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Neue jüdische Presse · 1908-05-01 · Heft 17 (1.5.1908) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
6 (1908)
Issue
Heft 17 (1.5.1908)
Date
1908-05-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 17. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Seite 5. 9 t tvär» im höchsten Trade bedauerlich, wenn der so sehr vortrefflich geleitete Haolan:, dem die Leser eine reiche Fülle von Belehrung und Anregung verdanken, durch eine auf falscher Voraussetzungberuh enden Agitation Schaden erlitte. Dr. med. Emanuel Fink -Hamburg. * * * „Gegenüber der in Nr. 9 des „Israelit" von einem „VIidgt Münchener" ausgestellten Behauptung, daß in den hiesigen orthodoxen Restaurants streng orthodoxe Jehudim nicht essen können, weil von. den 4 hier angestellten Schächtern 2 an der Orgelsynagoge beamtet sind, habe ich s. Zt. sofort an die Redaktion des Israelit" eine Berichtigung eingeschickt des Inhaltes, daß ich schon einige Wochen vor der Veröffentlichung dieser Behauptung, mit meinen Lieferanten die feste Vereinbarung getroffen hatte, daß ich nur von den 2 die hiesige orthodoxe Synagoge besuchenden Schächtern geschachtetes und untersuchtes Fleisch bekomme. Darauf reagierte die Redaktion des Israelit in keiner Weise, bis ich meine Forderung etwas energischer stellte, dann wurde mir "die Veröffentlichung meiner Berichtigung, nach Prüfung und Richtigbefund des Inhaltes zugesichert, es vergingen jedoch Wochen, ohne daß ich von der Redaktion des „Israelit" irgend einen Bescheid erhielt -und muß ich zur Wahrung des Renommees und des-Vertrauens, das ich von Seiten orthodoxer Jehudim st r e n g st e r Observanz nach wie vor genieße, hiermit ausdrücklich konstatieren, daß soweit mein Geschäft in fraglicher Notiz gemeint ist, die Behauptung des Einsenders im „Israelit" nicht zutrifft, da ich nur von den 2 der orthodoxen Synagoge hier angehörenden Schächtern geschlichtetes und untersuchtes Fleisch bekonlme. Ich überlasse es der neutralen Welt, sich über das Verhalten des „Israelit" in dieser Sache ein Urteil zu bilden." v Moses Müller i. Fa. Müller-Ehrenreich, Restaurant. Kunst und Literatur. CH ach me A. H. W. Biographien hervorragender Männer der drei Gemeinden Altona, Hamburg, Wandsbeck von E,duard Dukesz, Klausrabbiner in Altona. Mit deutscher Uebertragung von 'Salomon Goldschmidt (broschiert M 3, geb. Jk 4). Verlag A. Goldschmidt, Hamburg, 1908. In dem vorliegenden Buche, das als 2. Teil seines Jwoh Lemoschaw gedacht ist, aber ein selbstständiges abgerundetes Ganzes bildet, bietet Dukesz die Biographien von nicht weniger als 145 bedeutenden Gelehrten und sonstigen hervorragenden Männern, die in den drei Gemeinden Altona, Hamburg und Wandsbeck in der Zeit von 1655—1906 gelebt haben. Unberücksichtigt läßt er bei seiner Arbeit nur die portugiesische Gemeinde Hamburgs. Bei den meisten der behandelte!: Männern teilt Dukesz auch ihre Grabschriften, die Bibliographie ihrer Werke, ihr Vorkoinmen in der einschlägigen zeitgenössischen Literatur mit. Daß er auch die Archive Hamburgs gründlich beirützt hat, erhöht den Wert seines Buches beträchtlich. Von den vielen Männern, die Dukesz behandelt, seien nur besonders hervorgehoben R. Schimschon Bloch, der berühmte Verfasser Taussaus Chadochim, R. Efraim Heckscher, einzelne Mitglieder der durch David Kaufmanns Publikation bekaimten Familien Hameln, Dr. Aron Emrich Gompertz, Professor Levisohir. Ganz besonderen Fleiß und Sorgfalt verwendet Dukesz auf die Lebensgeschichte R. Jakob Emden's, die er uns auf 25 Seiten eingehend schildert. Er legt sich bei der Behandlung des eigentlichen Ainulettcnstreites große Zurückhaltung auf und bemüht sich, dem Charakter Jakob Emdens' gerecht zu werden. In folgendem sei — unter Weglassung der bei D. eingehend behandelten äußeren Lebensschicksale Emdens ’ — kurz seine Charakteristik ausgezogen: Emden war unbeschadet seiner immensen Gelehrsamkeit, seiner aufrichtigen Fröminigkeit eine Kainpfuatur, wie sie die damaligen jüd. Gemeindevcrhältnisse häufig zeitigten. Seil: Temperan:ent brachte ihn schon frühzeitig in Koirslikt mit so manchem bedeutenden Manne, zu dem er anfangs freundschaftliche Beziehungen hatte. Als nach dem Tode R. Jecheskel Katzenellenbogcns die nicht ganz unberechtigten Ansprüche Emdens auf das Rabbiuat der drei Gemeinden A., H., W. nicht zur Geltung gelangten, faßte er einen unversöhnlichen Haß gegen seinen glücklicheren Nebenbuhler R. Jonatan Eibenschitz, wie erihn wohl auch 'gegen jeden anderen etwa Gewählten gefaßt hätte. Dieser blinde Haß äußerte sich bei jeder Gelegenheit, ganz besonders im Amulettenstreite. Kein Mittel >var Emden zu schlecht, um es gegen Eibenschitz und seine zahlreichen Anhänger anzuwenden. Es brauchte einer nur ein anerkennendes Wort für Eibenschitz zu äußern, und schon war Emden bereit, ihn ii: seinen Schmähschriften in der schonungslosesten Weise bloszustelleu. Seine Pamphlete -— deren Dukesz 24 verzeichnet — strotzen von den gehässigsten Beschimpfungen und von leichtsinnig yingeworfenen Verdächtigungen. Wo es sich um eine Schmähung Eibeuschitzs oder seiner Anhänger handelt, da erscheint Emden in seiner Verblendung jedermann glaubwürdig. Dukesz weist nach, baß auch die meisten der Schmähschriften, die Emden als von seinen Schülern verfaßt bezeichnet, von ihm selbst herrühren. Bet der Behandlung Emdens beirützt er auch zahlreiche Akten des Hämburger Archivs, die — von den Forschern bisher unbeachtet — durchwegs ungünstig gegen Emden lauten. Doch mag auch Emden in seinem Eifer sich verwerflicher Mittel bedient haben, das eine steht fest, sein Kampf war seiner innersten Ueberzeugung nach in: Interesse des Judentums. Dankbarer als für seine übrigens sehr geistreichen Pamphlete müssen wir aber Eniden für seine ernsten Schriften sein, in denen er sein profundes Wissen offenbarte. Dukesz verzeichnet mit wissenschaftlicher Akribie 38 Werke Eindens, von denen jedes einzelne eine wertvolle Bereicherung der rabbinischen Literatur darstellt. Die Biographie Emdens vervollständigt D. durch eine Aufzählung seiner Kinder und durch die bei den einzelnen von ihm besprochenen Zeitgenosse!: gebotene Darstellung ihrer Beziehungen zu ihm. Von den Nebenprodukte!: seiner Forschungen, die Dukesz nur gelegentlich erwähnt, feien nur hervorgehoben die Bemerkungen über die Verzweigungen einzelner berühmter Prager Familien nach den Drcigemcinden wie Jeiteles, Neustädtel. Dem hebräischen Texte Dukesz ist eine kurze deutsche Uebersetzung Salomon Goldschmidts beige-« geben. Die Brauchbarkeit des trefflich ausgestatteten Werkes erhöht ein Nainensregister. Es wäre zu wünschen, daß das Buch viel gekauft u::d so dem Verfasser ein Ansporn zur Veröffentlichung seiner Forschungen gegeben werde. S. H. L., Prag. M a f t e a ch H a t a l in u d. Realeuzyklopädie des gesaiuten talmudischen Schriftunis von Rabb. Dr. Michaeli Guttinann, Csongrad, 1907. Heft II u. III. Als ich vor fast Jahresfrist das erste Heft des vorliegenden Maftcach besprach, hatte ich die Befürchtung, daß die Indolenz unseres hebräisch lesenden Publikums einerseits, die leider noch immer vorherrschende Scheu vieler unserer Talmide Chachamin: vor neuen, ganz besonders systematischen und enzyklopädischen Werken andererseits, die selbst das grandiose Werk Lamperontis Jahrzehnte hindurch ein Torso sein ließ, auch diesem großangelegten Werke bald ein Ende bereiten ivürden. Nun, da wieder zwei Hefte erschienen sind, scheint es den: Verfasser gelungen zu sein, aller Schwierigkeiten Herr zu 'werden, und wir dürfen hoffen, daß unsere Literatur um ein Werk bereichert wird, das scho:: lange ein dringendes Bedürfnis ist. Wie schon im 1. Hefte, zeigt der Verfasser auch in den beiden vorliegenden ein ausgezeichnetes Geschick für die systematische Zusammenfassung der Materie unter die einzelnen Schlagworte. So hat er z. B. unter den Schlagworten „Aw" und „Ewel" ein ungeheueres Material verarbeitet. Im Artikel „Owaus" z. B. zieht Guttmann sämtliche Sprüche der Väter nach einzelnen Kategorien geordnet an; die Fußiwtcn bieten alles, was über die Stellung dieses Traktates iin Talmud, seinen Nan:ei: usw. zu sagen ist oder bereits gesagt wordei: ist, wie denn Gutmauns Noten überhaupt wertvolle Literaturnachweise darstellen. Der erste Band der Enzyklopädie soll 8 Hefte mnfassen. Bei dem Umstande, daß der Preis des ganzen Bandes nur auf 12 Kr. festgesetzt ist, steht zu hoffen, daß sich zahlreiche Subskribenten finden, und so das Erscheine!: des Werkes gesichert wird. S. H. L„ Prag. Samson Cohn, ch r i fr l i ch e r Religion. Eine Metamorphose von Trcbron, Berlin, Louis Lamm. Eine Satire in Versen, die sicher eine große Verbreitung finden und ebenso sicher aus manch schwankendes Assimilantenseelchen als gesundes Traktätchen wirken wird. K ä m p f e n d e Geister l in I u d e n t u ni. Vier Biographien von Dr. S. Bernfeld. Berlin 1907. Louis Lamm. Der Titel dieses Saimnelbandes der Biographien von Leon Modena, Mose Chain: Luzzato, Salomon Maimon und' Samuel David Luzzato hätte wohl prägnanter die passive Rolle dieser Männer zum Ausdrucke bringen soljen. Das Gemeinschaftliche, das diese in ihrem Charakter und Lebensgang so verschiedenen Männer haben, ist nicht so sehr ihr Kampf als ihre Bekämpfung, die Anfeindungen, die sie mit mehr oder weniger Recht erlitten. Bernfeld versteht es hier wie gewöhnlich, den Ton der populären leichtfaßlichen Darstellung zu treffen, ohne dabei die Wissenschaftlichkeit zi: beeinträchtigen; er benützt auch die Resultate der allerneuesten Forschung. - Bernfeld bemüht sich, seine Heldei: objektiv referierend darzustcllen; dessenungeachtet unterläuft manches subjektive harte Urteil 'mit, auch da, wo es nicht gerade nötig wäre. So sind wir heute z. B-, wo man Mystizismus und Okkultismus wissenschaftlich erforscht, durchaus nicht genötigt, bei'der bekannten Schedinr-Austreibung in Nikolsburg den Kabbalisten Meier Präger und seine Genossen' als gemeine Schwindlerbande hinzustellen; bei einigermaßen gutem Willen läßt sich auch unter der Voraussetzung, daß diese Männer ganz ehrlich waren, ihr Vorgehen auf andere Weise erklären. Die Biographie S. D. Luzzatos ergänzt Bernfeld in dankenswerter Weise durch' eine genaue Bibliographie seiner Schriften^ DaS Buch ist lesensivert, die Ausstattung vorzüglich. S. H. L., Prag. Kaiser Frledrlcta ||oelle - Offenbach a. M. - Gegen Gicht und Rheumatismus bewährt. Bad Harzlmrg TC Pension Parkhans 53 Salons n. Familien-Dependance Schloss Prinzenhof mit 28 Salons. Streng rituelle Häuser I Ranges unter Rabbinats-Aufsicht an schönst. Waldlage. GeSff.l.Mai-l.Okt. Prosp.gratis Max Hecht Grösste und vielseitigste Auswahl von Hoclizeits- und Gelegenheits-Geschenken. Mook & Schöndube, Steinweg?. Fabrikate der Württemb. Metallwaren-Fabrik, Geislingen. Reelle Bedienung. — Umtausch gestattet. Wohack Inhaber; J)21 \A/äiiäll. Perlen, Juwelen, Goldwaron. Auf Wunsch Answahlsendungen. Wocheu-Kaleuver. (Zeitangaben nach dem Loaeb.) Samstag, den 2. Mai (= 1. Ijar): Sabbat-Anfang in Frankfurt a. M. 7 Uhr 15 Min. Sabbat-Ausgang in Frankfurt a. M. 8 Uhr 40 Min., in Berlin 3 Uhr 20 Min. Der Wochenabschnitt Kedauschim ist einer der inhaltsreichsten im ganzen Pentateuch. Biele grundlegende Gebote lehrt er uns. Gebot der Sabbatheiligung, Verbot des Götzendienstes, Borschristen für den Genuß der Opfer, Armenabgaben in Feld und Weinberg, Verbot des Diebstahls, des Fluchens, der Verleumdung, der Rache, das Gebot der reinen Menschenliebe („Liebe deinen Nächsten wie dich selbst"), das. Verbot der Mischgattungen ii: Feld, Weinberg, bei Gewandstofsei: und Tierarten; Gebot der Enthaltung vom Genüsse der Baumfrüchte während der ersten - 3 Jahre nach der Anpflanzung; Fremdlinge zu lieben, richtiges Maß und Gewicht zu haben uff. Das Sulas und Jauzer von Rausch-Chaudesch ist einzuschalten, da zugleich Schabbos Rausch-Chaudesch-Jjar ist. — Wo man zwischen Pesach und Schownaus besondere Sulas cinschaltet, wird an diesem Schabbos „Elauchim al domi" eingesetzt. Man liest den 2. Perek. Offtnbacbtr Druckluft - Anlage Telefon 123. Offenbach a. H. Telefon 123. Unübertroffene bewährteste TapplChrBlnlpiing. Aus der Geschäftswelt. Eine Spezialität des Glühlichtbadcs stellt das I n t e n s i v - L i ch t b a d „P o l y s o l" dar. __ Die Krümmung der Reflektoren ist so gewählt, daß die Licht- und Wärmestrahlei: gerade mit ihrer ganzen Breite auf den Körper des Badenden fallen, so ^daß keine Strahlung dai:ebcn geht oder nur einen Teil dex zugekehrten Körperseite trifft. Die Reflektoren sind innerhalb gewisser Grenzen drehbar, damit die Strahlungsbreite entsprechend verschoben werden kann, wenn sich der Patient im Lichtbade dreht. Während bei den gewöhnliche:: Glühlichtbädern 48 Lampen verwendet werden müssen, sind hier nur 18 Glühlampen nötig, also eine bedeutende Kostenersparnis. Dampf-WasEhantlalt?rnnsnl»kt" Panl&Co.,«.aU „jldUBUIUU Telephon 1866. Hardenbergstrasse 9. Teppichreinlgung. Entstaubung, ehern. Reinigung u. Aufbewahrung unt. Garantie Heder’s mechanisches Teppieli-Reinigungswerk Tel 8642 Borgersfrasse 149m Tel. 8642. FamMemmchrichteu. lAufnahme in diese Rubrik kostenlos, Geburten. 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