Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 7 (1909)
- Issue
- Heft 26 (9.7.1909)
- Date
- 1909-07-09
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 16 Frankfurter Israelitisches FauiMenblatk. Nr. 26. wie Angestellte ergibt sich daraus, die Möglichkeit, innerhalb dieses Kreises auf möglichst rasche Befriedigung ihrer Wünsche rechnen zu dürfen. Zum Schluß sei noch bemerkt, daß die Israelitische Stellenvermittlungs-Zentrale im ersten Semester 1909 91 Stellen besetzt hat gegen 72 im Vorjahre. Es muß daher„ als Ehrenpflicht jedes kaufmännischen Angestellten — auch der weiblichen — betrachtet werden, sich der Versicherungskasse des Vereines als Mitglied anzuschließen. Frankfurt a. M. Die Verwaltung der I ü d Bibliothek und Lesehalle teilt uns mit, daß die Bibliothek bis zum 15. Juli geschlossen bleibt. Von diesem Tage an befinden sich die Wumlichkeiten der Bibliothek im Parte rrelokalc des Hauses Langestraße 33, wo dann die Bibliothek nach wie vor Wochentags zwischen 1—4 Uhr, Samstags zwischen 11—1 Uhr und 3—7 Uhr und Sonntags zwischen 9—1 Uhr geöffnet ist. Köln a. Rh. Der vom .Verein zur Unterhaltung einer israelitischen Kinderbe wahr an st alt und der damit verbünde n e n W o h l t ä t i g k e i t s a n st a l t e n" aus einer Fläche von 2300 gm errichtete prächtige Neubau, der jüngst eingeweiht wurde, enthält zu ebener Erde: die Küchen, die Volksküche, die Kochschule, Wohn- und Schulzimmer für den Kindergarten, Garderoben und die Pförtner- Wohnung; im Hochparterre: Anmelderaum, Schlaf-, Wohn-, Schul- und Waschzimmer für die Fürsorgeknäben mit der Wohnung des Lehrers, Schul- und Spielzimmer für den Kinderhort und ein Aufnahmezimmer für die Säuglinge; in der 1. Etage: die Wumlichkeiten für die Haushaltungsschule, für die Fürsorgemädchen und für die Vorsteherinnen; in der 2. Etage: die Wume für das Säuglingsheim. Der Keller enthält eine große Badeanstalt, und im Garten sind 2 gedeckte Hallen und Spielplätze. _ Sprechfaul. YOhne Verantwortlichkeit der Redaktion.) Zur Widerlegung bezw. Richtigstellung der Entgegnung des Vorstands der Mtisralitischcn Kultusgemeinde habe ich folgendes zu erwidern: Die Behauptung, „daß N. die Gemeinde durch Einrichtung eines Minjän schädigen wollte", ist unrichtig. Die Gemeindeeinimhnien steigen von Jahr zu Jahr, und nur durch die derzeitige Mißwirtschaft muß der Vorstand .von den Ersparnissen seiner Vorgänger zehren. Veranlassung zur Einrichtung eines Privatminjans für die hohen Feiertage war: 1. Das Verhalten des Vorstandes in der Synagoge gegen Mitglieder und Nichtmitglieder. Ein Gemeindemitglied — nicht N. — lehnt heute noch infolgedessen jede.Ehrenverrichtung in der Synagoge, die ihm von den Leitern der Gemeinde zugedacht wird, ab. 2. Es wird hier mit dem Verkaufe der Synagogenplätze geradezu unerhört verfahren. Wenn man reichen Leuten für die 3 Feiertage M. 40.— abnimmt, so wollen wir nichts dagegen sagen. Kein rechtlich Denkender kann aber damit einverstanden sein, daß geringen Leuten zugemutet wird, für einen Platz in.den „hergerichteten Nebenräumen" für die Festtage bis M. 25.— zu zahlen. 3. Vor den hohen Festtagen wurden in der Synagoge Neuerungen eingeführt, die Verschiedene veranlaßten, aus religiösen Bedenken dem Gottesdienste fern zu bleiben (jetzt wieder abgestellt). Ferner ist es Tatsache, daß die Leiter der Altisr. Kultusgemeinde gleich nach Rosch-Haschono die Mftglieder des Vorstands der Hauptgemeindc baten» die Abhaltung des Minjan am Jomkippur zu verhindern. Sie hatten aber keinen Erfolg. Die Behauptung des Vorstands, daß einer der Beteiligten sich bei der Hauptgemeinde anmeldetete oder anmelden ließ, ist unrichtig. Hingegen hat der Vorstand der frommen Gemeinde einem hiesigen streng frommen Restaurateur die Aufnahme als Mitglied verweigert, obwohl der Herr Rabbiner ihn veranlaßt hatte, seinen Austritt aus der Hauptgemeinde zu erklären. Ueber die persönliche Religiösität des betr. Restaurateurs kann kein Zweifel bestehen,' da Herr Rabbiner Dr. Breuer in Frankfurt a. M. ihm gestattet, ihn als Referenz in der Zeitung zu benennen. Bezüglich der Eingabe an die Regierung bemerken wir, daß der Bescheid der Regierung noch aus steht, und werden wir s. Z. hierüber berichten. Entschieden verwahren müssen wir uns dagegen, daß wir den Herrn Rabbiner persönlich angegriffen hätten. Wir haben stets die Person von der Sache getrennt, soweit dies möglich. Die Unzufriedenheit mit de» Institutionen der Altisraclitischen Kultusgemeinde datiert schon länger als 15 Jahre. Und daß seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen von rabbimschen Autoritäten und vielen streng frommen Jehudim die Gemeindeinstitutionen als schadhaft bezeichnet werden und Besserung angestrebt wurde, dafür sind wir auf Wunsch jederzeit bereit, mit Namen auszuwarten. Nicht unerwähnt wollen wir lassen, daß vor einigen Jahren 3 Vorstandsmitglieder ihr Amt niederlegten, weil sie Besserung der Kaschrusverhältnisse nicht erreichen konnten. Bez. des Gemoroschiur müssen wir, so leid cs uns tut, dem Vorstand nun zum 4. Male sagen, daß hier nur bei N. ein öffentlicher regelmäßiger Gemoroschiur stattsindet. Ploni. Wiesbaden, den 6. Juli 1909. Wir schließen hiermit die Diskussion über diese Angelegenheit. Die Diskussion scheint gezeigt zu haben, daß die Gegensätze sich bei Entgegenkommen von beiden Seiten ausgleichcn lassen; es müssen nur die entstandenen persönlichen Aversionen überwunden werden. Möge mair bei beiden Seiten bedenken, daß bei der gegenwärtigen ideell prekären Lage der Judenhcit jeder Streit innerhalb derselben, der nicht streng „leschem..schommajim" ist, ein schweres Vergehen 'bedeutet, und inöge man sich daraufhin prüfen! Auf eines sei uns gestattet den löblichen Vorstand der Altisrael. Kultusgeineinde aufmerksam zu machen: Das Verlangen der aus Rußland und 'Galizien stammenden Mitglieder, . ihnen Gelegenheit zu geben, an deir „Jomim näuroim" nach polnischem Ritus zu beten, halten wir für gerechtfertigt, und 'deshalb die Errichtung eines Filialgottesdienstes als unbedingt erforderlich. Grade an solchen Tagen hört der Mensch gern die Weisen seiner Kindheit, und der Abbruch, den die materiell nicht krustige Altisrael. Kultusgemcinde dadurch erleidet, läßt sich wohl anderweitig ersetzen. Und ist dieser Gottesdienst eingerichtet, so ist damit ja der Hauptstreitpunkt beseitigt. Die Redakt. Sehr geehrte Redaktion! Wir bitten Sie höfl. um Aufnahme folgender Bemerkungen: In Nr. 21 Ihres geschätzten Blattes berichtet Herr Joseph Meyer über die Gründungsversammlung des Verbandes der jüdischen Jugendvereine. zu Berlin. Er erwähnt einen Protest des Frankfurter Montefiore-Bereins „gegen das Verhalten des Berliner Jugcndbundes, der die Delegierte »Versammlung^ zu einem Ausflüge eingeladen hatte, dessen Veranstaltungen der Entwurfsbestimmung bezüglich Wahrung des Religionsgesetzes widersprechen." Wir bemerken dazu, daß der Vorwurf sich auf die Zeile in dem Festprogramm stützt: lUhrMittagstafel (nach Belieben), wodurch lediglich gesagt jein sollte, daß „Treifeesser" Gelegenheit zu warmem Mittagbrot hätten, der Zusatz „nach Belieben" gibt deutlich zu erkennen, daß darin keine offizielle Ber. anstaltung des Tages zu sehen sein sollte. Wir legen auf diese Feststellung deshalb besonderes Gewicht, weil in dem Bericht an anderer Stelle gesagt wird, jene Bestimmung, nach der von Verbandswegen nichts geschehen dürfe,!vas gegen das jüdische Religionsgesetz verstoße, sei „unter besonders lebhafter Bekämpfung seitens des jüdischen Jugendbundes Äerlin" zum Beschluß erhoben. Dadurch wird dem Unbefangenen die Ansicht suggeriert, als verfolge der I. J.-B. Berlin antiorthodoxe Tendenzen, die ihm ebenso fern liegen, wie die Begünstigung orthodoxer Bestrebungen und die Bekämpfung oder Förderung neologis ch e r Interessen. Wenn der I. F.-B. Berlin gegen die Aufnahme jener Bestimmung ins Statut war, jo war er es deshalb, weil er' es für eine Sache selbstverständlichen Taktes hält, daß ein jüdischer Verein als solcher nichts unternimmt, was gegen das religiöse Gefühl eines Teils seiner Mitglieder verstößt. Wenn aber der Vertreter des I. J.-B. Berlin etwas erregt sprach, so war das leicht zu verstehen, wenn man hört, daß er außerhalb der Rednerliste das Wort erhielt, nm den Berliner Verein gegen die Vorwürfe des Frankfurter Protestes zu verteidigen, welchen Herr Rechtsanwalt Horowitz^srankfnrt unter beleidigenden Begleitworten, die ihm einen Ordnungsruf zuzogen, vorbrachte. Wenn man übrigens aus dem Bericht des Herrn Meyer — was durchaus begreiflich wäre — schließen würde, . daß die Frage der statutarischen Festsetzung des offiziellen Nicht-Treife-Essens das Hauptinteresse des Tages war, so wäre das ein großer Irrtum; die Mehrzahl der Delegierten wußten doch, daß die jüdische Jugend nicht das bewegte, was trennen, sondern alles, was einen kann zu allgemeinen jüdischen Zielen. Mit vorzüglicher Hochachtung: Jüd. Jngendbund Berlin, I. A.: Dr. E. Rosenkranz, Berlin, Potsdamerstr. 01. Wir haben die vorstehcndcn Ausführungen unserem Berichterstatter über die Tagung zur Aeußcrung übermittelt. Er schreibt uns: „Das Eingesandt des Jüdischen Jugendbunds Berlin vermag nicht zu bestreiten, daß genannter Verein zu einem Ausflug einlud, bei dem unrituelles Essen von Vereinslvegen bereit gestellt wurde, und daß eben derselbe Verein der Aufnahme des 8 16 in das Verbandsstatut ans das Lebhafteste widersprach. Ich habe diese Tatsache» an zwei ganz verschiedenen Stellen meines Berichts ohne besondere Ausführlichkeit konstatiert, indem ich mir alle Raissonnements über die Duplizität der Geschehnisse ersparte; ich hatte keinen Anlaß, etwas zu 'suggerieren", wie man mir zu unterstellen beliebt, was ich klar herausgesagt hätte, iväre es in meiner Absicht gelegen. Der Herr Einsender bringt beide Tatsachen erst in Beziehung miteinander Der Jüdische Jugendbund Berlin, dein wegen des Vorfalles mit dem unrituellen Essen allenthalben, auch außerhalb der Versammlung und auch. in Blättern gemäßigter Richtung, wie dem Hamburger. Familienblatt, „Taktlosigkeit" zum Vorwurf gemacht wurde, sollte cs unterlassen, sich für seine Entschließungen ans Erwägungen des Taktgefühls zu berufe». Das steht ihm umsoweniger an, als ihm das Mißgeschick geschah, grade da taktlos vielleicht nur zu erscheinen, wo er angeblich einen besonderen Aufwand an Takt bewähren wollte. Herr Rechtsanwalt Horovitz bezeichnetc bei Gelegenheit der Beratung des ß 16 das Vorgehen des Jüdischen Jugendbunds Berlin nur eben als „Taktlosigkeit", gebrauchte also ein „beleidigendes Begleitwort", das allseits in der Oeffentlichkeit für berechtigt erachtet und vom Vorsitzenden wohl nur aus Gründen des Friedens gerügt wurde. Nach den Ausführungen des genannten Delegierten bei der Tagung waren seine Worte noch die mildeste Quintessenz der im Vorstand des Montefiore-Bereins über das Verhalten des Berliner Vereins herrschenden Ansichten. Wunder muß mich nehmen, daß der Herr Einsender, der auf der Tagung zweimal nur nach völliger Zurücknahmt von verletzenden Aeußerungcn dem angedrohten Ordnungsrufe entging und durch zahllose Geschäftsorbnungsredcn den Fortgang der Verhandlung störte, einen Ordnungsruf so hoch cinschätzt, daß er ihn unbedingt notiert haben will. Im übrigen fand ich es sehr in Ordnung, daß. der Montefiore-Verein Frankfurt a. M. die Aufnahme des 8 16, speziell im Hinblick auf bas Vorgehen des Berliner'Jugendbundes, zur Prknzipfrage machte." Wir schließen hiermit die Diskussion. D. Redaktion. mm mmm lUebersetzungen In alle Sprachen. Nationale Lehrkräfte. Kaiserstrasse 31. Mr. Percy Gill’s Institut besorgt jede Commission, speziell Reklame - Verteilung, Gepäck-Beförderung and Kohlentragen. Näheres durch Telephon 9401 und 9402. Blumen- und Pflanzenhandlung Tel. 11376. Uebigstr. 21a. Tel. 11 376. Ausführung sämtlicher Blumen-Arrangements. V Gärtnerei: Friedberger Landstr. 824. J) [Clemens Kahn, Bau- und Kunstglaserei I Rechnelgrabenstr. 10. (Wohnung, L) Telephon 8848. | Binrah m en v. Bildern. Reparaturen v. Glasarbeiten. | Augrust Lamy, Frankfurta.M. Tel. 8122. Etuisfabrik. Zeil 21. Anfertigung von Etnis für Bijouterie und Silberwaaren, Silberkasten, Einrichtungen in Büffets. Joseph Oepen, Spezial-Atelier für Scheitel und Porrücken. C18630D