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Neue jüdische Presse · 1908-04-03 · Heft 14 (3.4.1908) · p. Seite 11

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
6 (1908)
Issue
Heft 14 (3.4.1908)
Date
1908-04-03
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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» Nr. 14. Frankfurter FsraEWS Familkenblaü. Seite 11 werden, daß die Flucht in-die Oeffentlichkeit keineswegs ein Zeichen von mangelnder Parteidisziplin war, sondern in der Form des Protestes nur der bisher innegehaltenen P a r t e i t a k t i k des Misrachi entsprach. Es kommt noch hinzu, daß Sie in der vorletzten Ausgabe Ihres gesch. Blattes selber die breiteste Oeffentlichkeit von dem bedauerlichen Ereignis in Köln in Kenntnis gesetzt, daß die Misrachiste» ein lebhaftes Interesse daran haben mußten, den' Unwillen darüber deutlich zum Ausdruck zu bringen und die Abwehr nicht allein der gegnerischen Presse zu überlassen.; Die For m des P r o t e st e s entsprach der Partcitaktik des Misrachi, und cs ist eine erfreuliche Nebenerscheinung der unliebsamen Erörterung, daß die Frage der Taktik überhaupt angeschnitten wird. Sie i st d r i n g l ich. Trotz des offiziell anerkannten Zusammenschlusses, trotz der eigenen Organisation nehmen viele unserer Gesinnungsgenossen eine Stellung ein, wie sie vereinzelten, unter den Zionisten zufällig versprengten gesetzcstreuen Inden entsprechen würde. Auf Grund ihrer p e r s ö n l i ch e n Beziehungen zu leitenden Persönlichkeiten in der Bewegung rufen sie allerlei Erklärungen auf der Kongreßtribünc hervor, ln welcher die Beobachtung gewisser äußerer Formen — vom Standpunkt jener einflußreichen Personen betrachtet — ausgesprochen wird, ohne bindende Kraft und ohne die notwendige pnpillarische Sicherheit, wie die Erfahrung lehrt. Mer sind denn die Aufgaben des' Misrachi darin erschöpft, daß er sich — freilich erfolglos — um die genaue Jnnehaltnng der Sabbatruhe in den offiziellen Bureaus bemüht? Glaubt der Misrachi wirklich'auf dem Wege der Hintertreppenpolitik, soloeit die zionistischen Institutionen in Palästina etwa in Betracht kommen, dafür Sicherheit bieten zu können, daß „d e r Z i o n i s m n s n i ch t s n n t c r n k m m t, >v a s den Forderungen des gesetzestrenen Judentums nicht entspricht"? Die Leitung unserer Bewegung hat ein Interesse daran, die Werbearbeit innerhalb der gesetzestreuen Kreise nicht zu erschweren oder gar unmöglich zu machen. Es ist also ein Gebot der Klugheit, wie des Anstands, gewissen Forderungen bei großen, allgenrein jüdischen Veranstaltungen Rechnung zu tragen, und die Leitung hat dabei auf die Gefühle der Außenstehenden, die doch gewonnen werden sollen, äußerste Rücksicht zu nehmen. Wenn das nicht geschehen ist, so ist das m. E. ein Zeichen dafür, dzß eine spontane Aenderung der Anschauungen bisher nicht erfolgt ist. Es gehört Sangüinismus zu dieser Annahme angesichts des Milieus, in dem der Zionismus entstanden war und in ausgedehntem Maße seine Verbreitung fand. Es hat eben an der methodischen Belehrung gefehlt und dem Misrachi kommt darin naturgemäß die Führung zu. Er muß den Anspruch erheben, daß die Ergebnisse seines Denkens Würdigung finden. Die Schonung der Gefühle beruht im parteipolitischen Leben ans einem reziproken Verhältnis. Und der Misrachi mutz, will er seine Daseinsberechtigung ngchweifen, ein politisches Parteileben führen und sich kn' ihm ausleben. Man wird den oft erhobene» Einwand, daß daS religiöse Judentum nie als „eine Richtung" inr jüdischen Volksleben gelten dürfe, von neuem geltend machen, aber man wird vergessen, daß es eine hohe Pflicht ist, „Mekadesch haschem borabbim" zu sein und einen eigenen Reiz besitzt, plit dem 'Gegner auf den Plan zu treten und für die altjüdischen Ideale zu streiten. Der Kämpf darf'uns nicht schrecken, es ist der Verteidigungskampf des Alten gegen das Neue. Er wird ln. E. ohne heftige Erschütterung vor sich gehen. Dr. F r a n ck. (Fortsetzung folgt.) Aus der Geschäftswelt. Aus dem kunstgewerblichen Melier des Jutveliers Felix Horovitz ging eine künstlerisch ausgeführte Ewige Lampe hervor, die für die Synagoge in Leipzig bestimmt ist (siehe Annonce). _ Varrnizwohs. (Ohne redaktionelle Verantwortlichkeit. Wir bitten um gefl. Mitteilung der Barmizwohs; die Aufnahme geschieht kostenlos). Marcus, Sohn des Herrn Dr. Wolfs Hirsch, straße 18; Fritz, Söhn des Herrn Jacob Mayer, Ostendstr. 49; Julius, Sohn des Herrn Michael Schuster, Schützenstr. 7, in der Synagoge 'Friedberger Anlage. SPRACHEN Mp.Pbfcv 6ill* slnstitut | KaiHerslrasst* LI. | Nationale Lehrkräfte. — I EnaHach, Kranxösisrh eto. Vereins-Kalender. Berel» Tiferes Bachurim. Sonntag, 3. April: Herr Salli Weil „Ein Erew Pesach im Tempel". Vergnügungs-Gesellschaft junger Leute. (Gegründet 1893). Samstag, 4. April, abends 9Ve Uhr: Monatsversammlung bei I. Seligmann, Mlerhciligenstr. 52. Ortsgruppe Misrachi. Dienstag, 7. April, abends 9 Uhr, im obere» Saale des Börsenrestaurants, Schillerstraße: Generalversammlung. Verein zur Pflege von Literatur und Geselligkeit. Donnerstag, 9. April, abends 9 Uhr, im Vereinslokal Schützenstr. 14: „Urtel Acosta". Verein Mekor-Chajim. Samstag, 4. Mril, nachm. Uhr (Schützenstraße 2): Mikro-Vortrag des Herrn Jos. Bamberger. Berei» „Rachlak Zwi". Samstag, 4. April, mittags 12 Uhr im Hörsaal der Gemeinde-Synagoge Fricdberger Anlage: Vorlesung der neunzehn Briefe unter Leitung des Herrn Dr. I. H. Bondi. (Schluß des Semesters.) L. Dorfzaun, Börnestrasse 27. Tapezier u. Sefaoratenc Oampf-Wascbanstalt Sraiionfnh“ Paul&C0„G.m.b.H. Telephon 1866. Hardenbergstrasse 9. Cafe Constabler. SÄKÄT— Auskünfte! über Vermögens-, Familien* tu Geschäftsverhältnisse, Beobachtungen, Ermittelungen an allen Plätzen der Welt. Grosse Detectiv-Zentrale XXX Telephon 4350. 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