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Neue jüdische Presse · 1910-12-16 · Heft 48 (16.12.1910) · p. Seite 11

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
8 (1910)
Issue
Heft 48 (16.12.1910)
Date
1910-12-16
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Seite 11. Nr 48. aufführung. vor, und die israelitische Gemeinde, sowie die Frankfurt-Loge werden die Lehrer g a st l i ch bewirten. Ein Kommers, veranstaltetet von der Vereinigung israel. Religionslehier in Frankfurt a. M., beschließt die Tagung. . Am 29. Dezember werden die Teilnehmer einen Ausflug nachWiesbaden unternehmen, zufolge einer freundlichen Einladung der dortigen israelitischen Gemeinde. Würzburg. Nachdem seminarleyrer Dr. Wohlgemuth als Rabbiner nach Königsberg berufen worden, erhielt dessen Stelle an der israel. Lehrerbildungs-Anstalt dahier Dr. G. Feinberg aus Regensburg. Dr. F. ist ein ehemaliger Schüler dieser Anstalt atnd absolvierte auch das Rabbiner- Seminar in Berlin. Wien. Rabbiner Dr. Adolf Schmiedl, gleich ausgezeichnet durch sein jüdisches und allgemeines Wissen, wie durch seine.hervorragende rednerische Begabung, feierte seinen 90. Geburtstag. . Personalien u. Kleine Mitteilungen. Frankfurt a. M. Freitag, den. 8. Dezembe, sand die Beerdigung des vorige Woche verschiedenen großen Gelehrten S. P. Rabbinowitz statt. Die Trauerrede hielt Rabbiner Dr. I. Horovitz. Er verglich, einleitend den Dahingegangenen mit deni einen Tag später verschiedenen Dr. Hirsch Hildesheimer, von dessen Beerdigung er soeben zurückkehre. Beiden war die gleiche Begeisterung und Liebe zum Judentum genieinsam, und beide sind von. bleibender Bedeutung für das Gesamtjudentum gewesen. Er rühnite sodann den' Dahingegangenen als bedeutenden Gelehrten, dessen Werke "in das Dunkel der russischen Judenheit Licht und Erleuchttlng gebracht haben und als vorbildlichen Idealisten, dessen Lebensleiter auf Erden nicht immer fest und 'glücklich gestellt war, dafür aber immer in den Himmel ragte. Mit dem Wunsche, daß der Geist S. P. Rabbinowitz' herrschend werden möge in der russischen Judenheit, schloß der ehrwürdige Redner seine zu'Herzen gehenden Trauerworte. Es sprach sodann namens der Zionistischen Bereinigung Rechtsanwalt Dr. S. Schwarzschilb, der den Dahingegangenen als Förderer und Verbreiter der nationalen Idee feierte und seine unermüdliche Arbeit für den Zionismus als Vorbild hinstellte. k . Direktor Dr. Adler überbrachte die Trauer- 'gesühle der Gesellschaft für die Wissenschaft des Judentums und schilderte in warmen Worten als DeanWcker AriMtWs FawMenblakk. Freund und Verehrer des Dahingegangenen seine große Bedeutung als Gelehrter, von dem ein jeder, der mit ihm in Berührung kam, vieles lernen konnte. Redakteur Saly Geis sprach namens der „Jwriah", Ortsgruppe der Organisation für hebräische Sprache und Kultur". Er feierte S. P. Rabbinowitz als den großen Förderer der hebräischen Sprache und Kultur und wies auf seine Bedeutung hin, . die er sich erworben hat, indem er den russischen Juden den Sinn für ihre eigene Geschichte beigebracht habe. Am Grabe svrach hebräisch als Freund d:s Dahingegangeneii. Schriftsteller S. H. Goldmann, der in herzlichen Worten der Trauer der ganzen Judenheit, vornehmlich der russischen, beredten Ausdruck verlieh und die doppelte Bedeutung S. P. Rabbinowitz' als großen Gelehrten und unernrüdlichen Förderer des Palästinismus hervorhob. Gleichfalls hebräisch sprach Rabbiner Dr. Nobel, der die tiefe Trauer der Gemeinde zum Ausdruck brachte und ihn in ihrem Namen um Verzeihung bat, falls sie ihn nicht immer gebührend geehrt habe. "Er hob hervor, daß er die Geschichte seines Volkes nicht nur geschrieben, sondern mitgelebt und seine Seele mitgelitten habe. Schließlich sprach Herr Messerer, der als ein Verehrer und Schüler des Verstorbenen kurz seine bleibende Bedeutung schilderte. Die Beerdigung machte auf alle Teilnehmer tiefen und sichtlichen Eindruck. — — Der unerwartete Tod S. P. Rabbinowitz' hat innerhalb der russischen Judenheit große Bestürzung und tiefsten Schmerz hervorgerufen. Die gesamte jüdische Presse bringt zahlreiche eingehende Würdigungen des Verstorbenen, die alle vom Ausdrucke innigster Verehrung und tiefer Trauer über den unersetzlichen Verlust getragen sind. Aus allen Städten Rußlands treffen Beileidskundgebungen ein und wird die Veranstaltung von Trauerversammlungen gemeldet. . Frankfurt a. M. Die Wahibeteiligung bei den gestrigen Wahlen zum Ausschuß der israel. Gemeinde war eine geringe, da infolge des Kompromisses nur eine Liste aufgestellt war. Es wurden für die gemeinsamen Kandidaten — Leo Isaac, Hugo Fränkel und Dr. Lüdwig Hanau — 275 Stimmen abgegeben. Berlin. In der 1 Altersversorgunasanstalt der jüd. Gemeinde feierte bas Jacob und Henriette Oppenheimer'sche Ehepaar die goldene Hochzeit. Berlin. Hier verschied das Vorstandsmitglied des Synagogen - Vereins Moabit und Hansavezirk Salomon Lewinski. Darmstadt. Geh. Hofrat Dr. Siegln. Gundelfin g e r hat sich Ivegen eines nervösen Leidens erschossen. 1846 in Kirchbcrg a. Jagst geboren, wurde er 1879 von Tübingen nach hier als Professor an der Technischen Hochschule berufen. Güttingen. Der Nattonalükonom Geheimrat Prof. Dr. Gustav Cohn feierte seinen 70. Geburtstag. Attenkirchen i. Westerwald. Prinzessin Clara von Hatzfeld-Wildenberg übersandte unserem Lehrer Salomon 50 Jk für die jüdische n Arme n. (L > Pose». In Schwersenz wurde der Kaufmann L esser znm M a g istr atS m itg ied gewählt. — In Schroda feierte das Prediger M o r i tz H e i m a n n' s ch e Ehepaar die goldene Hochzeit.'— In G r ä tz wurden zu Repräsentanten der jüd. G emeindc gewählt: Mühlenbcsitzer Meyer, Lehrer Basch, Kaufmann Boas und Kaufmann Krüger. Wie«. König.Friedrich von Dänemark stattete jüngst dem Spital der hiesigen isr. Kultusgemeinde einen zweistündigen Besuch ab. Wien. An dem Todestage des Generalgouverneurs Theodor Ritter v. Taussig hat die Witwe Sidonie von Taussig eine Stiftung von 120000 Kr. für das jüdische Knabenwaisenheim errichtet. Budapest. Feidmarschall - Leutnant Eduard Schweizer, ein konservativer Jude, wurde in den Ausschuß der jüd. Gemeinde . gewählt. — Adolf Frankl, Präsident der orthodoxen Landeskanzlei, und Rabbiner Koppel Reich werden demnächst zum Hofrat bezw. königl. Rat ernannt werden. Zioni. Budapest. Der „Landesverband der Privatbeamten und kaufmännischer Angestellten" und der „Landesverein der kaufmännischen Handelsangestellten" beschloß, für die gesetzliche Durchführung einer 36st ü n d i g e n Sonntagsruhe einzutreten. Budapest. Der hervorragende Maier L n j o s Bruck ist verschieden. An seiner Bahre sprachen Rabb. Dr. Kiß und Rabb. Dr. Hevesi, sowie Vertreter der Akademie. — Der Ungar.-israelit. ^Lan^es-Kultus-Berein eröffnet eine jüdische Bibliothek und Lesehalle, die erste in Bildapest. — Dem Tataer Oberrabbiner Händler, Vater des hiesigen Rabbiners Dr. Hevesi, wurde infolge Blutvergiftung der Arm amputiert. der Kochtopf der Zukunft ln reiner extra starker Alnmininmnnd Kupfer-Auafflhrnnsr. 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