Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 13 (1915)
- Issue
- Heft 1 (7.1.1915)
- Date
- 1915-01-07
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1. , der Heimat. Es wurden deshalb auch sofort Vorhr ungen für den Abtransport getroffen, und seitdem t ein ständiges Gehen rmd Kommen bei uns. . Wir sind jetzt schon sechs Wochen hier etabliert, -eit dieser Zeit dauert das Ringen an der D., doch ,erken wir es am' besten, daß wir jetzt nur sehr;entg Verluste haben. Auch der Zugang an innerch Kranken ist nicht anormal, und wenn eines schönen 'ages unsere Truppen wieder zum Sturm auf den eind äufgerufen werden, dann werden auch wieder :tr verrufenen Feldlazarette zur Stelle sein und Hilfe ringen so gut, wie wir es können. Heute habe ich Euch von einem Feldlazarett im roßen ganzen erzählt. Das nächste Mal führe ich :uch in unsere Krankensäle, wo der Kamerad vom Kameraden gepflegt und .gewartet wird, wo der schreckiche Kampf mit 'dem Tode so. dicht neben der frühichsten Zuversicht wohnt, wo jedes Ansichselbstdenken iufhört, wo es nur einen Gedanken gibt an das .große Ganze", die heilige Sachje unseres Vaterlandes, md nur ein Selbstbewußtsein und Las ist das der etrcu erfüllten Pflicht, wenn auch Gesundheit und gerade Meder das Entgelt waren. Sanitäts-Unteroffizier M. S. Bunte Chronik. Psalmworte für die Gegenwart. Ein Bortrag von Professor Delitzsch. Ein Publikum von vielen Hunderten lauschte im raale der Singakademie den an die Seele packenden Borten Professors Friedrich Delitzsch über unsere Psalmen. „Ein unerschöpflicher Quell deS Trostes, der Erjebung und der Stärkung in dieser schweren Zeit st — so begann Redner — jenes wunderbare atttestaoentarische Liederbuch, dem weder die indische noch lie babylonische noch die semitische Poesie etwas an lie Seite stellen können, was an poetischer Schönheit, m erstem Sichversenken in die Rätsel des Menschenebens und ' in ergreifender Betätigung lauterster Reigiosität einen Vergleich anshielte mit diesem .hohen Hede des Gottvertrauens. In der ganzen Weltliteratur steht dieses Buch einjig da. Wo immer der Ernst des Lebens, das nach >em Propheten Jesaja einem Kriegsdienste voll Strapazen md Wunden gleicht, an uns herantritt, da richtet ich bei Juden wie Christen das religiöse Gefühl an!cn Psalmenworten auf. Auch für uns heute ist der Psalm das Buch der Erhebung. Luthers herrliches' Lied, das von den Lippen mserer in Antwerpen einziehenden Krieger erklang: „Ein. este Burg ist unser Gott", hat sein Leitmotiv dem 16. Psalm entnommen. Auch Luthers: „Aus tiefer Not chrei ich zu Dir". ist der wunderbar verdeutschte und rläuterte Psalm 130, und fein Lieblingspsalm 118: ..Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglichst ist in allen seinen Sprüchen anwendbar auf unsere schwere Zeit; wir flehen zn Gott, daß dieser Psalm dereinst als Lob- und Danklied durch Alldeutschland erschalle. Auch heute rufen die Feinde Deutschlands: „Wir «vollen sie ausrotten als Volk." Aber wie damals dem jüd. Volke nichts' ferner lag als Eroberungen — es begehrte ja nur, festzuhalten an seinen MealeN. dem Glauben an den Gott seiner Väter — und es deshalb fest und unentwegt seinem Gotte vertraute, — o auch heute unser deutsches Volk: auch unser deutsches Volk darf gleich den von dem Makkabäerhelden in den Krieg Geführten sagen: „Mr werden nicht sterben, andern leben! Unser Gott mag uns züchtigen, aber dem Verderben gibt er uns nicht preis." In jener Zeit des ' blutigen Ringens ward Simon Makkabäus ein herrliches' Gotteswort: „.Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich deine Feinde zmn Schemel deiner Füße mache. Dein Volk ist ganz Freiwillig¬ Frankfurter Israelitisches Familienblatt. keit an deinem Heertage, in heiligem Schmuck. Aus dem Schoße des Morgenrots perlt dir der Tau deiner jungen Mannschpft." Mnnte mit schlichteren und schöneren Worten gesetzt sein, was wir seit dem 2. August erlebt haben? „Gott verabscheut die Menschen des Bluts und des Truges." Diese Worte finden auf unsere Feinde ihre Anwendung. Dagegen kann unser Kaiser das Psalmwort: „Ich bin Friede" von sich sagen. Redner geißelte sodann Englands Lügen. „Der Herr bringt die Lügner rnn", „Der Znngenmensch wird nicht bestehen auf Erden." Seine Ausführungen faßte er in folgenden Schlußworten zusannnen: „Unser Gott, der Gott der Gerechtigkeit, gebe auch weiterhin seinen Segen, daß „die Völker m die Grube, die sie uns gegraben, selbst fallen", daß auch wir auäcufcn können: „Gepriesen sei der Herr, der uns nicht gegeben hat zum Raub ihrer Zähne", und daß sich das schönste Wort des Psalters an uns erfülle: „Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und weinen und tragen edlen Damen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben." Das deutsche .Volk muß von neuem säen edlen, edelsten Samen und tausend- und abertausendfach still verhaltene Tränen. Wieviel Licht und Hoffnung, wieviel Freude und Stolz, wieviel Streben und Wissen haben unsere Väter und Akütter, Geschwister und Bräute in die Furchen des Schlachtfelds gesenkt, „weithin streuend den Smnen" nach Westen wie nach Osten, dem fernsten Osten. 'Aber wir hoffen zu Gott, daß es auch von Deutschland dereinst heiße „Es kommt mit Jubel und bringet .seine Garben", einen reichen Gotteslohn für seine unermeßlichen Opfer: gesicherte Grenzen für unser Vaterland, die ihm für viele Jahrzehnte gestatten, den Fortschritten deutscher Kultur auf allen Lebensgebieten in Sicherheit und Frieden zn dienen." jB Spezialität: Francke & WeberBj LffleinKorRen. Eingesandt. Geehrte Redaktion! . In Ihrem Bericht über die Generalversammlung der Israel. Religions-Gesellschaft haben Sie bedauerlicherweise den wichtigsten Teil meiner Ausfilhrungen auf der Generalversammlung nicht erwähnt, der meinen „Radikalismus", wie Sie schreiben, mehr wie begreiflich macht, nämlich die Tatsache, daß die Frankfiwter Gemeinde der doch vom Gesetze als.Gemeinde anerkannter! Religionsgesellschaft diese An'erkennungals Gemeinde versagte und diese damit auf das Gröblichste beleidigt hat. Nebenbei möchte ich die orthodoxen Mitglieder des Vorstandes und des Ausschusses der Israel. Gemeinde fragen, was sie gegen diese Beleidigung der Religions- Gesellschaft, der sie doch auch angehören, getan haben? Louis Kahn. Der Briefwechsel zwischen den Vorständen der beiden Gemeinden vollzog sich in der höflichsten Form. Das zeigt zur Genüge, daß der Vorstand der Religionsgesellschaft, den doch die Sache am nächsten anginge, garnichts davon weiß, daß er beleidigt worden ist. Wenn also Herr Kahn die Ehre des Vorstandes der Religionsgesellschaft durchaus retten will, so muß er sich doch des näheren darüber äußern, wie diese Ehre verletzt, sogar gröblichst verletzt worden ist. D. Redakt. Smrst und Literatur. Heine-Porträt nach einer Radierung von Ludw. Emil Grimm. München 1827. Folio Handpresien-Kupfcrdruck auf China. 3.— JL München, F. Bruckmaim A-G Leite 5 Heine als bartloser Jüngling, ernst in die Wecke schauend. „Verdroßenen Sinn im kalten Herzen hegend, Schau' ich verdrießlich in die kalte Welt" hat der Künstler in Heines Schrift unter das Bildnis gesetzt, damit, die Auffassung andeutend» die er seinem Bildnisse unterlegt hat. Das Bildnis berührt den Beschauer sehr sympathisch. __ Spende«. Hebräisches Schulwerk in Palästina: S. Wechl, Homberg 5.— JL »ton. Hilfskomitee zu Gunsten notleidender Ausländer: S. Weihl, Homberg , 5.— .15 Nachum Goldmann gratuliert Dr. Rothschild zur .Verlobung 0.50 ,, Rotes Kreuz: M. Schochc, z. Zt. Brückhofstr. 5 3„ Kriegsfürsorge: Sammlung der Herren A. Sa;,ra und Schreinermeister Rubinstein von den Frankfurter russischen Juden: Moritz Meerenländer 100 JL — Pinkus Erbesfeld 50.15. — I. B. Peisachowitz, L. R., I. Senger ü 25 .<5 — Elias Herz, S. K-, Felix Rubinstein, A. Luffra, D. Robinsöhn, R. N'., Schriftsteller H. Goldmann, Rabbrnatsgehilse L. Lipinsky, Familie Perlmutter, G. Frank, I. u. E. Gradzinsky, CH. Balltuch, ' N. S. ä 20 JL — B. Puhn, B. Girdisky, B. Sytner, M. Brandstätter, Moses Kronbaum, Dr. I. Forschmann, B. Messerer, Familie Dyamant, A M., M. Eppstein, CH. Liverhant, 9i Behr, S. T-, Abr. Goldmann, B. Rubinstein, N. R'., CH. Salzmann. A. Rosenberg. A. Halpern, Dr. A. Hirsch-- berg» M. G-, H- Silberstein, B. u. G. Lübben, B. K.. I. Behr, Frau Krinsky ä 10 J5 — Familie Moses Simon 15 JL — S. u. M. Neumann, Dr. A. Schapira Schinder ü 6 .15 — Familie Grätsch, S. Russeck, S. Kaplan, A. R.» H. G„ Geschwister'Swititsky, S. Goradeki, I. Dzialonsky, A- Musikant, Ch. Gersetum, M. Gaba. R. N., M. P., I. IPonamarof. -I. Fischhändler, M. Schapira, H. Ptaschnik, L. Jansohn. I. Mengstoff, H. Bergmann. N. Knopf, A- Kaplan, H. Malinowsky, A Baumann, M. Großmann, Ch. Rudow, M. Bedziowsky, Neumann, R. u. E. Labinsky, Jda Berger, Sally Wallach. I. Grünblatt, Metnik. Frau I. Rubinstein, Dahlmann, Fanny Joel, John Rubinstein, Weinrcich, E. Petersohii, 4k. Jlügen, Schmidtke, S. Rawiky ä 5 JL — R. Feldstein, A. Langmann, M. Porimoni, Sara Görgusky, U S-, A. Sobnitza, H. Landau, W. Liptin. K. Newdadomsky, I. Rohr, Formann u. Malk, S. .Dyamant, I. Kongmann, Joel Jelnr, Gittel, S. Sossensky. Nefedorff, E. Hurwitz, Ch. Ruhzker, I. Abramowitz. Maliiwwsky, Klebzky, P. N., Schlingowrtz, Goldstein h 3-/5 — F. Mokotoff, B. Bauwritter, S. Melamed, S. Klip. N. Lasar, F. Wolowitz, Kalinsky, Baumann, B- Engel, Glußmann, lildelmann, Schiller, Kesores, L. W., I. Kahn ü 2 JL — S. Draimann 4 „15 — M- Batt, L. Nemnann, Greisenstein ü 1 JL — I- I- 7 JL — <0. Grünberg 3 Dtz. Tabakbeutel. — B. Rothmühl 500 Zigaretten. _._ Kaiser Friedrich Quelle — Offeabwh b Ä. — ttegu Gicht nd Bhewnatlsmms bewahrt. Alleiniger General -Vertreter: Fvhdctob 81chl» Prai.lrf.a.W.. GflnthemK-Alle» 37 Tal Hansa?59o.714. Wochen-Salender. (Zeitangaben nach dem I.nseb.) Samstag, den 9.' Januar {= 23. Tewes.1 Sabbat-Anfang in Frankfurt a. M. 4®t 20 Min Sabbat-AuSgang in Frankfurt a. M. 5 Uhr 35 Min. in Berlin 5 Uhr — Min Wochenabschnitt: Schemaus. — Die Knechtung der Kinder Israel in Aegypten. Moses Geburt. Moses bei Mein diesjähriger Inventur-Ausverkauf 4? v$> A / & jr & & & & £«*• / y beginnt Montag, den 11. Januar 1915 August Pfüller Goethestrasse 15. Wie in jedem Jahre, so sind auch diesmal -wieder die Preise ganz bedeutend herabgesetzt und zwar auf grosse Posten: Damen- und Kinderstrümpfe, Herrensocken, Söckchen, Uhterzeuge, Hemden, Handschuhe, Hemdhosen für Damen u. Kinder, Taschentücher, Schürzen, Böcke, Schlupfhosen, Bademäntel u. -Wäsche, Untertaillen, gestrickte Jacken u. 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