Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 13 (1915)
- Issue
- Heft 2 (14.1.1915)
- Date
- 1915-01-14
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 6. gyonlfutter Israelitisches FamilienAatt. |JI&FBDjDlllBBrBB,TraBFlBDBJÄ^^Ä^ V*- Trauring-Eok ‘ Frsnbfnrtn. M.,Trierisoiie Quse 81 Eoke Töogesg*sse1vls-ä-rfs d. Huengasse. Fr.Pletiscb, „ÄÄt». I Bunte Chronik. Die gewaltsame Entrechtung der Jade« durch Rußland. Die Juden waren im .15. und *L6. Jahrhundert teils qns Deutschland, teils aus Spanien infolge der großen «Verfolgung und der Inquisition Lahlreich nach Polen eingewandert, wo ihnen die polnischen Kaiser und Könige Schutz und weite Rechte gewährten. Damals waren die polnischen Länder Las Eldorado für die Flüchtlinge. Mit dem allmählichen Zerfall und Niedergang Polens kamen auch die Juden an das „Mvskowitische" Reich Die Zaren, welche die große Bedeutung der Juden als Kulturträger und Handelsvermittler kannten, gaben ihnen auch anfangs große Freiheiten und Privilegien, welche in der sog. „Magna Charta Judäerom" — sie befindet sich ganz im kaiserlich» Archiv der Eremitage zu Petersburg — verprüft und' für alle Zeiten sanktioniert wurden! Unter anderem gewährte sie freien Handel und Wandel im 'ganzen Moskowitenreich und Befteiung Pom Militärdienst für immer! Die Juden .durften hohe städtisch und Kommunalämter bekkidcn —; es gab auch damals jüdische Bürgermeister oder „Shirgomtfter", wie es im Russischen ^hieß. Sie hatte» ihre eigene Gerichtsbarkeit nach ihren Religio nskodexes. Die großen ,Oberrabbiner hatten staatlich Autorität, ihr Machtspruch' galt' als unumstößlich. Der ,Kahal" hatte exekutive Gewalt. Die sog. „jüdisch Bierländersynode" (waad dedaleth arorozüth) entschied tS& oberste Gerichtsbarkeit über alle wichngsten jüdisch» Angelegenheiten. So war es vis zum Tode Alexanders l. Nicolaiä L erst, der instinktiv die Juden haßte, trachtete mit allen Gewaltmitteln danach che Reche zu schmälern. Zunächt suchte er durch ein staatliches Reskrch die jüd. Religion zu schwächen. Er nannte sie öffentlich „falsch Lehre." Sie war ihm nämlich ein Hindernis zur Russifizierung! Als Gewaltmensch nick Despot, der kein Widerspruchertrug, zwang er seine Gelehrten und Minister durch einen GewÄtstreich zur Nichtigkeitserklärung der verbürgten „Chartas! Auf sein Geheiß H-urde nämlich das Wort .Hebräer" oder „Jewräi" als nicht auf die Juden anwendbar erklärt. Es solle nämlich unter ./Hebräer" künftighin nur die kleine jüdisch Sekte der .Maräer" gemeint sein! Dieses anssterbende winzige Häuflein — durch strenge Maßregeln trennten sich die Juden völlig von dieser Sekte —, welches durch „Inzucht" dem Erlöschen nahe ist, erfreut sich noch jetzt jener weiten Privilegien! Die Juden bießea von jetzt ab „Schidy!" RGolans führte auch die sog. jüdisch Kantonisten" ein. Kleine Kinder von 6 Jahren wurden zum Militär ohne Erbarmen nachts weggeholt — und in die russ. Regimenter gesteckt, wo sie unbarmherzig gemartert wurden. Bon ihrer GroUährigkeit ab mußten sie zwanzig Jahren regelrecht dienen. Dadurch wollte er das Judentum ä la Pharao gänzlich vernichten. Welch ein Greuel! Es war der richtige Kindermord: Der Jammer der unglücklichen Eltern war unbescheiblich!;! . : DV . . .! Eingesandt. Ich habe-mit großem Interesse den Artikel „Brief ans Oestscreich" in Nr. 51 Ihres geschätzten Blattes gelesen, nnd sind die Greuel, die von den Russen -verübt wurden, noch! viA zn milde geschildert. Laut Nachricht von dort ist dasl Elend der Juden in Galizien unbeschreiblich, und um dieses etwas' zu lindern, habe ich' hier -eine kleine-Sammlung veranstaltet, die in 2 Tagen einen Ertrag von ca. 1000 M. brachte. Ich verspreche mir von einer Sammlung in Frankfurt a. M., das doch eine bedeutend größere und wohlhabendere Gemeinde hat, einen sehr guten Erfolg nnd würde mich freuen, wenn Sie Veranlassung zu einem jo guten Werk geben würden. In diesem Falle bin ich bereit, 25 M. für Ihre Liste zu zeichnen. Thorn. Samuel Silbermann. Wir können obige Ausführungen nur. unterstützen. Wie trostlos die Lage unserer Brüder im Osten ist, illustriert z. B. die Tatsache, dich unter den Czerüowitzer Juden der Hungertyphus herrscht, da hie russischen Militärbehörden, die Bundesgenossen Englands und Frankreichs, bei der Brotverteiluug die Juden ausgeschlossen haben. D. Rcdakt. I OffenbaeberDrnoblafi* Anlag I Otfanbach a> H. Telefon 123. (AnRchlnsa mit Frankfurt) I Bewährteste TtpplchralnlDUDD (100,000 qm jährlich) ■ sowie unübertroffene Battenu. Bettfedernrelnl- Lhm fluno mittelst Druckluft nnd Wasserdampf. fort). dich) ilnlfttraft trau Ltterarur. Mit bekränzten Kanoucn. Flugblatt von Leo Sternberg. Wiesbaden, Heinrich Staad. Das Flugblatt eines' Dichters. Möchte sein Dichterwort eintreffen: „Bis wir den Feind, den wir besiegt mit den Waffen, auch mit der Seele besiegen und wieder Frieden ans Erden schaffen." Spenden. Hebräische Mittelschule Tachkemoni in Jaffa: Herr und Frau ... für eine Martin Feist- Stiftung als Andenken an ihren imiigst geliebten Freund Martin Feist, damit ihm in Palästina, dem seine erste große Reffe galt und dessen jüdische Zukunft - ihm tiefste Herzenssache war, eine Stätte weiche 100.— Jtk Zum gleichen Zweck S. H. Goldmann 3.— „ Jehuda ben Berachjohu 5.— „ Halber Frledricb Quelle - Offenbach tu Zll. —— Gegen Gießt nnd BhemmatiBmu bewührt. Alleiniger General -Vertreter: Frlndrloh Stahl, - - - " “ - •« « »« AN I T» _ A^A^ ■< M Frankf.».M.. Gflnthersb.-AUe« 37 Tel HanBa2S9n.714. Wochen-Kalender. (Zeitangaben nach dem Losch.) Samstag, den 16. Januar 1. Lcbwat.) Eadbat-Snfang in Frankfurt a. M. -4 Uhr 30 Min. Sahbat-AuSgang in Fromfurt a. M. 5 Uhr 45 Min. in Berlin 5 Uhr 10 Min. Wochenabschnitt: Woöro. — Moses und Ahrons Stammbaum. Beginn der 10 Plagen (Blut, Frösche, Ungeziefer, Wild, Geschwüre, Pest, Hagelschlag). Die Aufzählung von Moses nnd Ahrons Stammbaum in dem Augenblicke, da ihnen Gott den Auftrag erteilt, vor Pharao die Wundertaten zu vollbringen, soll ihren reinmenschlichen Ursprung feststellen und sie dadurch vor etwaiger Vergötterung bewahren. „Und Gott verhärtete das Herz Pharaos." — Damit war die freie Willensbestimmung keineswegs unter blinden. Die Ereignisse fügten sich nur so, daß Pharao bei seinem Charakter und seinem Denken so handelte, wie Gott es sagte. Es wird des ferneren nicht gesagt, ob seine Handlungen gute oder böse waren, denn , nicht Jfc. 2. die Handlungen an. und für sich) sondern die Beweggründe zu den Handlungen bestimmen' das- „Gut", oder „Böse." ' S.chabbos Rausch-Chaudesch. Wochengottesdienst in Frankfurt. Morgens: 7 Uhr in den meisten Synagogen (Häuptsynagoge und Königsteinerstr. 7 Uhr 30 Min., Synagoge Unterlindau und Bockenheim 7 Uhr 10 Min.). Abeirds: .4 Uhr 15 Min. in den meisten Synagogen (Königsteinerstr. 7 Uhr, Hauptsynagoge, Synagoge Unterlindau, Synagoge Bockenheim 4 Uhr). rw an b Örgi Erffl kür« zn £ kfie stSn selb abei Krankfnrter Familienuachrichte«. Geboren. E. Sohn Albert Goldberg (Frank), Nesenstr. 4. — Albert Levy Mohr), Erlenstr. 18. — Manfred Bock (Fürth), Scheffelstr. 22. E. Tochter Julius Blumenthal (Grünebaum), Friedbergerlandstr. 68. — Paul Adelsberger (Schloß), Bockenheimer Anlage 13. Barmizwos. Moritz Ascher, Bäckerweg 2, Synagoge Friedberg. Anlags. — Sam. Feldstein, Bergweg 37; Leo Ullmann, Börnestr. 41; Alfred Carle, Scheidswaldstraße 70; Max 'Kossoris, Wollgraben; Isaak Leser, Langestr. 31, Synagoge Börneplatz. Gestorben. Egon Fischer, 41 I, Nechneistr. 4. — Rosa Seiler geb. Dilsheimcr, Schwindstr. 23. tust uist Ein! im weg Voll uati Zioi Auswärtige FamUienuachrichteu. Geboren. E. Lohn Julius Philipp (Baß), Hamburg E. Tochter Jacques Feilchenfeld (Wohlaucr), Hamburg. Verlobte. Herta Aber mit Walter Engel, Breslau. Gestorben. Herrn. Kuopfmacher, 77 I., Moritz Zadek, 92 I., Posen. — Ferdinand Mann, 75 I., Darmstadt. — Gerson Grünewald, Offenbach. — Salomo» Zimmt, 73 I., Breslau. — Rosa Baum .geb. Asch, 77 I., Berlin. — Josef Gallewski, Max Jackier, studing. Rudolf Perl, Berlin, im Feld. — Julius Tilsiter, 51 I., Bromberg. — Louise Steinberg geb. Hirsch, 66 I.. Verden. — Theodor Sch'eyer, 50 I., Koschmin. — Adolf Birani, Frankfurt a. Oder. — Moses Weiler, 82 I., Brakel. — Max Reus, Hosheim i. B-, im Feld. — Justine Levinger geb. Levy,' 74 I., Karlsruhe. — Raphael l.Cahn, 81. I., Mannheim. -L— ■ Leo Scheuer, Ritter btt -Eisernen Kreuzes) Trier, im Feld. — Martin Philipseu, i 67 I., Hamburg. — Joseph Burnstein, 72 I., Berlin, gjj ... - •"* — unskan wer Zic da He ab; G sch Era lkoritz Philipsthal»- 74 I., Stolp. Vereius-Kalevder. Freitag. Me kor Chajim, nach Schluß Synagoge Hörsaal: Bortrag (Josef Wohlfarth); 8Ve N., Lange sttätze 18: Gesellige Zusammenkunft. — Talmud Thora, nach Schluß Synagoge, Hörsaal: Vortrao (Dr. May). — Montesiore, 9 N., Bleichstr. 70 Gesellige Zusammenkunft. Samstag. Me kor Chajim, 12 B., Hörsaal: Sescrl Schemuek (Prof. Ä. Wehl). — Montesiore II1/4 V.: Schiur (Dr. May). Sonntag. Me kor Chajim, 6 N., Langesttaße 18 Jirniffohu (Dr. Jos. Breuer). — Montesiore, 8,45 Hauptbahnhof: Fischbach- und Lorsbachtak. —I Iüd. Wanderbund, 7,30 Hauptbahnhof: Crviil berg, Soden, Hofheim. Dienstag. Mo nie störe, 9 N.: Die Entwickelung un serer Synagogemnelodien (Kantor .I B. Levy). wei sati jwol IyöI I ein: zioi Zio Sei Gri in ihn licl jje’d daa dei IZet sei nie Lei Yo Ma gei stä jal ab: da: lie: de: zw Ve bn ZU| D: Zi Spezialität: LPelnKoriten. Francke & Weberl Gr. Friedbergerstr. 7—11 iBr Tel. Hansa 4095. R, El Knqstblätter □ Grapbik □ Knnstgewerbe. Stylvdlle vornehme Einrahmungen in eigenen Werkstätten. G-laserei. —===== ne Bristol-Konzerte Allabendlich 8^2—2 Uhr €af4 Bristol, Schillerplatz 5|7. Batskeller-Bestanrant An Gott8challf Mainz ij«tztiUtellni»ersitfitSBtr.llo. II, bint. d. Theater. Telefon No.423. iSestempfoblene, streng rltnelle Efiehe unter Aufsicht Sr. Ehrw. Herrn f; - Babblner Dr. BondL GamOttloho gpa/Msdfe. Grosse separate Räame für Festlichkeiten. $&F infeimbmGUialtiätea nur Uäl Sdtade AStiiigcabe AuskOnfle über Familienu. Vermögens-1 verhältn.Chmatt., Ruf. Vorleb., Mitgistrc an allen Ortend. Erde beschafft streng diskret und billig Wettauskunftei u. Detektiv-Institut „Phönix“, Berlin W. 35. Elftes und zuverlässigstes Institut.