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Neue jüdische Presse · 1909-06-11 · Heft 22 (11.6.1909) · page 9

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
7 (1909)
Issue
Heft 22 (11.6.1909)
Date
1909-06-11
Page
– (sequence 9)
Language
German
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M Nr. 22 ckk8 MMfurter UmekWeil Familimklaites. Aus der zionistische« Bewegung. Frankfurt a. M. Nachdem . Herr David H a m b u r g e r infolge Ueberhäufnng mit beruflichen Arbeiten um Entbindung von seinem Amte als Nationalfondsverwalter ersucht hat, sind — wie uns der Vorstand der Zion. Vereinigung mitteilt — alle Angelegenheiten des Nationalfonds in die Hände des Vorstandsmitgliedes Herrn Josef Oppenheimer (Seilerstr. 37) übergegangen. Außer Herrn Josef Oppenheimer nimmt die Geschäftsstelle der Franks. Israel. Familienblattes auch weiterhin Spenden für Nationalfondszwccke entgegen. Bei dieser Gelegenheit sei ans die Telegrammformulare zu Gunsten des N a t i o n a l f o n d s (Ablösung für gewöhnliche Glückwunsch-Telegramme) und auf die prächtigen neuen Nationalfonds marken aufmerksam gemacht: beide sind in der Geschäftsstelle des Franks. Israel. Familienblattes und in den hiesigen hebräischen Buchhandlngen erhältlich. Frankfurt a. M. Bei der Expedition ging für den Nationalfonds ein: Moritz Fischl 1 Oelbaum anläßlich der Verlobung seiner Tochter 6,— Jk Familie S. H. Goldmann gratuliert Herrn und Frau Jakob S. Posen zur silbernen Hochzeit 1 — Berlin. Anläßlich des 5. Todestages Theodor Herzl's am 20. Tamus (Freitag, 9. Juli) erläßt der Verein „D e I banmspende" (Vorsitzender: Professor Dr. O. Marburg; stellvertretender Vorsitzender: Rcchtsantoalt Dr. A. Hantle eitlen Aitfrnf zwecks Zeichnung von Oelbänmen. In diesem Aufrufe heißt es: „Mit mächtigen Schritten hat sich in den letzten Jahren unsere Idee ihren Zielen genähert. Fast in allen Kreisen, die sich für die Lösung der Judenfrage oder auch nur eine Linderung des Judenelends interessieren, hat sich die Ueberzeugnng Bahn ge Krochen, daß nur der jüdische Orient dauernde Hilfe .zu bringen vermag. Zionistische und nichtzionistische Organisationen entfalten im Lande unserer Väter eine größere Tätigkeit als je zuvor. Und mit grandioser Majestät ist nun auch die Sonne der Freiheit am Horizont des osnianischen Reiches empor gestiegen, und bald wird sie mit ihren wärmenden Strahlen auch unser Werk in Palästina in seinem Wachstum fördern und zur Blüte bringen. Heute aber, vor unseres Herzl's Todestage, sollen wir eine Palästinaspende darbringen, die zugleich eine Ehrung des großen Mannes in sich schließt Seit Jahren werden Spenden zur Pflanzung eines HerzlWaldes gesanimelt, der 100000 Bäume umfassen soll, und noch heute ist nicht der fünfte Teil dieser Pflanzung gesichert. . . Und nich nur der Ehrung H e r z l s gilt das geringe Geldopfer, das wir von Euch fordern, sondern es ist zugleich ein Beitrag zu einem Ko l o n i s a t i o n s w e r k c, dessen Bedeutung auch unter den Zivilisten noch immer nicht genügend gewürdigt wird. Die Oelbanmspende setzt uns in stand, aus unserem Bodenbesitz in Palästina einen sicheren und hohen Gewinn zu erzielen, obwohl wir mit geringeren Kosten, in schnellerem Tempo, ain schlechterem Boden, mit weniger geschulten Arbeits kräften und geringerem Risiko die Oelbaumkultnr betreiben können, als dies bei den sonst üblichen und notwendigen Methoden landwirtschaftlicher Kolo nisation möglich und statthaft ist. In wenigen Jahr c n s ch o ir >v ü r d e der ans 100 000 B ä um e ii bestehende Herzlwald — für Jahrhunderte hinaus — einen jährlichen Ueber schuß von ungefähr 300 000 Jk abwer feit. Seine Pflanzung würde also nicht nur eine mächtige Förderung und Beschleunigung unseres An siedlnngswerkes und der Wiederanfforstung Paln stinas bedeuten, sondern nns auch die Mittel schaffen um auf die kulturelle Föroeruug des Landes Ein fluß zu nehmen." Je l>0 Jk für je 10 Bäume haben bereits ge spendet: David Wolfssohn-Köln, Dr. M. Boden heimer-Köln, Prof. Dr. Wacburg-Berlin, Dr. Hantle Berlin, Bertrand Hamburg-Berlin, Dr. H. G. Hey mann-Berliu und Ingenieur Johann Krcmewzky Wien. Weitere Spenden nimmt die Geschäftsstelle des Franks. Israel. Familienbl. entgegen. Posen. Am 2. Juni veranstaltete die Nationa jüd. F r a u e n v e r c i n i g u n g den ersten K i n d e r n a ch m i t t a g dieses Sommers. 60 Kinder waren in Begleitung Erwachsener erschienen, vergnügten sich mit Gesängen und Spielen und wurden bewirtet. London. Ueber die Juden Jaffa äußert sich der soeben erschienene Bericht de britischen Vizekonsuls in Jaffa für das Jahr 1908: Die Bevölkerung umfaßt ungefähr 15 000 Juden, die als die fleißigste und arbeitsamste Klasse inbczug aus den Handel und die Landwirtschaft des Landes gilt, wie auch in der noch geringen Industrie. Während der letzten zwei Jahre haben die Juden zwei neue .Handwerkerschulen in Jaffa errichtet. In der einen werden die eingeborenen ungen Leute zu Schmieden, Drechslern und Werkmeistern ausgebildet, die andere enthält eine Zinnnermannsschule. Nach genügender Lehrzeit verdienen die jungen Burschen ihren Lebensunterhalt in der Stadt selbst oder in den Kolonien." Bukarest. Am 30. und 31. Mai tagte imGalatz die z i o n. I a h r e s k o n f e r e n z. Sie war von Delegierten ans allen Teilen des Landes besucht. Borträge wurden auch in hebräischer Sprache gehalten. — Infolge meiner Agitation werden etwa 50 j ü d. Familien, die zu je 10 000 Fr. besitzen und arbeitslustig sind, nach Palästina auswandern, um sich dort eine landwirtschaftliche, teils auch industrielle Existenz zu begründen. H—r. Personalien. Frankfurt a. M. In dem zu Baden-Baden verstorbenen Dr. Theodor Barth ist ein christlicher Mann dahingegangen, der in seinem Verhältnisse zu uns Juden unvoreingenommen und gerecht war, und der sich als Abgeordneter und als Publizist stets energisch bemühte, für die Wahrung der Gleichberechtigung der Inden einzutreten. Dr. Theodor Barth war Vorsitzender des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus. Frankfurt a. M. Sanitätsrat Dr. Kirchheim wurde zum unbesoldeten Stadt rat gewählt. Berlin. Oberstabsarzt I. Kl. a. D. Sanitätsrat Dr. Josef Herzseld in Wilmersdorf erhielt den K r o n e n o r d e n 2. Klasse und Kammersänger Alexander H e i n e m a n n anläßlich des Musikastes in Schwerin die große goldene Medaille für 5k u n st und Wissenschaft a m Bande. — Dr. Stejnbcrg, früherer Seminardirektor in Münster, feierte seinen 90. Geburtstag. Lffenbach a. M. Fabrikbesitzer Komme, zienrct L u d o Mayer erhielt den Charakter als Geheimer Kommerzienrat. Nürnberg. Amtsrichter Dr. Rosenwald wurde zum Staatsanwalt ernannt. Karlsruhe. An Stelle des in den Ruhetand getretenen Ministerialdirektors B e ch e r e r ist )er Vortragende Rat im Ministerium des Kultus- Unterrichts Geh. Oberregierungsrat Dr. Franz Böhm zum Ministcrialkommissar beim Oberrat der Israeliten ernannt worden. Köln a. Rh. Louis Goldberg wurde ein- 'timmig zum M i t g l i e d e der Handwerks f o nt in c t für den RegiernngsbezirkKöln gewählt. Breslau. Den Charakter als Professor haben die Baugewerkschnloberlehrer Birnbaum und K l a s m c r erhalten. (L.) Posen. Die Repräsentanten der jüd. Gemeinde in S ch r i nt m wählte» Kaufmann M a x Z i m m t und Apotheker Joseph P c y s c r zum Korporationsvorsteher bzw. Beistand. Im Literaturverein zu Hohen salz a wurde für das verstorbene Vorstandsmitglied Louis Sandler Kaufmann Inlins Peiser in den Vorstand gewählt; ferner wurde Rabbiner Dr. K o h n einstimmig zum Ehrenmitglied des Literaturvereins ernannt. Posen. Im 30. Lebensjahre verschied Elias Rzescewski, Vorsitzender des Vereins „Leschaun Limmndim" und Borstandsmitglied des Vereins der Sabbatsreunde. Wien. Priv.itdozcnt Dr. IsidorPollak in Prag wurde zum dl m a ii u r cnsi s an der dortigen Universitätsbibliothek und außerordentlicher Professor Dr. Leon Kellner in Czernowitz zum ordentlichen Professor für englische Philologie an der dortigen Universität ernannt. Wien. Landcsgerichlsrat Dr. Sigmund Preuß wurde zuni Oberlandesgerichtsrat ernannt. Adolf H u p k a, Präsident des Verbandes österr. Schuhhäublervcreine und Vizepräsident des Vereines österr. Schuhhändler, feierte sein 10 jähriges A m t s j u b i I ä u m als A r m e n r a t. London. Im 51. Lebensjahr veischied Dennis Edwin Samuel, Mitglied des Rates der Anglo- Jewish-Association und des Jcw's College und — gleich seinem Onkel Lord Swaythling — ein streng religiöser Jude. New-Uork. Der jüd Maler D. M. Peixotte der erst jüngst im Aufträge des Millionärs Thomas F. Ryan das Porträt des Erzbischofs von Irland malte, erhielt von M. Jules Cambon, dem.französischen Gesandten in Berlin, den Auftrag,' ,ihn zu malen. — Der in Rom lebende amerikanisch - jüdische Bildhauer M o s e s E z e k i e l, der sich in Amerika einer großen Beliebtheit erfreut, erbte von dem seine Kunst verehrenden Ehepaare Townzend-Boyer 50 000 Dollars. — Im 71. Lebensjahre verschied der Gründer und Herausgeber der „Hebrew Standard" Jacob P. Salomon. — Im hohen Alter von 105 Jahren verschied Frau JettaSchnlman; 13 Kinder überleben sie. Ans -er Lehrerwett. Bad 8ms. Am 15. Mai wurde die Ems er Heilguelle „Maj eneh Hajeschuoh" offiiell eröffnet. Der Verein will vor allem Lehrern und Kultusbeamten, die hierher ^ur Kur kommen, seinen Beistand leisten. Er bietet gute Aost und gutes Logis; gewährt freie Behandlung bei tüchtigen Aerzten und sorgt für Gratisbäder und Inhalationen. Der Kurgast .zahlt für diese Wohllaten nur 21 Mark die Woche. —U.— Hamburg. Die Talmud-Thora-Realschule hatte im verflossenen Schuljahre 578 «chüler. Dr. M. Lange und Emanuel Wechsler traten aus dem Lehrerkollegium aus und Rabbiner Dr. Nobel in dasselbe ein. Hannover. Die Stadt bewilligte für die Zeit vom 1. April d. I. bis 31. März 1913 einen ä h r l i ch e n Zuschuß von 12 500 M für den ÜJ>. Religionsunterricht, von welcher Summe 6000 JL für die jüd. Lehrerbildungsanstalt und die dieser angeschkossenen Uebungsschule bestimmt sind. Es wurde ausdrücklich betont, daß eine rechtliche Verpflichtung zu diesem Zuschuß nicht vorliegt. Mergentheim. Unter überaus großer Beteiligung wurde Bezirksrabbiner Dr. H. Sänger zu Grabe getragen. P Mülhausen i. Elf. Bisher wurden die Lehrer für die Erteilung des hebräischen Unterrichts von den Eltern der Kinder einzeln bezahlt. Das israel. Konsistorium für Ober-Elsaß hat nun, wie dies bereits im Unter-Elsaß auch schon geschehen, die Gemeinden verpflichtet, den Lehrern für die Erteilung des Religions- und hebräischen Unterrichts einen angemessenen in das Budget aufzunehmenden Zuschuß zu gewähren, diesen Betrag auf die Eltern der Kinder umzulegen und mit den Kultusbeiträgen einzuziehen. Posen. Der Verein jüd. Lehrerinden Ostprovinzcn hielt hier am 1. und 2. ds. Mts. seine Jahresversammlung ab. Da mit dieser Versammlung eine Jubiläumsfeier verbunden war, war die Beteiligung recht stark. Hierorts waren als Ehrengäste erschienen: Rabbiner Dr. W. Feilchenseld, Rabbiner Dr. Bloch, Rabbiner Dr. Josephsohn, Bankier Goldschmidt, Kaufmann Israel Friedländer,' Kaufmann Manasse Werner und Religionsschuldirigent Dr. Joseph Feilchenfeld. Der deutschisrael. Gemeindcbund, der Verband der Synagogengenieinden des Regierungsbezirks Posen, der Vorstand und die Repräsentantenversammlung unserer Synagogengemeinde hatten ihre Vertreter entbojen. Der Verbandsvorsitzende, Rektor Feiner - Hamburg, war ebenfalls anwesend, um den Jubilar, Hauptlehrer H e r b st - Lissa, zu seinem 70. Geburtstage mitfeiern zu können. Der stellvertr. Vorsitzende, Becker-Wollstein, würdigte die Verdienste des Kollege» Herbst, dem in einem kunstvollen Album seine Ernennung zum Ehrenvorsitzenden überreicht wurde. Die zwei Vorträge: „Sind die Erzählungen des alten Testaments für die Charakterbildung der Jugend entbehrlich?" von Schweitzer- Glogau und: „Jüdischer Religionsunterricht, jüdische Religionsbücher und - Jüdische Religion von Dr. Coblenz" von Roßk a m m-Fordon gaben Anlaß zu einer sehr ausgebreiteten Debatte, und war es ein Genuß zu hören, wie - sich Rabbiner und Lehrer in ihren Gesinnungen näherten. Den Verhandlungen schloß sich ein Festessen an. A«S den Vereine«. Hamburg. Das Zentral-Komitee der Alliance Jsraslite Universelle in Paris hat in seiner Sitzung vom 2. Juni als Beitrag zu den Einrichtungskosten des von dem hiesigen Verein für Obdachlose erworbenen und umgebauten Hanses eine Subvention von 2500 Mark votiert. Köln a. Rh. Nich kurzer Paule hat die Jüd. Lesehalle wieder ihre Vortragstätigkeit ausgenommen. So bot sie am verflossenen Sonntag einen Konzert abend, der eine der gelungensten, bei aller Einfachheit doch höchst wirkungsvollen Veranstaltungen dieser schwierigsten Art der Abendunterhaltnngen darstellte. Das musikalische Empfinden des Juden ist immerhin durch seine uralttraditionellen Chasonutsmelodien geweckt und geschult, und wenn das Kopf an Kopf gedrängte, atemlos lauschende Publikum nur zum kleinsten Teil wohl schon etwas von Mozart oder Chopin gehört haben mochte, jedenfalls folgte es den seltenen Genüssen mit trunkenem Ohre und geizte nicht mit wohlverdientem Beifall. Herr Opernsänger Levy- Crefeld sang mit seinem prächtigen Bariton u. a. „Die Grenadiere", „Der letzte Gang" von H. Levy, „An den Abendstern" aus Tannhäuser usw. Frl. Leiser und Herr Dr. L e v i trugen mit virtuoser Meisterschaft verschiedene Stücke von Strauß, Mozart vor. — Die einleitende Begrüßungsansprache hielt 1785

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