Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 8 (1910)
- Issue
- Heft 44 (18.11.1910)
- Date
- 1910-11-18
- Page
- Seite 12 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12. Krmchurker iJsra'eMschjeS FamiÄeMatt. Nr. 44. SNlhr, nachm. 4 Uhr, Montag, Dienstag, Mittwoch, djeitb 8% Uhr, sämtlich im Vereinslokale, Langestraße 18. Sonntag, Dienstag, Mittwoch früh nach Schluß der Synagoge, .sämtlich im Hörsaale, Friedberger Anlage. Der Mikro-Vortrag der Mitglieder findet Freitag abend nach Schluß der Synagoge im Hörsaale, der Elementarknrsns für junge Leute nicht unter 13 Jahren, Samstag, nachm. 314 Uhr im Vereinslokale statt. Außerdem werden noch verschiedene nichtregelm äßige Vorträge veranstaltet. Frankfurt a. M. Die Stellenvermittlung der ,I)eiblichen Fürsorge", Langestraße 30p, hat den unentgeltlichen Nachweis von Logis (mit und ohne Verköstigung) in ihr Arbeitsprogramm ausgenommen. Infolgedessen können sowohl Vermieter ihre freien Zimmer anmelden, als. Wohnungssuchende beiderlei Geschlechts von der Langestr. 30p. aufliegenden Lifte Gebrauch machen. Anmeldungen und Nachfragen werden täglich in der Zeit von 3 bis 5 Uhr entgegengenommen und zwar gleichfalls in der Stellenvermittlung der Leiblichen Fürsorge". Frankfurt a. M. Verein „Rachlas Zwi." Mit Beginn des Winterhalbjahres trat der Verein in das 10. Jahr seines Bestehens ein. Ein Schwarzseher wollte zwar vor einiger Zeit in einer jüdischen Zeitung dieses Jahr zum Todesjahr des Vereinss stempeln, aber ein Besuch des ersten Vereinsabends hätte ihn belehren können, daß es doch nicht gar so schlecht um die Gesundheit des Nachlaß Zivi bestellt sein könne. Das waren keine Zeichen verlöschender Lebenskraft, die das Gepräge des Abendss bildeten, sondern Symptome eines energischen Willens zum Leben, der die Waffen nicht streckt, wenn Gewölk sich zeigt am Horizont, sondern mutig vorwärts schreitet auf vorgezeichnetem Wege, das hohe Ziel stets im Auge, das in der Ferne winkt. Und, wahrlich, es läßt sich gut leben im neuen Vereinslokal, Langestraße 18, das der Verein gemeinschaftlich mit dem „Verein Mekor Chajim" inne hat. Die'Hellen freundlichen Räume laden zum Verweilen ein, die Gelegenheit, die Lebensgeister auch durch materielle Genüsse zu beleben, macht dieses Verweilen umso angenehmer. Der erste Abend war einzr Erläuterung unserer Gebete gewidmet. Der Referent, Gabriel Plant, verstand es, seine Hörer durch einen gediegenen, von vielem Fleiß zeugenden Vortrag zu fesseln und die ergänzenden Bemerkungen des Herrn Jakob Rosenheim, die, wie so oft in früheren Jahren, den Höhepunkt des Abends bildeten, gaben der ersten Veranstaltung in diesem Jahre einen würdigen Abschluß. Kmrft und Literatur. Biblische Studien, herausgegeben von Prof. Dr. C. Bardenheuer. XIV. Band. Heft 5 u. 6: Die Menschenopfer der alten Hebräer und der benachbarten Völker. Von Prof. Dr. E. Mader. Herdersche Verlagsbuchhandlung Freiburg in Breisgau. 188 S. Preis 5,60 JL Man trifft heutzutage oft auf die Erscheinung, daß gegenüber den unbegründeten, aus bewußter Antipathie hervorgegangenen Anschuldigungen gegen das Judentum seitens protestantischer Theologen uns Verteidiger erstehen in katholischen Gelehrten und zwar grade in treu zu ihrer Kirche haltenden Katholiken. Eine solche Verteidigung des Judentums aus dem katholischen Lager ist auch das vorliegende Werk, in dem der Autor eine der schwersten und häufigsten Anschuldigungen, die Behauptung nämlich, daß die alten Juden Menschenopfer bargebracht hätten, widerlegt. Da von den Anhängern dieser Anschauung meist gerade darauf hingewiesen wird, daß die Völker, mit denen die Juden in Berührung kamen, die Aegypter und Babylonier, gar nicht den Kultus der Menschenopfer kannten und da sie cs von den Kananäern aus chronologischen und religionsgeschichtlichen Gründen nicht übernommen haben konnten, sodaß sie also folgern, die Menschenopfer seien von jeher ein Bestandteil der jüdischen Religion gewesen, — so untersucht der Autor im ersten Teile seines Werkes die Menschenopfer bei den benachbarten Völkern der alten Juden. Unter glänzender Beherrschung des Stoffes weist er nach. daß bei „keinen! anderen Volke des klassischen Altertums die Menschenopfer durch Inschriften und anderweitige Quellen so gut dokmnentiert sind als bei den Aegyptern", und daß auch bei den Assyrern und Babyloniern die Existenz der Menschenopfer für sicher zu halten ist." Jin zweiten Teile geht er dann zu seiner eigentlichen Aufgabe über, und auch hier gelingt ihm der Nachweis, daß die Behauptungen der protestantischen Theologen.gänzlich ans der Luft gegriffen seien, daß in Wahrheit das Judentum die Menschenopfer stets verabscheut und auf's schärfste bekämpft hat. Durch die Fülle des Materials, die der Autor vorbringt, und die zwingenden logischen Beweise, ist das Buch für alle, die sich mit dieser Frage beschäftigen, unentbehrlich. Wenn es auch für Laien zu wissenschaftlich gehalten und eigentlich nur für Gelehrte auf diesen! Gebiete bestimmt ist (daher der teure Preis), so kann ich es doch allen jüdischen Lesern empfehlen, die sich schon mit der alttcstamentlichen Wissenschaft beschäftigen und so auf diesem Gebiete schon einige Kenntnisse besitzen, Dr. kl. Heine-Reliquien. Literarische Schätze in einer Fülle und von einer Wichtigkeit, wie .sie nicht geahnt werden konnten, unterbreitet in einem umfangreichen Buche unter dem Titel „Heine-Reliquien" der bekannte Verlag von Karl Curtius der Oeffentlichkeit. Es sind das nebst ztvei noch gänzlich unbekannten literarischen Arbeiten, Heinrich Heines, eine große Anzahl Briefe, die Heine an seinen Bruder Gustav, an seine Frau, an seine Mutter und an F-erd. Friedland geschrieben hat, ferner Briefe zahlreicher Freunde und Zeitgenossen, an Heine. Eine längere Arbeit Gustav Heines über Heinrich ergänzt das Werk, dem 5 große Facsimiles und nicht weniger als 5 noch unbekannte Porträts beigegeben sind. Diese Publikation, die in vieler Hinsicht ein ganz neues Licht auf Heines Leben wirft, wird eine 'Umwertung in der Beurteilung Heinrich Heines bedingen. Das gesamte Material ist upd). gänzlich unbekannt und wird in dem Buche zum erstenmal veröffentlicht. nlü Fiir Theater n. 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