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Neue jüdische Presse · 1908-01-10 · Heft 2 (10.1.1908) · p. Seite 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
6 (1908)
Issue
Heft 2 (10.1.1908)
Date
1908-01-10
Page
Seite 10 (sequence 11)
Language
German
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A fc'f'' Seite 10. Frankfurter Israelitisches Familienblatt» ' Nr-2. - -- Wie». Der Arzt- Si m o n A d l erin Mkonaster-ysta erhielt das goldene Verdien st - kreuz mit Krone und der Kustos an der Wiener UniversitätsbibliothekDr. Salomon Frankfurter das Ritterkreuz des Franz Josef- Orden s. Budapest. Hofrat Sieginund Kob n er, der ein Jahrzehnt hindurch Präsident der hiesige» israel. Kongrestgemeinde war, verschied plötzlich. Der Verstorbene, der ein Alter 'von 67 Jahren erreicht hat, zeichnete sich durch große Wohltätigkeit, aus. Zn jüdischer Beziehung gehörte er dem linkesten Flügel der Neologie an; so fuhr er, wenn er an Samstagen oder an Freitagen einmal die Synagoge besuchte, in seiner Equipage vor. Debrecen «Ungarn), Zum Oberstuhlrichter wurde Heinrich Wertheimstein, der Bruder der Baronin Noysikä Rothschild in London, ernannt. Ragy Szombet lUngurn). Der Präsident der ,',Chewra Kadischa" Leopold Herzog verschied iin 68. Lebensjahre. .. Laudon. Die König!. Akademie der Künste hat dem Maler Samuel R. Samuel für sein Blld „David vor König Saul" die goldene Medaille und ein Reisestip en d ium v on 200 Lstr. zuerkannt. Aus Se« Vereinen. Frankfurt a.M. Jüdische Bibliothek und Lesehalle. Von Mittwoch, den IS. Jan. ab ist die Bibliothek und Lesehalle wie folgt geöffnet: Montag bis Donnerstag von' 1—4 Uhr nachmittags (abends geschlossen) Freitag nach Schluß, des Abendgottesdienstcs bU 9 Uhr, Samstag und 'Sonntag von 11—1 Uhr vorn» und 3—7 Uhr nachm. Die Bncherentleihung findet von -Montag bis Donnerstag von 1—2 Uhr nachmittags statt. Frankfurt a. 9K1 Die „Bereinigung zur Pflege von Literatur und Geselligkeit 1905" (Dozent Herr Professor A. Wehl) hielt am Donnerstag, den 3. Januar, ihre Generalversammlmig für das verflossene Vereinsjahr ab.— Der Vorsitzende konnte mit Freuden konstatieren, daß "der Verein sich im vergangenen Jahre be- - trächtlich vergrößert und viele neue Gönner und Förderer gewonnen hat, sodaß die jetzige Mitgliederzahl auf ca. 100 angewachsen ist. Der Bericht des Kassierers ergab, daß der Verein wich die materielle Grundlage besitzt, tun seinen ideellen Bestrebungen gerecht zu werden. Die.Vorstandswahlen endigten mit folgendem Resultat: 1. Vorsitzender: Hermann Frank, 2. Vorsitzender:CarlJsaak, Kassierer: G a b r i e l Plä nt, 1. Schriftführer: Perez Mosbacher, 2. Schriftführer: Hermann Moeller, Beisitzer: C. Fink, Manfr. Rosenblatt. Die eingelaufenen Anträge befaßten sich mit internen Vereinsangelegentzeiten, nur ein Antrag des Vorsitzenden beansprucht das Interesse der Oeffentlichkeit. Derselbe fpricht von allmonatlich zu veranstaltenden Referat- und 'Rezitationsabenden, wozu eine Reihe von Damen und Herren schon ihre Zusage gegeben haben. Der erste dieser Abende soll im Februar stattfinden. Nachdem der. Vorsitzende dem Dozenten und dem Vorstand für ihre eifrige und" ernste Arbesi im verflossenen Vereinsjahr gedankt hatte, schließt er die Generalversammlung, mit der Hoffnung, daß der Verein rm kommenden Jahre ebenso ersprießlich arbeiten möge, wie es im vergangenen Jahre der Fall war. Breslau. Gründung eines Bundes grsetzestreuer jüd. Jügendvereine. Gleichzeiüg mit den beiden großen Bereinstagen vollzog sich in Berlin die Konstituierung eines Verbandes, dessen Wichtigkeit für das gesetzestreue Judentum um so . weniger zu unterschätzen ist, als er diejenigen Ele mente in sich zusammenschließt, auf welchen unsere ganze Hoffnung, ruht; unsere Jugend. Seit vielen Monaten waren die größtenteils von Berlin aus geleiteten Vorarbeiterr im Gange, welche ein Zusammenfassen der gesetzestreuen Jugend zu einem großen Verbände - erstrebten. Wohl hatten sich bereits gesetzestreue Studenten im „Bunde jüdischer Akademiker" vereinigt, um den Zusammenschluß der akademischen jüdischen JNgend zur Pflege echt jüdischen Geistes und jüdischer Wissenschaft zu fördern, allein der übrigen gesetzestreuen Jugend, die doch den weitaus größeren Teil bildet, fehlte bisher ein solches Band, das die Beziehungen Gleichgesinnter enger zn knüpfen und die religiösen Lebensanschauungen zu stützen und zu stärken geeignet ist .Daher war zunächst an die verschiedenen vereinzelt ' dastehenden jüdischen Lernvereine, deren engste Fühlung mit den gesetzestreuen jungen Kaufleutcn bekannt war, die Anfrage ergangen, welche Stellung sie einem Zusammenschluß zu einem Bunde der gesetzestreuen Lernvereine gegenüber einnehmen würden. Die Rundfrage zeitigte das Ergebnis, daß von allen Seiten die Gründung eines derartigen Verbandes mit Freuden begrüßt -wurde, von dessen Wirksamkeit'-'die einzelnen Vereine eine Stützung und Mehrung der Lernvereine erhofften. Es war eine gtöße Arbeit, der sich der Berliner „Montefwrä Verein -unterzog, als er für .den 24. Dezember die konstituierende Versammlung vorbereitete, aber der Erfolg blieb nicht aus. War schon der Zcftpunkt ein überaus 'günstiger, — waren doch die hervorragendsten Vertreter der tzesetzestreuen Judenheit an diese,» Tage in Berlin anwesend, — so war der. Eifer, mit dem die Delegierten, der verschiedenen auswärtigen Lernvereine beseelt Ivaren, gleichfalls ei» gutes Omen für das Zustandekommen des großen Vorhabens. Nicht weniger als 22 Vereine hatten die konstituierende' Versammlung mit Mitgliedern beschilkt. Es waren. dies: Der Montefiorc- Berein-Berlin, die .Mekor-Chajim-Bereiae in- Hamburg, München und Leipzig) der Machsike-Thora- Bresla», die Talmud-Thora-Vereine in Köln und 8ürich die Tiphereth-Bachurini-Frankfurt, Chewraßachurim-Nürnberg, Kinno-Emnno-Straßbürg, der Jüdische , Jugendbnnd-Basel,, die Chinnuch-Neorim- Vereine in.Karlsruhe und Jchenhausen,.der Lischann- Lemüdim-Poscn, die Haschkomoh-Chewro-Lübeck, der Behrendt-Lehmann-Ver'ein-Halberstadt und der Ez Chäjim-Kitzingen. Schriftlüh. hätten ihren Beitritt zu dem zu begründenden Verbände der Mekor-Chajim- Fränkfnrt, die Aurach-Chajim-Vereine in-Würzbnrg und Fulda, der Ohawe-Thora-Fürth und öerTiphereth- Bachurim-Memel erklärt, sodaß von vornherein in Wirklichkeit mit einer Gesamtvertretung - der gesetzestreuen jüdischen Jugend Deutschlands und der Schweiz zn rechnen.war. So erfolgte denn einstimmig die Konstituierung unter dem Namen „Bund gesetzestreuer jüdischer Jügendvereine", dessen Zweck aus den, § 2 der inzwischen berefts vorbereiteten und von einer im Laufe des Abends ernannten Statuten- Kommission nochmals redigierten Satzungen hervorgeht: „Der Bund gesetzestreuer jüdischer Jugendvereine erstrebt die Zusammenfassung aller jüdischen Lernvereine, die auf dem Boden des gesctzcstreucn ' Judentums stehen, und bezweckt die ideelle und materielle Stärkung derselben. Im besonderen soll der Bund das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken und eine Vertretung der gesamten gcsetzcstrerien Jugend darstelleu." Die Beratungen wurden am nächsten Tage fortgesetzt und erfolgte alsdann auch die intgültige Annahmc^des Statuts. Zum Verbandsorgan wurde der „sabbat" erhoben. Gleichzeitig wurden eine Anzahl Kommissionen ernannt, welche die weitere praktische Tätigkeit zu entfalten haben, wie die Presse-, die Bücher- und Propagandakommission, sie werden zum Teil vom Verein, zum Teil von einzelnen Herren gebildet, späterhin erfolgte die Wahl des Präsidialvercins, zu dem der Hamburger „Mekor-Chajim" ernannt wurde. — Herr " Edmund Lcvy - Berlin, Ariguststr. 84, der bis zur Stunde noch die gesamten Geschäfte des Bundes besorgt, ist zn jeder weiteren Auskunft und zur Abgabe der Bundcssatzungcn bereit. Eschwege. Die von Kreisrabbiner Goldmann s. A. begründete Chewra Gemiluth Chassod i m feierte ihr 50 - jähriges S t i f t u n g s - e st. Von den 74 Personen, die den Verein begründen halfen, sind heute noch die Herren: Jacob David Cahn, Isaak Katzenstcin, Selig Leon Kahn, Moritz Kaiser »nd Jacob Meyberg -seine Mitglieder. schaft mit den. staatlichen rind kommunalen Behörden die baldige Verwirklichung dieser Forderungen in die Wege leiten werden!" - Der nächste Verbandstag soll Ende 1910 in Frankfurt a. M. stattfinden. Wien. Im Alter von 82 Jahren verschied der emeritierte Rabbiner Wilhelm S.o.r: London. Im Alter von 60 Jahren verschied A b r a h a m L e v y, Direktor der „Old Castle Streßt Council-School". Der Verstorbene war der altes« Sohn des Kantors der Borongh-Synagoge ' Salomon Levy s. A. Aus -er zionistischen. Bewegnng. Frankfurt a. M. Bei der Kommission für b eil süd. Nationalfonds, zu Händen von Herrn-David Hamburger, ^Grünestr. .29, p.tt,. gingen .ein. .von: . 'S» Frau Aron seeligmann anläßlich des ersten- Geburtstages ihres Enkels Leo Seelig- ■ )’ marin in Amsterdam am 10. Januar, ein Oelbaum auf dessen Namen Geschwister Michael . Dr. Jacob Feuchtwanger Gesammelt bei der Barmizivoh-Feier von / Menny Girdisky „ 7,3» Zusammen M. 20,98 M 4,57 3.— Aus der Lehrerwelt. Berlin. Das Rabbinerseminar haben nach Absolvierung desselben die folgenden Herren verlasseni samuel Blum, Rudolf Leszyn s k.i, enjamin May und Julius Nischkowsky. München. Bolksschul-Statistik Laut Mttteilung des Bayer. Statisttschen Bureaus gab es im Schuljahr 1906 87 jüd. Volksschulen, 182 jüd. Bolksschullehrer und 4509 jüd. Volksschulkindcr im Königreich Bayern. Würzburg. Herr S. B. Eschwege aus Höchberg, früher Lehrer der Adaß-Jisroel-Gemeinde in Königsberg, hat das Doktorexanien „summa eum laude" abgelegt. Hannover. Dem vierten Lehrerverbandstag, der hier tagte, lag der folgende Antrag der Vereine Kassel, Frankfurt und Mittcldnitschland vor: .„Bon der Beratung ausgeschlossen ist die Behandlung solcher Fragen, welche-zu religiösen Streitigkeiten des Verbandes führen können." Nach lebhafter Debatte wird über diesen Antrag »nt 26 gegen 25 Stimmen zur Tagesordnung übergegangen, und zwar „in.Erwägung, daß die Tendenz des Antrages selbstverständlich ist, daß auch in den bisherigen Verhandlungen der Verbändstage sowie in der bisherigen Tätigkeit des Verbandes kein Grund gegeben ist, eine solche Satzung eufzustclleii; in Erwägung ferner, daß alle gleichartige Vereine diese Bestimmung in ihren Satzungen nicht enthalten." Ferner nahm der Berbandstag n. a. die folgend: R c s o l u t i o n an: > „Die wirtschaftliche Lage eines großen Teiles der jüdischen Lehrerschaft ^ist völlig unzureichend, der deutschen Judenheit unwürdig und der - kulturellen Entwicklung widersprechend. Die Gleichbehandlung der jüdischen Lehrer mit den. Ortslehrern in Hinsicht auf Besoldung, auf Sicherung der Anstellung, Alters- und Hinterhliebenen-Versorgung muß überall verlangt werden. Die jüdische Lehrerschaft hegt die Erwartung, daß die jüdischen Verbände in Gcmein- Knnst nnd Literatur. Palästinensische Kulturbilder. Beiträge zur Palästinakunde von K. Eckardt, E. Zickcrmann, Dr. F. Fenner, Mitglieder des deutschen Archäologischen Instituts in Jerusalem. Mit 64 Abbildungen und. 2 (Stadtplänen. 260 Seiten {M. 5,50, gebunden M. 7,—) Leipzig, Georg Wigand. Drei Mitglieder des „Deutschen, evangelischeil Instituts für Altertumswissenschaft des heiligen Landes zu Jerusalem", die ein Vierteljahr zusainmen ihre« Studien in Palästina oblagen und auf einer 24tägige« Zickzackreisc durchs Land treue Zeitgenossen waren, bieten in diesem Buche ihre Beobachtungen dar. Das Publikum in die landschaftliche Eigenart, d.ie wirtschaftlichen, politischen, -religiösen, archäologischen Fragen Palästina's einzuführen, ist'die Aufgabe, die sich die Verfasser gestellt haben, und dieser Aufgabe sind sie vollauf gerecht geworden. Nicht daß wir all' und jedes Mterschreiben wollten, was uns von den Verfassern erzählt wird; die Zeit, die sie in Palästina weilten, war zu kurz, als daß wir trotz ihrer Vorbereitung annehmen .dürfen, daß sie nun auch alles richtig erfaßt haben; aber man gewinnt den ,Eindruck, daß die Verfasser zu beobachten und zu erfassen verstehen. Leider wird einein das Studium des schöne« Buches einige Male durch das Durchblicken eines antisemitischen-Pferdefußes vergällt. ' fflp.Pepcy Biirs Institut Kaherstrasse 31« — Nationale Lehrkräfte. =*= EngH*<th, FranxÖsisrh ete^ Vereins-Kalender. Verein Mekor-Chajim. Samstag, 11. Januar, nachm. 3Vs Uhr: Mikro- Vortrag. Sonntag, den 12. Januar, abends 6 Uhr, iin Hörsaale Schützenstraße 12: Vortrag des Herrn Dr. Raphael Breuer über: „Die Ahnsra» des Menschengeschlechts". : Verein Tiferes Vachurim. Sonntag. 12. Januar: Herr Rabb. äaod. Drehfuß : Kinderspiele im babylonischen - Talmud. „Montefiore"-Verein. Freitag, 10. Januar, abends 9 Uhr: Veniütliches Beisammensein. Montag, 13. Januar, abends 9 Uhr: Leseabend. Mittwoch, 15. Januar, abends 9 Uhr: Herr Rabbiner Dr. Lazarus: Jüdische Geschichte im Zeitalter der Entstehung des Christentums. Jüdischer Frauenverein E. B. Mittwoch, 15. Januar, abends 8(4 Uhr, Schntzenstraße 14. Referat der Frau Erna Bamberger über „Die neueren Entdeckungen und die Bibel" ersten Band von John Urquhärt. —. Diskussion. Gäste, Damen, willkommen.! Verein „Nachlaß Zwi". Samstag, 11, Januar, mittags 12. Uhr, iin Hörsaal der Synagoge Friedberger Anlage: Lektüre der „Neunzehn. Briefe" .unter. Leitung des Herrn Dr. Bondi. . . Bergnügnngs-Clnb junger Leute. (Gegründet 1807).. Samstag, 11. Januar, 9(4 Uhr abends, Veveins-Versammlung „Hotel König von England", Battönstraße 70 I. - Verein für jüdische Geschichte und Literatur. Montag, den 13. Januar, abends 8 Uhr, im Saale der Frankfurt-Loge, Eschenheimerländstr. 27. Vortrag des Herrn Direktors Fraucnberger, Düsseldorf, „Synagogen in Vergangenheit und Gegenwart". Der. bereits erschienene Teil der Erz ählung „Der Prior" >nird Abannenten auf Wunsch kostenfrei nachgeliefert.

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