Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 8 (1910)
- Issue
- Heft 12 (24.3.1910)
- Date
- 1910-03-24
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 12 Frankfurter Israelitisches Familienblatt. 8sits 11. strengsten Logiker und der scharfsinnigsten Denker auf dem Gebiete der philosophischen Abstraktionen, sondern, was noch mehr ist, ein sehr gründlicher Kenner der modernen Naturwissenschaft in allen ihren Verzweigungen. Er ist ein Naturhhilosoph ersten Ranges, so, daß wir ihn nur einem Wund an die Seite stellen können. In seiner Polemik folgt er seinen Gegnern den materialistischen Naturforschern bis in ihre geheimsten Verstecke, er kontrolliert den Astronom während seiner Umschweife durch die unendlichen Räume des Universums, er rechnet dem Physiker seine höheren mathematischen Kalküls nach und ist befähigt, jedes chemische, geologische und palävntologische Gesetz auf seine Echtheit zu prüfen. G. hat seit ca. 4 Jahrzehnten die ganzen Bewegungen ans sämtlichen naturwissenschaftlichen Spezialgebieten genau beobachtet, ihre Verhältnisse zur biblischen Weltanschauung stets genau fixiert und jeden ungerechten Uebergriff ihrerseits stets in streng wissenschaftlicher Weise gerügt, wie überhaupt jeden Fachforscher in seine Grenze gewiesen. Die Zahl von G.'s naturvhilosophischen Schriften ist eine enorm große. In dem vorliegenden Werke von ca. 630 Seiten haben wir nicht bloß ein großes Excerpt aus seinen früher» Schriften, sondern, was noch viel wichtiger ist, eine gründliche Prüfung sämtlicher neuesten und allerneuesten Theorien und naturphilosophischen Doktrinen, welche seit dem Erscheinen seiner früheren Werke auf die Tagesordnung getreten sind. Die vorliegende Schrift hat auch den großen Vorzug, daß sie über sämtliche naturphilosophische Lehren den Leser auch gründlich orientiert und nicht nur zu polemischen Zwecken dieselben in abrupter Weise und in verunstalteter Form wiedergibt. G. führt uns die Neuesten Lehren über den Ursprung der Welt und der Materie im allgemeinen, sowie über den unseres Weltalls insbesondere vor und beweist mit einer nicht nur logisch abstrakten, sondern auch mit einer mathematischen und experimentellen Notwendigkeit die Schöpf nngderWeltalszeitlichnn da ns nichts und die Unmöglichkeit einer Ewigkeit des Weltganges. Nicht minder genau und zwingend sind seine Argumente gegen jede mechanische ErklärungdesLebensundder Urzeugung. Auch den Darwinismus in seinen neuesten Phasen unterzieht G. einer sehr strengen und fachmännischen Prüfung und zeigt auf rein physiologischer Grundlage die Unmöglichkeit einer Ueberbrückung zwischen Pein Pflanzen- und Tierreich und daß das Pflanzenleben rein chemisch - physikalischer Natur sei,. iv&fftenb die Tiere, selbst die niedrigsten und minderentwickeltesten, ein wirkliches Leben haben und, wenn auch nicht über Vernunft, so doch über Verstand und Intelligenz verfügen. Dies Buch ist jedem intelligenten Juden aufs wärmste zu empfehlen. vr. 8. J. Bibel- und Talmudschatz. Ein Buch für die jüdische Familie von I. H. Kohn. Neunte Auflage, neu bearbeitet von Rabbiner Dr. S. Bamberger. 512 Seiten. Elegant gebunden: 5 Jt. Hamburg, George Kramer. Die neunte Auflage bei einem Werke der jüdischen Literatur, — ist es da noch nötig, eine Rezension zu schreiben? Wer es weiß, wie häufig gerade bei dem beschränkten Leserkreis für jüdische Bücher die erste Auflage die letzte ist, der wird diese Tatsache höher als jede Rezension werten. Es darf daher ein Ueberblick über den Inhalt genügen. Zuerst: Was will das Buch? „Ein treuer Freund des jüdischen Herzens soll das Buch sein, es soll die jüdische Gesinnung stärken und heben, die jüdische Gesinnung, der das Leben des Menschen ein heiliges Pfand Gottes ist, das vor jedem Mißbrauch und jeder Befleckung bewahrt werden muß." Zn diesem Zwecke gibt der Verfasser im engen Anschluß an jeden wöchentlichen Abschnitt der Thora eine Anzahl Aufsätze, in denen Aussprüche und Anschauungen unserer alten Weisen sinngemäße Verwendung gefunden haben. Besonders der Mdrasch ist ausgiebig verwertet worden. Diesen Aufsätzen schließt sich dann weite 475—496 in kurzen Kapiteln eine Schilderung der Zeit Hillel des Aelteren nach Halevys Dorot Harischonim an, die bei den originalen Forschungen Halevys nicht nur das Interesse des Laien, sondern'auch in hervorragendem Maße des Fachmannes beansprucht, und Seite 497 bis 512 die Sprüche der Väter in der deutschen Uebersetzung von Dr. Michael Sachs s. A. Druck, Papier und Einband des Buches sind vornehm, sodaß es auch in dieser Hinsicht ein willkommenes Festgeschenk bietet. Am 23. März sind 50 Jahre verflossen, daß der Begründer der Völkerpsychologie Geh. Rat Prof. Lazarus seine vielbemcrkte Antrittsrede an der Berner Universität gehalten. Aus diesem Anlaß erscheint, von seiner Witwe herausgegeben, bei Düinmlers Verlag, Berlin IV. 30, eine Gedcnkschrift „Ein deutscher Professor i u der Schwei z", die interessante kulturgeschichtliche Date», Briefe usw. bringt. _ Spenden. Bei dem Frankfurter Jsr. Familienblatt gingen für den I ü d. N a t i o n a l f o n d s ein: Heimann Bcrmann, Slonim, anläßlich seines Abschieds von Frankfurt je 1 Delbaunr im Smolevski - Wald auf die Namen S. H. Goldmann, Frau S. H. Goldmann und Nachum Goldnimni, Frankfurt a. M. 20,— JL Ignaz Lamm, München, verlorene Wette 1,— „ Aus der Büchse des Schülers Jlia Goldberg aus Wilna 7,50 „ sowie für die Oppen heimersche Siedlnngsgcsellschaft in Palästina: A. Geis, Magdeburg 5,— Jk Bei Herrn L. Perlmutter, Uhlandstr. 38, gingen bisher als Ergebnis der P u r i m s a m m l n n g für den I ü d. N a t i o n a l f o n d s ein: 152,46 J(. Briefkasten. D. Die Monate des jüd. Kalenderjahres sind Mond-Monate, die 29 oder 30 Tage haben; die Sonnen - Monate haben 30—31 Tage. Unser Jahr ist also jährlich 10—11 Tage kleiner als das Sonnenjahr, in drei Jahren mithin ungefähr um einen Monat. Wir schalten darum ungefähr alle 3 Jahre einen ganzen Monat ein, um das kürzere Mondjahr auszugleichen mit deni längeren Sonnenjahr. Die Rücksichtsnahme auf das Sonnenjahr ist nötig, damit Pesach stets in die Frühlingswende fällt und „Chag - Hoowiw" wird (Fest der Aehrenreife). L. B. Der Antisemit Dr. Porzer, 1. Bizebürgermeister von Wien, ist der Sohn der Jüdin Betty Neustein und Vetter des Dichters Ludwig August Frankl. — Nachhilfe und Unterricht in Deutsch — Englisch — Französisch — Rechnen etc. täglich v.3-7 Uhr. Honorar monatl. 15.— Hk. Lehrer W. Knorz. Kaiserstr. 3. Bereius-Kaleirder. Samstag. Verein „Mekor Chajim", 3% Uhr, Schützenstraße 2: Mikro - Bortrag (Leopold Hirsch). Dienstag. Jüd.- Liter. Gesellschaft, N/» Uhr, Schützenstr. 2: Philos Verhältnis zur rabbinischen Neberlieserung (Dr. I. Heinemann). Mittwoch, Ortsgruppe des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, 8*/. Uhr, im großen Saale des Kauf» männischen Vereins: Judentaufen und Staatsinteresse (Rabb. Dr. Werner-München und Landtagsabg. Dr. Cohn-Dessau). Barmizwohs. Samstag, den 2. April: Willy, Sohn des Herrn Lehrers E. Wertheimer, Hardheim, in der Synagoge zu Hardheim. tj 5 __ Hier abtrennen Bestellschein Für das 2. Vierteljahr 1910 bestellt Herr — Exemplare Benennung der Zeitungen 2c. Bezugszeit Betr Mark Pf. Bestell Mark zeld M. 1 IrankfutterIstaeMischksZamUieüklaN 3 Monat 90 12 Quittung. Obige Mark Pf. sind heute richtig bezahlt. .1910 Post-Annahme. r. La. Bernin^er Sias,?orzeIIan und Liuruswarell Jetzt- 39 Kaiserstrasse 39 Parzell. TafBlseruicB für 12 Pers.mMit.ZS.—,6PBrs.uonw. 1G.SDaa Telephon 309. Frankfurt, sl. M. Gegründet 1845. „ HüffitSBrUiCB,, 1Z „ „ „ 8.50,1 „ „ „ 5. 31U Klubsessel Leder-Sofas Leder-Stühle. Beste und billigste Bezugsquelle. Eigenes Fabrikat, Werkstatt iw Hause. Hermann Patrick Trlerisohegasse I (Entresol). Spezial-Atelier für Scbeilel nnd Perrncken Friedrich Schieler, Frankfurt a. BL, KönigStr. 85. Scheitel von Mk. 10.—, Perrücken von Mk. 30.— an bis .za den feinsten Pariser Modellen, — Zöpfe nnd Locken in grosser Auswahl, 9. Fpohmann Nacht., Ludwig Steup Frankfurt a. 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