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Neue jüdische Presse · 1909-06-04 · Heft 21 (4.6.1909) · p. Seite 11

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
7 (1909)
Issue
Heft 21 (4.6.1909)
Date
1909-06-04
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 21. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Seite 11. richte über Debatten verschickt, die Diskussionsreden, die er braucht, unter andrer Flagge segeln zu lassen als unter meinein Namen. Frankfurt a. M., 2. Juni. 09. Moritz Plaut. Bunte Chronik. Die Sterblichkeit der Juden i m,G h e t t o. Während heute in Westeuropa die Sterblichkeit der Juden überall geringer ist, wie die der christlichen Bevölkerung, ist in früheren Jahrhunderten das Umgekehrte der Fall gewesen. Dies wird n. a. von Dr. W. H a n a u e r - F r a n k f u r t am Main in seiner Arbeit über, die „Geschichte der Sterblichkeit und der öffentlichen Gesundheitspflege in Frankfurt a. M." (Deutsche Bierteljahresschrist für öffentliche Gesundheitspflege, 1908) für Frankfurt am Main zahlenmäßig nachgewiesen. Während aber im 17. und 18. Jahrhundert die Sterblichkeit der jüdischen Bevölkerung im allgemeinen größer war, wie die der christlichen, war die -Kindersterblichkeit bei den Juden geringer wie bei den Christen. Dias konnte daher rühren, daß die Kinderzahl bei den Juden eine kleinere war wie bei den Christen und daher der Nahrungsspielraum, der auf das einzelne Kind entfiel, ein größerer. Dies wäre kein Wunder gewesen, da ja die Juden infolge der Beschränkung ihres Wohnranmes, der nicht erweiterungsfähig war, -sich auch in der Produktion der Kinder eine Beschränkung auferlegen mußten, oder der Grund l der geringeren Kindersterblichkeit konnte in der besseren und sorgfältigen Pflege der Kinder gelegen sein. Die Ergebnisse der Berechnungen Dr. Hanauers stimnien mit den von Prof. Kracauer angegebenen Zahlen ziemlich überein, was um so bemerkenswerter ist, als Dietz in seinem „Stammbuch der Frankfurter Juden" die Behauptung aufstellte, daß die Gesundheitsverhältnisse und dementsprechend die Sterblichkeitsziffer der Juden in der Judengasse keine ungünstigere, ja sogar bessere gewesen seien, als bei der übrigen christlichen Bevölkerung. Interessant ist auch der von (Rabb. Dr. H o r ovitz geführte Nachweis, daß bereits in den Jahren 1776 bis 1820 eine bedeutende Abnahme der Sterblichkeit der Frankfurter Juden zu verzeichnen war. Um diese Zeit singen nämlich die Verhältnisse an günstiger zu werden, denn jetzt wurde es einzelnen Juden gestattet, außerhalb der Judengasse zu wohnen. Bereits 1818 war daher die Sterbeziffer der Inden unter die der Christen herabgegangen. Vereins-Kalender. Samstag. Verein „Me kor-Ch aj im", 12 Uhr, Hörsaal Friedberger Anlage: „Menauras- Hamoaur" - Vortrag (Steinberger): -t't Uhr, Schützenstraße 2: Mikro - Bortrag (Emil Gottlieb). Mittwoch. „M o n t c f i o r e" - B e r e i n, 9 Uhr, Seilerstr. 22: Berbandstag jüd. Jugendvereiue (Felix Meyer). Wegen Raummangel erscheint die Fortsetzung „Das Ende eines Hanswursts!" in nächster Nummer. ßeeidigte Taxationen hompl. Hohnunpinriclitungen und einzelne? Stfiche bei Nachlässen, Versicherungen, Konkursen, Bilanzen. 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