Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 7 (1909)
- Issue
- Heft 15 (23.4.1909)
- Date
- 1909-04-23
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10. grffnlfirrfer MraeWWe» AamviÄÄM.- Nr. 15. Zu unserem Bedauern fand unser Entgegenkommen bei dem „Israelit. Frauenverein" nicht die entsprechende Würdigung; der Vorstand des genannten Vereins erhob vielmehr gegen die inzwischen erfolgte Eintragung unseres Vereins in das Hereinsregister nacheinander Beschwerde bei dem hiesigen Amtsgericht und Landgericht sowie bei dem Kammergericht in Berlin, die allerdings in allen Instanzen kostenpflichtig abgewiescn wurde. Nunmehr erhob der „Israelitische Frauenverein" Klage gegen uns bei dem hiesigen Landgericht, um auf diesem Wege eine Aenderung des Namens unseres Vereins zu erzwingen. Auch dieser Prozeß wurde in allen Teilen zu Ungunstcn des Klägers entschieden, der dann Berufung an das Oberlandesgericht einlegte. In dieser Berufungsinstanz tourde uns kurz vor der Verhandlung von dem Kläger ein für uns sehr günstiger Vergleich augeboten, den wir annahmen, obwohl ein für uns günstiger Ausgang des Prozesses auch in dieser Instanz bereits seststand, um nicht das wenig erbauliche Schauspiel eines Prozesses zwischen zwei jüdischen Vereinen vielleicht auch noch dem obersten deutschen Gerichtshof, dem Reichsgericht, zu bieten. Der Vergleich selbst ging dahin, daß der Kläger alle gegen unseren Verein erhobenen Vorwürfe zurücknimmt, die gesamten Gerichtskosten trägt und außerdem unserem Verein die ihm aus der Namensänderung erwachsende,i Kosten in Höhe von Jk 100 ersetzt; wir dagegen verpflichten uns den Namen in „Jüdische Frauenvereinigung E. V." umzuwandeln." Frankfurt a. M. Am 21. April gab He,r Joseph van Collem, Mitglied des Chors der Synagoge an, Börneplatz, in der Loge Karl, Mozartplatz, einen Liederabend unter Mitwirkung von Frl. Thea Reinhardt (Sopran) und Herrn Nico Poppelsdorf, Konzertmeister des hiesigen Palniengarten-Orchesters. Der Abend, der bei gut gefülltem Saal einen vorzüglichen Verlauf nahm, brachte in die Besucher volle Begeisterung, durch die gefühlvoll und erhebend entlockten Töne der Violine des Herrn Konzertmeister Niro Poppelsdorf, welcher wirklich ein Meister auf seinem Instrument zu nennen ist. Frl. Reinhardt sang mit reiner, klarer und präziser Stimme, Rezitativ und Arie aus „Traviata" von Verdi, sowie Ave Maria von Gounod und erntete reichen Beifall. Der allseitig bekannte Tenor des Herrn van Collen, kam besonders durch Vortrag von Rezitativ und Arie aus „Die Schöpfung" von Haydn, zur vollen Geltung. Am Klavier waren Frl. Adler und Frl. Mai, welche durch korrektes Spiel die Vortragenden unterstützten. Fritz von der Tauber. Hannover. Hier ist ein Jüdischer Jugendverein begründet worden. Der Verein bezweckt, der jüdischen Jugend durch Vorträge aller Art, durch Schaffung eines Vereinskasinos und durch Darbietung entsprechender Literatur zu dienen. Köln» 20. April. Vor kurzem konnte ich Ihnen Erfreuliches von der Jüdischen Lesehalle berichten. Inzwischen hat das rührige Kuratorium, dessen Konstituierung in den nächsten Tagen erfolgen wird, bereits mit dem Programm des Sommersemestcrs begonnen. Es wurden bisher zwei Vorträge gehalten. Am 28. v. M. sprach Herr Julius Berger über jungjüdische Dichtungen, am 18. d. M. Herr Dr. M. Schwarzschild über das Thema „Wje entstehen Krankheiten". Beide Veranstaltungen waren außerordentlich zahlreich besucht. — Der vor sieben Jahren gegründete Jüdische Turnverein, der mit z. Zt. gegen 170 Mitgliedern einen der bedeutendsten Vereine der jüdischen Turnerschaft darstellt, und sich auf allen Turntagen durch die Qualität seiner Turner ausgezeichnet hat, veranstaltete zu Ehren seines scheidenden Turnwarts, Herrn Theodor Berger, eine Abschiedsfeier. Nach der schwungvollen Begrüßungsrede des Herrn Karl L e v y, ergriff Herr Lehrer Reinhardt das Wort und überreichte als Geschenk des Vereins eine prachtvolle Reproduktion von „Pimoncnko, getaufte Jüdin". Herr Julius Berger hob die Verdienste des scheidenden Bruders hervor; Herr Salomon versüßte Herrn Berger den Abschied mit launigen Worten und dann rollte sich ein hübsches, unterhaltendes Programm ab. Ben I a i r. Vereins-Kalender. Sanistag. Verein „M e k o r - C h a j i in", Schützenstr. 2, 4,/4 Uhr: Mikro-Vortrag (Gustav Kaufmann). — Hatchio, 5 Uhr: Raschi. — Vergnügungsgesellschaft junger Leute, gegründet 1893, Allerheiligenstratze 52, 9Uhr: Generalversammlung. Mittwoch. Verein für j ü d. Geschichte und Literatur, Eschersheimerlandstraße 27, 7 Uhr: Generalversamnilung. Israelitische Religionsschule. Das Sommersemester hat am Mittwoch, den 21. April begonnen. Anmeldungen nimmt der Dirigent Herr Rabbiner Dr. I Horovitz bis Ende dieses Monats in seiner Wohnung Cronbergerstr. 25, II. täglich von 3—1 Uhr. sowie am Mittwoch, den 28. April im Schulgebäude Hermes weg 25/27, von 2—3 Uhr, „ „ Unterlindan 23 v. 3%—4% Uhr entgegen. Wir machen darauf aufmerksam, daß mit Beginn dieses Semesters auch in der Anstalt am Hermesweg besondere Kurse für Schüler höherer Schulen eröffnet werden. Apotheker Wehr’s Sominersprossen-Präparate. Erfolg überraschend* Soeben erschien: Lehrbuch der jüdischen Jriedr. Ad. Schmidt Nachfolge? Inhaber Apotheker J* Wehr Tel. 1049. Opern-Platz 4, Ecke Hochstr. Tel. 1049. 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