Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 8 (1910)
- Issue
- Heft 24 (24.6.1910)
- Date
- 1910-06-24
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2692297-2692665-2692689--05504-2700419- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 10 Nr. 24. Frankfurter FffraRlWfMS FamMEatt. Jungholz (Elsaß). In geistiger und körperlicher Frische feierte das Moise Hecker'sche Ehepaar die goldene Hochzeit. (L.) Tremeffcn (Posen). Der frühere Stadtverordnete Samuel Rothmann und Frau Amalie geb. Grünbaum feierten die golden eHochzeit. Wie«. Im 67. Lebensjahre verschied Kommerzienrat Ignaz Großmann, der Schöpfer der österr. Netzwaren-Hausindustrie. — „Blochs Wochenschrift veröffentlicht ein Verzeichnis getaufter jüd. Kurärzte. Danach sind getauft in Karlsbad die Aerzte: Aranyi. Ch arm atz, Fokschaner, Ganz, Goldfcheider, Guth, Kelen, Kolisch, Komarvnh, Kraus, Lorand,Munk, Töpfer, Werner, Zupnik, Frank und Sipos (die letzten zwei konfessionslos), in M a r i c n b a d: Loewy, Martens und Schultz und in Franzcnsbad: Stcinbach, Egger und Bruno Fellner. Budapest. Bon den 18 Juden, die im neuen Parlamente sitzen, seien folgende neugewählte hervorgehoben: Sigm. Nemeß, Präsident der Araber israelit. Kultusgemeinde, Philipp Darvey, der berühmte Jurist, Baron Julius Beck und Alexander Szalkai, der frühere Präsident der Mateszalkaer israelit. Kultusgemeinde. Der hervorragende Architekt A l s r e d W e l l i s ch wurde in den Adelsstand erhoben. Madrid. Zum ersten Male seit der Vertreibung der Juden aus Spanien im Jahre 1492 ist wieder ein Jude in die Cortes gewählt worden. Bankier Gustave Bauer wird als Deputierter die Stadt C o r o g n a vertreten. Konstantinopel. Jsaac Efiendi Jessua wurde zum Ches der ersten Division des Generalkommandos der Gendarmerie ernannt. Aus -er Lehrerwett. Frankfurt a. M. Rabbiner Dr. N. A. No b el- Hamburg wurde einstimmig zum Rabbiner der Synagoge am Börneplatz gewählt. Dr. Nobel gilt als hervorragender Talmudkenner und Hebraist, geistreicher Redner und philosophisch geschulter Schriftsteller. Hiuuburg. Wie ich erfahre, bemühen sich die ersten Kreise der hiesigen Fudenheit, den in Frankfurt gewählten Rabbiner Dr. Nobel hier zu fesseln. Karlsruhe. An Stelle des verstorbenen Konferenzrabbiners Dr. Lewin - Freiburg wurde Bezirksrabbiner Dr. Mayer-Bühl zum Konferenzrabbiner und Mitglied des Oberrates ernannt. Kouftautiuopel. Ha im Na hum, der Großrabbiner der Türkei, ist in Jaffa und in Jerusalem mit großem Enthusiasmus von der jüdischen Bevölkerung empfangen worden. Auch die Spitzen der Behörden erwiesen ihm alle Ehre. New-Aork. Das Jüd.-Theolog. Seminar von Amerika erteilte seinen nachfolgenden Abiturienten das Rabbinatsdiplom: Benjamin Abraham Lichter (geb. 1886 zu Griukesschok in Rußland), Israel Herbert Levinthal (geb. 1888 zu Wilna in Rußland), Louis Brav (geb. 1882 in Ungarn), Jacob Bernard Menkes (geb. 1887 zu Lemberg in Galizien), Jacob Samuel M i n k i u (geb. 1882 in Rußland) und I s a a c A a r o n M i l l » e r (geb. 1877 in Rußland). — In Chicago feierte Rabbiner Dr. A. I. Messing — geb. zu Argenau in Posen — seinen 70. Geb urtstag und sein 50jähriges Amtsjubiläum. Aus der zionistische« Bewegung. Berlin. Der Ausschuß der Jüdischen Turnerschaft (Alexanderstr. 39) ersucht Vereine und Privatpersonen, die in ihren Vereinen üblichen Gesänge, vor allem auch neue Vcreinslieder und etwaige neue Kompositionen an ihn einzusenden, damit sie event. in der demnächst erscheinenden 3. Auflage des Vereinslicderbuches „Jung-Juda" Aufnahme finden. Kül« a. Rh. Im Mai wurden ca. 40 000 Mk für den Jüd. Nationalfonds gespendet, darunter 5647 Mark für Oelbäume. Wien. Die Monatsschrift „Palästinä" die bisher unter der Redaktion von Dr. Felix Tellhaber in München erschien, erscheint jetzt hier, und zwar unter der Redaktion von Dr. Ernst Müller. Die soeben erschienene Nummer 6/7 hat folgenden Inhalt: Eine Siedlungsgenosscuschaft in Palästina (A. B., Wien), Zeugen wider Palästina (Dr. Aron Sandler, Breslau), Jüdische Frauenwelt für Palästina (Davis Trietsch, Berlin), Reisebeobachtungeu und Informationen aus Palästina (Dr. Alex Hausmann, Lemberg), Studentenreisen nach Palästina usw. usw. Czernowitz. Der „Vollswehr" wird aus Kotz, man, das eine jüd. Gemeinde von 4000 Seelen hat, geschrieben: „Die vor wenigen Tagen stattgefundenen Kultusratswahlen aus dem politischen Bezirke Kotzman endeten mit einem vollständigen Siege der Nationalpartei. Die Gegenpartei fiel zur Gänze durch, ein deutlicher Beweis, daß der jüdisch-nationale Gedanke auch in den tiefsten Schichten des Volkes seinen Einzug hält und die Ueberzeugung Platz gegriffen hat, daß nur eine Einigkeit der Juden auf nationaler und völkischer Basis ihre Stärke bedeutet und zur Lösung der schwierigen jüdischen Probleme führen, kann." Kunst und Literatur. Die im kommenden Jahre in Dresden stattfindende internationale Ausstellung der Hygiene wirft bereits ihre Schatten voraus. In vielen Kreisen schon rüstet man, um die Beschickung der Ausstellung rechtzeitig in Angriff nehmen zu können. Auch in jüdischen Kreisen sieht man mit lebhaftem Interesse den Tag der Ausstellungs-Eröffnung herannahen. Soll ja auch die Hygiene der Jude» daselbst eine 'besondere Würdigung erfahren. Und mit Recht! Die Juden sind ja geradezu das Volk der Hygiene. Bibel und Talmud weisen unzählige Gesetzesbestimmungen und Verordnungen auf diesem Gebiete auf, die heute noch in ihrer großen prophylaktischen Bedeutung als Vorbild gelten können. Aber auch spätere Zeiten werden dartun, daß die Juden stets an dem Fortschritt der Hygiene gebührenden Anteil genommen haben. Die jüdischen Aerzte des Mittelalters, die wegen ihres immensen Wissens und ihrer unübertroffenen Kunstfertigkeit und Geschicklichkeit gar oft zu Leibärzten der -Fürsten und Päpste ernannt wurden, haben allezeit in Theorie und Praxis der Hygiene, der Förderung und Erhaltung der menschlichen Gesundheit ihre Aufmerksamkeit zugewandt. Der bedeutendste unter den mittelalterlichen jüdischen Aerzten, Maimonides, der in seinem Jad chasaka wie in seinen Mischna - Kommentaren den gesetzlichen Teil des Talmud bearbeitet hat, ist außerdem der Verfasser einer beträchtlichen Zahl von Abhandlungen, die gerade in neuerer Zeit wissenschaftliche Belebung und Bewertung erhalten, Abhandlungen medizinischen und insbesondere hygienischen Inhalts. Es ist das Verdienst Krön er's (Rabbiner in Oberdorf-Bopfingen, Sohn des bekannten Kirchenrat Dr. Kroner - Stuttgart), diese in arabischer Sprache geschriebenen Abhandlungen des Maimonides aus dem Staub der Bibliotheken hervorgcholt und mit einem streng wissenschaftlichen Kommentar und einer sinn- und wortgetreuen deutschen Ucbersetzung versehen der Oeffentlichkeit übergeben zu haben. Mit anerkennenswertem Eifer und unermüdlichem Fleiße hat sich Kroner in die Sprache und den Geist der maimonischen Schriften eingearbeitet, so daß er auf diesem Gebiete der berufenste erscheint, seine Editionen in Bezug auf die mittelalterliche Medizin der Juden nächstes Jahr in Dresden zur Schau zu stellen. Vor nicht langer Zeit erschien das Kroner'sche Werk „Ein Beitrag zur Geschichte der Medizin im Mittelalter,"' und schon befindet sich, wie wir erfahren, wieder ein Werk Kroner's aus dieser Materie, das ebenfalls den Maimonides zur Grundlage hat, im Drucke „UcberdieHämorrhoiden." Wir redeten .sicher darauf, daß auch dieses Werk in Dresden die Ausstellung .für Hygiene schmücken wird. Schon im voraus ober darf die. wissenschftliche Welt dem Verfasser .den gebührenden Dank entbieten für seinen Beitrag zur Bereicherung der Wissenschaft. Fritz Friedmann. Was ich erlebte. Verlag Alfred Pulvermacher & Co., Berlin 1909. 2 Bande, a Band 5 JL, geb. 6 Jh „Untere(Jant", so wird wohl das Urteil lauten, das jeder Leser über dieses Büch fällen wird. Ich schließe mich diesem Urteile an, nur mit dem Unterschiede, daß ich das Wort. „interessant" nicht in seiner schlechten Bedeutung „sensationell" gebrauche, sondern darunter „lehrreich" verstehe. Lehrreich ist das Büch, und darin beruht in erster Linie seine Bedeutung. Diese Eigenschaft jedoch ist kein besonderer Vorzug gerade dieses Buches, denn es liegt in der Natur jedes Mcmoirenwerkes, lehrreich zu (ein. Was dieses Friedmann'sche Memvirenbuch aber von vielen anderen unterscheidet und auszeichnet, das ist das große kulturgeschichtliche Material, (das darin enthalten ist. Der Verfasser, früher einer der angesehensten Verteidiger Deutschlands, führt den Leser durch die literarischen und künstlerischen Kreise Berlins, er führt ihn dann weiter nach Frankreich und Amerika, und immer entwirft er dabei anschauliche Schilderungen von den Verhältnissen in den betreffenden Ländern und Städten. Durch die Lektüre des Buches lernt man auch die Zustände im Gerichtswesen Deutschlands kennen und macht die Bekanntschaft mit einer großen Anzahl von berühmten Persönlichkeiten des heutigen Europa, zu denen Friedmann in näheren Beziehungen gestanden hat. Und endlich wird der Leser zum Nachdenken über viele Fragen und Probleme des modernen Lebens angeregt, die der Verfasser streift oder mich in geistvoller Weise näher behandelt. Sodann aber lernt man durch die Lektüre dieser Memoiren einen Mann kennen, einen Mann in des Wortes schönster Bedeutung. Den» wie man auch Friedmann beurteilen wird, vor der rastlosen Energie und dem nie verzweifelnden Optimismus dieses Mannes wird man unbedingt Achtung empsinden können. Wer von der Höhe des Lebens so jählings in seine tiefsten Abgründe gestürzt wurde und dennoch Nicht verzweifelte, sondern mutig weiter kämpfte und schaffte, bis er endlich wieder sich seinen Platz im Leben errungen hat, der verdient es, geachtet und gekannt zu werden. Er verdient es aber auch, gehört zu werden, wenn er von seinen Lebensschicksalen erzählt, denn man kann von ihm vieles lernen und sich an vielem ein Beispiel nehmen. Den jüdischen Leser werden diese Memoiren noch besonders interessieren, wenn er erfährt, daß Friedmann seiner Abstammung nach Jude ist — allerdings ist er als" Kind von seinem Vater getauft worden. Es muß aber lobend hervorgehoben werden, daß Mied mann immer diese Tat seines Vaters bitter bereut und stets seinem angestammten Volke große Hochachtung und Liebe bewahrt hat. Dr. N. Guggenheim-B ibliothek: Daheim und Draußen, Ein Geschichtenbüchlein von Max Speier. 2 Bändcj L 50 Pfg. Frankfurt a. M., Jüd. Bolksschriftenverlag, G. m. b. H. Zuerst das Aeußere: geschmackvoller Leinwandband, gutes Papier und eleganter Druck geben dem Büchlein ein Gepräge, welches von dem äußeren Schein mit frohen Hoffnungen auf den inneren Gehalt schließen läßt. Und die gehegten Erwartungen werden angenehm bestätigt! In dichterischem Rythmus und dichterischem Empfinden fließt die Sprache, und was sie spricht, ist Erziehung zur jüdischen Pflichttreue. Hier packt's ans Herz und rüttelt auf aus gedankenlosem Sichgehenlassen, dort fließt's gemächlich hin und erweitert den Kreis des Wissens. Hier lehrt's, wie im Unscheinbaren sich häufig zu bewundernde.Größe verbirgt, und dort,, wie der nicht richtig benutzte Segen ein eiserner Riegel vor den Toren wahren Glückes ist. Doch ob er gemütlich Plaudert, bedächtig lehrt oder streng ermahnt, — überall steht dem Verfasser sein Ziel vor Äugen, jüdischen Kindern jüdisches Denken ngch der Väter Art einzuimpfen. Die Büchlein sind für Kinder gesetzestreuer Eltern geschrieben, — und den gesetzestreuen Eltern sei ihre Anschaffung zum besten ihrer Kinder ans Herzgelegt. Spenden. Bei Herrn Joseph L. Oppenheimer, Seilerstr. 37 gingen für den Jüd. Nationalfonds, ein: Aus Büchsen: Max Wolpe, . Obermain - Anlage 3,01 JL S. Grünblatt!! Bättonnstr. 9 3,70 „ Nathan Sondheimer, Eschenh. Anlage 1 10,50 „ M. Levigard 1 Oelbaum auf den Namen des Brautpaares Sara Meyer, Dr. May 6,— „ 22,21 JL Vereins-Kalender. Samstag. Verein „Mekor Chajim", 4Vk Uhr, Schützenstr. 2: Mikro-Vortrag (G. Plaut). — Hatchijoh, 53/i Uhr, Hermesweg 25/7: Zur Psychologie der westeurop. Judenheit (Goldmann). Mittwoch. „M o n t e f i o r e" -V e r e i n, Uhr: Sommerfest im Garten der Gerbermühle (bei ungünstiger Witterung im großen Saale der Adler- Loge). I Die einzige hygienisch vollkommene, in Anlage and Betrieb billigste I Heizung für das Einfamilienhaus ist die verbesserte Zentral-Luftheiznng. In jedes, auch alte Haas leicht einzubaaen. .Prospekte gratis und franko durch i Schwarzhaupt,Spiecker &Co. Nachf., G.m.b.H., Frankfurt a.M.| Clemens Kahn, Bau- und Kunstglaserei I Rechnelgrabenstr. 10. (Wohnung, L) Ttltphon 8648. I EinrahmenT. Bildern. Reparaturen y. Glasarbeiten. |