Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 8 (1910)
- Issue
- Heft 16 (22.4.1910)
- Date
- 1910-04-22
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 Frankfurter JfraÄitisches FamllieKblatt, Nr. 16 Die gebildete Frau Korjankov will ihrem Mann das falsche Sprechen abgewöhnen. „Du darfst nicht sagen Scherm. Es wird geschrieben Schirm, und man sagt auch Schirm." „Was Du immer hast, Leonore . . . Ich weiß schon . . . Man rann sagen.' Scharm, man kann sagen Scherm, man kann sagen Schirm, Schorm, Schurm. . . Aber was kommt raus dabei? ... Es bleibt doch immer 'n Scherm. . ." Katalog für jüdische Jugendvereine, ^Kurzer literarischer Wegweiser.) Herausgegeben vom Verbände der jüd. Jugendvereine Deutschlands. 20 Seiten. Eine dankenswerte Tat stellt dieser Katalog dar. Manche Vereinsbibliothek wurde bisher eingerichtet und manche eingerichtete mit unzweckmäßigen Büchern gefüllt, weil der nötige Ueberblick aus dem Gebiete der jüd. Wissenschaft und der jüd Literatur fehlte. Dem ist nun abgeholfe». Das Büchlein ist zum Preise von 25 Pfg. für Nichtmitglieder und 15 Pfg. für Mtglieder portofrei vom Verband der jüd. Jugendvereine Deutschlands, Berlin SW., Wilhelmstr. 118 in zu beziehen. Geschichte der Juden in der Oberpfalz. HI. Der Bezirk Rothenberg. (Schneittach, Ottensoos, Hüttenbach, Forth). Vcrfaßt' von Rabbiner Dr. M. Weinberg. 190 Seiten. 3,50 Jh Sulzbürg (Oberpfalz), Selbstverlag des Verfassers. Die Geschichte der -Juden im Bezirk Rothenberg läßt sich bis zur ersten Hälfte des 14. .Jahrhunderts zurückverfolgen und geht bis in unsere Zeit. Sie zeigt in ihren Einzelheiten das wechselreiche Geschick, das der Geschichte der Juden Deutschlands eigen ist, und zwar in einer Treue, wie sie eben nur ein Ausschnitt aus der großen Geschichte geben kann. So hietet das Buch auch denen, die nicht ein heimatliches Interesse daran haben, viel des Lehrreichen, und es ist ihm daher die weiteste Verbreitung zu wünschen. Die Entdeckungsreise des Herrn D r. Theodor Lessing zu den Ostjuden von Binjamin Segel, Lemberg 1910. Verlag ,Zatikwah", Mickiewiezgasse 5. Der Bürstenabzug dieser in den nächsten Tagen erscheinenden Schrift liegt uns vor. Sie ist eine gründliche Abfertigung Lessings und derer um Lessing und wird in den weitesten Kreisen Aufsehen erregen. Eingehende Würdigung demnächst. Für ihre im Insel-Verlag zu Leipzig erscheinende Ausgabe von Heinrich Heine's sämtlichen Werken wünschen Professor Dr. Oscar Walzel in Dresden und Dr. Jonas Frankel, Privatdozent an der Universität Bern, die Handschriften von Heine's Schriften, die sich zahlreich in Privatbesitz befinden, zu verwerten und auch bisher unveröffentlichte Verse Heine's möglichst vollständig zu sammeln. Sie wären daher den Besitzern von Heine's Handschriften dankbar, wenn sie ihnen diese zur Kollation oder Abschrift freundlichst überlassen oder ihnen von ihrem Besitz Nachricht geben würden. Bunte Chronik. Der wissenschaftliche Begriff „Chomez".. Eine Betrachtung zu Pesach. Von Dr. med. Natner - Wiesbaden. „Alles Gesäuerte dürft ihr nicht essen". Das ist doch unbestimmt! Ist die Kohlensäure, die Essigsäure allein „Chomez"? Oder gar die Zitronensäure? (Die Schwefelsäure kommt allerdings weniger in Betracht.) Was fällt ch e m i s ch unter den Begriff „Chomez"? Unsere Weisen haben im Traktat Pesach den Begriff genau präzisiert: Nur dasjenige Produkt, welches bei der Gährung der fünf Getreidearten: Dinkel, Roggen, Laser, Gerste, Weizen infolge der Diastase (bei Zusatz der Hefepilze oder auf andere Weise) resultiert. Der Gährungsvorgang ist nämlich kompliziert. Hauptsächlich wird dabei das Dextrin (Stärke) der gequollenen Getreidekörner in Dextrose oder Traubenzucker verwandelt, dann den Zucker in Alkohol und Kohlensäure zerlegt (letztere bewirk! das sog. Aufgehcn des Gebäcks). Also der Alkohol und die Kohlensäure, welche bei der Gährung der genannten fünf Gctreidcarteientstehen, machen streng-wissens ch a f t l i ch den Begriff „Chomez" . aus. Allerdings kann man durch Gährung auch zuin Beispiel bei den Hülsesrüchten dasselbe Produkt erzielen; allein es ist keine rechte Gährung, sondern — wie sich die Weisen ausdrückeu — nur „Maßriach"; sie sind deshalb nur als Minhag am Pesach verboten; beim Spiritusbrennen aus den fünf Getreidearten ist derselbe Vorgang wie beim Backen, daher der dabei entstehende Alkohol echter „Chomez"! Ebenso beim Bierbrauen aus Gerste. Dagegen ist der Alkohol, welcher aus Wein oder aus Früchten mit der nötigen Vorsicht gewonnen wird, am Pesach erlaubt. Essig aus Wein oder Früchten ebenso. Der älteste Text des Sündflut-Ereignisses. Am 11. Mai 1900 beendete Professor H. V. Hilprecht von der Pennsylvania-Universität sein Ausgrabungswerk auf den Ruinen R i p P u r' s, der einst so mächtigen babylonischen Stadt. Die Entzifferung des enormen Materials dauerte naturgemäß Jahre, und erst, vor wenigen Monaten fiel die Aufmerksamkeit Prof. Hilprecht's auf einige Täfelchen in.semitischem Babylonisch, während die andern Täfelchen in sumerischer Sprache, eineni nichtsemitischen Babylonisch, geschrieben sind. Hilprecht betrachtete die Täfelchen aufmerksam, und da sah er auf dem einen der Täfelchen drei Zeichen, die das Wort „Sündslut" bedeuten. Das an seiner breitesten Stelle 2% Zoll breite, 25/g Zoll länge und l/g Zoll dicke Täfelchen war jedoch so vom Schmutz und Salpeter überzogen, daß es einer dreiwöchentlichen mühsamen Arbeit bedurfte, um den weiteren Text zu entziffern. Der Text lautet in der Uebersetzung — mit den Ergänzungen Hilprecht's in . Klammern — wie folgt: (Die Brunnen der Tiefe) will ich lösen, (eine Flut kommen lassen), die alle Menschen mit Einem Mal ergreift. (Du aber suche Rettung), bevor die Flut äusbricht. (Denn über alle Lebewesen), welche es auch sein mögen, werde ich Zerstörung und Vernichtung bringen . . . Baue ein großes Schiff und ... .ganze Höhe soll sein Bau sein. Es soll ein Hausboot sein, das tragen wird was an Lebendem gerettet wurde, und es soll ein starkes Dach haben. (Das Schiff), das Dü bauen wirst, (Darein bringe) die Tiere des Feldes, die Vögel des Himmels. (Und von kriechendem Gewürm zwei von jedem) statt ihrer ganzen Zahl. .... und die Familie der ... Das Täfelchen enthält nichts, was eine direkte Zeitbestimmung seines Ursprungs ermöglichen könnte. Prof. Hilprecht nimmt jedoch — nach Fundort und anderen Abzeichen — ein Alter von etwa 4000 Jahren an. Es gibt bekanntlich noch einige babyl. Schriftdenkmäler, die Hinweise auf die Sündslut enthalten, nirgends lehnt sich aber die Darstellung so eng an die im ersten Buch -Moses an wie hier. istfäßsi Berei«s-Kale«der. Samstag. „M o n te fi o r e" - Be r e i n, 11 Uhr, Seilerstr. 22: Kedauschim-Schrur. — Verein „M clor Chajim", 12 Uhr, Hörsaal Friedberger Anlage: Piudim des Machsor von Pesach (Dr. Josef Breuer); 41/4 Uhr, Schützcnstraßc 2: Mikro-Vortrag (Joses Bender). Briefkasten. E. L-. Wien. Wenden Sie sich an Dr. Jakob Feuchtwanger, Frankfurt a. M. 6rari Xmemstogrspll 6 Vilbelerstrasse 6 am Xssssnäsnkrnai WM" Nor während der Feiertage als Extraeinlage '•8 Joseph wird von seinen Brüdern verkauft Judith, dia Retterin Israels —■ —■ - ausserdem das reichhaltige Programm. Kohlensaures Mineralquellen-Wasser. Tafelwasser Sr. Durchlaucht des Fürsten zu Fürstenberg. Vertreter fOr Frankfurt a. M. and Umgegend: Apotheker Hans Fecher, Hohenstaufenstrasse 11 und Güterplatz 1. . Telefon 4118 und 2823. Blumen- und Pflanzenhandlung Tel. 11376. Iiiebigstr. 21a. Tel. 11 376. Ausführung sämtlicher Blumen - Arrangements. Gärtnerei; Friedberger Landstr. 324. J S. Mühlfölder, lapezierer und Dekorateur, Frankfurt a. 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