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Neue jüdische Presse · 1909-08-06 · Heft 30 (6.8.1909) · p. Seite 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
7 (1909)
Issue
Heft 30 (6.8.1909)
Date
1909-08-06
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Nr. 30. Seite 10. Frankfurter Israelitisches FamilierElakt. unter. Mitwirkung namhafter Gelehrten heraus (bis jetzt 7 Bände erschienen). Seit anderthalb Jahren -erscheint "in-Petersburg die Bierteljahrschrift „H ake-Lem"^). Diese Zeitschriften sind wissenschaftliche Der. mittler zwischen Ost und West. Den russischen „Lomdim" bringen sie die Ergebnisse der moderneu Forschung, und die Gelehrten des Westens führen fie zum Hebräischen zurück, was auch nicht ohne Bedeutung ist. Abgesehen davon, daß nur im Hebräischen ihre Werke zum Eigentuni des jüdischen Volkes und auch späteren Generationen erhalten bleiben werden können, ist das Hebräische auch fonst für Werke jüdischen Inhalts von positiver Bedeutung. Jedermann, der ein wissenschaftliches Werk von demselben Verfasser im Hebräischen und in einer anderen Sprache vergleicht, wird zugeben, daß im Hebräischen Inhalt und Form verwandt, mit einander verbunden und sich gegenseitig ergänzend erscheinen, harmonisch zu einander passen, während der jüdisch-orientalische Inhalt in den occidentalen Sprachen mehr oder weniger als Uebertragung klingt und viel von seiner Frische und Originalität einbüßt. Es sei hier erwähnt, daß die bedeutendsten Werke der letzten Zeit „Dar Dor Wedorsch.ow" von Weiß und „Aruch Completum" von Kohut hebräisch erschienen, ebenso in der neuesten Zeit die geschichtlichen Werke von H a l e v y und Jarnitz (alle vier konunen vonl Osten). In „H a k e d e m" begegnen wir bekannten jüdischen Gelehrten des In- und Auslandes: Prof. Bacher, Pros. Blau, dem unlängst verstorbenen Lektor Friedmann, Güdemann, Hartavy, Poznansky, Rotner, Kraus rc. Der .Hakedem", wie schon sein Name besagt, räumt einen Platz auch der altorientalischen, besonders babylonisch-assyrischen Forschung ein und legt damit den Grundstein zur.rein orientalischen Wissenschaft im Hebräischen. In der neugegründeten Akademie für Wis-sens chaft des Judentums in Petersburg, im Czernowitz'schen Rabbiner Seminar in Odessa, in mehreren wissenschaftlichen Zeitschriften gründet die russische Judenheit drei Pflegestätten der jüdischen Wissenschaft, welche ihr eine stete Entwicklung sichern und hoffentlich schon bald eine reiche Ernte jüdischer Forschung zeitigen werden. Gießen. M. Sackheim-Jardeni. Personalien. Frankfurt a. SB. Hier hält sich gegenwärtig der Herausgeber der hebräischen Enzyklopödie „Ozar Jisroel", Herr I. D. Eisen ste in-Newyork auf, eine durch ihre Werke in der jüdischen Gelehrtenwelt sehr angesehene Persönlichkeit. Der Zweck seiner Reise ist die Verbreitung seiner Enzyklopödie, von welchem groß angelegten Werke bereits drei Bände erschienen sind und an dem die bedeutendsten Kapazitäten auf dem Gebiete der jüdischen Wissenschaften Mitarbeiten. Frankfurt ir. SB. Diese Woche verstarb hier nach langjährigem tückischen Leiden Frau EvaPappcnheim gw. Roos in noch jugendlichem Alter. Sie war eine „Esches chajil" im weitgehendsten Sinne *) „Hakede m", Vierteljahrschrift für die Kunde des alten Orients und die Wissenschaft des Judentums. Herausgegeben von I. Marion und A. Sarsowsky, St. Petersburg. Jahrgang l und II. des Wortes, und so wurde ihr Dahingang auch in weiteren Kreisen schmerzlich empfunden. M. P, Berlin. Landgerichtsrat Eug en Löwe erhieft den R o t c n A d l c r o r d e n .4. Klasse. Birkenau. (Odenwald). Hier starb der in Nah und Fern bekannte und allgemein beliebte und angesehene Herr Moses L ö b. lieber 30 Jahre lang hat der Verstorbene in unserer Gemeinde das Wnt eines Vorbeters am Sabbat und Festtagen unentgeltlich ausgeübt. Lorsch (Bergstraße). Am Tischo-be-Aw starb unser Gemcinbemitglieb Herr Leopold Oppenheimer in Bad Soden. Die Beerdigung.fand auf dem großen Friedhof in Alsbach statt. Herr Lehrer I a f f e rühmte in kurzen, kernigen Worten die Tugenden, besonders die Friedfertigkeit und den Fleiß des Seinrgegangcnen. Der Verstorbene stamintc aus leinhause» und war ein Bruder des Begründers der Weltfirma Adler u. Oppenheimer in Straßburg, für die er bis zu seinem Lebensende eifrig gearbeitet hat. Würzburg. Der Kaufmann Ernst Ballin, Sohn des Weinagenten Siegfried Ballin, stürzte im Keller des Hauptzollamts infolge Unwohlseins, erlitt einen Schädclbruch und verstarb" bald darauf. Breslau. Die jüdische Genieinde hat zwei angesehene Mitglieder durch den Tod verloren: Heinrich Barber, der mehrere Jahre dem Vorstand des Vereins „Tomche Cholim" angehörtc, und Herma N U H e i l b o r u, der lauge Jahre Vorsitzender der III. Brndergcsellschaft war. (L.) Posen. Rechtsanwalt Michaelsohnwurde zum Iustizrat und M ax Cz aps ki zum stellvertretenden Ha n d clsrichtcr ernannt Wie«. Friedrich Hernseld, Redakieur der ,Oesterr. Volkszeitung", Begründer der „Wiener Wärmestube", Ehrenmitglied der „Freiwilligen Rettungsgcsellschaft" und Besitzer des „Franz Josef- Ordens", verschied im 59. 'Lebensjahre. Mit ihm ist unter den vielen jüdischen Journalisten Wiens einer der wenigen dahingegangen, die ein lebhaftes jüdisches Interesse betätigen. — Hofrat Professor Dr. Leopold Oser, Vor-, sitzender des Landessanitätsrates und Direktor des Mthschildspitals, feierte seinen 70. Geburtstag. Loudo«. Lady Aline Sassoon, Gattin Sir Edward Sassoon's und Tochter Baron Gustave de Rothschild's, verschied nach kurzem Leiden. Sie war Vorsteherin, des „Butler Street Jcwish Girls' Club" und nahm ein großes Interesse an der Tätigkeit der „Union of Jewish Wviucu". - Frau S. H. Cohen (Broadway, Westminster) feierte Tischo-be-Aw in seltener Rüstigkeit ihren 100. Geburtstag. Sie ist Mutter von 14 Kindern. New-Nork. Professor Leo S. Rowe an der Pennsylvania-Universität lvurde anläßlich seines Aufenthalts in Mexico von der dortigen „Geographischen und Statistischen Gesellschaft" zum Ehre n.m i t g l i e d e ernannt. — In Milwaukee hat der Schulrat Herrn Charles L. Aarons zu seinem Präsidenten gewählt. — Aus der zionistischen Bewegung. Frankfurt a. M. Bei der Expediton ging für den Nationalfonds ein: Herr Jsaac Heimann anläßlich der Barmizwoh seines Sohnes Adolf 25,— ,11 : Benzion Bamberger und Frau anstatt Telegramni zur Hochzeit Warum Levy, Antwerpen — Helene Posen, Frankfurt a.M. 0,50 „ Köln a. Rh. Die zahlreichen Spendenbeträge, die aus den 'verschiedensten Ländern für die Eintragung Max Nordau's ins Goldene Buch anläßlich seines 60. Geburtstages einlausen, werde» zu einer Gesamteintragung des Jubilars durch die zionistische Welt-Organisation zusammengesaßt. Bisher sind für diesen Zweck — abgesehen von den zahlreichen Vollzahlungen, welche in die obengenannte Gesamtcintragung nicht mit cinbezogen werden können — ca. 1500 JL ciugegangen. Da in den Publikationsorganen den Landessanimelstellcn fortgesetzt neue Spenden in großer Anzahl und beträchtlicher Höhe für die Eintragung des Jubilars ausgewiesen werden, so ist die Frist für die Vollziehung obiger Eintragung bis zum 1. Scpteinber ds. Js. ausgedehnt worden. Bemerkt sei noch, daß diejenigen Körperschaften und Einzelpersonen, die;u dieser Eintrag uit g m inde st e n s Lstr. 5, JL 100, Kr. 120, Rbl. 50, Fr. 125 usw., b eitragen, eine Abschrift des betreffenden Gold e n - B u ch - D i p l o in s erhalten. Aus der Lehrerwett. Frankfurt a. SB. Die Oberlehrer Dr. Max Levy und Dr. 'Siegfried 5k u n z am hiesigen Philanthropin erhielten den Charakter als Pro-' fessor. Brückenau. Anläßlich seiner 30jährigen Wirksamkeit und seiner gleichzeitigen silbernen Hochzeit überreichte der Vorstand der Israel. Kultusgemeinde Herrn Lehrer David Lehmann eine kunstvoll gearbeitete Dankadresse und einen kostbaren silbernen Tafelschmuck. Köln a. Rh. Der , Rhein. Rabbiner-Vrband' faßte folgende Resolution: „Der Rhein. Rabbiner- Verband spricht den Rabbinern, die auf der 11. Tagung des D. I. G.-B. für die autoritative Stellung des Rabbiners in der Geineinde eingetreten sind,- seinen Dank aus. Er erwartet gleichzeitig vom Rabbiner-Verband in Deutschland für die 3. Lesung des Entwurfs die genaue Formulierung von Bestimmungen, die die autoritative Stellung des Rabbiners in Fragen des Kultus, Ritus und des Religionsunterrichts gesetzlich sichern." Görlitz. Rabbiner Dr. Freund beging am 30. Juli seinen 80. Geburtstag. Arad (Ungarn). Die hiesige orthodoxe Gemeinde hat ihren bisherigen Rabbinatsverwaltcr Inda Sauser zum Rabbiner gewählt. In Tenke wurde Rabbiner K. Kellner seierlichst in sein A m t e i n g e f ü h r t. Kunst und Literatur. I l l u st r. Wegweiser durch den B o g e l s - b e r g , W e t t e r a u und Rhön. 300 Seiten. (2 JL) Emil Roth, Gießen. Ein vorzüglicher Führer nicht nur, sondern auch ein lehrreicher Unterhalter durch sein reiches lokalgeschichtliche-s Material ist dieses Buch. Hierzu kommt noch der im Hinblick ans die 300 Seiten Text und mehr als 100 Mbildungen, Karten und Pläne erstaunlich billige Preis. Jeeicftgie Taxationen lampt. Sobnongseinpicbtucgen und einzeln«1 Stücke bei Nachlässen, Versicherungen, Konkursen, Bilanzen. # Gustav jSchmidt-Bangel beeidigter Taxator und Sehadenabsehätzer vieler Versicherungen. Taxations- und Kommissionsbüro Karlstrasse 17, fl. •wenige ScLnritte vom .A-Ibert Schumann - Tii.Ga.ter_ Telephon 10 351. Prima Referenzen. 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