Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 8 (1910)
- Issue
- Heft 16 (22.4.1910)
- Date
- 1910-04-22
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2692297-2692665-2692681--05381-2700284- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 16. Frankfurier Israelitisches Familienblatt. Seite 11. tierte. Ms Gegensatz stellte der Vortragende dann eine Betrachtung aus der Erzählung über den Tod der Kinder Ahron ans, indem er sehr g e i streich einen Midraschspruch dabei beleuchtete. Spectator. Spenden. Bei der Geschäftsstelle gingen für den Nationalfonds ein: I. Strauß, Sandweg 135, anläßlich einer Wohnungsermietung ' 2,— J£. L. Perlinutter gratuliert zur Hochzeit Jogues Schapiro — Anna Kronglias, Paris - Benilly 1,— „ F. F- 0,50 „ Max Bauer 10,— „ Sorin und Weinberg gratulieren Herrn I. B. Levy anläßlich Barmizwoh seines Sohnes 1,— „ Kleinmann, zum Andenken an R. B-, Nenfeld 0,50 „ Absolventen des Lehrerseminars zu ihrem Abschiede: 1. auf den Namen des Leiters des Seminars Se. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. I. Horovitz und des gesamten Lehrerkollegiums 1 Baum 6,— j, 2. aus den Namen des Oekouoms Herrn Jakob Dahlheim, sowie des gesamten Kuratoriums für erwiesene freundliche Fürsorge 1 'Baum 6,— „ 3; auf den Namen der Familie des Verwalters des Seminars Herrn Moritz Hirschberg zum Zeichen der aufrichtigen Dankbarkeit für die liebevolle väterliche Behandlung 1 Baum 6,— „ Aus Büchsen: Bernhard Jsaacsohn 5,— „ Dr. Weinberg's Kinder . 3,20 „ Materialien: Else, Erna und Elise Feist, Lotte Wolpe, Kiebitz, Bender, Knödel, Feist - Frankfurt am Main, Gerd Cohen - Altona, Adler, Theobaldstraße. Bei Herrn Joseph Oppenheimer, Seilerstr. 37 gingen .ein: 1 Oelbaum für Paul Wiesbader anläßlich seiner Barmizwoh von M. Levigard 6,— ,H. 1 Oelbaum für Martin Levigard, gestiftet von der Ortsgruppe für seine Verdienste anläßlich seines Austrittes aus dem Vorstand 6,— Sammlung bei der Generalversammlung 5,23 „ Sprechsaal. (Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion.) Im „Rückblick auf das Jahr 5669" vou Prof. Dr. Mark. Philipps»» im „Jahrbuch für Geschichte und Literatur" 1910 lesen wir Seite 28: „Ermutigt durch die Regierung, beginnen die Vertreter der äußersten Orthodoxie unter den Juden selbst, diejenigen Glaubensgenossen zu mißhandeln und zu plündern, die es wagen, die rituellen Ord> nungen zu übertreten." Schreiber dss. liest jüdische Zeitungen der verschiedensten Richtungen, hat aber bisher nirgends gelesen, daß orthodoxe Juden in Rußland ihre liberalen Gegner je „inißhandelt" oder „geplündert" haben. Vielleicht ist Herr Dr. P. so liebenswürdig, sich näher zu erklären, wo solche „Plünderungen" erfolgten. — Zioni. Kunst traft Literatur. Westöstliche Miszellen von Samuel Mcisels. 144 Seiten. Genien - Verlag, Leipzig. .Miszellen" betitelt sich das Btlch, — und in der Tat, verschieden sind die einzelnen Abhandlungen vou einander, verschieden ihrem Inhalt als auch ihrein Werte nach. Und zwar will cs mir scheinen, daß der Wert der einzelnen Aufsätze in immer aussteigender Linie zunimmt, sodaß ich den ersten Aufsatz für den an Wert niedrigsten und die letzten drei als die besten bezeichnen will. Das erste Kapitel behandelt den „Friedensgedanken ini Judentum"; abgesehen davon, daß der Autor seinem Thema nur zum Teile gerecht wird, hat er den alten eingebürgerten Fehler begangen, wieder einmal die Propheten zu Kosmopoliten zu stempeln, die eine Verbrüderung der ganzen Menschheit erstrebt haben, so daß unsere jüd. Kosmopoliten im 19. Jahrhundert sicherlich die direkten Nachfolger und Erben der Propheten wären, wäre der Autor nicht so vorsichtig gewesen und hätte er nicht auch die jüd. Rabbinen zu Kosmopoliten gestempelt!! Was die weiteren Abhandlungen anbetrifft, so ist ihnen allen das gemeinsam, daß sie nicht erschöpfend sind, worauf aber der Autor scheinbar gar keinen Anspruch erhebt. Während die stber den „I a r g o n" recht ansprechend ist, hat mir „das Gcspräch" nicht sehr gefallen, weil es den Reden an Kraft und Saft fehlt und der Autor Rießer doch allzubekannte Wahrheiten und Gedanken in den Mund 'legt. Im nächsten Zyklus: „G e d e u k b l ä t t e r," bestehend aus den Kapiteln: Theodor Herzl, Heinrich Heine, Berthold Auerbach, halte ich die Studie über Heine snr die beste, weil sie manches Neue bietet. Ebenso sind auch die folgenden Studien über: O r z e s k o und Heijerma » n recht interessant; besonders der letztere ist kräftig und treffend widerlegt. Die besten Kapitel des ganzen Buches jedoch sind die letzten: „I u n g h e b r ä i s ch e Lyrik, Moderne Jargonlyrik und Deutsche jüdische L Y r i k." Sie bieten zwar dem mehr in der jüdischen Literatur Eingeweihten nichts neues, wohl aber ist ihre Lektüre dem diese» Gebieten fremd Gegenüberstehenden &u empfehlen. Auch hier sind manche Gelegenheiten zur Kritik gegeben; so z. B. glaube ich nicht, daß die Seele B i a l i k s einheitlich und in sich harmonisch ist, und daß dieser Dichter durch seinen Eintritt in das moderne Leben einen vollständigen Abschied vom Beth-ha-midrasch genommen hat. .Vielmehr bin ich der Ansicht, daß in der Brust dieses Dichters wohl „die männiglich bekannten zlvei Seelen wohnen", also auf der einen Seite sein Drang zum Vorwärtsstreben und auf der anderen Seite seine Sehnsucht zum friedlichen, ruhigen Beth-ha-midrasch. Alles in allem: Das Buch ist von keinem Gelehrten geschrieben und nicht für Gelehrte bestimmt. Dem Laien aber bietet es manches Neue und manche Anregung zum weiteren Studium jener Gebiete, die der Verfasser hier nur kurz und nicht erschöpfend behandelt. l>r. N. Rabbi Lach und seine Geschichten von M. N u s l. 224 Seiten. Berlin IV. 30, Hesperus- Berlag. „Der Rabbi Lach! Biele seiner Geschichten werden hier erzählt: Solche, die ich als Kind von ihm gehört, wenn er mit Jossele Kapellmeisters Mnsikbande nach Drillichau kam und zu Schmaus und Tanz den großen Baß strich; solche auch, die mir in Chozanow und. anderwärts — bis nach Krakau und Tarnow hin — berichtet wurden, wenn ich in späteren Jahren nach dem Rabbi fragte. Andere fügte ich hinzu, die Mendele Steinpilz nicht mehr kannte, die aber dennoch seines Geistes sind." Es ist echter jüdischer Witz, den uns Rabbi Lach auftischt; scharf pointiert, aber nie verletzend; plötzlich wie ein Blitz aufleuchtend, vom Verstand kommend und gleichzeitig mit den Lachmuskeln den Verstand befriedigend, — doch nie die Grenzen des Anstands überschreitend. Zudem gibt er uns ein jüdisches Knltnrbild; mau lese nur die Titelüberschriften, die das schon andeuten: „Von Lehrern und Schülern", „Von Philosophen und anderen Käuzen", „Auf dem Wege zur Bildung" usw. Einige Proben: Der hundertundvicrjährige Schimmelche wird gefragt, wie alt er sein möge. „Nu, wie alt soll ich sein möge»? Ja, ja... Mögen möcht' ich alt s e i n . . . a ch t z e h n I a h r . . „38te! alt, daß Ihr heute seid?" „Nu, wie alt soll ich sein? Ich bin. . . bis hundert. . . bin ich alt vierunddreißig Jahr . . „Aber Schimmelche . . . Vierundreißig . . .?" „Nu, was willste, Kind, was willste? ... die ersten siebzig rech'n ich doch nicht, „ ." Nathan Wolfcnsohn wird gefragt, wie es ihm in Wien bei seinen beiden reichen Onkeln Elias und Markus gefallen habe: „Spaß, wie es mir ist gegangen! Gerissen haben se sich um mir, daß ich's nicht mehr Hab' ausgehalten." ,Mieso haben se sich um Dir gerissen?" „Wieso? Nu. . . Onkel Elias hat durchaus gewollt, ich soll bei Onkel Markus essen, und Onkel Markus hat durchaus gewollt, ich soll bei Onkel Elias essen . fertige Einzüge ü in eleganter Form, ans neuesten Stoffen. ~ Für Herren . . . . zu Mk. 27, 3©, 33, 35, »8, 40, 42, 45, 50—85 Für Jünglinge.zu Mk. 22, 25, 28, 30, 32, 35, 38, 40, 45—5© Für Knaben.zu Mk. 1©, 18, 2©, 22, 25, 28, 3©, 3», 35—45 fertige ftnzüge — •' - in einfacher Ausführung, ans soliden Stoffen. — ~ Für Herren . . ..zu Mk. 14, 1©, 18, 2©, 22, 25 Für JüngUnge . ... zu Mk. 1©, 12, 14, 1©, 18, 2© Für Knaben ..zu Mk. 3, 4, 5, ©, 7—15 Wir fertigen die Anzüge zum grössten Teile selbst an und erreichen so eine unübertroffene Leistungsfähigkeit. — Unsere Auswahl ist herrorragend. — Eingang yon Neuheiten täglich. DM- Verkauf zu billigen, festen Freisen, welche mit deutlichen Zahlen auf jedem Kleidungsstücke rermerkt sind. "MD Gustav Carsch & Co. Spezialhaus für K®rren~ und tfnaben-jCleidung Liebfrauenstrasse 8—10 und Neue Kräme 27. Filiale in Höchst a. 3f.: Königsteinerstrasse 5* ■ 4