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Neue jüdische Presse · 1908-01-03 · Heft 1 (3.1.1908) · p. Seite 11

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
6 (1908)
Issue
Heft 1 (3.1.1908)
Date
1908-01-03
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 1. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Seite 11. Nürnberg, Samson Goldsch in id t»Hamburg, Dr. Meier Hildesheimer --Berlin, Einil Isaak- Franksnrt a. M., Carl K n o l l e r -Berlin, Aron Kober-Breslau, DislriktSrciLbmer Dr. P. Kohn- Ansbach, L ö w y-Rawltsch, M. L Munk-Köln, Dr. mcd. Rubens -Gelsenlirchen. Man war sich der Wichligkeit der Sache für das Judentum bewußt und wetteiferte mit pra.tischen Vorschlägen über die Beschasfung der für die Erhaltung des Seminars notwendigen Mittel. Das Schlußwort hatte der Direktor, Herr Rabbiner Dr. Em. C a r l c b a ch, der zunächst der Verdienste seines großen Amtsvorgängers, Herrn Rabbiner Dr. Plato, gedachte und sodann Nochmals hervorhob, wie der Ausbau des Seminars die vitalsten Interessen des GesamtjudentnmS Deutschland betreffe; er hoffe nach den Kundgebungen der Anwesenden zuversichtlich, daß der heutigen Versammlung der Erfolg nicht auSbleiben werde. Stuttgart. Lehrer Ä S ch m o ft f. Vorstandsmitglied des Vereins israe.it. Lehrer Württembergs, wurde anläßlich s.incr Pensionierung mit der Verdienstmedaille des Krone nordens ausgezeichnet. Klicden. Am 31 Dezember hielt der Lehrer- Unterstützungsverein Ieschnrnn seine diesjährige Generalversammlung in Schlüchtern ab. Es waren zirka 20 Mitglieder und 6 Gäste, darunter Herr Provinzialrabbiner Dr. M. Cahn, die Synagogcnältestcn Rothschild und Walther-Schlüchtern, sowie Herr Kreisvorsteher M. Sichel-Schlüchtern erschienen. Kollege S ch w a r z s ch! l d -Schlächtern b grüßt' die erschienenen Mitglieder und Gäste und erstattete sodann den Jahresbericht. Alsdann erhielt Kolleg-, G a n s - Niedcranla das Wort 'zu seinem Referate: „28elches Ziel ist im Pentateuch- und Gebetunter richte zu erreichen?" Der Referent wies auf die Schwierigkeiten bei Behandlung .dieser Unterrichtsdisziplincn hi». Insbesondere verlangte er eine gründliche Durcharbeitung dieser Unterrichtsstosfe, damit dieselben dauerndes Eigentum der Schüler bleiben mögen. — Das Korreferat des Kollegen Sonn -Rhina deckte sich im wesentlichen mit den Ausführungen des Referenten, doch hielt dieser im Gegensatz zu seinem Vorredner auch die Behandlung der sc xuelk.il Stellen für geboten.— Bei der nun folgenden Besprechung der Thesen, an der sich insbesondere Herr Provinzialrabb. Dr. Cahn u. die Kollegen Nußbanm-Hersfeld, Löwcnstcin- Fulda, Strauß-Burghaun, Frcudeubcrger-Flieden, Heilbronn-Mansbach, Wciuberg-Barchseld, sowie die beiden Referenten betei.igten, gelangten solg.nde L.i.- sätze zur Annahme: 1. Der Unterricht im Uebersetzen des Pentateuch und der Gebote steht im Mittelpunkte des gesamten Religionsunterrichts. Cr soll religiös crzi.h.nd und den Charakter der Schüler bildend Wicken. Das sprachliche Element beim Ucbersetzen darf nur als ein das vorige unterstützende Mittel aufireteu. 2. Der Un'erricht im Ucbersetzen des Pentatauch hat die Aufgabe a) in seinen den historischen Teil behandelnden Abschnitten den Kindern das Walten Gottes Um Leben des Einzelnen und des Volkes Israel vor Augen zu führen und die Gestalteil unserer Ahnen als Vorbilder für ihr Leben hinzustellen. b) die Behandlung der Gebote zu erstreben, daß die Kinder sich eine jüdisch- Anschaunngsw-.isc aneignen, ihren Charakter unter dem Einfluß des Thoraworts bilden und 'feie religiösen Pflichten bewußt jibeu. 3. Er muß insolgedessen mehr in die Tiefe gehen und sich in der Auswahl des Stoffes Beschränkungen auferlegen. 4. Als Lehrziel gelteic im Pentateuch für das dritte L-chuljahr 100 Verse, für das vierte und fünfte Schuljahr 200—250 Verse und für die übrigen Schuljahre 400 Verse. 5. Es sind alle wichtigen Gebete zu übersetzen. Es erfolgte dann durch das Vorstandsmitglied L ö w e n st e i n - Fulda der Kassenbericht, der ein Vermögen von nahezu 21000 Mark ergab, und durch Kollege Neu-Hanau Bericht über seine Tätigkeit als Delegierter des Vereins beim Bunde gesetzt Streuer Lehrer. Mit Freude nahm die Versammlung Kenntnis von dem günstigen Stande der schon lange erstrebten Besoldungssragc für den Vorbeterdicnst. Bei der nun folgenden Vorstandswahl wurde trotz beharrlichen Sträubens ciniger Vorstandsmitglieder der alte Vorstand wiedergewählt. Ebenso ernannte man Kollegen Reu wiederum zum Delegierten brim Bunde. Für die nächste Jahresversammlung, dte in Fulda stattfinden soll, h t Kollege Hcilbronn-Mansbach das Referat u. Kotk ge Stranß- Burghann das Korreferat über das Thema: „Wie kann der jüdische Lehrer auf dider --schule entwachsenen Schüler in religiöser Hinsicht fördernd wirken?" übernommen. Krruft «NS Literatur. Bericht über die Tätigkeit des Verbandes der Deutschen Juden b:i der Vorbereitung des p eußischen V.lisschulun erhak.ungsgcsctzes von 19,6, erstattet von Helix Makower. 95 Seiten. Berlin 1907. Dör Jeschorim. Ausführliche Widerlegung der von I. H. Weiß in seinem Buche Tör Dvr Dedorsaiow ausgesprochenen Zweifel an der Göttliche!it der Thora überhaupt und der L-ugnnug der Göttlichkeie-' der mündlichen Lehre von Robb. Jehuda Halevi Lipschitz s. A. in Meretsch. 1. ..Teil. Herausgegeben vom Neffen des Verfassers Rotel Lipschitz in Kowno, 5638. Das verderbliche Werk I. H. Weiß hat seit seinem Erscheinen 5 Auflagen erlebt. Welche verheerenden Wirkungen es angerichtet hat, kann man leicht ermessen. Ein Buch, das sich den Anschein gibt, als wolle es die Tradition möglichst bestätigen, ihr Alter möglichst hinanfrückcn und sich — frii.ich fast auf jeder Seite — mir mit gut gespieltem Widcrwi.len von der äußersten Notwendigkeit zwingen läßt, die tlrberliesernng für unhaltbar zu erklären, das srinc Lcngnungsversuche mit Zitaten aus dem ganzen talmndischcn Schrifttum, ja mit halachischen Abhandlungen, die oft au Pschettel e iuncrn. spickt, ein solches Buch muß bei manchen unserer talnrndisch — und tun talmudisch gebildeten Brüdern im Oste» viel Unheil stiften. Schon die ganze, dem rabbinischcn Smrifttnm angepaßte Form der tendenziösen Weiß'schen LengnnngSschrift ist für den Leser bestechend; der Talmudist, der die vier Ellen der Halocno. nie überschritten, mutmaßt nicht so leicht eine Entstellung oder Verdrehung eines Talmudzitatcs, er denkt gar nicht daran,. daß eine Stelle, aus denk Zusammenhang gerissen, einen anderen -Lin» ergeben könne, er vertraut blindlings feinem Führer und wird leicht irre geleitet. Allgemein hat sich daruni bei nnscren gesetzestreuen Brüdern im Osten das Bedürfnis nach einer Aiifilärnngischrifk, welche Weis; Dor Tor Wedorschow ins richtige Licht setzeir würde, geltend gemacht. ' Auch Rabbi Juda Lipschitz har dieses Bedürfnis empfunden und da er zu den wenigen Auserwählten gehört, die immenses Wissen mit scharfem kritischen Verstände verbinden, den Willen in die Tat nmgcsctzt. Das Ergebnis seiner langjährigen Forschung Kai er in dem vorliegenden Werke Dör Jcschorim nicdcrgelegt, mit dessen Herausgabe er seinen Neffen kurz vor seinem Tode betraute. Er hat in weiser Erkenntnis der Notwendigkeit feine halachischen und agadischen Werke hintangesrtzt und dem apologetischen den Vorrang eingeräumt. Auf den Inhalt des vorliegenden 1. Tei.es kommen wir demnächst zurück. Wir inöchten nur noch den dringenden Wunsch ausspr-chen, daß jeder, dem am Bestände des gesetzestrcuen Judentums etwas gelegen, den Herausgeber in seinem Unternehinen unterstütze, damit die Fortsetzung des Werkes bald erscheinen könne. Auch diejenigen, die das hebräisch geschriebene Buch nicht lesen können, mögen es kaufe»*) eingedenk der Mahnung, die uns die Mischnah in der tkeberlieferung des Namens „Simon der Bruder Asarias" gibt, wo von der gewöhnlichen Norm abweichend, Asarias Namen dem seines Bruders bcigefügt wird, weil Asaria durch materielle Förderung dem Simon das Thorastndinm ermöglichte. 8. kl. L., Prag. Vereins-Kalender. Frankfurter Zionistische Bereinigung. __ Dienstag. 9. Januar, abends 9 Uhr, im oberen Saale des Börsenrestaurants, Schillerstraße: Vorgänge in der zionistischen Bewegung nach dem Haager Kongreß. Verein Tiseres Bachnrim. Sonntag, 5. Januar 1908, Herr sind. mcd. Willy Hosmann: Der Ucbertritt des adiabeuischen Königshauses zum Judentum. Verein Mekor-Chajim. Samstag, den t. Januar, nachmittags 3Vs Uhr: Mikro-Vortrag des Herrn I. Jeidel. Sonntag, de» 5. Januar 1908. abends 6 Uhr: Vorlesung des Herrn Prof. A. Weyl ans „Scfet Schanftim". „Montcfiore"-Bereiu. Freitag, den 3. Januar, abends 9 Uhr: Gemütliches Beisammensein. Montag, den 6. Januar, abends 9 Uhr: Lescabend. Mittwoch, den 8. Januar, abends 9 Uhr: Herr Lehrer Einstädter: „Der heilige Mann von Osfenbach." *) Das Buch ist zum Preise von 1 Rubel beim Herausgeber Notel Lipschitz, Kowno (Rußland) erhältlich. Der bereits erschienene Teil der Erzählung „Der Prior" wird Abonnenten auf Wunsch koste »frei nachgeliefert! « Meli. Repaiatun o. s. w„ Kunst Feinste Ausführung, billigste Preise. Otto Gftrster, Glasermeister, H. J- Graulich älteste Frankfurter Ftnisfithrik mit MolorMijeb. Telephon 9548. Recbneist-asse 92. Telephon 9548. Spezialität: Einrichtungen in Büffets. Silherseliränke. Miinzseliriinke X A A fJk 3ob. Georg Scbauermann H Telephon 7332. •» Alteaasse 27/29. «■ Telephon 7332. Kuu-tblätier mit. tmd ohne Rahmen in jeder Preislage. Photostander, Künstlerkarten. Einrahmen von Bildern in einfacher sowie moderner Ausführung. Einsetzen von Fensterscheiben. Vergolderei. 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Die Zinsberechnung findet nach besonderer Vereinbarung statt — Wir stellen terner die in unserer nach den neuesten Eifahrungen erbauten ■«lalilkninmer befindlichen vers«*hliessbaren N« liraillli Iju Iu p (Safes) gegen billige Gebühr zur Vermietung. Unsere "Wechselstuben a) Neue Mainzerstrasse 32, Telephon No. 703 I d) Born heim: Bergerstrasse 124, Telephon No. GI50 b) Bockem eim: Adalbertstrasse 7, Telephon No. 5607 ej Höchst a. NI.: Kaiserstrasse 2, Telephon No. 53 c) Sachsenhausen: Brückenstrasse 54, Telephon No. 6108 | f) Ottenbach a. M.: Kaiserstrasse 52, Telephon No. 300 gj Wetzlar, hauset gasse 12, Telephoi No. 8; h) M»'bürg a. L., Bahnhofstrasse 18, Telephon 48. besorgen den UXLCL * X~Ji ELUt VOH H/fftil£GH (an der Berliner Börse ohne Extraprovision) Devisen und Diskonten Ipum» Bankweibsel zum jeweilig-n Privatsatz), den Inkasso von Wechseln, die Umwechslung von Coupons, borten. und fremden Banknoten, geben Kred.lbriefe aut die meisten euiopäischen und nordamerikawschen ilauptpiätze.

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