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Neue jüdische Presse · 1908-05-29 · Heft 21 (29.5.1908) · p. Seite 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
6 (1908)
Issue
Heft 21 (29.5.1908)
Date
1908-05-29
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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«sette 10. Frankfurter JsraelitWes Familienblatt. #c. 21. demische Feier zu Ehren des 100. Geburtstages Samson Raphael Hirsch's. Die größeren Korporationen, die auf dem Boden des gesetzcstreuen Judentums stehen, werden bei der Feier durch Delegierte vertreten sein. Berlin. Der Hilfsverein für die jüd. Taubstummeu in Deutschland (Vorsitzender: Theodor Löwenberg) zählt 3000 Mitglieder und besitzt ein Vermögen von 75 000 Jk Abgesehen davon, daß er arbeitslosen jüdischen Taubstummen Erwerbsgclegenheit nachweist, gewährt er ihnen auch bare Unterstützungen. Vor einiger Zeit begründete er ein Altersheim für jüdische Taubstumme, das in Pankow, Schloßstraße 8, gegenüber dem herrlichen Schloßpark gelegen ist. Aus -er zionistischen Bewegung. Berlin. Mitteilungen des Zentralbnreans der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. .— Mit dem Versand des Zionistischen A-B-C-Buches ist nunmehr begonnen worden. Da ein großer Teil der Auslage bereits durch Vorbestellungen vergriffen ist, bitten wir, Bestellungen b a l d i g st an uns zu richten. Preis: 2.75 Jk für das broschierte und 3.50 Jk für das gebundene Exemplar. Ortsgruppen und Vereine erhalten bei Abnahme von 10 Exemplaren an entsprechenden Rabatt. Der Versand erfolgt unr gegen Voreinsendung des Betrages, oder Nachnahmesendung, zuzüglich Porto und Bestellgeld. Prospekte zur Propaganda für dieses hervorragende Jnformationswerk stehen den Interessenten in beliebiger Anzahl kostenlos zur Verfügung. Die Neuauflage der Broschüre „28 irisch aftliche Tätigkeit in Palästina" (11. bis 20. Tausend) stellt das geeignetste Agitationsmittel für unsere palästinensischen Bestrebungen dar. Die hervorragend schön ausgestattete Broschüre wird zu dem überaus billigen Preise von 10 Pfg. verkauft. 100 Exemplare der Broschüre kosten 6 Jk, von 500 Exemplaren an 5 Jk pro Hundert. Wir bitten ebenfalls, Bestellungen baldigst an uns zu richten. Petersburg. Ingenieur Ussischkin, Mitglied des Aktionskomitees, hält am 25. Mai in dem hiesigen Verein „Palästina" einen Vortrag über das Thema: „Die Entwicklung der Kolonisation Palästinas in den letzten 25 Jahren." — Bon Minsk ist nach Palästina ein ganzer Trupp zionistischer Arbeiter abgefahren. Aus der Lehrerwett. Frankfurt a. M. Die Israelit. Volksschule (Rektor: B. Falk) vereinnahmte 1907 Mark 33686 (Jahresbeiträge Jk 8730, Schulgelder Mark 7680, Geschenke Jk 3097 :c.) und verausgabte Mark 36 207, södaß ein Defizit von Jk 2521 zu verzeichnen ist. Die 'Schule wurde von 170 Knaben und 176 Mädchen besucht. Während der strengen Wintermonate erhielten 87 Kinder täglich kostenlos Vs Liter warme Milch, sowie eine Anzahl bedürftige Kinder freies 'Frühstück. Auch wurde gegen Zahlung von 4 Pfg. für den Vs Liter Milch verabreicht. Während .der Herbstferien unternahm Herr Lehrer Kösterich mit 12 Schülern eine sechstägige Wanderung. Berlin. Der Witwen- und Waisenkasse der Rabbiner Deutschlands sind 1907 24 Rabbiner als ordentliche Mitglieder und 31 Rabbiner, 14 Laien und 16 Gemeinden und Verbände als außerordentliche Mitglieder beigetrcten. Von den 24 ordentlichen Mitgliedern besitzen 21 Anspruch auf die vollen Kassenleistungen, 3 einen solchen auf die Hälfte. 20 der ordentlichen Mitglieder erhalten von seiten ihrer Gemeinden den ebendaselbst vorgesehenen Zuschuß in Höhe der Hälfte ihrer Jahresbeiträge; 4 Mitglieder sind genötigt, ihren Beitragn voll aus eigenen Mitteln aufzubringen. Die von den ordentlichen Mitgliedern zu zahlenden tarifmäßigen Jahresbeiträge betrugen 8244 Mark. Sie sind ausschließlich nach dem Lebensalter berechnet und schwankten zwischen rund 660 und 300 Mark. - Der Zuschuß richtete sich nach der Gehaltssumme und dem Lebensjahre und wurde um so reichlicher bemessen, je niedriger jene und je höher dieses war. Er schwankte demgemäß zwischen 430 und 80 Mark oder zwischen 19 und 1,2 °/o 'des Gehaltes. Insgesamt betrugen die Zuschüsse 4507 Jk, also mehr als die Hälfte der tarifmäßigen Beträge. Rückstände waren nicht zu verzeichnen. Die Ausgaben betrugen 30414 Jk, die Einnahmen 37 540 Jk (b.) Stratzburg. Durch Zirkular gibt das israelitische Konsistorium des Unter-Elsaß bekannt, daß die Gemeindevorstands-Wahlen derjenigen Vorstände, deren Amtsdauer mit dem 30. .April abgelaufen war, erst am 30. Dezember vorzunehmen sind und die betreffenden Vorstände bis dahin ihre respektivcn Aemter weiterzuführcn haben. Ein weiteres Zirkular teilt mit, daß die Gemeindeverwaltungen die K o n s i st o r i a l w a h l e n ani 14. Juni verzunehmen haben. Nagy-Kanizsa (Ungarn). Oberrabbiner Dr. Eduard Neumann feiert am 31. Mai sein 25jähriges A m t s j u b i l ä u m. Bunte Chronik. Ein Brief der Königin Luise, der, obgleich vor mehr als hundert Jahren geschrieben, heute an aktuellem Interesse noch nichts eingcbüßt hat, verdient bekannt zu werden. Der Brief, den Ed. Naher in seinem Buche „Die preußischen Fürsten und ihre Frauen" veröffentlicht, hat folgenden Wortlaut: „Des Königs Minister sind harr, sobald cs sich um die Juden handelt. Mein Gott, nichts als Witzeleien! O, cs ist unnötig, die armen Leute noch weiter zu kränken. Es liegt sehr, sehr viel Demütigendes für den menschlichen Stolz in dem Leben eines Juden. Es schneidet ins Herz, wenn man an den Ton denkt, den sich die Christen gegen die Juden erlauben. Wir sehen in den Juden auch die Menschheit in ihrem ungeschmückten Zustande. Sie sind eben ihren Völkcrsittcn treu geblieben — und es ist ein trauriger Gedanke um das Bewußtsein, daß wir Christen diesen Zustand verachten und sie zu uns hinübcrzichen wollen. Von der grauen Morgendänimerung des Mittelalters bis jetzt war das Judentum mit einer Kette von Gesetzen umsäumt. Die ganze heitere Welt, worin wir uns vergnügen und bewegen, machen wir für ihn zu einem Orte voller Fallstricke und Gefahren. Herr Minister, verhärten Sie das Herz meines künftigen Gemahls nicht!" Mr.PercyGiirsInstitiit Kaiaerstrosse 31* Nationale Lehrkräfte. Englisch9 Französisch eto. Kunst und Literatur. Quellen und Forschungen zur Geschichte der Juden in Deut sch- Oe st erreich. Herausgegeben von der Historischen Kommission der israelitischen Knltusgemeinde Wien. Bänd I: Das Judenbuch der Schesfstraße zu Wien 1389—1420. Herausgegeben von Dr. Artur Golbmann. Mit einer Schriftprobe. Wien und Leipzig. Wilhelni Branmüller 1908. XLII und 148 S. Oktav. Die historische Kommission der Wiener Kultusgemeinde unterscheidet sich durch ihre Arbeitsfrcudigkcit sehr vorteilhaft von vielen ähnlichen Institutionen. Erst kürzlich konnten wir eine Probe der in ihrem Aufträge herausgegebenen Epitaphien des alten Wiener Friedhofes besprechen, und schon wieder gibt sie uns ein erfreuliches Lebenszeichen. Als ersten Band ihrer historischen Editionen läßt sie das Jndenbuch der Schesfstraße nach einer Handschrift im k. u. k. Reichsfinanzarchiv — dem Grundbuche der Schesfstraße erscheinen. Der nun edierte Teil dieser Handschrift enthält das Satzbuch der Schesfstraße für Verpfändungen bei Geldgeschäften zwischen Juden und Christen, ist also an und für sich wenig geeignet, Interesse zu erwecken. Sein Wert ich auch nicht in der Ueberlieferung der fast stets gleichlautenden Formeln, die bei diesen Geschäften üblich waren, zu suchen; wenn es dennoch wert erscheint, die Quellen und Forschungen zu eröffnen, so liegt dies in dem Umstande, daß die uns darin überlieferten Namen die älteste belangreiche Auskunft über die jüdische Bevölkerung Wiens bieten. Was man sonst aus einzelnen Urkunden über die Namen der Wiener Juden erfährt, ist so geringfügig, daß die vorliegende Publikation in dieser Hinsicht eine unschätzbare Bereicherung unserer Kenntnisse von der Wiener Gemeinde darstellt. Diesen Gesichtspunkt betont auch der Herausgeber in seiner Einleitung. Er bemüht sich nachzuweisen, wo die hier genannten Juden in anderen Urkunden Vorkommen und stellt diejenigen Namen zusanrnicn, die bisher überhaupt nicht nachweisbar sind; darum widmet er auch dem Namensverzeichnis der in: Judenbuche genannten Persönlichkeiten besondere Sorgfalt. Daß der Herausgeber auch das kulturhistorische Moment, wie Ausblicke auf die Vermögensverhältnisse der Wiener Gemeinde an der Wende des 14. Jahrhunderts, die Beteiligung der Rabbiner und Gemeindefnnktionä're an Geldgeschäften, nicht vernachlässigt, versteht sich von selbst. Nicht selbstverständlich aber um so dankenswerter ist der. eingehende auf genauer Textkritik der verschiedenen Berichte basierende Exkurs über hie Wiener Gesera oder die Geseras Oesterreich von 1421. Alles in allen: repräsentiert sich das Büch inhaltlich und formal würdig seines Herausgebers, der großen Wiener Gemeinde. Hoffentlich folgen diesem 1. Bande recht bald die anderen Quellenschriften. S. H. L., Prag. Vereins-Kalender. R.-P. Bes-Hamidrasch. Sonntag, 31. Mai, abends 7 Uhr, Sium aus Tractat: „Eiruwin". Verein Ttferes Bachurim. Sonntag, den 31. Mai, Bortrag des Herrn H. Goldschundt: „Aus der Sefirah Tefilloh." Carl Grebenau, jL. Juwelen. Uhren. Soldu. Silbernaren. Auswahlsendungen gerne za Diensten. 1 Mobi, ]. Lüttow flacht. Glaserei and Glasmalerei, Frankfurt a. H. Gegr. 1810. Elbestr. 12. Ist. 7368. Kunstgewerbliche Bleiverglasung, Aetzerei, Flur-, Salonn. Kirchenfenster in allen Stylarten von den einfachsten- bis zu den reichsten Ausführungen. Prompte Bedienung zugesichert. Spec.: Reparaturen v. alten Glasmalereien. 3 Hark per Tag Verdienst za Hans. Genaue An* lettong gegen 20 Pfennignuxrko, (Streng reelles and solides Unter* für jedermann) Jacob Ulmer,» 6choenaich*Stattsart . {9V* Nur Handarbeit "MV? § empfehle Ich bei « soliden Preisen, Garantie tür gutes » g -— Hsterlal. 5 g, .Freie Abholung und Lieferung. j= £ Schahmacberel GrUnebnam. g Bechnelgrahenstrasse 4, ptr. 7 Künstliche Zähne jeder. Art in ff. 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