Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 7 (1909)
- Issue
- Heft 16 (30.4.1909)
- Date
- 1909-04-30
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Keile 5. Nr. 16. Kraickfwcke» KsraeMWS UamllttuRÄt. Welt verstreut würde», wie .lange würde es wohl währen, his jede Spur der dänischen Nationalität verschwunden wäre? Mer über achtzehnhundert Jahre ist es her, seit Jerusalem eingenommen, der jüdische Staat vernichtet und die Juden in der ganzen Welt verstreut wurden, und noch heutigen Tages besteht die jüdische Nationalität. Ist das nicht merkwürdig? Wenn wir das sehen, sehen wir nicht mit eigenen Augeil ein Wunder? Woher kommt das? Weil die Juden das auserwählte Volk Gottes waren." Kunst und Literatur. Wehemo Bakeßuwim. Aus dem schriftlichen Nachlasse der Brüder. Jolles ans Lemberg. Von Prof. A. Berliner, Berlin, 1909. Louis Lamm. Eine Edition Berliners bedarf keiner Empfehlung. Berliner hat in seiner fast 50jährigen literarischen Tätigkeit stets eine glückliche Hand in der Auffindung handschriftlichen Materials mit scharfem Verständnis für die Bewertung seiner Funde verbunden. Das vorliegende Buch, das Briefe ans dem Nachlasse ztoeier gelehrter Brüder, Jesaia und Ber Jolles, enthält, zerfällt in 2 Teile. Die erste Gruppe der Briefe ist an den berühmten R. Meschullam Tuchmanitz in Sachen der gefälschten Ascheriresponsen Besomim Rösch — also in einer Angelegenheit, die lange Zeit die führenden Männer beschäftigte — gerichtet und hat sich wohl nur durch Zufall im Nachlasse der Briider Jolles vorgefunden. Interessant ist die andere Gruppe, die einen regen Briefwechsel der Brüder Jolles mit dem Begründer der modernen Geschichte der Juden, Dr. Jost, enthält. Wir sehen hier Jost an der Redaktion seiner Annalen, deren eifrige Mitarbeiter beide Brüder sind. Wir erfahren hier gar manches über die unendlichen Schwierigkeiten, die sich Jost entgegenstellen, und erhalten viele wichtige Beiträge zur Zeitgeschichte; scharfe Urteile über Luzzato und Carmoly, über Geiger und Cremieux, die wohl schon von anderer Seite bekannt sind, finden hier ihre Bestätigung. Die Biographie Josts erfährt manche Bereicherung. Daß Prof. Berliner seiner Edition eine gebiegene literarhistorische Einleitung beigibt, braucht nicht betont zu werden. Die Ausstattung des Buches ist sehr schön. S. H. L. Prag. Veröffentlichungen des Bureaus für Statistik der Inden. Heft 5. Die Juden in Rumänien. Berlin, 1908. Louis Lamm. Der Statistik der rumänischen Juden liegen die Daten der Volkszählung von 1899 zu gründe. Während die nichtjüdische Bevölkerung sich in 40 Jahren um 52o/o vermehrte, stieg die Zahl der Juden — hauptsächlich durch Einwanderung — von 134 000 im Jahre 1859 auf 266 000 im Jahre 1899, also um fast 99o/o. In den Städten bilden die Juden 11—20°/o der Gesamtbevölkernng, auf dem flachen Lande l,lo/o, von der Landesbevölkerung überhaupt 4,5°/o. Ihrer Staatszugehörigkcit' nach sind 4272 Juden Rumänien, 5895 fremde Untertanen; die große Masse, nämlich 256588 Juden gehören unter die ».Personen unter rumänischem Schutze", eine Kategorie, die eigens zur Bemäntelung der Rechtlosigkeit der Juden geschaffen erscheint, denn 92»0 der ihr Angehörenden sind eben Inden. Die Geburtsziffer der Juden ist ziemlich hoch, die Zahl der Eheschließungen gering, dessenungeachtet ist die Ziffer der unehelichen jüdischen Geburten nur etwa ein Sechstel der nach ihrem Quotienten an ber Gesamtbevölkerung auf sie entfallenden. Auch Ehescheidungen kommen bei den Juden relativ selten vor. Die Sterblichkeit der Juden ist sowohl der Zahl als auch der Altersgrenze nach die bei weitem günstigste unter allen Konfessionen; ebenso günstig ist auch der lieberschuß der Geburten über die Todesfälle. Die Juden sind auch die einzige Konfession, bei der die Popnlationsbewegung in ländlichen und städtischen Bezirken sich nicht wesentlich unterscheidet. An der Großindustrie sind die Juden mit 24«/o, am Handel mit 21»/o, am Handwerk mit 20 0/0 aller darin Beschäftigten beteiligt. Landerwerb ist ihnen untersagt. Einzelne Handwerke wie Klempnerei, Kistenmacherei, Uhrmacherei, Buchbinderei sind fast ganz in jüdischen Händen. Erschreckend groß ist der Anteil der Juden an den Analphabeten, das hängt damit zusammen, daß von den schulpflichtigen Knaben nur 410/0, von den schulpflichtigen Mädchen gar nur IO0/0 die Schule besuchen. Doch dürfte zu erwägen sein, daß wohl auch die des Hebräischlesens und Schreibens Kundigen als Analphabeten zahlen. S. H. L. Prag. Anskfinfte! Grosse Deteetftv-ZentraleU! über Vermögens-, Familienu. Ge80hSftsverhiUtnis.se, Beobachtungen, Ermittelungen an allen Plätzen der Welt. Telephon 4359. Salzhans 6, I- 7&eater-Cafe Inh. W. Leuten, Gallusanlage 1. Vornehmstes Cafe der Neuzeit. Faruiliermachrichten. Geburten. Eine Tochter, Herrn A. Adler (Stern), Frankfurt, Oberlindan 67. 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