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Neue jüdische Presse · 1910-01-21 · Heft 3 (21.1.1910) · p. Seite 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
8 (1910)
Issue
Heft 3 (21.1.1910)
Date
1910-01-21
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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.1 i; I lü - J?; i & Frankfuckr Israelitisches FamilienölaÜ. Serk 10. fl.) Pose«. Nach kurzer Krankheit verschied Herr Julius Schefftel, Vorstandsmitglied der jüd. Gemeinde. ^— In Hohensalza wurde Fabrikbes. Assessor Dr. L. Levy, in Lissa Justizrat Wolfs und in Gnefen Herr Wroschinski zu Stadtverordnete »Vorstehern gewählt. — In Schönlanke beging Stadtverordnetenvorsteher und Shnagogengemeindevorsteher Adolf Baruch seinen 70. Geburtstag. — In Wronke wurde Kaufmann Markns Joseph zum ersten Vorsteher der jüd. Gemeinde auf 6 Jahre wiedergewählt. Wie». Emil vorn er, Prokurist des Bankhauses S. M. v. Rothschild, ist im 55. Lebensjahre plötzlich verschieden. Horner war Almosenier seines Chefs. Als DorstHer der Knltusgemeinde, der Chewra Kadischa und des Israel. Handwerker-Vereins bewies er sein lebhaftes Interesse für die jüd Allgemeinheit. — Regiernngsrat Moritz Stuckart ist zum Oberpolizeirat ernannt worden. Budapest. Ein Mitglied der g'osten ungarischen Jndustriefirma Jgn. Deutsch Söhne, Baron Karl Hatvany (Deutsch de Hatvan) kehrte gleichzeitig der Firma und dem Judentum den Rücken. Der jüngste Apostat ließ sich in der königlichen Burgkapelle mit seiner Frau und zwei Kindern taufen. Prag. Der deutsche Kaiser verlieh Herrn Kohnberger, dem Lebensretter von Sylt-Westerland, das goldene Verdien st kreuz. — Kaiser!. Rat Emil Rebenfeld, Chef der Speditionsfirma Schenker u. Co., ein hervorragender Industrieller, ist gestorben. Trieft. Baroneffe Nina de Marpurgo ist zum Direktor des städt. Museums für Kunst und Geschichte ernannt worden. Paris. Brigadegeneral Dennery und Oberst Samuel Meyer wurden zu Kommandeuren der Ehrenlegion ernannt. Rew-Aork. Frau Rose Frank geb. Schloß. Witwe Henry S. Frank's, eine bekannte Philanthropin, ist — 58 Jahre alt — nach langer Krankheit verschieden. Ihr besonderes Interesse hatte die Verstorbene. von jeher dem Jüd. Hospital gewidmet, für das sie zur Erinnerung an ihren Gatten eine hübsche.Synagoge erbauen ließ. — Advokat Adolph Eichholz in Philadelphia, Präsident der Gesellschaft jüd. junger .Leute, wurde vom Kaiser von Oesterreich zum Ritter des Franz Josef-Ordens ernannt. A«S den Vereine»». Frankfurt a. M. Auf dem letzten Gemeindetag hat gelegentlich der Beratung des Organisationsentwurses auch die Frage des Vetorechtes der Rabbiner zu einer lebhaften Debatte geführt. Bei der prinzipiell-gegensätzlichen Stellung, die dabei vertreten wurde, konnte eine Einigung nicht erzielt werden. Auch nach dem Gemeindetag ist eine Diskussion über diese wichtige Frage fortgesetzt worden. Eine Aussprache darüber soll auch in der nächsten Versammlung des Zentralvereins israelitischer Gemeindemitglieder, die Montag, den 24. Januar, abends V»9 Uhr, im Kursaal Mil an i, Seilerstraße 34, abgehalten wird, stattfinden. Das Referat hat Herr Rabbiner Dr. Unna- Mannheim übernommen. Jedermann hat Zutritt. (Siehe Inserat.) Frankfurt a. M. Am Montag Abend sprach im großen Börsensaale auf Einladung des „Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüd. Glaubens" Frau .Rabbiner Eschelbacher aus Berlin über „Die Aufgaben der deutschen Staatsbürgerin jüd. Glaubens im Kampfe um unsere Gleichberechtigung." Die Rednerin führte aus, daß die jüd. Frauen im Kampfe um die faktische Gleichberechtigung der Juden in Deutschland recht wohl Mitwirken könnten. Allein ihre, der Frauen, Aufgabe sei nicht der Kampf nach außen, sondern ihre Kräfte müßten vorläufig noch innerhalb der eigenen Reihen gebraucht und geübt werden. Mit oller Energie müßten sie versuchen, gewisse Aeußerlichkeiten abzulegen, die ein gegenseitiges Verständnis zwischen Juden und Nichtjuden erschwerten. Dazu rechnet die Rednerin hauptsächlich unbescheidenes Auftreten, Ueberhebung und Protzenhaftes Betragen gegenüber Leuten in bescheidener, materieller Lage. Das seien wohl menschliche Schwächen, aber von Jüdinnen begangen, würden sie der Judenheit zur Last gelegt. Römerin rät freundliches Benehmen gegenüber dem pflichtgetreuen Handwerker, dem weiblichen oder männlichen Dienstpersonal, warnt vor unnötigem Feilschen und mahnt zu baldiger Zahlung von Rechnungen. Das seien alles alte Weisheiten und doch könnten sie nicht genug betont werden. Erziehung zur Selbstzucht sei eine der Hauptaufgaben der jüd. Frauen während der Erziehungsarbeit bei den eigenen Kindern. Sie bemängelt dann, daß die heutigen pädagogischen Tendenzen der Mutter zu sehr auf Geisteskultur, weniger auf Gemütsvertiefung gerichtet seien. Sie warnt vor einem zu starken Hinströmen der jüd. Mädchen nach den geistigen Berufen, denn es sei zu befürchten, daß das echt weibliche Wesen und die spezifisch weiblichen Beschäftigungen, die zur Hausfrauen- und Mutterwürde vorbereiteten, dabei zu kurz kämen. Man solle die Töchter der besser-« situierten jüd. Kreise zu sozialer Arbeit anleiten, zur Hilfe in Vereinen, die der geistigen Hebung der ärmeren Klasse dienen. Die Töchter der letzteren müßten auch zu einer gründlichen Schulbildung augehalten und danach zu Stützen im Haushalte, Kindergärtnerinnen, Verkäuferinnen ausgcbildet werden. Wenn sich so die Jugend rührig zeige, die Frauen bescheiden und zugleich hilfreich in sozialen Notlagen, dann sei auch das Schwinden mancher Vorurteile gegenüber den Jüdinnen und der gesamten Judenheit zu erwarten, und der Weg zu weiteren Fortschritten hinsichtlich der staatsbürgerlichen Stellung sei freier geworden. Nachdem man die Worte der Rednerin warm applaudiert und der Vorsitzende des Zentralvereins, Dr. med. Mainzer, Frau Dr. Eschelbacher gedankt hatte, trat man in die Diskussion ein, an der sich die Damen Frau L e w i s o h n und Frau Fürth, sowie die Herren Dr. Löffler, Perlmutter und Direktor Dr. Adler beteiligten. Während die beiden Damen vom Standpunkte der „Frauenrechtlerinnen" aus. manche positiven Vorschläge vermißten, ein aktiveres Vorgehen der Frau- Beteiligung an den Gemeinde-Angelegenheiten wünschten und sich lobend über den Zugang der jüd. Töchter zu geistigen Gebieten äußerten, und während Herr Perlmutter offenbar einp stärkere Betonung des Judentums Vonseiten der jüd. Frauen zu wünschen schien, suchte Herr Dr. Löffler das Verlangen der Rednerin nach größerer Bescheidenheit aus einer beherzigenswerten Aeußerung der Großherzogin Luise von Baden zu erllären und zu. rechtfertigen und hob andererseits vor, daß die jüd. Frauen hiesiger Stadt die Forderungen bezüglich sozialer Betätigung in rühmenswerter, geradezu vorbildlicher Weise schon erfüllt hätten, und pflichtete schließlich Herr Direktor Adler den Postulaten der Rednerin auf pädagogischcin Gebiete wärmstens bei. In einem glänzenden Schlußworte erllärte die Rednerin den Gegensatz zwischen ihr und den Diskussionsrednerinnen aus ihrer verschiedenen Stellung zur Frauenfrage. Sie sei keine Frauenrechtlerin im modernen Sinn, ihrer Meinung nach müßten 9lt. 3. die Frauen erst noch recht viel lernen, bis sie reif zu politischer und sonstiger öffentlicher Tätigkeit polemisierender Art seien. Plescheu. Der Israelit. Junafrauenverein beging unter ungeahnt großer Beteiligung sein 50jähriges Jubiläum. Als Ehrengäste waren Landrat Dr. G e w i e s e, Bürgermeister Ko - m o s s a und Pastor I o st mit ihren Gemahlinnen erschienen. An dem Souper 'nahmen 162 Personen tell. Es sprachen Frl. Sara Schwarz, Fräulein Weiß-Kempen, Rabb. Dr. Koenigsb e r g e r, Landrat Dr. G e w i e s e mid Pastor I o st. Aufführungen und Tanz bildeten den unterhaltenden Teil der Feier. Spenden. Für die Franz O p p e n h e i m e r' s ch e Arbeiter-Siedlungsgenossenschaft in Palästina ginge» ferner ein: . Isidor Stahl, Friedberg 5,— Jk R. N. 10,— „ Julius Weil 10,— „ Josef Goldschmidt, Eckenheimerlandstraße 43 5,— „ 30— Jk Für den Jüd. Nationalfonds gingen bei der Geschäftsstelle des Frankfurter Israelitischen Familienblattes ein: Familie Girdisky zur Vermählung ihrer Tochter. Martha mit Nev. H. B. Wyscheik, Germiston (Transvaal) 1,— Jk, N. N. Wette 0,50 „ Saly Geis statt Depesche zur Hochzeit Ester Barsach, Luzk mit Dr. Zwi Tennenbaum, Lublin 1,— „ 2,50 Jk 1 Paket Staniol: Frl. Erna Böttigheimer, Hegelstraße 7. — Nachhilfe — und Unterricht in Deutsch — Englisch — Französisch — Rechnen etc. täglich v. 3-7 Uhr. Honorar monatl. 15.— Mk> Lehrer W. Knorz, Kniserstr. 3. Vereins-Kalender. Samstag. „M ontefiore"-Verein, 11 Uhr, Seilerstr. 22: Vorlesung über Kedauschim (Dr. B. May). — Verein „Mekor Chajim", M/v Uhr, Schützenstr. 2: Mikro-Vortrag (Joseph Sänger). Sonntag. Verein „Mekor Chajim", 6 Uhr, Schützenstr., 2: Generalversammlung. — Verein „Tiferes Bachuri m", 8% Uhr, Hermesweg 25/27: Jomkippur von einst und jetzt. (Emil Gottlieb.) Montag. Jüdische Bibliothek und Lesehalle, abends 9 Uhr, Langestr. 33: Generalversammlung. — Zentralverein israelit. Gemeinde Mitglieder, abends 81/2 Uhr, Kursaal Milani: Die Stellung des Rabbiners in der Gemeinde (Dr. Unna-Mannheim). Dienstag. Talmud-Thora-Berein, abends 81/2 Uhr, Hörsaal der Synagoge am Börneplatz: Generalversammlung. — Frkft. Zion. Bereinigung, 88/4 Uhr, Börsenrestaurant: Prinzip und Bedeutung der Oppenheimerschen Siedlungsgenossenschaft (Bruno Bendorf). Mittwoch. Verein „Nachlaß Zwi", abends 9 Uhr, Langestr. 26: Die Strafe im jüd. Recht (Prov.-Rabb. Dr. Bamberger-Hanau). — Verein für jüd. Geschichte und Literatur, abends S3/i Uhr, Frankfurt-Loge: Das jüdische Theater (Dr. Nathan Birnbaum - Czernowitz). ►o o 3 CR g ^Mineralbrunnen Am Königsstuhl zu RHENS y Kgl Preuss.SfaatsmedaillG Eerztlich anerkannt bei Gicht,Rheumatismus,Blasen- und Hierenleiden, ferner bei Katarrhen der Laftwege,. sowie Störungen im Darmkanal. Zu haben in sämtlichen einschlägigen Geschäften. Generalvertreter: H. Kölsch Nchf. 914?mi. Vertreter: M. Nlssenbaum, Waldschmidtstrasse 16. Dr. Bachfeld & Co. Telephon 8844. Frankfurt a- M. Kaiserstr. 88. Fabrikation u. Lager chemischer, mikroskopischer und bakteriologischer Apparate und Utensilien. — Wissenschaftliche Apparate und Geräte - BV für den Unterricht in der Chemie. Listen auf Verfangen xu Diensten. —= Gasläster =— aller Art und Ausführung zu. den billigsten Preisen. Einige gebrauchte Lüster. RudolfWirth, NeueTaubenstr. 10: Kein Laden!

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