Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 6 (1908)
- Issue
- Heft 27 (10.7.1908)
- Date
- 1908-07-10
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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k Li- 1 1 '!? V i! 5 Seite 10. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. -tr. 27. Die jüdische Nationalbibliothek „Midrasch Abrabavel" in Jerusalem. Als im Jahre 1892 die zivilisierte Welt das ricrhundertjährige Jubiläum der Entdeckung Amerikas feierte, wurde in Jerusalem zur Erinnerung daran, daß sich .vor vier Jahrhunderten — damals hatte bereits -das Weltgericht sein Urteil gesprochen — den' verstoßenen Israels eine neue Heimat auftat, unter den Auspicien der B'nai Brith-Loge eine Bibliothek gegründet, die zu Ehren des Mannes, in dessen Leben sich die Aröße und Tragik jener Zeit widerspiegelt, den Namen „Midrasch Abrabanel" erhielt. Aus kleinen Anfängen hat sich diese Bibliothek im ersten Dezennium ihres Bestehens gedeihlich entwickelt. Durch die großartige Schenkung des hochherzigen Idealisten Dr. .Joseph Chazanovitz in Bialystock, sowie durch eine Reihe kleinerer Schenkungen und Neuanschaffungen ist die Bücher-Sammlung bereits bis zu 30000 Bänden, größtenteils Hebraica und Judaica, angewachsen. Darunter befinden sich wissenschaftliche Werke von hohem Wert und Spezialsammlungen, wie sie vielleicht in keiner der größten Bibliotheken anzutreffen sind. Seit fünf Jahren ist die Büchersammlung in einem eigenen Heim untcrgebracht, das einstweilen aus dem rechten Flügel des geplanten großen Bibliotheksgebäudes besteht. Die Anstalt wird bom Erecutiv-Komitee des B'nai Brith- Ordens in Newyork, mit 1000 Frcs., vom „Hilssverein der Deutschen Juden" mit 2000 'Frcs. und von zionistischen Vereinen mit rund 1000 Frcs. unterstützt, welche Summen aber zur würdigen Ausgestaltung der Bibliothek nicht ausreichen. Die Verwaltung setzt sich aus Vertretern jener drei Organisationen zusammen. Die Bibliothek hat eine doppelte Aufgabe, eine praktische und eine ideale. Sie soll in erster Linie dem Gelehrten das nötige Hilfsmaterial zu seinen wissenschaftlichen Arbeiten, der studierenden Jugend die erforderlichen Bildungsmittel und dem Volke gesunde, belehrende Lektüre in die Hand geben. Die ideale Aufgabe der Bibliothek besteht ''aber darin, auf dem historischen Boden Jerusalems die jüdische Nationalbibliothek zu werden, in welcher sämtliche Produktionen des jüdischen Geistes aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ein würdiges Heim finden und zusammen ein harmonisches Ganzes bilden sollen. Um dieses Doppelziel erreichen zu können, bedarf die Anstalt reicher Mittel, die nur durch ausnahmslose Beteiligung aller jüdischen Kreise erzielt werden können. Bei dem kulturellen Fortschritt Palästinas und Angesichts der Bemühungen der zivilisierten Nationen, durch Gründung von Volks- und Hochschulen, ron archäologischen Instituten, Bibliotheken und Museen ihr Ansehen im heiligen Lande zu heben und ihre Einflußsphäre zu vergrößern, ist es für uns sehr wichtig, daß wir in diesem Wettbewerb nicht hinter anderen Kulturvölkern Zurückbleiben. — Möge der 400 jährige Todestag Abrabanels, den wir nächstes Frühjahr begehen, die deni Namen dieses Großen gewidmete Bibliothek als eine dem jüdischen Volke nürdige Institution vorfinden. Ans der zionistischen Bewegung. Frankfurt a. M. Im Bureau des Jüdischen Nationalfonds, Grünestraße 29, gingen ein: Frau Mannheimer, Langestr. 3, 0,25 Jk Joseph Rosenbauin, Ostendstr. 4 1,50 , I. Rosenthaler, Ostendstr. 49 0,70 ,, Max Adler, Uhlandstr. 47, anläßlich der Barmizwoh seines Sohnes 5,— I. G., Ostendstr. 0,30 „• 7,75 Jk Ferner Materialien: Joseph Rosenbaum, Ostendstraße 4, I. Gans, Ostendstr. 10, Lilli u. Else Rosenbauin, Mannheim. Frankfurt a. M. Die „Zionist Vereinigung" sendet uns zu ihrem Berichte in Nr. 25 unserer Zeitung folgenden Nachtrag: In deir Bericht über die letzte Mitgliederversammlung der hiesigen Zionistischen Bereinigung, in welcher über den Breslauer Delegiertentag berichtet wurde, hat sich ein Irrtum eingcschlichen. Der Delegierte Herr Goitein teilte nämlich die Befürchtungen, die von einein Diskussionsredner betreffs der Erträgnisse der Oelbaumspendc ausgesprochen wurden, vollständig. Aus der Antithese in Marburgs Rede, daß nämlich die Einkünfte der Oelbaumspendc für Schul-, Erziehungs- und Kulturzwecke in Palästina verwandt werden sollten, während ans den Erträgnissen des Pflanzungsvereins „Palästina" späterhin die auf traditionellem Standpunkte stehenden Schulen erhalten werden sollen, müsse mit Notwendigkeit gefolgert werden, daß unter den Kulturzwecken, denen die Oelbaumspendc dienen solle, solche antireligiöser Art zu verstehen seien. Er stellte daher den Antrag, vorläufig nur dem Nationalfond Spenden zuzuführen, während die Oelbaumspendc solange zu inhibieren sei, bis der Verein „Oelbaumspende" ein gesetzestreues Mitglied in seinen Ausschuß wählt, damit die Erträgnisse der Oelbaumpflanzungcn nicht für antireligiöse Zwecke verwendet werden sollen. Wegen der vorgerückten Zeit wurde jedoch auf Wunsch des Antragstellers beschlossen, den Antrag einer späteren Mitgliederversammlung zur Beschlußfassung vorzulegen. Bunte Chronik. Betrachtung über eine jüdische Wetterregel. Während sämtliche Bauernregel, die auf das Wetter Bezug haben, auf ihre Richtigkeit rcsp. Unrichtigkeit statistisch-meteorologisch geprüft wurden und beispielsweise über die sogenannten Eisheiligen eine ganze Literatur existiert, ist meines Wissens nach noch nie der Versuch gemacht worden, unsere jüdischen Wetterregeln einer gleichen Prüfung zu unterziehen. Da die Möglichkeit vorhanden ist, daß eine solche Regel ihren Ursprung in Bibel oder Talmud hätte, die, wie sich immer auf's Neue ergibt, auch, auf naturwissenschaftlichem Gebiete noch unbekannte Schätze bergen, wäre eine Prüfung erwähnter Regeln nicht a priori von der Hand zu weisen. Bei Gelegenheit einer meteorologisch - statistischen Arbeit kamen mir auch die auf eine jüdische Wetterregel Bezug habende Daten zu Gesicht, so daß ich erstere mit letzteren vergleichen konnte. Obgleich das Resultat wie vorauszusehen, ein negatives war, will ich, da es vielleicht für manchen Leser von Interesse, hierüber Näheres berichten: Es betrifft eine Regel, die in hiesiger Gegend allgemein bekannt ist und von vielen-für unfehlbar gehalten wird, wonach Ncgenfälle eintreten sollen, wenn an 3 Tagen hintereinander aus der Thora vorgelesen wird (ausgehoben wird, wie man hier sagt), und zwar mindestens an einem dieser 3 Tage. Dies 3tägige Thora-Borlesen findet stets statt, wenn Rausch - Chaudesch auf einen Freitag oder Sonntag fällt. (Chanukah und die Feiertage zählen hierbei nicht mit). Im Jahre 1907 war dies 4 mal, 1906 5 mal, 1903 4 mal, 1902 2 mal, 1901 2 mal der Fall. In den Jahren 1907 und 1905 traf es in allen Fällen zu. 1906, 1904, 1902, 1901 hatte es je einmal nicht, 1903 2 mal nicht zugetroffen. Damals hat es in 20 Fällen 6 mal nicht gestimmt. Da es in unserem Klima durchschnittlich alle 3 Tage einmal regnet, ist das Resultat ein durchaus negatives zu nennen. Es kämen eigentlich noch die Tage in Betracht, in denen Purim oder ein Fasttag auf Freitag oder Sonntag fallen. Da aber — wie erwähnt — der Prozentsatz der Treffer ein verhältnismäßig kleiner war, habe ich cs unterlassen, diese Tage zum Vergleich heranzuziehen. Es ist genügend bewiesen, daß diese „Regel" ohne praktischen Wert ist, was für diejenigen, die wissen, daß die Wetterbildung durch viele Faktoren beeinflußt wird, ohnehin wahrscheinlich war. _ L. L. Die Königin von Spanien jüdischer Ab - st a m m u n g. Ein Jude mit Name» Friedrich Hauke war Reisebegleiter und Adjutant der Landgräfin von Hessen. Er trat zum Protestantismus über und heiratete das Kammersräulein der Landgräfin. Die Kinder beider waren die Grafen Moritz und Josef Hauke. Julie, Tochter des Grafen Moritz Hauke (gest. 1830) heiratete den Prinzen Alexander von Hessen, und deren beider Sohn Prinz Heinrich Moritz ist Gemahl der Prinzessin Beatrice von Großbritannien und Vater der jetzigen Königin von Spanien. Briefkasten. B. Bei den Gemeinderatswahlen in Elsaß- Lothringen sind ganz erheblich mehr jüdische Kandidaten als das vorige Mal gewählt worden. re 1 flfl klalll 11 ■ L — Nationale Lehrkräfte. — Englisch, Französisch eto. Englisch, Französisch eto. Bereins-Kalender. Vergnügungs-Gesellschaft junger Leute. (Gegründet 1893). Samstag, den 11. Juli, abends 10 Uhr, im neuen Vereinslokal, Jos. Seligmann, Klingerstr. 28: Monatsversammlung. Verein MonteJIove, Seilerstrasse 22 pri. Vereins - Irrealitäten geöffnet täglich von 12—3 und 6—11 Uhr. Samstag und Sonntag den ganzen Tag. Wir bitte« unsere Leser, ihre» Bedarf unter Bezugnahme auf unser Blatt bei unsere« Juserentm z» decken. Frankfurter Israel. Familieuvlatt. Carl Grebenau, Z» amoelen. U&ren. Soldu. SUbflm. y x cicpaon ouoy. Auswahlsendungen gerne zu. Diensten. Sensationelle Neuheit! Sr. Oscar’s Haarkur! «ine eigenartige, die Verwendung von Pomaden und Haarwässern ausschliessende Behandlung. . - Erfolg garantiert! - Spezial-Dameofrisier- Salon und Institut für Schönheitspflege. Goethestr. 2t Entresoi (Haus StollwerkJ Telephon 13 446. Frankfurt a. 01. Telephon 13 446. Lohnkutscherei A. Bechtold Telephon 9220. 37 Moltke-Allee 37. Telephon 9220 - Elegante Hochzeitswagen (Gummi-Räder, weisse Seide). 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