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Neue jüdische Presse · 1908-07-24 · Heft 29 (24.7.1908) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
6 (1908)
Issue
Heft 29 (24.7.1908)
Date
1908-07-24
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Seite 5. Nr. 29. f%utu(itt«n UMkiM>MA cttnrawtwöt Um sich einigermaßen einen Begriff zn bilden von den Ideen und der Art der Talmud - Erläuterung des Rabbiner Kljatzkin, wird es nötig sein, einige Stellen aus seinem Werke „Ewen Pinno" zu zitieren. (2. Abschnitt.) Im Traktat „Sänhedrin", S. 6, heißt es: Moses pflegte zn sagen: „Das Gesetz möge den Berg durchlöchern!" — Aron dagegen war friedliebend und stiftete Frieden zwischen einem Menschen und seinem Nächsten; .denn so heißt cs: „Die Lehre der Wahrheit führte er in seinem Munde und kein Unrecht entfuhr seinen Lippen, in Frieden und Geradheit wandelte er vor mir, und viele lenkte er von der Sunde ab." Nun ist es im ersten Augenblicke auffallend: Meso ist es möglich, daß Moses, der „Adaun ha' Nwiim", nicht so friedliebend und friedstiftend war wie Uron? Taußfauß an derselben Stelle erklärt dies damit, da doch Moses zu Gerichte saß, mußte er nach dem Gesetze streng entscheiden; Raschi aber erklärt: Sobald Aron zu hören pflegte, daß zwei Leute mit einander zankten, pflegte er zu ihnen zu eilen und zwischen ihnen Frieden stiften, damit sie nicht vors Gericht kamen. Und daher heißt cs beim Tode Arons: „Und es betrauerte ihn das ganze Haus Israel," bei Moses dagegen heißt es: „Und die Söhne Israels trauerten um Moses." Da fragt sich nun: Warum sollte das nicht auch Moses getan haben? Fehlte es ihm denn an der Tugend der Friedfertigkeit. Dieselbe Schwierigkeit ist ,auch in „Ncdarim", S. 66: Jemand sagte zu seiner Frau: „Ich verbiete Dir jeden Genuß von mir, so lange Du nicht von Deiner Speise Rabbi Jehuda und Rabbi Simon zu kosten gegeben hast." Rabbi Jehnda kostete davon, denn er sagte sich: „Um Frieden zu stiften zwischen Mann und Weib hat Gott geboten, man solle seinen Namen abwaschen lassen im Fluchwasser; geschweige denn geziemt es mir, auf meine Ehre zu verzichten des häuslichen Friedens wegen." Rabbi Simon aber kostete nicht und sagte: „Mögen auch alle Söhne der Witwe sterben, Simon darf sich vom Platze nicht rühren." Nun ist es sehr schwierig, warum hat nicht Rabbi Simon dasselbe getan was Rabbi Jehuda? Alle Erklärungen, die dafür angegeben werden, Rabbi Simon habe es nicht getan, damit die Leute nicht mit ihren Gelübden voreilig seien, oder daß die Abwaschung des Gottesnamens nur bei der Untersuchung der Sündhaftigkeit einer verdächtigten Frau nicht um des Friedens willen geschehen sei, sondern um die Töchter Israels vor Zuchtlosigkeit zn bewahren, sind nicht stichhaltig genug. (Fortsetzung folgt). Briefkasten. B. lieber Hainburg und Bremen sind im ersten Halbjahr dieses Jahres 55 000 Personen gegen 241000 im gleichen Zeitraum des Vorjahres ausgewandert. Familienuachrichten. (Aufnahme ln diese Rubrik kostenlos) Geburten. Eine Tochter, Herrn Kahn (Blum), Frankfurt, Merianstr. 38. Einen Sohn, Herrn Ludwig Hamburger (Mayer), Frankfurt, Schwanenstr. 6. Einen Sohn, Herrn Rechtsanwalt Dr. Freudenthal (Rheinstein), Wnrzburg. Eine Tochter, Herrn S. Frank (Vogel), Frankfurt, Bürgerstr. 20. Einen Sohn, Herrn Sally Cohn (Schwab), Nürnberg. Einen Sohn, Herrn Rechtsanwalt Dr. Littmo»n. Breslau. Verlobte. Henny Meyer, Frankfurt, Fischerfeldstr. 3a — Hermann Wolf, Baisingen. Bettie Cohn, Halberstadt — Louis Helft, Eisenach. Else Danziger, Zabrze — Referendar Martin Schindler, Breslau. Sterbefälle. Hermann Ottenberg, 54 I., Landau. Leo Neumann, 26 I., Berlin. Emil Nathan, 81 I., Berlin. Max Ellow, 60 I., Halensee. Alfred Hirschmann, 59 I., Frankfurt. Lippmann Frank, 66 I., Nürnberg. Regina Berger geb. Ollendorff, Breslau. Barmizwohs. (Ohne redaktionelle Verantwortlichkeit. Mr bitten um gefl. Mitteilung der Barmizwohs; die Aufnahme geschieht kostenlos). Moses, Sohn des Herrn Marcus Nissenbaum, Waldschmidtstraße 16, in der Synagoge Friedberger Anlage. Disk Auskünfte! über Vermögens-, VaznfUena. Qesohäftsverhältnfsse, Beobachtungen, Ermittelungen an allen.' Plätzen der Welt Grosse l>etee£l v-Zentrale 2!! Salzhaus 6, Telephon 435A, •INNSMSUMMJUMiMHitnNNMHMHHaN« 8 JL Rothschild, fiebräiscb* Bucbbandlung | g Telephon 6529 Frankfurt am Main Börnestrasse 33. 8 empfiehlt za billigsten Preisen Chnmoschim, Machsorim, Teillos, seidene g and wollene Talesim, Röckle, Sargenes, Scliaufros, Sifre Tora, g - — -- Tefilin, Mesnsos etc. etc - - ■ ■ ■- - 8 Kunststickerei für Porauches, Thoramäntel etc. ■••••••NniaNMMiaMNttlMfiMHfilMtietNM Betllnastrasse 27. Vtfestend-Bad Bettinastrasse 27. 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