Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 7 (1909)
- Issue
- Heft 43 (12.11.1909)
- Date
- 1909-11-12
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 11. Jit. 43 ' Frankfurter Israelitisches Familienblatt. In den Räumen des Kongreß-Gebäudes wird ein unter Aufsicht des Hamburgei: Oberrabbinats stehendes Restaurant' geführt werden. Die Frauengruppe der Zionistischen Vereinigung Hamburg - Altona wird eine besondere Teestube einrichten. Hamburg. D'e Ortsgruppe hielt wegen Veränderung des Geschäftsjahres am 4. ds. Mts. ihre zweite diesjährige Generalversammlung ab, an die sich die Wahlversammlung der Schekelzahler anschloß. Der Vorsitzende begrüßte die sehr zahlreich besuchte Versaminlung mit dem Hinweis aus den nahenden Kongreß, erstattete sodann Bericht für das verflossene Sommerhalbjahr und schilderte eingehend die bisher getroffenen Maßnahmen zur Vorbereitung des Kongresses. Nach lebhafter Debatte wurde dem Vorstand Dccharge erteilt und bei der Neuwahl der bisherige Vorstand wiedergewählt. In der S ch e k e l z a h l e r v e r s a m m l u n g wurde zunächst mitgeteilt, daß Hamburg die stattliche Zahl von 495 S ch e k e l z a h l e r erreicht habe, darunter 35 Mi s r a ch i. Dr. Nathan schlug als Hamburger Delegierte für den IX. Kongreß Dr. Kalmus und Dr. Holpern vor. Man stellte eine Anzahl Fragen an die Kandidaten. Bei der Beantwortung erklärten beide Kandidaten, daß sie unerschütterlich an dem Wortlaute des Baseler Programm es fest halten. — Hieraus wurde Dr. Kalmus und Dr. H a l p e r n nahezu einstimmig zu Delegierten gewählt. Zu Ersatzdclegierteu wurde Ester m a n n und Dr. Victor designiert. Köln a. Rh. Wählend des IX. Zionisten kongresses in Hamburg, der bekanntlich vom 26. bis 30. Dezember a. c. stattfindet, wird eine täglich eKongreß-Ausgabe des Zionistischen Zentralcrganes „D i e W e l t" erscheinen, die die einzig authentischen und umfassenden Berichte über die Kongreßverhandlungen veröffentlichen wird. Den regelmäßigen Beziehern der „Welt" wird diese Kongreß - Ausgabe täglich kostenlos zugesandt werden. Außerdem werden spezielle Abonnements für die Ausgabe entgegengenommen. Näheres hierüber im Anzeigenteile der heutigen Nummer. München. Die zion. Ortsgruppe München hielt am 4. Noveinber die erste größere Versammlung in diesem Winter ab. Herr Dr. Heinrich Löwe aus Berlin besprach in seinem Vortrag „Die Zukunft des Judentums". In temperamentvoller Weise warf er die Frage ciuf, ob es überhaupt eine Zukunft für das Judentum gebe. Nachdem er eine bejahende Antwort hierauf gegeben hatte, entwarf er in musterhaft rhetorischer Weise eine Schilderung der großen Vergangenheit des Judentums, um sodann die gegenwärtigen Verhältnisse der deutschen Judenheit zu besprechen. Der Absall, der sich durch Mischehen, Taufen usw. dokumentiert, vermindert täglich die Zahl der deutschen Juden; die treu gebliebenen Söhne unseres Volkes wissen aber leider vom Judentum soviel wie nichts. Die Lehre, die Geschichte und die Sprache unseres Volkes erfreuen sich einer sehr geringen Kenntnis unter uns, und wenn der Zionismus hierin nicht eingegriffen hätte und täglich an Anhängern gewinnen würde, dann kämen für das Judentum schlechte Tage. Das Judentum, dessen Lehre der ganzen Welt die ethische Kultur, die Lehre der Sittlichkeit gegeben hat, hat den Beweis erbracht, daß es wert ist, der Welt erhalten zu werden. Verfolgungen, Unterdrückungen, denen wir seit mehreren tausend Jahren ausgesetzt sind, haben nicht vermocht, uns zu vernichten, gewiß ein Zeichen, wie lebensfähig das Judentum ist und daß es — auf nationalem Boden ausgebaut — einer guten Zukunft entgegengehen kann. Der Zionismus ist das Banner, um das sich das jüdische Volk sammeln müsse, und er wird die Judenfrage im Lande der Zukunft des Judentums, in Palästina lösen. — Lebhafter Beifall belohnte bett Vortrag, Posen. In der Generalversammlung der hiesigen Ortsgruppe stattete Herr Dr. Jeremias den Jahresbericht ab, der ein erfreuliches Bild zeigt. Die Zahl der Schekelzahler ist von 134 auf 180 gestiegen. Der durchschnittliche Besuch der 9 Gruppensitzungen betrug etwa 50 Personen. In diesen Sitzungen referierte Dr. Jeremias über „Neue Ereignisse im Judentum", Dr. Kollenscher über „Die Sitzung des Zentralkomitees", Kareski über „Zionismus und Bodenresorm", Heinrich Wollheim über „Arabertum und Judentum", Dr. Kassel über „Jndentaufcn", Moritz Krause über „Den positiven Block in der Gemeinde". Die Zeitungsschau wurde von den Herren Dr. Kollenscher, Dr. Jeremias und Moritz'Nenmark gegeben. Herr Auerbach gab in fast allen Sitzungen eingehende Palästina-Referate. An größeren Veranstaltungen waren 2 öffentliche Versammlungen, in denen Herr Kantor Blitz- Dcssau über „Türkische Reform und zionistische Aussichten" sprach. Eine' ziemlich gelungene gesellschaftliche Veranstaltung war das Makkabäerfcst. Die kulturelle A r b e i t der Ortsgruppe umfaßte die jüdische Lesehalle, die Schaffung des positiven Blocks für Gemeindean gelegen heiten und die jüdischen Ges ch i ch t s k u r s e. Die Lesehalle ist nunmehr durch die in der Berichtszcir ersolgte Gründung der Vormundschaft der Ortsgruppe entwachsen. Der positive Block unlfaßt unter Führung des vor 2 Jahren begründeten Vereins für jüdische Interessen alle auf Erhaltung und Fortbildung der Gemeindeinstitulionen und ihrer Durchdringung mit gut jüdischeur Geiste gerichteten Bestrebungen. Die nächste Arbeitsgelegenheit für den positiven Block wird durch die demnächst stattfindende Gcmeindewahl geboten sein. Den vollsten und unbestrittensten Erfolg stellen die von der Ortsgruppe geschaffenen Geschichtskurse dar. Die von Herrn Rabbiner Dr. Bloch in glänzender Darstellung und in denr prächtigen äußeren Rahmen der Kaiser Wilhelm-Bibliothek gehaltenen Vorträge fanden bei einer dauernden Besuchzahl von 150—200 Personen aus allen Schichten der jüdischen Bevölkerung nachhaltige Begeisterung. Eine sachgemäße Teilung der Arbeiten innerhalb der zionistischen Ortsgruppe stellen die I u n g - Mannschaft und die national-jüdische Frauen Vereinigung dar. In der Jungmannschaft betrieben 15—20 junge Zionisten in mehrfachen Sonderversammlungen mit Vorträgen und Diskussionen ihre zionistische Ausbildung. Durch Selbstbesteuerung und eifrige Propaganda erzielte die Jungmannschaft 310 Mk. für den Nationalfonds. Die Tätigkeit der national-jüdischen Frauenvercinigung kann erfreulicherweise auch als eine erfolgreiche bezeichnet werden. Ihre Propaganda richtete sich naturgemäß an die jüdischen Frauen, Mädchen und Kinder. Hier sei besonders der sehr besuchten und erfolgreichen Chanukah- und Purim-Kinderfeste gedacht. Insgesamt leistete die Ortsgruppe 690 Mark an Parteifondsbeiträgen und an Nationalfondssammlungen 1300 Mk. Die Versammlung erteilte dem Vorstand Decharge. Bei der daran sich anschließenden Wahl wurden in den Vorstand gewählt: Dr. Kollenscher, Auerbach, Krause, Brandt, Neumark, Mamlock und Frl. R. Landsberg. Herr Dr. Jeremias, der viele Jahre der erfolgreichste Vorkämpfer unserer Bewegung im Osten Deutschlands war, scheidet zum Bedauern aller Zionisten aus der Gruppenleitung aus. Der einzige Trost in diesem Bedauern ist, daß die große Arbeitskraft unseres langjährigen Führers der Bewegung nicht verloren geht, sondern in der Leitung des Distrikts Posen ein weiteres Arbeitsfeld gestellt ist, auf dem sich gewiß auch bald die Tätigkeit unseres Dr. Jeremias als eben so erfolgreich, wie in der Ortsgruppe erweisen wird. Lemberg- Der von dir Akad. Verbindung Hasmonea nach hier einberufene Abituriententag, der sehr gut besucht war, nahm folgende Resolutionen an: 1. Die versammelten zion. Abiturienten betrachten die Hebung des geistigen Niveaus der jüdischen Massen als ihre wichtigste Aufgabe. 2. Die Versammelten betrachten die nationale Erziehung der jüdischen Mittelschüler angesichts der mangelhaften und anationalen Erziehung zuhause und in der Schule als unbedingt notivendig. 3. Die Abiturienten geloben mit allem jugendlichen Eifer, sich der Palästina-Arbeit hinzugeben, während ihrer akademischen Studienzeit wenigstens ein M a l Palästina zu besuchen und bei der Wahl ihres Berufes die M ö g l i ch k e i t einer stabilen A n s i e d - l »n g in Palästina zu berücksichtige». Kunst und Literatur. Hickls jüdischer Volks ka len der für das Jahr 5670. VIII. Jahrgang. Brünn. Jüd. Buch- und Kunstverlag, Max Hickl. 152 S. 8". Preis 80 Heller. Hickls Kalender erjreut sich großer Beliebtheit. Er hat durch seinen reichen Inhalt, insbesondere die literarische» Beilagen sich in den verflossenen 7 Jahren recht viele Freunde erworben; der neue Jahrgang ist geeignet, ihre Zahl bedeutend zu vergrößern. Neben dem ausführlichen Kalendarium, das außer dem kalendarischen Teile noch die historische Bedeutung jedes Tages als Gedenktag großer Ereignisse, Todestage bedeutender Männer usw. hervorhebt, enthält er die Minhagim für ganze Jahre, wertvolle Aufsätze, von denen wir nur hervorheben wollen: Der Seder von Prof. Kurrein, Dow Beer Mizricz und seine Antipode Elia Wilna von Dr. Günzig, Palästina in der jüdischen Volkskunde von Dr. Berkowicz, einige recht schöne jungjüdische Gedichte, endlich noch eine Reihe gelungener Phototypien, darunter daS Bild des neuen Jubiläumstempels in Prag. Die Ausstattung ist tadellos. 8. kl. I,., Prag. Briefkasten. B. M. Ob die Minister des neuen dänischen Kabinetts Zahle (Ministerpräsident), Dr. Edward Brandes (Finanzminister) und Heilbuth (Handelsminister) noch Juden sind, wissen wir nicht, ebensowenig, ob Professor Freudenthal, der neue Rektor der Frankfurter Akademie für soziale Wissenschaften, sich noch zum Judentum zählt. Ein Bruder des letzteren, der — nebenbei bemerkt — ein Enkel von Michael Sachs, dem berühmten Berliner Rabbiner, und ein Sohn des Dozenten am Breslauer Rabbinerseminar und späteren Professors an der Breslauer Universität ist, ist jedenfalls bereits getauft. X. Der englische Admiral Sir John Fisher entstammt einer angesehenen jüdischen Familie. I. B., Frankfurt. 17. Dezbr. 1896 — 12. Tewes 5657. Bereius-Kaleuder. Samstag. „Moutefiore"- Verein, 11—12 Uhr, Seilerstr. 22: Vorlesung über Kedauschim (Dr. B. May). — Verein „Mekor Chajim", 12 Uhr, Hörsaal, Friedberger Anlage: Vorlesung aus Sefer Schauftinr (Prof. A. Wehl); 3(/» Uhr, Schützenstraße 2: Mikro-Vortrag (Leopold Löwenthal). ‘ Sonntag. Verein „Tiferes Bachurim"^ 8% Uhr, Hermesweg 25/27: Aus der Geschichte der Hohenpriester (Hermann Goldschmidt). Montag. Hatchijoh, 8>/> Uhr: Soziales (Selka). Mittwoch. „Montefiore"-Bereiu, 9 Uhr, Kaufm. Bereinshaus, 'Escherzheimer Anlage: Unterhaltungsabend. — Verein „Nachlaß Z w i", 9 Uhr, Langestr. 26: Talmudische Bibelexegese (Salomon Ehrmann). üw. Auskünfte! finMSii Detectlv-Zeutrale!!! über Vermögens-, EamiUanu. geaohäfteverhäl tnlsse, Beobachtungen, Ermittelungen an allen Plätzen der Welt. Telephon 4359. Salzhaus 6, X- "WM Kein Laden. uzte Demscie Wi LäuferstofF-Reste zu aussergewöhnlich billigen Preisen. Echte Perser von 9Ek. 15.— an. Güstau Schwarz 14 Telephon 13479. nächst dem Schauspielhaus. 3Kein Traden. Franz Eder Frankfurt a. M., Bürgerstrasse 92. 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