Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 7 (1909)
- Issue
- Heft 28 (23.7.1909)
- Date
- 1909-07-23
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 Frankfurter Israelitisches Familienblatt. ' Nr. 28. Mainz. Der israelit. Religionslehrer Dr. Moritz Lorge wurde zum' Oberlehrer au der höhere» Mädchenschule und dem Lchrerinucuscmiuar ernannt. Niederbroun i. Elsatz. Der Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, die israel. Schule wegen ungcnügciider Kindcrzahl aufzuhebcu. New-Nork. Dr. Mordecai M. Kaplan wurde zum Direktor des im Oktober zu eröffnenden I ü d. Lehre r s c m i n a r s gclvählt. Das Seminar verdankt Jacob H. Schiff seine Verwirklichung, der dafür 50 000 Dollars spendete und die gleiche Sumiiie für die Errichtung eines Jüd. Lehrcrsennnars in Cincinnati gab. Erstcrcs wird mit dem „Uewish Theological Scminary os America", letzteres mit dem „Hcbrcw Union College" verbunden fein. Aus den Vereinen. Düsseldorf. Der Verein zur Förderung der Handwerke und techurschen Bc - rufsarten unter den Juden hatte an« l. April einen Bestand von 21 Lehrlinge» (13 in Düsseldorf, 2 in Aachen, 5 bei auswärtigen Meistern, 1 in der Israel. Erziehungsanstalt Ahlem). Im Berichtsjahre gelang es wohl, die seit Jahren erfolgte größere Einbuße am Vercinsvcrmögcn einigermaßen zum Stillstände zu bringen, so daß nur eine Abnahme von etwa 300 Mk. -zu verzeichnen ist, aber die chronische Notlage ist damit noch keineswegs beseitigt. Es tun dem Vereine Zuwendungen in Gestalt größerer Geschenke not. Köln a. Rh. Wie wir dem Jahresberichte des Israel. Lehrlingsheim eiitnehmcii, hatte diese segensreich ivirkcndc Institution am 1. April 15 Zöglinge (30 im Heim, 4 auswärts, 1 im Hanse des Meisters und 10 bei den Eltern in Köln). Beköstigung und Unterhalt der Zöglinge erforderten 10085 Mk. Ausgaben, Bekleidung (außer Ausgabe des Israel. Unterstützuiigsvereins) 235 Mk., Unterricht und Fortbildung 095 Mk. :c. je. Sprechsaal. fiJhne Verantwortlichkeit der Red aktiv n.f Bayerische Kommissions - Arbeit von R. R. Zweimal schon hielten die von der Würzburger Versammlung als Kommission gewählten (und auch ungcwählten) Herren ihre heißen Sitzungen, und was sie hcrvorgebracht, waren Paragraphen des grünen Tischs, von denen ich nicht weiß, ob der Mangel an - praktischem Sinn oder vielleicht beabsichtigte Parteipolitik sie geboren. „In Leben und Lehre" auf dein Boden des gcsctzcstreuen Judentums zu stehen, lautet die Voraussetzung für die Wählbarkeit in den Vorstand des neugebackenen Vereins; ich hätte mich der Formel beinahe I gefreut, bis durch die Kasuistik der .gelehrte,! Berater die Begriffe zerlegt wurden. Am Schabbos tragen, auf der Reise Stain - Jajin trinken, den Töchtern tanzen gestatten usw. bilden vielleicht bald das Schibbotcth der Uuwählbarkeit; nicht selbst Tcnach zu lernen und Schiurim zu leiten das Kriterium, daß man nicht in „Leben und Lehre" genüge. Aus diesen Erwägungen Heraus entstand der berüchtigte § 14, bczw. § 11 älter Redaktion. Er ivurde dem neuen Entwurf einverleibt mit einer Stimme Mehrheit, und diese eine Stimme kam von , einem gar nicht in die Kommission gewählten, sondern durch dieselbe eigenmächtig mit Stimmrecht ausgestatteten, kooptierten Herrn. — Wir protestieren entschiede» gegen eine solche Abstimmung, die nicht vereinbar ist mit parlamentarischen Sitten! Wollte ich alle 88 cineri Kritik unterziehen, cs blieben wenige einwandsfrci bestehen, nur die unbrauchbarsten mögen noch gebrandmarkt werden. Eine Einteilung Bayerns in Rabbiuatsbezirkc u n d Vereinsgcbietc ist praktisch unbrauchbar und führt zu Unzuträglichkeiten; daß diese Bezirke Vorschlagslisten cinrcichcn, ist ja gut, daß aber der Generalversammlung aus diesen ihr ganz unbekannten Namen gerechte Auswahl trifft, sehr univahrschcinlich. Parteigruppen, eventuell Vereine können durch Delegation ihrer Stimmberechtigten aus den Nachbarorten einen Druck ausüben, eine Majorität aufbringen, die bei den Stimmenzersplittcrungen einer geheimen Wahl oft nur ein Fünftel aller abgegebenen Voten beträgt. — Auch glaube ich nicht, daß cs ein glücklicher Gedanke war, als Obmann der Bezirke „in der Regel" den -Rabbiner zu nominieren, besonders dann nicht, wenn man von ihm weiß, daß er nur „der Not gehorchend, nicht dem eignen Triebe" zur Partei der Rcvisiousfreuude übergegangcn. — Ganz unbrauchbar, ungerecht und taktisch unsinnig wäre cs, im Sinn der Kommissionsvorschlägc dem Delegierten eines Vereins oder einer Gemeinde bei der Generalversammlung nur eine Stimine zu gewähren, obwohl .er eine Gesamtheit von so und sovielen Mitgliedern vertritt. Gc- >viß, mau hofft auf diese Weise mehr Einzclmitglicdcr zu gewinne», aber die Statuten scheu doch auch den Beitritt von Gemeinden vor. .40 Gemciudcmitglicdcr werden vielleicht vertreten durch einen Delegierten der eine Stimme für sic abgibt, ein Teil dieser Mitglieder gehört vielleicht zur ncologen Partei gleichzeitig, und da behauptet Herr Dr. Kohn-Ansbach, der Verein bezwecke in der Hauptsache eine Zählung unseres Lagers, um der Staatsregicrung zu beweisen, wie stark die bayerische Orthodoxie ist. Wer so zählt. verrechnet sich. Und ich fürchte, die Herren unseres provisorischen Parlaments haben sich verrechnet. Man wird mir eintvenden, es sei zweckdienlicher, Besserungsvorschläge zu machen, als nur zu tadeln. Auch dazu bin ich bereit; aber was ich Vorschlägen kann, weiß die Kommission schon längst, sie will nur nicht „demokratisch" werden, sie gibt sich nicht gerne her zum Exekutivorgan des Volkswillens, sie wünscht vielmehr, im Selbstinteresse die Initiative zu behalten, und dies nicht zu Nutz und Fronunen der Gesamtheit. Ich frage wiederholt, was schon andere gefragt haben: Warum wählt man nicht eine gleichmäßig gemischte (vielleicht 25, zu je 5) Kommission aus 1. Rabbinen, 2. Juristen, 3. Lehrern, 4. Parnosim und 5. tüchtigen Laien aus Stadt und Land? Warum nicht? U. A. w. g. ' Vereins-Kalender. Samstag. Verein „M ekor Chaji in", 41/4 Uhr, Schützenstraße 2: Mikro-Vortrag (Siegfried Jeidel). Mittwoch. „Montefiore"-Verein, 9Uhr, Seilerstr. 22: Diskussionsabend. Der Zirkus Corty-Althoff hat seine . geräumigen Zelte auf dem Platz an der 'Mainzerlandstraße aufgeschlagen. Entgegen den frühere» Prinzipien, nur in festen Holzbauten Vorstellungen zu geben, hat sich Direktor Pierre Althoff, der alleinige Direktor und Eigentümer des Zirkus Corty- Althoff, zu den nlodernen Zeltreisen entschlossen. Außer einer Künstlerschar von 146 Personen führt Direktor Pierre Althoff einen Marstall von 114 Pferden mit sich. Als echter Althoff, , als einer derjenigen, welche das Zirkusfach zu seiner jetzigen Höhe brachten, legt er besonders Wert auf die höheren Schul- und Freiheitsdrcssnren und hat sich durch seine Leistungen einen Namen geschaffen, der Iveit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt ist. Aber nicht nur auf idem Gebiete der Reitkunst und Dressur finden wir hervorragendes. .Jet», auch die weiteren Künste des Zirkus ihabeu hier ihre Heimstätte, alle einzelnen Fächer, als Akrobatik, Jougleurie etc. sind durch erstklassige Artisten vertreten, und bürgt der Name Corty- Althoff allein schon für gute Leistungen. Es finden täglich 8 Uhr abends Vorstellungen statt, außerdem sind für jeden Mittwoch, Samstag und Sonntag Nachmittagsvorstellungen, um 4 Uhr beginnend, angesetzt, zu denen Kinder und Ertvachsenc aus allen Plätzen ermäßigte Preise zahlen. Schluß von „Madame Kaulla" in der nächsten Nummer. Dom Wunsche des geehrten Publikums entsprechend eröffne ich Sonntag in der -..Jla vis-sk-vis Festhalle und Tauzpodium eine Verkaufsstelle meiner Wurst- und Fleisclnraren. Uurstfabrik Uestheimer unter Aufsicht der Ritualkommission der Israelitischen Gemeinde. Frankfurt a.M., Schillerstrasse 10, W Empfehle in bester Qualität alle Sorten Früligemüse, sowie Erdbeeren, Kirschen, Aprikosen, Filrsische zu den billigsten Marktpreisen. L. Rampmeier, Allerheiligenstr. 89, an der Constabler Wache. Tel. 6929. 2S A ffpianhhanm Geschäft: Grosse Sandgasse 25. " lvvllU»IIIll, Werkstatt: Grosse Sandgasse 4. Glaserei. Vergolderei. M Einrahmen von Bilder etc* ■ £? Neuanfertigungen. Reparaturen. 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