Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 8 (1910)
- Issue
- Heft 30 (5.8.1910)
- Date
- 1910-08-05
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Man ftilto» SO ites InuiEfnrtw Israeiiüslke» üniBwHitte. Cffesc# LchreiBe» «» ^emtiMiirr Dr>aPtz«eiyre«er to Vf^tffeilirg Sm Dr Ligmnnd Iampel, Karlsruhe i. B. Kmtfetznng.) Ich wrlt « nun mit Ibre» Ironien genug fettt leüea 3Hfr \a örn fraä^ii Partien Ibr.:- Bnche». »ft Ihrer Srtifcl im „3frartit" Ar 11—27 übcrgctot. * itrai Angr:;r isdjtrt isds gegen sfir.:, »mn «sdi na: intärrh gebotene Auffassung vom csfendarnngsbegrifs d.s „Ruach hakodesch" heilige, Gerste» . Ich bade nämlich im enäen Sapitel mtiitr* ftät* de» scheinbaren Widerspruch zwischen der rmi felmndrsche« Aeußerung, nach der die Esthergesilichte im Ruach-hakodesch abgesaßt wurde, »nd rrner anderen talmudtschen Bestimmung, welche die sür alle drdlischen Bücher getroffene Marrrgtt znm Schutze ihrer Heiligkeit auf da» Estderbnch nicht ausdehnen will und diesem Buche somit die allen anderen biblischen -Schriften;uerkannte Würde gewissermaßen adkprickt. dahin »•lAliilif/f, fet£ Vt» Ai«*f«*r bflVlt Aensternngru der geschichtliche Inhalt der Megillah wohl al» heilig galt, wogegen ihnen dre äußere Form dieser Erzählung, die rein weltliche, «de» religiöse Moment peinlich du»* schaltende, alle« vom blinden Zufall herleitende lafNellnngmveift diese» Buche» als der biblischen HertrUke« nmoürdiz erschien. weshalb sie für die fatftigot biblische» Schriften getroffene Schutzmastregel brr dfesem Buche nicht für nötig fanden. wie auch «ach einem anderweitigen ialmu- J*U«i «UHAfc* i'?4*Min lm»> rininr talmudweise» bei der Anfertigung von Schutzhüllen für Me biblische» Schriften da» Eftherbuch nnsschtteßr« z» dürft, glanbten Lieft meine Hebnng de» scheinbare» lälmudi« sche» Widerspruche» bezeichnen Sie al» „eine Ierbrärtelnug und eiucu Untergang nnsere» geistigen Erbgutes". al» ..eine kritische Aushöhlung de« Rnach-Hakodefch - Beg r isfe»" und Nagen taut über meinen ..in wahrhaft jüdischen «reisen bisher »»erhörten Wagemut", der zu einrr ,Jbtt überlieferte» Auffassung widersprechende», da« jüdischeBolk». emdfinbe» i» seine» intimsten Reg. unge» »erwnndrnde« Hypothese greift", und voller Entrüstung fragen Sie. Mfltf Im man denn bei einem unter göuliclrer Inspieatia« enrnandeoen Buche die Isr« von dem Inbalte trenne»? Ist Esther im Ruach-hakodesch gesagt marden, ja dann must doch diese» auch irgend eine Zart» gebabt habe», und war diese X-rw einwal twrLande«. dann must auch auf &de tetj'fis rb »fr geazer: Hades »re a-if Inhalte der «eg:llah". I Hütte» £ir sich, verehrter Herr Doktor. in dieser langes Eeeegx-g ovr ei»»» «ha»»,»« e»Ki.;,n Aachbenfen« gegönnt, dann wäre Ihnen die UeberftüftigKr« dieser lanae« T«hatte vollständig Kar geworden Sie Hütte« dann vorerst etngesrben, daß b,v»r Zu «ine Rnach-stakodesch- Anfsafsn«, »ernrteile». e» Ihre #n< »mgüngiichste Pflicht fei. sich zurrst über die Lesinitia» dies« Oliensts» r»,g«charskter» einige »lnrheit zu »erschaffe», und würde« Sie U%uu* getan hoben, bann stünde» wir heule ans gemetnsamem Baden. Ach» Jade meist scha« an« dem etementaten Lttigianin»»reicht, dost die biblisch«« Lchniten Basste Mn» tstentarnngOchatafter» «egen j» drei MchtMch» lgichMe». «nd baß nnr die erste Klafft, der %r*uu»& «äatllch. als ^tl« haschuchastm". sü» nach Kar» and Anstalt »an «fett mit- «chM fechachmr w«d. müstemb Ichan »fe mitt» fear fbft, Mr Dtchtzttttchstcher, atnr lhrem 1 -»hülle u*4' dt MdstiMchs» GkaDtst», „ruach-nedua" angesehen werden, ihre äußere I o r m . idrc DarstrllungSweift dagegen gilt schon al» rein menschlichen Ursprung«, weshalb auch die besser« und mindett-esftrn twctifche» wie rhetorische» Begabungen der einzelnen Propheten sich von einander so sehr abkieben. Während aber der Inhalt oer PrvvUoudücher als drrekrr göttliche lrnigednng — ft: es durch visionäre, bildliche WahrucLmung krrnfuger tseschehnisse. oder d»r«l> inrellekruelleS Auslaucben neuer Anschauungen und lleberzeugungen. deren göttlichen Ursprung» die Propheten sich bewußt rvare« betrachtet »>ird, gilt die Mitwirkung de» heilige» «feiste» bei der Entstehung der der untersten Oiienbarungskalr ge-rie an.ze bürden dritten «lasse der biblifdKn Schriften nur al» eine Durchleuchtung und Dnrchläuterung literarischer Erzeugnisse, die » a ch I o r m und Inhalt menschlichen Ursprung» sind. Alle diese so außerordenttich schwierige,t. von unseren Gröst-.n aller Iadrhunderte so nnihiam und eingch-'nd behandelten Probleme baben Sie in Ihrer so wisftusrlmiiiich tönenden «rilrk ganz außer ach' gelassen und stellen den R«»ch-Hakodcsch-Begriis. diesen unterfteu I»st-irati-.»u»grad. aa»r .'»».«irdoko» in eine llrnie mit dem atlerhüchste» Lsjenbaruiigobcgriji de» ..»>i!»-balch»ina»n" und behandeln so die Megillah als ein voll Wutt dem Berfaiser direkt und wörtlich in die Jeder diktierte» Buch. Hütten Sie aber berüklsichiigl. o»st der größte Besitzer des Rnarip-hakodesm, nne Daniel >. B. nach unserer Aussassii'tg norl, nicht an de» kleinsten Propheten heranragle, >i„d dag wir etnen Ruach-lmkodi.'sch. wenn auch in verschied«i,en Graden, bei allen alten Taliniidnieisen, bei den meisten Heiligen aller Zeile» und dienerationen vorausftpen. ivie ja. nach deitt Midrasch, bezw. P«rke de Rabbi Elieser. auch hcid>iisrl>e Sklavinnen und . - . - 7« durch ethische Lebensweise eines Ruach-hakodesch würdig sein künuett. dann würden Sie nicht so assekliv über meine..H»pothrse. die nicht nur dem normalen M'ruscheitversiaade einen völlig unverdaulichen Tenkstvii liefert, so>td.'rn ain schlagendste» von sich selbst widerregt wird" geNagt haben. Ans Ihre k-rte gvrische Behauptung, daß ..nicht nur ivn» der Ruachi-hakokesch sagt, sondern anch >v i e er e» sagt, unter allen UmstÜnl»'» heilig sein mtist" kanti ich Ihnen in aller r^rmätsrnhe rrrlbfrit, daß die» wohl der Fall »r-äre, ivenn der Ruachhakodesch überhaupt etwa» „sagen" wurde, dieser aber „stammelt "gtillst nur nicht", wie Sie meinen, sondern ist überhaupt durch keine Stimme wahrnehmbar. Wenn Sie schon bei der Berurteilung meine» Ritarl^-liakodesch-Begrifte« iveder Zeit noch türduld h "r„. sich über diese« Problem zuerst zu iitformieren, so Hütten doch schon die bei mir, wenn '::ch -tm«#* Warle de» Rabbi Isuuk Aroma Sie zur Borsichr mahn-n müssen. Derselbe sagt nämlich in der Einleitung seine» „Afedath Izchok" zur Megillah wörtlich solgrndrr: „Wae rher -der Megil>ah> Iarm b»- ttifst. so Hoden wir schon erklür». daß sie im Worte he» Ruach^hatod-lch, iv dem sie gekleidet ist. erscheint: tot« aus Verlangen Esther» habe» die Männer der großen Snnvde die ."legi 1tah au» den Geschichtsbüchern der Meder «nd Perser abgeschriebcn. und weil sie au» heidnische« Büchern adgrschrieben ist. deswegen ist der Rame der Heiligkeit in ihr nicht erwähnt." Hter will Aroma, «ft jeder sieht, kein» neue Ausssssung betresi» der Mitwirkung de« Ruach, hakodesch bei der Mfassuu« der Meglllatz bieten; da er diese Irage stach nur indirekt berührt. — und doch: fftSekdftftr berühmte «ümvier gegen jede speie,» Rlchtnn» in der mtttelaltrrischen Religionswissenschaft ' ichstt« Anstößige« in fee Annahme, daß das vchnnüftlst de« M»ach»hnkodesch entstandene Ssthetst«^ gleichsam an» heidni, schen«eschichts»rrken dermaßen treultch ast-«schrisst«» lß». statz-s«lststst»rh. lich vrrml8re jüdische LmpfindLnzSauSdrülke nicht einmal parapbrastisch eingeslochten wurden. Würde Arama dftft Auffassung in so selbstverständiicheM Tone vorgetragen Hude«, ivenn er sich auch nur leise n» Gegensatz zu irgend einer traditionellen Auschänl-iia gctvußt Hütte? Daß ftine Anschauung von dtescm 5isenb,rrungsbegriss mit der eine« Maimnni. ,,n>-S ANi». „nd vieler anderer sich vvttüänbia derkt, wissen wir genau. Unsere Größten satren eben den Ruach-Hakodesch nicht in den Büchern, sondern in ihre« Berfassertt und erblickten eben die Mitwirkung dieses Ossendarnngsgcistes bei der Entstehung eines Buches lediglich darin, daß jene Bersafker vermittelst de« in ihnen weilenden Ruach-hakodesch in de« ihnen vorliegenden fremde» Stoffen die Wahrheit von der Unwahrheit zu unterscheiden vermochten. Ein solche« Buch, bei dessen Benvertnug de« fremden Quclleninat-.rial« der Ruach-hakodesch seinem Berfassrr die Augen crleiichlet bat. braucht sich duzch nichts mehr al» durch seine nndedingtc heil i g e W a h r h e i l von tausend anderen Büchern z» uiih lidKitoi. und der Bo»zug seiner. Anthentft -. •••“• — V». CMt».tv O.*lvtt » d »»!»•»**• .. -. . . nur darin, daß seine Wabrhostigkeit eine adsvlnte. durch den Otfenbarungsgeift bedingte ist. i»>üt!rend die seiner Quellen nur zufältigett Eharakter hat. Wenn Sie die», at« „diese Heiligkeit des Buche» dis zur simplen Glaubwürdigkeit einer geschichtlichen Quellenschnst zusaninienschrtintpjen lassen" bezeichnen, so habe» dvkl» iiiisere Alten, die aus dem Siegel Gottes litte da» Wörtchen „Eiiieth" eingraviert sahen, die „simple Glanbwürdi,tkeit" doch etwa» höher Mit meine» B,haup»u»g also, daß diejenige» Talmudiveise». uvfcfH’ die beiden sich slktei»>bar ivibersprechende» Satze. nü«r!,ch l. ..*>>.> Estlierbitkli ist im lteilige» i^eifte versaßt worde»" und 2. ..beim Estlv rbuch ist die Schutztnaßreget der sonstigen bibtisilre» Bücher nicht notig" in ihre», Mund»' iiilulni. so viel sage» »vollteu. als de r I n ha l t de« Est her buffte« repräsentiere wohl eine heilige, absolnte Wahrheit, über seiner unk eilige» Iorm wegen ist ihm die Würde der ander« biblischen Bücher nicht eigen, habe ich de» Ruach-hakodesch - Begnjf nur so zu erfasse» gesucht, wie ihn unsere Alten, sotvei» sie dieft» Prallem behandelten, verstanden baden. Ihre vretsachen. oben nue tegwerft nneverge rebelten Berkrtzerungen und Betdammunge« me,»er Aiissassung vom Ruach-hakodesch trefft«. w,e Sie sehen, nicht mich, sondern meine vfewähr »Männer Aus die I rage, wftso d»n gerade Sie. der Sie mir doch viele Spalten lange Moralpredigten ■ » ., *♦ «• {I. ... Mfe» 4 Vltlltl •Uttll •«•••«•••• M«.kM allein angrsichi» vr* Ui «al» z:tier:,a Radb; Isaak Arauta - falls Ihne» andere nicht gegenwürlig ivareu - sich picht gescheut baden, die vmt mr» nur iravrerie Aurchann«,» unirin Grüß Ml so streng zu verurteile», wird jeder Hefte die richtige Antwort ftlbst finde« <Iottfttzung folgt Ai»e »e»e Geschichte kr Ateet-itzee. Wm Boranzeige l In dfeftn Tagen aekangr bei Ierbtnnnd Enft- Ltuttgart ein Bach zne Aoegobe. da» Weitere lüdtiche «reise iatetrllirrra dürlt». Ta« Werk lötal den Titet: „Der 2l«t t« Wandet der Iabriaaftadr" and bestand«» die Entmist »na de« Etmitsqeda». krn« »an de» älteste» Zrite» M» aat Mt Mege». mark, wie er an« den» Kampfe na» de» Btaat stenmegegaagen und «te et t» HbUafeabte. »ettat»» am» Etstik feite« »iederftstfen arlanstra bat. Hftrkaffee dftft« Werft«, aan *a km arr ttffe Baad erscheiat, ist aafee iMdttriM Mitarbeiter Her, De. Aamnel Ma^ Mriaarr» - Kaaban. >lr sttlanen schaa seht elae Paraazeige. welk dftft» Vach lür mm Inda, ba» tzefendemm Inm».