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Neue jüdische Presse · 1910-04-08 · Heft 14 (8.4.1910) · p. Seite 12

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
8 (1910)
Issue
Heft 14 (8.4.1910)
Date
1910-04-08
Page
Seite 12 (sequence 15)
Language
German
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Seite 12 Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Nr. 14 lagert. Vom Bahnhof aus setzte sich der Zug in Bewegung, und die Jubelrufc und Freudcnkundgebungen der jüd. Bevölkerung hallten auch jetzt durch die Straßen. Anl Sabbatmorgen wurde er von den Vorstehern der Gemeinde abgeholt und in feierlichem Zuge in die Marschalls- Synagoge geleitet. Hier hielt er eine zweistündige Droschoh, die mit Jascher Kauachrufen ausgenommen wurde; nach dcnr Gottesdienst wurde er von der Menge auf Händen nach seiner Wohnung getragen. Bemerkenswert ist, daß auch die Chassidim an dem Empfange teilnah men; der chassidische Rabbi besuchte am Sonntag darauf mit seinem Gefolge den angekommenen Gaon, nachdem er durch Geschenke seine Ehrfurcht bekundet hatte. In der ganzen Stadt herrscht noch jetzt eine feierliche Stimmung und große Freude ob der glücklichen Wahl. Ben-Jakob. Budapest. 77Jahre alt ist Nathan Halasz, ehemaliger Direktor der jüd. Mädchenbürgerschule, verschieden. Er war nicht nur ein Pädagoge ersten Ranges, sondern auch ein Liebling seiner Zöglinge. Souftantiuopel. In Liberias verschied — 90 Jahre alt — Rabb. Isaac Abolasia, Präsident des jüd. Tribunals zu Damak. (L ) Tirschttegel (Posen!. Die hiesige jüdische .Schulgemeinde ist wegen zu geringer Schülerzahl aufgelöst worden. Kunst und Literatur. Entstehung, Entwicklung und Prinzipien des Chassidismus von Dr. CH. Bogratschoff. Berlin 1908. Verlag von Louis Lamm..Rabbi Israel Baal-Schem, der Stifter des Chassidismus. Sein Leben und seine Lehre, dargesteltt von Dr. I. Günzig. Jüd. Buch- und Kunstverlag Brünn, Max Hickl 1908. Bis vor wenigen Jahren noch war der Chassidismus ein nngekanntes Wort, ein Gebiet, das von der Geschichte ganz unbeachtet gewesen war. Sieht man von dem Chassidismus mit Vorurteilen gegenübertretenden lind ihn deshalb ganz falsch beurteilenden Gractz, von den nur oberflächlichen Ausführungen Io st's und dem mangelhaften Werke B e e r' s über die Sekten des Judentums ab, so kann man die Tatsache konstatieren, daß früher niemand in Westeuropa an eine wissenschaftliche und gerechte Erforschung und Kritik dieser - für die Geschichte des Judentums im Osten so bedeutsamen Bewegung hcrangetreten ist. Erst vor vielleicht 20 Jahren begann man, sich immer mehr mft dem Chassidismus zu beschäftigen, und zwar gaben hauptsächlich die Arbeiten von dem bekannten Historiker S. Dubnow den Anstoß dazu. Seitdem ist die Anzahl der Werke über den Chassidismus immer mehr gewachsen, und auch ein heftiger Kampf in der Beurteilung des Chassidismus ist ausgebrochen. Auf der einen Seite stehen alle jene, die im Baal-Schem einen Philosophen, eine bedeutende Persönlichkeit und im Chassidismus eine besondere Art des Judentums, also eine Auflehnung gegen den Rabbinismus sehen wollen, uitb ihnen gegenüber stellen sich die anderen, die den Baal-Schem als Ignoranten und geistlosen Menschen betrachten nnd den Chassidismus demzufolge als eine Entartung, als etwas unbedingt zu Verurteilendes einschähen. Die Verfasser der vorliegenden Bücher, stehen nun beide auf der Seite der Verehrer des Chassidismus. Dr. Bogratschoff faßt ihn als eine förmliche philosophische Schule auf, die ihren Begründer im Baal-Schem und ihre Fortsetzer in den Nachfolgern des Baal-Schem hatte. Seine Behandlung ist daher auch ganz so, als ob er etwa das philosophische System eines Spinoza behandelte. Darin liegt nun der Vorzug und Fehler des Buches. Der Vorzug, indem uns der Verfasser auf dieser Art ein so klares Bild von den Lehren des Chassidismus gibt, wie cs überhaupt nur möglich ist, und der Fehler, daß der Autor doch zu wenig Wert aus die Art und Notwendigkeit der Entstehung dieser Bewegung legt. Er erklärt uns nicht, warum der Chassidismus gerade um jene Zeit entstand und warum er sich gerade bei den krainisch-pvdolischcn Juden entwickeln mußte. So ist das Buch nicht so sehr ein historisches als ein philosophisches nnd als solches ein sehr gutes. In der ganzen Literatur über den Chassidismus kenne ich in der Tat kein Buch, das in so knappen Zügen ein so klares und genaues Bild der chassidischen Lehren gibt >vie das vorliegende von Dr. Bogratschoff. Der Vorzug des einen Buches, ist der Fehler des anderen, und der Mangel des ersten Werkes, ist der Vorzug des ziveiten. Was ich beim Werke Dr. Bogratschoff's vermißte, die historische Darlegung, gibt uns D r. G ü n z i g in sehr klarer Weise, aber dafür mangelt ihm die Klarheit des Bogratschoff'schen Werkes. Und nicht nur das, ich habe auch manche wichtige Lehren des Chassidismus, wie beim Günzig'schen Werke, ganz vermißt. Umsomehr aber hat der Verfasser auf die Darlegung der damaligen Lage der Juden Wert gelegt. Diesem Vorzug gesellt sich noch der dazu, daß der Autor iöon< der merkwürdigen Natur des Baal-Schem ein außerordentliches klares Bild entworfen hat; lvie er überhaupt das Hauptgewicht auf das Leben des Baal-Schem gelegt hat und erst in zweiter 'Linie sein Werk behandelt. So ergänzen sich beide Werke in vortrefflicher Weise, und beide zusammen sind sic ein vollkommenes Ganzes, ein glänzender Führer durch die Jrrgänge des Chassidismus. Ich glaube, ein jeder Jude sollte sich die Zeit nehmen, ein wenig diese Bewegung kennen zu lernen, wenn auch nicht immer aus reinem Lehreifer, so doch wenigstens der zeitgemäßen Mode wegen, denn gerade heute zeigt sich im gebildeten Europa eine stärkere Neigung zum Mystizismus wie je. Dr. N. Spenden. Bei der Geschäftsstelle gingen für den Nationalfonds ein: Karl Rosenheimer, statt Telegramm zur Hochzeit Weil-Oppenheimer 0,5,0 JL 2 Sammelbücher - Erlös 11,37 „ Aus Büchse Rosenheimer ' 0,— „ Sclmar Geis 2,50 „ Für Siedlniigsgenosscnschaft: Zionistischer Stammtisch 2,— JL Bei Herrn L. Perlmutter, Uhlandstr. 38, ging als Endergebnis der P u r i nt s a m m l u n g f ü r den Nationalfonds durch Kinder ein: 71,04 JL mit den bisher veröffentlichten 152,46 „ 223,50 JL Bei Herrn Joses L. Oppenheimer, Seilcrstr. 37, gingen für die O p p e n h e i m e r ' s ch e Siedl u n g s g e n o s s c n s ch a f t ein: L. Perlmutter_5,— JL Nachhilfe und Unterricht in Deutsch — Englisch — Französisch — Rechnen etc. täglich v. 3-7 Uhr. Honorar monatl. IS.— RHk. Lehrer W. Knopz, Oederweg 23. Vereins-Kalender. Samstag. Verein „M e kor - C h a j i in", 12 Uhr, Hörsaal Friedberger Anlage: Vorlesung aus Scfer Schcmuel (Prof. A. Wehl); 3-sti Uhr, Schützcnstraße 2: Mikro - Vortrag (Leop. Schwab). Sonntag. Verein „Tiferes Bachurim", 83/i Uhr, Herrnesweg 25/7: Hagadah (Referent Dr. Braun). Tür alle Beweise der Liebe und Teilnahme während der Krankheit und nach dem Hinscheiden unseres geliebten Gatten und Vaters BabbiierDr. MOfCUS HorOUitZb: sprechen wir hier jedem Einzelnen unseren tiefempfundenen Dank aus. Frankfurt a. 26. Adur II 5670. 6. April 1910. Auguste Horovitz geb. Ettlinger und Kinder. Nachruf. Durch das Hinscheiden unseres stellvertretenden Vorsitzenden, des Herrn Rabbiner Sr. Marcus Xorovitr in Frankfurt a. M. ist unser Verein von einem schweren Verlust betreffen worden. Der Verewigte, der allezeit mit Hingebung sich in den Dienst der grossen religiösen und humanitären Aufgaben unserer Zeit gestellt hat, gehörte unserem Verein seit dessen Begründung in leitender Stellung an. Wie viele andere Kreise, werden anch wir seine reichen Erfahrungen, seinen klugen Rat nnd seine arbeitsfreudige Betätigung schmerzlich entbehren. Ein ehrenvolles Gedenken ist ihm bei uns für alle Zeit gesichert. Hilfsverein der Deutschen Juden. James Simon. Generalkonsul Euoen Landau. Dr. Paul Nathan. Justizrat Timendorfer. 6. Mühlfelder, Tapezierer und Dekorateur, Frankfurt a. II., Recbnefgrabenstrasse 7/15, Telephon 13563 empfiehlt sich für alle in das Fach einschlagenden Arbeiten. Realie, prompte Bedienung. — Prima Referenzen. Konditorei nnd Cafe J. Buntenbach AllerheiligenBtrasse 30. Inhaber: Hch. Mayar. -Telephon 7248. Eis — Torten — Kuchen — Gebäcks etc. Stets irische Ware. — Billigste Preise. — Bestellungen erbitte rechtzeitig. Talmud Thora-Vorein. (min D'inv) Bekanntmachung. Am Samstag, den 7. Nissan (16. April) findet s. G. w., Nachmittags 3% Uhr ein Yortrag im Hörsaal der Synagoge am Börneplatz über die Dinim von |“|DÖ wenn derselbe, wie in diesem Jahr, auf einen Schabbos lallt, statt. Gleichzeitig wird mitgeteilt, dass ein Sijnm in diesem Jahre am Donnerstag, 12. Nissan (21. April) morgens direkt nach dem Morgengottesdienst auch im Hörsaal abgehalten wird. Der Vorstand. IC Sacker ei und Conditorei IC IC Leopold Strauss, N. D. Maas Nachfolger IC n Rechneistrasse 8 n. Langestr. 19 ' Frankfnrt a. M. Telefon 6838 .. unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Horovitz TT Bestellungen für Maxzen bitte jetzt aufzugehen. Gustav Schwarz Teppiche, ftuslegestoffe. Läuferstoffe. echte Perseru. Orient-Teppiche Länterstolf-Reste. Billigste Preise. Gutleutstr. 14 part. nächst dem Schauspielhaus. Keiu JLadeu.

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