übereinstimmend und die Berührung eine segensreiche. Wenn die Berührung mit den anderen Kulturen in unsrer Zeit so verheerenden Einfluß aus die Judenheit gehabt hat, so ist der Grund ein zufälliger: der zur Zeit der Emanzipation geherrscht habende Rationalismus und dessen Nachwirkimgen. Das Judentum wird auch den Einfluß der heutigen Kulturen, deren Zeutralpunkt die Menschheit ist, paralisieren mit der jüd. Weltanschauung, die Gott zum Zeutralpunkt hak. Fran'furl a. M. Die Aufführung, die am 25. Januar in der „Frankfurt-Loge" stattfand, zeigt auf's neue, in wie umfassender Weise der Vorstand des Mo ntef io re-Vereins für die künstlerische Anregung seiner Mtglieder sorgt. Das spezifisch Jüdische, bas besonders in den Vorträgen betont zu werden Pflegt, war an diesem Abend znrückgetreten: man hatte dem Meister aller Meister unter den Tonsetzern einen ganzen Abend eingeräumt. Rudolf Weill unternahm es, Johann S e b a st i a n Bach in einigen Werken vorzuführen, die oas Verständnis Bachs am leichtesten erschließen. Dem Gros des Publikums sind nur die gewaltigen emsten Chor-, Orgel- und einige Klavierwerke bekannt. Herr Weill stellte d i e Werke in den Vordergrund, die den behaglichen Humor Bachs verraten. Nur wenige der Zuhörer werden wissen, mit welchen technischen Schwierigkeiten zu kämpfen ist, wenn es gilt mit Musikliebhabern eine der ernstesten Knust gewidmete Aufführung zu Stande zu bringen. Um so anerkennenswerter waren die Darbietungen des Bach-Abend. Eine Reihe sehr tüchtiger Musiker bot unter der umsichtigen Leitung des Herrn Weill das Konzert für zwei Klaviere mit Begleitung von Streichinstmmwnten. Sodann spielte Herr Weill mit feinem Stilgefühl und ausgeglichener Technik das sehr amüsante „Capriccio über die Abreise des geliebten Freundes." Den Beschluß machte die überaus selten aufgeführte drollige „Koffee Kantate." Die drei Solorollen lagen in den Händen von Frl. M. Oppenheimer, Herrn Roland und Herrn Markus. Allen Mitwirkenden, die sich in der selbstlosesten Weise in den Dienst der künstlerischen Sache gestellt hatten, gebührt der aufrichtige Dank des Mvutefiore-Vereins A. H. Frankfurt a. M. Der Verein für jüd. Krankenpflegerinnen (Vorsitzender: Stadtrat Dr. med. S. Kirchheim) hatte zum Schluß seines letzten Geschäftsjahres 32 gut ansgebildete, mit der staatlichen Approbation versehene Schwestern. In der Privatpslege wurden 3733 Pflegetage und 401 völligen Nachtwachen geleistet; die Armenschwester machte 2604 Besuche und verausgabte 7017 Jk an Unterstützungen und die Gemeinde- und Armeupflegerin . in Heilbronn 2401 Besuche neben 40 völligen Nachtwachen. Ans dem Georg und Franziska Speyer'schen Nachlaß erhielt der Verein ein Legat von 20 000 Jk &üterSlot). Am vergangenen Sonnabend veranstaltete der Literatnrverein vor einem zahlreichen Publikum einen literarisch-musikalischen Unterhaltnngsabeub, der geradezu einen glänzenden Verlauf nahm. Im Mittelpunkte der Feier standen: Morris Rosenfeld, Hcrzl, Freiligrath und Reuter. Besonders reichen Beifall ernteten die Rezitationen, welche von Mitgliedern des Vereins über::omn:en worden waren. Budapest. Der Ungar. Jsr. Literatur- Verein hatte im abgelausenen Jahre eine Mehreinuahme von 6421 Kr. Seine Vorarbeiten für das jüd. Mnsenm sind fast beendet. Für die Mensa Jsraelitica wurden 70 000 Kr. gesammelt. Ans der Lehrerwett. Breslau. Dte Stadtverordnetenversammlung beschloß gegen den Widerspruchder konservativen und Zeutrumsmitglieder die Anstellung von vier j ü d i s ch e:: B o l k s s ch n l l e h r e r n. Die Minderheit machte geltend, daß der Charakter der Schulen als konfessionelle.christliche Anstalten d::rch die Anstellung jüdischer Lehrer verletzt werde und hofft, daß die Regierung den Beschluß der Mehrheit nicht genehmigen werde. BreSlau. Seminm-Rabbiner Prof. Dr. Israel L e w y feierte am 14. Januar seinen 70. Geburtstag. Lewy wurde iu Hoheusalza geboren und wurde bereits im 31. Jahre Dozent an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin. 1883 wurde er an das hiesige Nabbinerseminar, an dem er seine Ausbildung erhalten hatte, berufen. Lewy ist ein hervorragender Gelehrter, Zur Feder hat er nur selten gegriffen. Seine Arbeiten, die Perlen talmndischer Weisheit sind, finden sich, in den Seminar-Berichten. Wir nennen seine Arbeiten über die Mischnah des Abbe Saul und über die Mechilta und seine Interpretationen des palästinensischen Talmud-Traktats Nesikin. Senuheim. Rabb. Bamberger erhielt den Roten Ablerorden 4. Klasse. Krakau. Auf Anregung Dr. Rudolf Frühling ' s ist ein I ü d i s ch e r A a n d e s s ch n l v e r - ein für Galizien gegründet worden. Hauptzweck: Gründung von Schulen für Analphabeten und von Kursen für hebräische Lehrer, von Kinderschutzstationen und von Bolksnniversitäten. Jerusalem. In T: v e r i n 6 wurde Hain: Issahar A b u l a f i a zum C h a ch a::: b a s ch i gewählt und von der Regierung bestätigt. — Infolge der fortgesetzten Bemühungen des Großrabbinats dürfte Rabbi Jakob Meir in Saloniki nun doch den Posten des C h a ch a :::- b a s ch i von Jerusalem anuehmeu. Spenden. Für die Joseph W. H a ck e:: b r o ch - Stiftung, der Tachkemoni Schule, Jaffa, _ gingen bei Herrn Kommerzienrat L. Feist, Frankfurt' a. M. ein: II. A u s w e i s. . Dr. med. Lehmann C. David Gebr. Felsenstein, Fürth Moritz Felsenstein Prof. A. Sulzbach Albert Ellern u. Frau Emil Oberudörfer at. Frau Anna Fenchtwanger, München Fanny Fenchtwanger, München Angelo Fenchtwanger, München Lothar Fenchtwanger, München Sig:::. Fenchtwanger, München Louis Fenchtwanger, München August Fenchtwanger, München Felix Fenchtwanger, München Max Fenchtwanger, München . Ignatz Weichselbaum, Berlin Dr. Alb. Straus, Depenau S. Abenheimer, Paris Jgn. Ellern, Karlsruhe Em. F-orchheimer, Karlsruhe Rabb. Dr. Ä. Cohn, Basel Felix Straus, Paris 20 Frs. — Frau Julius Dreisus, Basel 100 Frs. David Meyer, Paris 50 Frs. — Frau Fuld David Schnürmann Dr. Elias Straus, München Gabor Straus, München Seeligmam: -Oppenheimer zum Andenken au seine ,scl. Gattin 10.—. Moritz Emanuel, London 100.— Benno Elkan, Newyork " 400.— Richard A. Sondheimer 25.— Alfons Sondheimer 25.— Gesammelt anläßlich der Brismiloh des Schimon bei: Jaakow Arie Fentwanger 110. Frl. Löwenthal Jacob Cahn, Mainz Salomon Steigerwald Sigmund Hirsch, Genna 20 Lstr. — Willy Schwabacher und Frau, Paris 50 Frs. — 40.— „ Dr. A. Marmoreck und F-rau, Paris 10 Fa s. ' 8 — „ Frau E. Schwabacher, Paris 10 Frs. — 8.— „ Hugo Mcudcl, Paris 20 Frs. — 16.— „ Diverses durch greife Buehler, Paris 38.50 Frs. ----- 31.45' „ Carl Elkan 10.— Gabriel Elkan 10.— „ Albert Mainz, Berlin 100.—: „ Menki Zimmer, Fürth 20.— „ Direktor N. Schlesinger und Dr. I. Eiigel, Jaffa 5 Frs. --- 4.-, „ Hermann n. Max Kauffmaun, Mannheim 50.—. „ 1725.45 Jk (bereits veröffentlicht 8354.37. 10 070.82 Jk 20.— Jk 20- „ 25.—: „ 20.- „ 10.-: „ 10.— „ 10.-. „ 50.- „ 25_ 25.-;; 25.— „ 25._ 25. „ 2.5.- „ 25.— „ 25.— „ 50.- „ 20.-.,, 10.-.,,. 15--.,, 15. - „ 8-- „ 16. - „ 80.- „ 40.-. „ 50.- „ 10.- „ 20.- „ 10.- „ 3.- „ 10.-. „ 20.- „ 16.- „ Allgemeine Mitteilungen. Die Uraufführung des Lustspiels „Me Hose" von Karl Sternheim findet im Frankfurter Komödienhaus am 3. Februar statt. 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