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Neue jüdische Presse · 1910-05-27 · Heft 20 (27.5.1910) · p. Seite 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
8 (1910)
Issue
Heft 20 (27.5.1910)
Date
1910-05-27
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite 10. Frankfurter Israelitisches Famllmchlatt. Nr. 20 Zürich. Konsul F l e i s ch m a n n erhielt den preußischen Roten Adlerorden 4. Kl asse. Sonboit. In der Frühjahrsaus st ellung der König!. Akademie sind auch Bilder.folgender jüdischer Künstler ausgestellt: Salomon I. Solomon, G. Henry, Miß L. R. I a c o b s, I. Cohen, Miß F. Lion, Miß E. Magnus, I. M o r d e c a i, I. M y c r s , Phillips 'Fox, S. R. Samuel, I. S n o w m a n» F. M. T a u b - m a n li, H. B. van R a a l t c und Miß A. S o l o - m o n. Paris. Dem neuen Parlament gehören sechs Juden an; zum ersten Mal: Andre Hesse, Advokat am hiesigen Appellhof , und Camille Picard, Bürgermeister von Lamarche. Saloni! iTürlei). In der Rede, die der Chachambaschi Rabbi N a h u m. gelegentlich seines hiesigen Aufenhaltes in der großen Synagoge hielt, legte er besonderes Schwergewicht auf die Notwendigkeit und die Pflicht, die hebräi s ch e Sprache zu erlernen. Aus der Lehrerwelt. Frankfurt a. StR. Wir werden darauf aufmerksam gemacht, das; das Knrasyl für Lehrerinnen in Bad Ems unter christlicher Leitung steht, also aus rituellen Gründen für jüdische Lehrerinnen nicht in Frage kommt. Berlin. Am 17. d. Mts. tagte hier der Zentralausschuß des Rabbinerverbandes i n Deutschland. Der Verband hat in den jüngsten Monaten schwere Verluste erlitten. Er verlor seinen Mitbegründer und Vizepräsidenten .Rabbiner Dr. .Horovitz in Frankfurt am Main und außerdem die Kollegen Dr. H. Groß in Augsburg und Landrabbiner Dr. F. Feilchenfcld in Schwerin. An Stelle von Horovitz tvurdc Provinzialrabbiner Dr. Munk-Marburg zum Vizepräsidenten erwählt und Rabbiner Dr. C v h n - Kattowitz in den geschäftsführenden Vorstand berufen. Auch der Begründer und langjährige Vorsitzende des Verbandes. Professor Dr.. May bäum sah sich aus Gesundheitsrücksichten veranlaßt, den Vorsitz im geschäftsführenden Vorstande uicderzulegen. In danwarer Anerkennung der großen Verdienste, die sich Maybaum um beit Verband erworben hat, ernannte ihn der Zentralausschuß zu dessen Ehrenpräsidenten und erwählte zum Vorsitzenden des geschäftsführenden Vorstandes Rabbiner Dr. G u t t m a n n - Breslau. Den Hauptgegenstand der Beratungen des Ausschusses bildet der bekannte Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Verfassung der jüdischen Religionsgemeinschaft in Preußen. Der Ausschuß beschloß eine Reihe von Acnderungsvorschlägen zu diese,» Entwürfe, die der gegen Ende des Jahres cinzuberufcndcn Generalversammlung des Rabbinerverbandes zur Beratung und definitiven Eickscheidung vorgclegt werden sollen. -t. Stratzburg- Die von dem israelit. Bezirkskousistoriimi zu Straßbnrg vorgcnommenen Ernennungen des Rabbiners Dr. Bloch (bisher in Dambach) zum Rabbiner in Barr, des Rabbiners Dr. Lehmann (bisher in Schirrhofen) zum Rabbiner in Bischweilcr, des Rabbiners G u gen heim (bisher in Quatzenheim) zum Rabbiner in Westhofen und des Rabbiners Dr. Marx in Westhofen zwn beigeordneten.Rabbiner in Straßburg, ferner die von dem Bezirkskonsistorium zu Colmar vorgenommene Ernennung des Rabbiners Bloch in Sulz u. W. zum Rabbiner in Doryach, sowie die von dem Bezirkskonsistorium zu Metz vorgeiwmmenen Ernemmngen des Rabbiners D r e y f u s (bisher in Dürmenach) zum Rabbiner-in Mörchingen und des Rabbiners Levy (bisher 'in Pfalzburg) zum Rabbiner in Saarburg, sind von dem Ministerium in Elsaß-Lothringen bestätigt worden. Borken t. W. Lehrer a. D. L. Cohen, früher in Rees a. Rh., bekannt als Autorität auf dem Gebiete der jüd. Chronologie, feiert am 4. Juni seinen 80. Geburtstag. Aus den Vereinen. Frankfurt a. M. DienStag abend veranstaltete der Freisinnigc Berein für jüdischesGemein d e l e b e n im Saal des Hochschen Konservatorimns eine Gedächtnisfeier zum hundertsten Geburtstag Abraham Geigers. Das Podium des Saales war mit Guirlande», die das Bildnis Geigers nmrahnckcn, geschmückt. Die Feier wurde durch Orgelvorspiel und Gesang eines Doppelquartetts, gestellt vom Chor der Hanptsynagoge, eingeleitct. Alsdann richtete Dr. med. Arnold Baerwald Begrüßungswortc an die Erschienenen, insonderheit an die anwesenden Kinder und 'Enkel des Frankfurter Reformators, sowie an den persönlichen Freund und Schüler Geigers Professor Dr. Klein-Stockholm. Nunmehr betrat Prof. Dr. Klein, der Festredner, die Tribüne. Er feierte Geiger als große und geschlossene Persönlichkeit, deren Los es mit sich brachte, als Einzelner wie der erste Abraham dazustehe», den Orthodoxen als Stein des Anstoßes, von allen angegriffen, nirgends ein Wort der Ermunterung empfangend. Seine Unerschrockenheit im Dienste der Wahrheit kannte keine Grenzen; „Liebe und Wahrheit" gingen vor ihm her. „Erkenntnis der Wahrheit im Dienste der Religion" das war seine Parole, und indem er Wissen von der Religion nicht trennen wollte, gestaltete er sich zum Reformator und Regenerator des Judentums. Und doch war G. nicht immer derselbe, auch er machte eine gewisse Entwicklung durch! Anfangs in feiner Sturm- und Drang-Periode segelte er ganz im Fahrwasser des Rationalismus und wollte nur die reine Vernunft kennen. Nach und nach — unter dem Einfluß Zuuz — machte!er eine Krisis durch; die Vernunft galt ihm jetzt nur zur Erforschung der Geschichte, nicht aber als der einzige Führer für die Gegenwart. Dem Fanatismus der Aufklärung, der unwissenden Reform kehrt er den' Rücken, denn um niederreißcn zu können, muß man Glaubensbegeisterung besitzen. Geiger hat kein religiöses System hinterlassen, — allein darin liegt seine Größe, darin waren ihm die Propheten, die nie formuliert und systematisiert haben, zum Vorbild! Gleich ihnen will er die Religion vereinfacht wissen, gleich ihnen sucht er den universellen Gedanken der Religion, um die gesamte Menschheit zu erwecken, einen reinen ethischen Monotheismus für die Zukunft will er gleich den Propheten haben, und .in diesen seinen Bestrebungen kannte er gleich ihnen keine Furcht vor Menschen. Geiger' will dort anknüpfen, wo die Propheten, oder zu mindestens wo ein Hillel mit seinem allgemein Menschlichen aufgehört hat, um so die gehemmte Ausbreitung des Judentums zum Gemeingut der gesamten Menschheit zu erinöglichen. Die Pharisäer, die durch Geiger zur wirklichen Wertschätzung gelangten und die ebenso — im Gegensatz zu den Saduzäcrn — auf dem Boden der Entwicklung des Judentums standen, hatten nicht den Mut, den Priesterdienst, der ihnen mißfiel, abzuschaffen, ein Versäumnis, das für die weitere Gestaltung des Judentums von großem Nachteil war. Mit genialem Scharfblick erforschte Geiger die historische Entwicklung des Judentums, und überall, bei allen großen Geistern Israels — wie bei Saadja Goaun, Maimonides, Jehuda Halevi, Iben Gabirol usw. — findet Geiger Beweise für seinen Gedankengang. Er verfolgte mit seiner Forschung eine Tendenz rmd war — zu seinem Ruhme — tendenziös. So weit die Ausführungen des radikalen Schülers des radikalen Reformators. Wir werden noch in einem besonder» Artikel auf Geigers Wesen und Wirken zurückkommen. Frankfurt a. M. Das Sommerprogramm des Mvntefiore-Bereins sieht für jeden Mütwoch Referat-Abende mit Diskussion vor, die bei günstigem Wetter im, Garten abgehalten werden, sowie 1 oder 2 gesellige Abende. Di« Fortbildungskurse werden fortgesetzt. Interessieren dürfte weitere Kreise, daß der R e st a urationsbetrieb erweitert worden ist, sodaß die Mitglieder nunmehr ein einfaches Abendbrot im Vereinslokal einnehmen können. Frankfurt a. M. Der Verein für jüd. Geschichte und Literatur hielt unter dem Vorsitz Rabbiners Dr. I. Horovitz seine Generalversammlung ab. Rabb. Dr. I. H vrovitz erstattete den Geschäftsbericht, dem zu eicknehiucn war, daß 8 Vorträge gehalten wurden, deren Besuch trotz ähnlicher Bestrebungen mehrerer lokaler Vereine zugeuommen hat. Der Verein wird cs weiter als seine vornehmste Aufgabe betrachten, erstklassige Vorträge zu bieten. Julius Sommer gedachte in herzlichen Worten des vor wenigen Monaten dahingeschicdeneu Mitglieds und treuen Förderers des Vereins Rabbiner Dr. M. Horovitz s. A. und gab sodann den Kassenbericht, nach dem 1062 J(. an Mitgliedsbeiträgcn und 565 JL an Geschenken ciugingen. Die anschließende Diskussion war reich an Anregungen. Es sprachen: H u g v ,F r ä n k e l, Dr. med. K a n f m a n n, S a l Y G e i s, I u l i u s S o m m e r und der Vorsitzende. Definitiv beschlossen wurden die Einrichtung von Disknfsionsabenden und die Errichtung eines Propagandakomitces. Bei den Vorstandswahleu wurden für den eine Wiederwahl ablehnenden Dr. Lehmann F r i tz S o n d h c i m e r gewählt und Ignaz Frank und M. T a n n e n b a u m zu Revisoren bestimmt. Frankfurt a. M. „Montefiore".Verein. Einen in Form und Inhalt vorzüglichen Vortrag bot Dr. B. M a y in seiner Besprechung des Werkes des sel. Rabb. Dr. M. Horovitz „Frankfurter Rabbineu." Er zeigte, wie Rabb. Dr. M. Horovitz in der Art der Charakterisierung seiner hervorragenden Vorgänger Jesaja Horwitz, Sabbadai Zewi Horwitz, Mcram Schiff, Josua Falk und Pinchas Horwitz sich selbst das Charakterbild zeichnet, das ihn zu einem ebenbürtigen Nachfolger dieser Forscher stempelt. Wir werden den Vortrag im Original bringen. Spenden. Bei der N a ti o n a l f o u ds k o m »i i s s i o u gingen ein; Aus B uchseu: I. van Gelder 1-Jf. I. Goldschmidt, Scilcrstraßc 1,68 „ Mart. Levigard „ 2,50 .. Cilli Rosenberg „ (, ,, G. I. Rapp „ 1,10 „ G. O. 3,06 ,, Lcop. Oppenheimer „ 9,45 „ N. N. O _ P. P. 1,- ,, Jsr. Lchrerinstitut 1,22 „ Dr. P. Grünbaum 8.22 I. Blumenthal 2,60 „ L. K. 0.18 „ Leop. Dcssauer 1,30 „ L. Aronsohn 0,75 „ C. Herzberg 2,15 „ Sammlung nach dem Bortrag d. Parteisckretärs Blumenfeld 3,70 .iL Für das Mikro-Biolom-Institut von Math. Dreger, Ella Sturm, Oscar Schwarz, Simon Koschland 9,— Jk Zus. 53,01 ,«■, Bei dem F r k s. I s r. F a m i l i e n b l a t t gingen ein: S. H. Goldmann n. Saly Geis gratulieren Herrn u. Frau Fritz Sondheimer zur Geburt der Tochter 1,— Jl\ Bei Herrn Jakob Wodowsky, Offenbach gingen ein: Gesammelt bei der Verlobungsfeier Bertha Luftig mit Arthur Rubinstein auf deren Namen 2 Oelbäume 12,— JL Wir bitten unsere Leser, ihren Bedarf unter Bezugnahme ans unser Blatt bei unseren Inserenten zu decke». Fraulfurter Israel. Familienblatt. ftesVanration ]. Bergmann Frankfurt a. M., Brückhofstr. 8 mmm Haltestelle der Trambahnlinie am BSrneplatz. wmam Ia. Bier, Aepfehrein, Cafi6, Thee u. s. w. Schreinerei von Friedr. Deuchert, Frankfurt a. M., Querstrasse 20 empfiehlt sich zum reparieren von Möbeln, ausbessern von Fussböden sowie abhobeln und waobsen von Parkettböden. Umändern und reparieren von Wohnungen jeder Art. von Hans- und Küchengeräten hb Beste Gelegenheit für Bräute oder für ErgSnzungsstficke. Ia. Emaille und Rein-Aluminium. Pe'rolöfen, vollständig geruchlos. Ofenschirme. Sehöne lopferkessel n. 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