Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 6 (1908)
- Issue
- Heft 9 (28.2.1908)
- Date
- 1908-02-28
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 9. Seite 11. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. dürfte. Sollte in diesem Ringen nicht vielmehr auch ein Beweis göttlichen Waltens zu erblicken sein?, das möchte» wir Herrn Dr.. B. doch zu bedenken geben. Und nuir noch''eine allgemeine Bemerkung. Es mag ganz interessant sein, sich auch mal eine Stunde über derartige abstrakte Dinge unterhalten zu lassen, sicher ist aber, daß hierdurch dem I u d e n t u m n i e m a l s Positives g e l e i st e t, vielmehrnn reiner m y st i s ch e n S ch e u n n d N ii s i ch e r h e i t Vorschub geleistet wird, die gerade dem Judentum, wie Redner ja selbst sagten fern liegen sollte. A. Bunte Chronik. Das mosaische Gesetz in der englischen Gesetzgebung. Einem Vortrag, den Professor Dr. Liebermann-Berlrn über dieses Thema in London hielt, entnehmen wir: Alfred der Große (gcb. 819, gest. 901) schuf 899 ein Gesetzbuch, das eine Uebersetzung der 10 Gebote und der diesen folgenden 2 Kapitel des zweiten Buches Mosis enthielt. Das Gesetzbuch hatte den Zweck, als Handbuch für Richter und Beisitzer zu dienen, um auf diese Weise die Handhabung der englischen Gesetze durch den Geist der biblischen Gesetzgebung zu beeinflussen, — und das ist auch geschehen. Professor Liebermann wies an einer Reihe von Beispielen .nach, wie sehr die englische Gesetzgebung durch die mosaische beeinflußt wurde. Jüdische Professoren an deu tscheu Universitäten im Jahre 1863. Ordentliche Professoren: Wessely an der juristischen Fakultät in Prag, Traube an der medizinischen Fakultät in Berlin, Weil an der philosophischen Fakultät in Heidelberg und Stern als Ordinarius der Mathematik in Göttingen. Außerordentliche Professoren: Zeisl an der medizinischen Fakultät in Wien, Reniak an der medizinischen und Jaffe und Steiuthal an der philosophischen Fakultät in Berlin, Kämpf an der philosophischen Fakultät in Prag, Pfeiffer an der juristischen Fakultät in Tübingen tind Kohu für Botanik in Breslau. Aus der Geschäftswelt. Anläßlich der Eröfsnung des Restaurant Deutsch in Wiesbaden (Ncröstr. 23) veranstaltete der Besitzer desselben ein E r ö f f n u n g s - essen, an dem sich zahlreiche anerkannt orthodoxe Persönlichkeiten aus Wiesbaden und Frankfurt beteiligten und bei dem Herr Dr. ined. Rattner einen Toast auf das Gedeihen des neuen Unternehmens ausbrachte. 'Das Essen legte von dem kulinarischen Können des Herrn Deutsch ein glänzendes Zeugnis ab. Bekanntlich untersteht das Restaurant der Aufsicht des Rabbiners der Israelitischen Religionsgcsellschaft in Wiesbaden und erteilt auch der Rabbiner der Frankfurter Israelitischen Religionsgesellschaft Referenz. Briefkasten. B. Moses Mendelssohn hatte 2 Söhne und 1 Tochter. Die Tochter, Dorothea, ließ sich von ihrem Gatten Veit scheiden, taufen und heiratete später den Dichter Friedrich' Schlegel. Von den beiden Söhnen starb nur der älteste, Josef, als Jude, aber er gab seine Zustimmung zur Taufe seiner Enkel, der Kinder des Kommerzienrats Lllexander Mendelssohn. — In Bremen war vor 1818 den Juden der Aufenthalt verboten. Herniann Jacob, Stettin. Auf Ihren Wunsch bestätigen wir Ihnen, daß der Sprechsaalartikel in Nummer 6 nicht von Ihnen stammt. Eine Unwissende. Anonyme Zuschriften dürfen wir aus Prinzip nicht beantworten. Es ist Ehrensache einer jeden Redaktion, Diskretion über die Namen der Einsender zu beobachten. Kunst und Literatur. Der E w i g e mein Panier! und die Sendung Israel s. Gedanken über die Stellung der Juden in der religiösen Bewegung der Gegenwart von Arnold Kalischer. 90 S. (Jfe 2.—). 1907. Breslau, Koebncr'sche Buchhandlung. Illustrierter j ü d i s ch e r F a m i l i e n k a l e nd e r für das Iah r 5868. 160 Seiten Und Jnseratenanhang. (Mk. 1.—). Berlin-Leipzig, Modernes Berlagsbureau Curt Wigand. Der Kalender, der erste seiner Art, zeichnet sich durch sehr große Reichhaltigkeit aus. Er enthält neben dem üblichen Kalender-Inhalt auf 35 Seiten einen genauen Ueberblick über alle jüdischen Institutionen Berlins; er behandelt ferner die großen jüdischen Organisationen und bringt wissenschaftliche und belletristische Arbeiten und Gedichte. Eine Fülle von Illustrationen, besonders Abbildungen angesehener jüdischer Persönlichkeiten, sind im Text zerstreut. Per lisch Pirks Aboth des Rabbiners Josef N a ch m i a s. Neu hcrausgegeben und mit Erilärnngen versehen von Rabbiner Dr. M. L. Bamberger, Schönlanke. Verlag: Louis Lamm, Berlin. Herr Rabbiner Dr. M. L. Bamberger, der würdige Sohn einer Familie, die den Namen „Mischpachath Seserim" verdient, hat die jüdische Literatur wieder mit der Herausgabe eines Sefer bereichert. Der Pcrusch auf die Sprüche der Väter ist in leicht verständlichem Hebräisch geschrieben. Der Schreiber lehnt die Sentenzen der Tanaiten in dieser Mischna an die Bibel an, und die Erklärungen sind in den meisten Fällen dem Talmud entnommen. Die Leseart Perek I, Mischna 8: „Keorchei" mit einem „Meph" anstatt eines „Ajin" und der Anklang damit an die Bedeutung von „Aski" („Chuschi Hoarki") des R. Ascher war mir neu und interessant. Die Bemerkungen Dr. Bamberger's sind sehr lcsenswert. Wir begegneten u. a. einer sinnreichen Erkiörung seines seligen Vaters, in der er den Unterschied hcrvorhebt zwischen „Kaboloh" und „Massoroh" (in „Kibbel" und „Mosar" der 1. Mischna). Es war ein pietätvoller Gedanke des Herausgebers, das Buch seiner so jung verschiedenen Gattin geb. Ettlinger zu widmen. Wir empfehlen das Buch zur Anschaffung, demi wir sind überzeugt, daß es nicniand ohne Genuß aus der Hand legt. Liepman Ph. Prins. Vereins-Kalender. Frankfurter Zionistische Bereinigung. Diontag, 2. März, abends U9 Uhr, im Cafv- Restaurant Börse, Schillerstraße. Herr Referendar Gottlieb: Einige Hauptmerkmale des jüdischen Wesens. Verein Tiferes Bachnrim. Sonntag, 1. März. Herr W. Rosen: Die Geschichte der „Frankfurter Judengafse". „Moutefiore"-Berein. Freitag, 28. Febr., abendss Sr/s Uhr: Gemütliches Beisammensein. Mittwoch, 4. März, abends 9 Uhr, Herr Dr. Felix Kauffmann: „Der ewige Jude" in der deutschen Literatur der neuen und neuesten Zeit. Verein „Rachlast Zivi". Dienstag, 3. März (nicht Mittwoch), abends 9 Uhr, im Bereinslokale, Schützenstr.: Disknssionsabend X. Schillers „Drei Worte des Glaubens" im Lichte jüdischer Lebensanschauung. Referent: Herr Leo Munk aus Köln. Besprechung. Leitung des Älbends: Herr Prof. Wehl. Jüdischer Fraueuverein E. B. Mittwoch, den 4. März, abends 8% Uhr, im Saale des Kaufmännischen Vereins, Langestr. 26: Bortrag des Herrn Rechtsanwalt Dr. Siegfried Schwarzschild: „Von Jaffa nach Jerusalem", mit Lichtbildern. Gäste willkommen. Dbsthdlg. Hassülbaclt. L SSSTSg'J: Tapezier n, Moratenc Cafe ConstaUer. 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März, Nachmittag 5 Uhr Berlin „Ressource4, Schadowstrasse 7 ergebenst einzuladen. Tagesordnung: 1. Vorlegung des Geschäftsberichtes. 2. Entlastung der Verwaltung. 3. Ersatzwahl für die statutengemäss ausscheidenden Mitglieder des Zentralkomitees. Hilfsverein der Deutschen Juden James Simon.