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Neue jüdische Presse · 1909-03-19 · Heft 11 (19.3.1909) · p. Seite 11

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
7 (1909)
Issue
Heft 11 (19.3.1909)
Date
1909-03-19
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Sk. 11. Frankfurter Israelisches FamüieMatt. Seite 11. Struck, Berlin, der ihm genommen wnrde. Bald darauf beklagte cs den Tod des Herrn Raphael Ettlingcr, Frankfurt a. M. Nun ging Herr Henry Selig m a n u dahin, die Hinterbliebenen Waisen in tiefer Trauer znrücklasscnd. Wird die arme Anstalt, die ohnhin diel zu kämpfen hat, einen Ersatz finden nach alt diesen unsäglich große» Verlusten? Zn wünschen wäre es. Das älteste deutsche Institut auf hl. Boden ist das Deutsch - jüdische Waisenhaus! Mögen das doch feine Freunde in. Erwägung ziehe», wie überhaupt all diejenigen, die in der Lage sind, das namenlose Elend zahlloser Waisen im hl. Lande lindern zu Helsen. H. Personalien. Frankfurt a. M. Im Anschluß an die diesjährigen technischen Me i stcr kur s e , deren Leiter Herr Gewerbeschnldirektor Back und Lehrer die Herren Frisch und Mangelsdorf waren, fand am 11. und 12. März die Prüfung statt. Es »ahmen an derselben auch zwei jüdische Abiturienten — die Herren Albert K ö st e r i ch und I. H a l b c r st a d t — teil, und bestanden beide mit gutem Erfolg. Berlin. Dr. Ludwig Gronau erhielt anläßlich seines 50jährigen Doltvrjubilänms den R o - ten Adler or de n I. »lasse. — Kommerzienrat der manu Frenkel erhielt den Charakter als G e h c i m c r K o m m e r z i e n - rat. — Herinan n P laut, der seit 30 Jahren am Seminar für orientalische sprachen Japaner in der deutschen Sprache unterrichtete, verschied im 03. Lebensjahre. Lein erster Schüler war der jetzige japanische Premierminister Marquis Katsara. Hoya lHannoverl. Troß seiner 98 Jahre übt? Herr Färbermeister E. D. Elias, der sich noch der besten Gesundheit erfreut, bei der Rcichstagsersatzwahl das Wahlrecht aus. Posen. An Steve des verstorbenen Jnstizratk Salz ivurde Justizrat Michael P l a c z c k, Führer der Freisinnigen Bolkspartei in der Provinz Posen und Vorstandsmitglied mehrerer hiesigen jüd. Wohltätigkeitsinstitutionen, zum Stadtvcro r d n e t e n - V o r st c h e r gewählt.' Loüsenz lPaleni. Im 82. Lebensjahr v er sch! cd Herr Jakob Cohn, der mehr als 30 Jahre dem Vorstande der jüdischen Gcincinde angehörte. Abterode, lb März Am verfloss, neu Freitag fand hier ein so großes Leichenbegängnis statt, ivie cs hier nur selten gesehen ivurde. Nicht nur die gesamte jüd. Gemeinde und zahlreiche Glaubensgenossen ans der Nachbarschaft und teils weitere Ferne hatten sich angeschlossen, sondern auch viele Nichtjudcn des Ortes und etlicher Nachbarorte. Ein ioahres „Kiddnsch Haschen," ivar hierin zu erblicken, und das um so mehr, als man einen jungen Mann im 2l. Lebensjahr zu Grabe geleitete, den Kanfinann B c n j a »t i u W c st h c i in. Der Verblichene war ansgczcichnct durch einen wahren Tngcndkranz, besonders durch edle Gesinnung und Gcwisscnhastigkeit in nnsercm Miztvans, wie man solche heutzutage bei Gleichnltcrigen nur selten antrisft. Buden (Schweiz). Rechtsanwalt Dr Arnold B v l l a g Ivurde in de» G r o ß rat d e s K a >, t o u S A r g a u gewählt. Nagyvnrad (Ungarn) Jacob Weinberg er. Begründer und Scniorchef der Emilie-Dampfinühle Jacob Wcinberger n. Sohn, Mitglied der Stadtrepräsentanz u. Direktionsmitglied der Biharer Kömitats-Sparkasse, starb im 57. Lebensjahre. Aus der zionistischen Bewegung. Frankfurt a. M. Drei zion. junge Leute — die Herren Lappe, Pomper und Teitelmann — nnternahncen jüngst das Wagnis, jm großen Saale der Liederhalle einen „Scholaum Aleich e m" - A b e n d zu veranstalten, — und das Wagnis gelang, denn ein Publikum von mindestens 200 Köpfen hatte sich cingcsnnden nnd anrttsierte sich, soweit cs den Jargon verstand, aufs köstlichste. Bon den Mitwirkenden sei besonders Herr Lappe hervorgehoben, der einer der besten Interpreten der Schöpfungen Scholnum Aleichems ist. Es darf wohl die Hoffnung ausgesprochen tvcrden, daß die zion. Ortsgruppen' dem Frankfurter Beispiele solgen und znni Besten des kranken Dichters, der unser hervorragendster Volksdichter ist und die köstlichsten Perlen des Humors geschaffen hat, Abende veranstalten. ' X. Frankfurt a. M. Am 10. Mcvz sprach in einer M i t g l i e d e r v c r s a m m l u n g der Zion. Vereinigung, zu welcher sich auch eine Anzahl Nichtzionisteu ejngefnnden hatte, Herr B e r t r a in S t e r n über das Thema „Z i o n i st i s ch e Erfolg e". In übersichtlicher Weise zeigte der Redner, was der Zionismus bisher auf wirtschaftlichem, kulturellem und politischem Gebiete geleistet hat. — Der Vorsitzende, Herr Dr. S. Schwarzschild, wies sodann nachdrücklich darauf hin, daß diese Erfolge nur gehalten und vergrößert werden könnten, wenn jeder einzelne Zionist seine Schuldigkeit tue: insbesondere müßten die Parteipresse nnd nahestehende Zeitungen, wie z. B. die in München erscheinende Zeitschrift „Palästina", nachhaltig unterstützt werden. Einigen pessimistischen Aeußerungen ans der Ver- 'ammtuitg heraus traien die Herren I. L. G o i - tein und Fritz Svndheimer entgegen; insbesondere verwahrten sic sich gegen den von einem Herrn geniachtcn Borwnrf, die zionistische Betvegung sei nicht demokratisch. Gerade an die große Masse des Volkes habe man sich iinnier gewandt und hier Verständnis und Gefolgschaft gefuiidcii. Wie üblich, ivurde für den Nationalfonds gesannnelt und Bankaktien gezeichnet. Frankfurt a. M. Bei der Expedition ging für den Nationalfonds ein: Hedwig Wohlfarth gratuliert ihrem Bruder Hugo 2.— Jfi Frankfurt a. M. Bon des Prager Seminardirektors Dr. Heinrich Brodh rühmlichst bekannten Broschüre „Widerspricht der Zionismus unserer Religion?" war die erste Auslage seit mehreren Jahren vergrisfen. Es dürfte daher die Nachricht mit Freude begrüßt werden, daß soeben die zweite Auflage der Broschüre erschienen ist, Marburg. Die hiesige Ortsgruppe kann ans das verflossene Semester mit Befriedigung zuriickschaneii, da solvohl nach innen lvic nach außen recht eifrige 'Arbeit geleistet worden ist. Jm Mittelpunkt der Veranstaltungen stand die Makkabäerfeier nnd ein Vortrag des Herrn Davis Trietsch. 'Außerdem fanden 10 Vorträge über folgende Themata statt: 1. Besprechung des Prof. Schleydon'schen Buches „Roninntik des Martyriums bei den Inden." 2. Mendelssohns Bedeutung für die Emanzipation der Inden. 3. Die jüdischen Organisationen und ihre Stellung zum Zionismus. 4. Die Rückkehr aus Babylon und die Wicderansrichtung des jüdischen Staates. 5. Ziel und Wege des Zivnismns. 6. Geschichte der palästinischen Kolonien. 7. Acnßere Emanzipation der Juden. 8. Psychologische Grundlagen des Zionismus. 9. Sabbathai Z'wi nnd der mcssianische Glaube. 10. Lichtbildervortrag über Palästina. 'Au die Vorträge schlossen sich regelmäßig Diskussionen an, in der die zionistischen Probleme ausführlich erörtert wurden. — 'Allwöchentlich fanden außerdem ein Kursus im Neuhebräischcn (an der Hand des Lesebuches Mikrah, Verlag Th'schijah) verbunden mit grammatischen lkcbnngen, sowie im Älihebräischen (ausgcwählte Kapitel aus JesaijaS) statt. — Die Sammlungen, die im Laufe des Semesters erfolgten, ergaben für die hiesigen Perhnltnisse ein außerordentlich günstiges Resultat. Köln, 17 März. 'Anläßlich der Koiijeren; des Großen A. E. hielt gestern die Zion. Ortsgruppe im großen Saale der Loge eine Pur ims>c i c r ab. Es war kein geräuschvolles Fest, vielmehr trug die ganze Veranstaltung. einen mehr intimen Charakter. Herr G. Koppel rezitierte mit gewohnter Meisterschaft, Herr Dr. P i n cz o w c r erfreute mit seiner prachtvollen Stiminc. durch Vortrag mehrerer Jargonliedcr, von Fräulein W a r e n d o r f verständnisinnig begleitet. Eine reichhaltige Tvmboln veranlaßte so manchen zum Kauf der Lose. In kurzen, doch eindringlichen Worten konnte Herr Professor W a r b u r g mit Stolz darauf Hinweisen, daß es dem „Bezalel" nach verhältnismäßig kleinem Zeitraum vergönnt sei, eine Ausstellung veranstalten zu können. Die ausgestellten Gegenstände, Teppiche, Holz- und Metallarbciten fanden viel Beachtung nnd guten Absatz. Präsident W o l s f s o h n wies in seiner Ansprache die Berührungspunkte von Purini und Zionismus nach, woran anschließend Herr Dr. G r o n c m a n n humorvoll die Beziehungen des Zionismus zur Damenwelt beleuchtete. Dann brachte die Jugend Terpsichorcn das gebührende Opfer und man trennte sich erst in vorgerückter Tagesstunde. Ben Zair. Köln a. Rh. Nu»»!!>r ist die neue 'Nationalfonds m a r k e zur Ausgabe gelaugt. Sie trägt das Bildnis Herzls und ist künstlerisch aiisgeführt. Je ein Heft enthält 40 Marken ü ö Pfg. Die Nationalsondsmarke soll nicht nur bei der zion. und Privatkorrespondenz als Bricfverschluß oder Bricfschmnck Berwendnng finden, sondern sie soll akich als Steuer für den Nationalfonds auf den Mitgliedskarten der zion. und sonstigen jüd. Vereine, auf Hochzcirseinladungen, Glückwunsch- und Eintrittskarten nsw. dienen. Bei Bezahlung von Rechnuiigen begleiche inan eine» kleinen Prozentsatz oder auch die nberschießenden kleinen Münzen in Natioualsondsmarkeii. Ans diese und ähnliche Weise läßt sich der Absatz der Nationalfondsmarken ins Unbegrenzte steigern. Im ersten Jahre der Ausgabe der Nationalsondsmarke — im Jahre 1902 — wnrde für etwa 100600 .kl. davon verkauft, 1908 aber nur 26 000 Jk. Nürnberg. Die diesjährige P u r i m s e i e r der Zion. Ortsgruppe N ü r n b e r g - F ü r t h tvnrde zum ersten Male in großem Stile veranstaltet. Die Ortsgruppe war sich des Wagnisses wohl bewußt, und pessimistische Stimincn prophezeiten ein Fiasko. Doch der Erfolg war ein überraschend guter, sowohl materiell, als auch ideell, ein Beweis, daß der zionistische Gedanke hier immer mehr Anklang findet. 'Auch der National-Fonds hatte eine gute Einnahme. Der Dank für das gute Gelingen der Feier gebührt dem Bergnügnngsausschns; unter der bewährten Leitung der Frau Albert Ellern nnd Frau Julius Eckstein. Das Programm war vornehm gehalten und bot deklamatorische, Gesang- und Jnstruniental-Vorträge unter freundl. Mitwirkung hiesiger Bühnenkünstler. Die Hauptwirkung erzielten „Lebende Bilder", Vergangenheit, Gegenwart und Zukunst des Jüd. Volkes darstellend, abgeschlossen mit einem Erntereigen, der von jungen Mädchen und Kindern getanzt wurde. Die Idee der Bilder war folgende: Herzl an der Rheinbrücke sieht im Geiste die dargestellten Perioden unseres Volkes. Ein hierzu passender Prolog wurde von Herrn Kurt Eckstein (noch Cymnasiast) verfaßt. Aus der Lehrerwett. Frankfurt a. M. Vakanzen. Köln, akadem. gebild. Religionslehrcr per 15. April. Meld. au. Vorstand der Synagogengemeiiide. — Bölkersleier llnterfranken), Religionslehrer, Vorbeter und Schächter per sofort. 1500 Mk. Einkommen und freie Wohnung. — Berlin. Die Hilfskasse für israelit. Kantoren nnd K n l t u 8 b c a m t c, deren Witwen und Waisen in Deuts ch land vereinnahmte 1906—1908 12 780 Jk. und verausgabte 12 971 JL (davon an Unterstützungen 7677 ,lk). Die Einnahmen zeigen, mit den früheren verglichen, ein Bild fortschreitender Entwicklung. Vorsitzende des Vereins sind Rentier G u st a v M i ch a l s k i nnd Kantor L. Kali s ch e r. □ Nürnberg. Die Rabbinerkommission der orthodoxen Vereinigiiilg hat s. Z. bei der Anstellung ihres Bereinsrabbiners die Klausel in den Vertrag gebracht, daß dieser aus der Loge anstreten müsse und dem Zionismus sich nicht anschließen dürfe. Tiese den Rabbiner beschränkende nnd die Gcmciiide b e s ch ä m ende Klausel soll demnächst durch Beschluß der General-Versammlung beseitigt werden. Budapest. In Ungar.-Hradiscb wurde Rabbiner Dr. S. Zwick in sein 'Amt eingeführt. — Lehrer Eduard Fing c r in L z o l n o k erhielt anläßlich seines 50jährigen Lehrerjubiläums das goldene B e r d i e » st k r e u z. Aus den Vereinen. Frankfurt a.M. Der Verein zur Bekleidung bedürftiger isracl. Knaben (Vorsitzender: Raphael M- Kirchhcim) versah im Jahre 1908 245 Knaben nnd 88 Jünglinge mit Kleidung und Schnhwerk und verabsolgte 10 erwachsenen Seminaristen Stofs zu Anzügen. Die Zahl seiner Mitglieder ist von 69t aus 670 gesunken; die Jahresbeiträge sind um 155 Mark, die Geschenke um 200 Mark zuriickgcgangeii. Frankfurt a. M. Dos diesjährige Stiftungsfest des „M ä d ch e ii k l u b" findet am 21. d. Bk. statt. Auf vielfachen Wunsch werden die Anssührnngen am 23. und 24., abends 81/2 Uhr, in den Räumen des Mädchenklub wiederholt. Eintrittskarten zu 3 oder 2 J& sind im Klublokal, Langestraße 30 II, abends von 7—10 Uhr erhältlich. Frankfurt a. M. Die von uns in unserer lehren Nummer angekündigte öffentliche B e r - s a m m l 11 ii g des Z e n t r a l v c r e i » s israel. Ge in ei n de Mitglieder wird Samstag, den 20. März, abends >/»9 Uhr im Kaiserhvf, Goetheplatz 5, stattfinden. Herr Dr. W. Hanauer wird über die Reform der Verfassung und des Wahlrechtes der Frankfurter jüd. Gern e i n d e sprechen, und eine Diskussion wird sich dem Bortrage anschließen. Bei dem regen Interesse, welchem diese Frage allenthalben begegnet, ist ein starker Besuch zu gewärtigen. Frankfurt a. M. „Montesiore"-Verein. Die 0 r d e n t t. H a u p t v e r s a in m l n n g sand am Mittwoch den 17. cr. im großen Saale deS Vereinshauses statt und war außerordentlich zahlreich besucht. Der 1. Vorsitzende Herr Felix M eher gab zunächst an der Hand des vorliegenden Jahresberichtes eine kurze Uebersicht über den in jeder Beziehung befriedigenden Verlauf des Berichtsjahres nnd gedachte niit ehrenden Worten der beiden verstorbenen Ehrenmitglieder des Vereins Hallgarte» und Seligman. Alsdann erfolgte auf Antrag der Revisoren einstimmige Entlastung des Vorstandes. Ebenfalls ohne Widerspruch wnrde der 'Antrag, den Verwaltnugs-Ausschnß um zwei Mitglieder zu vergrößern, angenonimen. Die satzungsgemäß ansscheidenden Vorstands-Mitglieder Berger', Mainz, Rath a n s c n» Singer nnd S p a n g e n t h a l wurden daraus fast einstimmig wiedergcwählr, während die Herren Dr. May und Leop. Kaufmann zu den neu geschaffenen Vorstands - Aemtern bernsen wurden. Außerdeni waren »och zwei- Ersatz- Wahlen für die Herren A. H echt und F. Ma Ye r!l.

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